Sonntag, 12. Dezember 2010

Im Haus des Seins

Früh am Morgen beginne ich mit dem Philosophieren. Ich denke nach über mich und die Welt. Dann gehen die Gedanken tiefer. Ich beschäftige mich mit einem Philosophen, vergleiche seine Gedanken mit meinem Leben. Irgendwann befinde ich mich dann in meiner eigenen Ideenwelt. Diesen Zustand nenne ich die "Einkehr ins Haus des Seins". Es ist ein Nach-Hause-Kommen, ein Gefühl des Bei-Sich-Selbst-Sein. Wenige Menschen kehren ein in das Haus des Seins. Bei Heidegger ist Philosophieren "Selbstseinkönnen", also der Mensch ist bei sich selbst.
hukwa

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Waldengel

Über das Augenfällige hinaussehen

Das menschliche Bewusstsein verfügt über gewiße Schichten, Bewusstseinsschichten. In der regel lebt der Durchschnittsmensch ein einfaches Bewusstsein, der Künstler verfügt durch die Techniken seiner Kunst über die Möglichkeit sich in ein anderes Bewusstsein hinein zu erheben. Das ist die Magie der Kunst sich durch die Schichten und Panzer des Bewusstseins durchzuarbeiten und das Leben zu schauen wie es ist. Anders, als es uns Erziehung, Gesellschaft und Moral vormachen wollen. Als Maler male ich die wirklichkeiten meiner Realitäten, zerreiße den Vorhang der Ilusionen und versuche das menschliche Bewusstsein in seiner gesamten Psychologie mit Farbe einzufangen. Der Realismus in der Kunst ist ganz anders, als die meisten ihn sehen, er existiert nicht in dem Sinne, wie viele ihn zu verstehen glauben! Wols sprach hier von über das "Augenfällige hiaussehen"... Sein Bezug zur Wirklichkeit vollzieht sich in getrennten Stufen, jeder bildnerischen Tätigkeit geht ein bezweifeln der Wirklichkeit vorraus auf die er stößt oder die ihn treffen. "Das erste das ich aus meinem Leben verjage, ist das Gedächtnis" -dieser ausgiebig zitierte Satz Wols drückt einfach eines aus: "Wenn ich Male schließe ich die Augen", den "Sehen" kann man nur wenn man die Augen schließt. So kann die Kunst zu einem halluzinatorischen Akt werden, zu einer körpereigenen Droge: "Denn niemals ist man der Realität gewisser, als wenn sie Illusion ist", (Henry Michaux). Denn dann ist sie Realität kraft unserer Zustimmung. Sobald ich zu malen beginne, gehe ich in eine andere Realität über.

Samstag, 27. November 2010

Das Auge des Heraklit

Es ist Samstagabend. Ich sitze in der Küche und lasse meine Gedanken "fliegen". Da kommen pfeilschnell die unterschiedlichsten Erinnerungen der letzten fünfzig Jahren aus den Tiefen des Unbewussten, wo sie gespeichert sind. Ich übe mich gern darinnen, mich von den Gedanken fortragen zu lassen. Denn das Denken findet immer einen Ort wo es gerne oder nicht so gerne verweilt.
Heute habe ich ein Bild fertiggestelt, ein Ölgemälde, "das Auge des Heraklit". Bunte Punkte, Wellen und Monde umgeben ein Auge das im Universum zu schweben scheint - eine Monade? So stelle ich mir die philosophischen Visionen des Heraklit vor - kosmisch schwebend im freien Raum, in der Urheimat.
hukwa

Donnerstag, 18. November 2010

Tarot – Selbsterfahrungen mit einer Bildersprache

Tarot- Symbolik des Unbewussten

Vor einiger Zeit habe ich mein altes Tarot – Deck aus meinem "Zauberschrank" mal wieder hervorgeholt um mich mal wieder mit der symbolischen Bildersprache dieser uralten Karten zu beschäftigen. Der Symbolismus des Tarot ist immer modern und für jene die sich damit beschäftigen eben immer aktuell. Die Herkunft dieser symbolschweren Karten liegt im Dunkeln der Geschichte begraben. Niemand kann sagen ,wo diese Karten das erste Mal auftauchten. Bei den Symbolen handelt es sich um Bilder die menschliche Bezüge und kosmisches Geschehen in verschlüsselter Form darstellen. Zweifelsohne sind die Arkane des Tarot im menschlich Unbewussten und im kollektiven Bewusstsein der Menschheit zu Hause.

Tarot als Zugang zum Unbewussten

Symbole können als psychische Vermittler die Konzentration auf die Urbilder der Psyche lenken, eben auf das kollektive Unbewusste, als auch auf das persönlich Unbewusste und so die Kräfte dieser Bereiche wieder ins Bewusstsein leiten. Sie sind jene Sprache mit der sich die innere Welt verständlich macht und sich wieder in unser Denken zurückrufen will. Für mich ist der Tarot ein kosmisches Spiel. Symbole dienen als Stufen, die zu unserem verborgenen Zentrum führen, zum Selbst. Um sie nutzbar zu machen, müssen sie gesammelt und geordnet werden. Dies kann über die Symbolik des Tarot getan werden. Unter anderem sind diese Karten auch eine Anleitung, eine Hilfestellung, die Symbolik unseres Unbewussten zu ordnen.

Tarot- zeitlose Symbolik

Der Tarot ist eine mythische Bilderschrift die es zu entziffern gilt. Es gibt keine wissenschaftliche Methode die Symbolik des Unbewussten zu Deuten, jeder muss seinen eigenen Zugang finden; ganz im Sinne von Heinrich Zimmer, der in seinem Aufsatz, "der Dilettant im Umgang mit Symbolen," schreibt: "Die Methode- oder eher Gewohnheit- das Unbekannte auf bereits Bekanntes zurückzuführen, ist ein uralter Weg zu intellektueller Selbsttäuschung. Sie führt zu unfruchtbarem Dogmatismus, geistiger Selbstzufriedenheit und unerschütterlicher Überzeugung von der eigenen Überlegenheit. Wir müssen stets bereit sein, unseren sicheren Standpunkt aufzugeben, wenn ein zeitloses Symbol aus den Tiefen unserer Bilderwelt emporsteigt und sich dadurch eine neue Vorstellung- sanft oder gewaltsam- aufdrängt, sonst betrügen wir uns selbst um die Frucht einer Begegnung mit der Weisheit von Jahrtausenden".

Der Tarot spricht zu uns in der Sprache der Symbolik des Unbewussten, nähern wir uns ihm in der richtigen Art und Weise öffnet er uns die Tore zu den geheimen Kammern unserer Seele. Die Karten selbst können niemals ganz verstanden werden aber gerade deshalb eröffnen sie dem Suchenden neue und ursprüngliche Einsichten. Die Karten sind Ausdrucksmittel kosmischer Kräfte des Lebens, die ja auf jeden einwirken und somit ein Zugang zu den archetypischen Inhalten unseres Unbewussten.

Man sollte die Karten meditativ betrachten dann regen sie die kreativen Kräfte unserer Psyche an und können zu einer inneren Erweiterung unseres Bewusstseins führen. Sie geben uns die Möglichkeit die verborgenen Fähigkeiten unseres Unbewussten zu aktivieren und somit Teil eines kosmischen Spiels zu werden. Der Tarot eröffnet uns bisher unerschlossene Gebiete unseres Geistes indem sie die alltägliche Welt mit der Welt des Geistes verbindet. Das ganze System des Tarot wurde im Verlauf der Jahrhunderte verschiedentlich gedeutet, wie es auch zu seiner Herkunft viele Spekulationen gibt, ich persönlich, kann mich am besten mit der Deutung von Heinrich Zimmer identifizieren dieser schrieb: "...außer den vier Farben...enthält dieses Spiel eine höhere Serie von 22 Spielkarten. Eine von ihnen "der Narr" trägt keine Nummer; er ist vermutlich der Vorläufer des heutigen Jokers. Die anderen 21 waren nummeriert, um eine fortlaufende Serie zu bezeichnen. Nach meiner Überzeugung stellt die Bilderschrift dieser Karten die Stufen eines esoterischen Initiationsordens dar, der zwar vorwiegend christliche Zeichen benutzt, aber nur um die Formen der Gnostik zu bemänteln, einer ketzerischen Lehre, die in Südfrankreich bis ins 15.Jahrhundert weit verbreitet war. Der Initiant gelangte, nachdem er zwanzig Grade der allmählich zunehmende Erleuchtung durchschritten und ebenso vielen charakteristischen Versuchungen widerstanden hatte, schließlich zur Stufe der mystischen Vereinigung mit der heiligen Dreieinigkeit. Das wurde durch die höchste Karte der Serie versinnbildlicht: den tanzenden Hermaphroditen. Die Seele war die Braut des Herrn; in der Gestalt des Hermaphroditen waren beide eins."

hukwa

Sonntag, 7. November 2010

Natur - ein Ort der Andacht

Ich brauche nur aus der Haustür zu treten über die Strasse zu laufen, dann bin ich in kürzester Zeit im Wald. Hier kann ich dann in aller Ruhe im Schöpfungsalphabeet der Natur lesen, kann die uralte Stimme der Erdmutter vernehmen, im Rauschen des Windes, im säuseln des Wildbachs und im Gezwitscher der Vögel. In den Wäldern finde ich jene Stille und Stimmen die ich benötige um mit meinem Selbst Zwiesprache zu halten. Nur in der Stille der äußeren und inneren Natur kann man diesem Selbst begegnen. Die Natur ist ein Ort der Besinnung und des Entzückens, sie ist ein uralter Ort der Einweihung und der Andacht. Durchdrungen von ihr kann der Mensch seine Verbundenheit, seine Allverbundenheit mit dem Kosmos spüren. Natur soll uns eine Sache von Andacht und nicht von Ausbeutung sein. Für den großteil der Menschheit ist sie leider letzteres!
hukwa

Montag, 1. November 2010

Philosophisches Denken

Ich mag die Lichtgestalten in der Philosophie. Philosophen wie Platon, Jaspers oder Ernst Bloch. Menschen deren Aufgabe darin bestand etwas positives in die Welt hinein zu philosophieren. Keine reine Unheilverkünder wie Heidegger. Unheil gibt es genug in der Welt. Es sollte die Aufgabe der Philosophie den Menschen zur Erhellung seiner Existenz zu führen, schließlich leben die meisten in einer Verdunkelung ihrer Existenz. Philosophie ist die Lust am Denken und am Staunen, der Mut tief und anders zu denken wenn dies angebracht erscheint. Man sollte sich nicht mühen und plagen beim Denken, die Gedanken sollten fließen wie ein klarer Waldbach.
hukwa

Dienstag, 19. Oktober 2010

über meinen Ginkgo Baum

Vor ein paar Jahren spazierte ich über eine Waldwiese bei Trippstadt. Ich führte eine Pflanzenexkursion für Touristen. Ich traute meinen Augen nicht als ich mitten auf der Wiese ein kleines Ginkgo Bäumchen wuchs. Ich habe nie herausgefunden wie es auf diese Wiese kam. Da ich wusste das diese Wiese regelmäßig gemäht wurde, war mir klar das es nur eine Frage der Zeit sein konnte, bis der Ginkgo abgemäht wurde. Also nahm ich ihn mit und pflanzte ihn in einen Kübel, dieser steht Heute noch auf meiner Veranda. Als ich ihn damals einpflanzte, setzte ich mich danach an meinen Tisch und trank einen Kräutertee. Auf dem Tisch lagen Goethes Gedichte, ich schlug just eine Seite auf und schaute verwundert auf das gedicht das hier stand: Ginkgo -
Dieses Baumes Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut.
Gibt geheimer Sinn zu kosten,
Wies denn Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei die sich erlesen,
Dass man sie als eines kennt?

Solche Fragen zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn:
Fühlst du nicht an meinen Liedern
das ich eins und doppelt bin?
Goethe

Montag, 18. Oktober 2010

Oktobermorgen

Ein kristallener, kalter Oktobermorgen begrüßt mich nach dem Aufstehen. Die ersten Vögel kommen bereits zur Veranda geflogen. Die Gartenbäume sind am Ablauben, der japanische Knöterich wuchert. Einige Baumpilze habe ich am vermorschtem Holz im Garten entdeckt. Der Zipzalp beobachtete mich vom Gartenzaun her, vom Komposthaufen fliegt eine Krähe auf. Ich gehe ins Haus und richte mir meinen Kaffee. Draussen ist es jetzt sehr Still um diese Jahreszeit, es ist als würde alles Oberflächliche flüchten. Die richtige Zeit für Philosophie und Lyrik. Ein Reim von Oda Schaefer zieht durch meine Gedanken: Was kümmert dich Natur/ des menschen Lust?/ Du hegst und achtest nur/ die Frucht im Schoß/. Welch passende Verse für solch einen wunderschönen Morgen. Auf magische Weise transportiert die Dichterin die Natur in ihre Gedichte hinein.
hukwa

Sonntag, 17. Oktober 2010

Nacht am Jagdhausweiher

Einen Waldweiher einsam gelegen
such ich auf im Mondeslicht
aus dem Schilf drinkt Unkengelächter
Der Himmel ist heut Nacht
ein diamantenes Sternengedicht
ein knarren und brechen im Dickicht
verrät mir das Wild hier weilt
Herbstlaub treibt auf Mondbeglänztem Wasser
die Unke lauter schimpft
überall gluckern und rascheln
aus den Kronen der uralten Bäume
raunt Rätselhaft leises zu mir herab
Nur hier im Wald ganz alleine
erkenne ich das Wesen der Nacht.
hukwa

Sonntag, 10. Oktober 2010

Das Bei-sich-selbst-sein

Der Herbst ist die Zeit des Bei-sich-selbst-seins. In dieser Zeit erlebe ich immer eine starke Verinnerlichung. Es ist eine Zeit des zu sich selbst findens. Der Mensch der nie bei sich selbst zu Hause war, der nie an seiner innersten Tür angeklopft hat, dessen Geist ist unbehaust. Solche Menschen sind oft wankelmütig und Oberflächlich. Dieses Bei-sich-selbst-sein kann man nicht früh genug Üben. Ich denke es ist eine Übung die viel mit Transformation zu Tun hat. Das Ich verliert an Macht und das Selbst übernimmt die Führung. Es ist ein Zustand Jenseits des Intellekts dennoch herrscht nichts schwärmerisches oder romantisches vor, sondern eine große Klarheit. Es ist der Aufstieg in die Nous-Sphäre.
hukwa

Freitag, 8. Oktober 2010

Nach dem Lesen in der Bhagavadgita

Gestern Abend noch einige Zeit in der Bhagavadgita gelesen. Sie ist mir eine unerschöpfliche Quelle der Weisheit und des Trostes. Viele Menschen behaupten dass dieses Buch das religiös tiefste sei das je geschrieben wurde. Es ist etwas dran an dieser Behauptung. Wenn ich in der Gita lese steige ich tief in mich hinein. Mehrmals im Monat nehme ich dieses Buch in die Hand um daraus zu Lesen. Auch nach jahrzehnte langem Studium der Gita werde ich nicht müde darinnen immer wieder etwas Neues zu entdecken. Ich bevorzuge die übersetzung von Radhakrishnan diesem großen Gelehrten der indischen und europäischen Religionsphilosophie. Sein Wissen über europäische Philosophie ist enorm. Seine Erläuterungen in der Gita lassen erkennen welch tiefen Geistes Kind er war.
hukwa

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Ich pilgere weiter

Gestern Nachmittag einen Waldspaziergang unternommen. Unterwegs traf ich Dieter S. mit seiner alten Mutter. Ich kenne Dieter schon seit 40. Jahren. Da werden alte Erinnerungen wach wenn ich solche Leute auf meinen Spaziergängen treffe. Es waren die "lila Zeiten", wie ich die Hippiezeit der 70ziger Jahren gerne nenne. Die Erfahrungen dieser Zeit haben mein Bewusstsein stark geprägt. Die inneren und äußeren Reisen, der durchbruch eines anderen bewusstseins, das ablegen der verkrusteten Ansichten der bürgerlichen Welt, all das setzte früh ein. Wie ein Sonnenaufgang zog damals der Gedanke in mir ein, das diese bürgerliche Weltanschauungen nicht alles sein konnten, das es noch etwas anderes geben musste. So begann damals eine Pilgerreise auf der ich mich heute noch befinde.
hukwa.

Sonntag, 3. Oktober 2010

Das brutale Gesicht politischer Untoleranz

Der Polizeieinsatz im Stuttgarter Schloßpark, das niederknüppeln von Demonstranten, diese mit Pfeffergas zu besprühen und sie mit Wasserwerfern niederzuspritzen zeigt uns das wahre Gesicht dieser Regierung es ist Undemokratisch, Unliberal, Unhumanistisch. Es zeigt uns auch das wahre Gesicht unserer Polizei, die jederzeit bereit ist wenn sie den Befehl bekommen auf das Volk loszuschlagen. Stuttgart 21 zeigt das unsere gewählten Volksvertreter noch viel Nachsitzen müssen in Sachen Demokratie. Wir sehen mal wieder wie schnell demokratische Werte getreten werden und wie schnell das brutale Gesicht der politischen Untoleranz in unserem Land aufleuchtet.
hukwa

Dienstag, 28. September 2010

Herbstgedicht auf pfälzisch

Ehr Leit, ehr Leit
es is so weit
jetzt hemer wieder Keschdezeit
des Lab färbt sich jetzt longsom rot
un den neie Woi werd uf de Disch gestellt
Ge Obend is de Himmel so rot
das die Kinner san
es Chrischtkinsche backt schon wider Brot
in kerze is schun nix mer gri
om Owend merken mers erst richtig
es ist jetzt jänger Nacht als Daach
im Keller stehn schun die Winerkrumbeer
un uf de Wiesse blinken Moins
Dausende vun Spinnewebe
die Trauwe sin jetzt angeschnitte
un die Schwalbe sin schun long im Süde
om Owend stellen mer die Keschde uff de Owe
un dun bis dief in die Nacht
de neie woi hochlobe.
hukwa

Freitag, 24. September 2010

Aquarellmalerei

Nach der Fertigstellung meiner Ölmalereien freue ich mich nun einmal wieder einige Aquarelle zu malen. Vor allem herbstliche Landschaftsaquarelle. In meiner Aquarelltechnik verbinden sich innere und äußere Landschaft. Beginnen will ich mit einer Vollmondlandschaft im Hintergrund das Trippstadter Schloss. Der Schlosspark bei Vollmond. Letzte Nacht war Vollmond, ich war im Park und habe die Landschaft besonders intensiv wahrgenommen. Ich denke das ich in den nächsten Tagen mit einer Reihe von Aquarellen beginnen werde, die diese Parklandschaft zum Ausdruck haben. Die Aquarellmalerei hat für mich etwas lösendes, etwas zart fließendes, etwas Traumhaftes an sich.
hukwa

Donnerstag, 23. September 2010

Wenn der Maler in sein Bild geht

Es gibt Motive in meinem Euvre die ich besonders mag. So passiert es dass ich sie mehrmals male, meist aus verschiedenen Blickwinkeln. In der Regel fertige ich bei solchen Motiven zuerst eine Zeichnung, dann ein Aquarell, schließlich male ich das Motiv in Öl oder Acryl. Die Zeichnung ist Andeutung, ein erstes Bestimmen; beim Aquarell spielt das Sehen eine große Rolle und das Ölgemälde ist mir der Versuch in das Bild hineinzusteigen. Während der Ölmalerei passiert es mir am häufigsten dass ich Umgebung, Zeit und Raum ganz vergesse. Diesen Zustand meine ich wenn ich davon spreche dass der Maler in sein Bild hineingehen kann.
Es gibt eine alte Taoistische Sage von einem Maler. Er musste für den Kaiser ein wunderschönes Bild malen, was er auch tat. Er malte eine Landschaft von wunderbarer Schönheit. Dort wo der Maler seine Unterschrift, sein Zeichen auf das Bild setzt, malte er eine Tür. Als der Kaiser kam um das Bild anzusehen, öffnete der Maler die Tür und verschwand. So sollte ein Maler mit seiner Malerei verbunden sein.
hukwa

Mittwoch, 22. September 2010

Der Kompaß des Malers

Die Beschäftigung mit dem schamanistischen in der Kunst, darf keine Nachäffung sein. Es ist unecht mit Symbolen zu arbeiten die nicht der Innenwelt des Malers selbst entspringen. Um wirklich echte Kunstwerke zu schaffen gehört nun einmal dazu dass ich mich auf eine innere Reise begebe. Picassos Ausspruch "Ich suche nicht, ich finde!" spricht das sehr deutlich aus. Weil er täglich Stundenlang malte, befand er sich immer auf einer Reise. Man kann sagen, sobald Picasso den Pinsel in die Hand nahm, war er ein Reisender. Was für den Schamanen die Trommel ist, das ist für den Maler der Pinsel. Farbe, Pinsel und Leinwand zusammen, sind für den Maler eine Art innerer Kompaß.
hukwa

Dienstag, 21. September 2010

Holz als Malunterlage

Ich habe in diesem Jahr keine Land art Projekte und keine bildhauerarbeiten angefertigt. Jedenfals bis jetzt nicht. Dafür habe ich viel Geschrieben, Gezeichnet und Gemalt. In letzter Zeit täglich acht bis neun Stunden gemalt. Mit den Ergebnissen bin ich zufrieden. Es waren aqlles Malereien auf Holz. In der Malerei ist Holz der Werkstoff den ich sogar der Leinwand vorziehe. Holz fordert mich heraus. Ein gutes Stück Holz ist ja schon für sich ein Kunstwerk. Auch mag ich den harten Untergrund beim Malen. Der Pinsel läuft ganz anders über Holz als über Leinwand oder Papier. Eine Leinwand kaufe ich mir, doch Holz findet immer über irgendwelche sonderbaren Wege zu mir. Holz als Malunterlage hat so etwas wie einen Fetisch Charakter.
hukwa

Gedanken im Altweibersommer

Der Altweibersommer ist da. Stundenlang kann ich nu7n durch die Wälder streifen, Licht und Farbe bewundern. Es ist eine magische Zeit, kurz aber sehr intensiv. In den gelbgefärbten Kronen der Eichen, blitzt das blau-rötliche Gefieder des Eichelhähers auf. Sie schreien den ganzen Tag, streiten sich um die Eicheln. Manchmal wird ihr Gezetter übertönt vom klaren Ruf des Schwarzspechts. Die Kastanien sind fast Reif und der Holunder trägt schwere schwarze Frucht. Eine Zeit der Fülle, Mutter Natur geizt nicht mit ihren Früchten. Bevor der Winter einkehrt zeigt sie sich sehr verschwenderisch. Die Zugvögel haben sich aufgemacht in Richtung Süden. Klar wird nun das Denken und Tief. Es ist eine Zeit der Häutungen. eidechsen dösen in der Sonne auf vermoderten Baumstümpfen und die Ringelnatter häutet sich. Auch die Gedanken häuten sich. Man wirft Ballast ab und nimmt Neues auf. Eine zeit des Wandels und der Vorbereitung ist der frühe Herbst. Vorbereitung auf den dunklen Winter, da die gedanken hart werden, da sie in die Höhe streben, wie die verästelten, starken Eichbäume im Pfälzerwald die ich jetzt immer wieder öfters aufsuche. In ihrer Erhabenheit, in ihrem farbigen Laubkleid, erinnern die Eichbäume nun an alte Heidengötter, es ist als würden sie, wenn der Wind durch sie weht eine uralte Heidenmesse zelebrieren und ich bin ihr Zuhörer.
hukwa

Montag, 20. September 2010

Über Willi Baumeister

Gestern Abend habe ich noch einge Zeit Gemälde von Hölzle, Baumeister und Nay betrachtet. Baumeister ist der Maler der mich mit seinem Werk wohl am meisten inspieriert hat. Ja, ich muss sagen, er ist der Künstler, dessen Gemälde in mir die Freude an der Malerei erweckt haben. Vor über zwanzig Jahren wohnte ich abgelegen in einem alten Herrenhaus im Pfälzerwald. Dort entdeckte ich Baumeister. Ich las damals sein Buch "Über das Unbekannte in der Kunst". Meine Malerei zwischen 1985 und 88 ist sehr von Baumeister beeinflusst. Tief ist er mit seinem Kunstphilosophischen Denken in die metaphysische Materie der Malerei vorgedrungen.
hukwa

Sonntag, 19. September 2010

Malen im Herbst

Heute war ein wunderschöner sonniger Frühherbsttag. Um acht Uhr begann ich mit dem Malen im Freien, zuerst abstrakte Kompositionen, zwischendurch begann ich die Arbeit an einer neuen Holzsteele. 20 bis 25 Stunden arbeite ich an einer solchen Steele, für mich haben sie eine Ähnlichkeit mit Ikonen. Wenn ich mit Öl arbeite male ich meist an zwei Werken zugleich, ein abstraktes Gemälde und ein Gegenständliches Werk. So kann ich mich besser konzentrieren und der Malakt wird meditativer. Herbststimmungen fange ich am leichtesten mit der Abstraktion ein. Dem Herbst liegt etwas fließendes inne. Mir ist er reine Konzentradion auf die Farben.
hukwa

Samstag, 18. September 2010

Geistige Begegnungen

Wenn ich einem Menschen begegnen will muss ich ihn über seinen Geist erreichen. Erst dann findet das statt, was ich unter Begegnung verstehe. Denn der Mensch sollte Geistwesen besitzen. Er sollte es besitzen weil jede Art von Humanität undenkbar ist ohne Geist. Trifft man sich auf der Ebene des Geistigen, sind die Schranken des Gewöhnlichen und Infamen, die den Menschen ja gern begleiten, nicht mehr vorhanden. Daher sind geistige Begegnungen immer Begegnungen auf einem höheren Niveau, als des Allgemeinen, es bleibt immer etwas zurück, eine Saat die aufkeimen kann. So ist es auch mit der Kunst, gefällt mir ein Kunstwerk so ist es das "Geistige in der Kunst" das ich in dem Werk suche.
hukwa

Freitag, 17. September 2010

Philosophischer Morgenspaziergang

Ein sonniger kühler Frühherbsttag begrüßte mich heute bei meinem Meditationsgang. Gerne streife ich am frühen Morgen einige Zeit durch den Wald und lasse Natur und Bewusstsein auf mich einwirken, versuche einfach nur "Aufzunehmen". Wenn ich dieses Wort benutze meine ich es in einem platonischen Sinn und Zusammenhalt, nämlich als das platonische "rein Aufnehmende". Dieses rein Aufnehmende ist nach Platon der reine, unsichtbare, gestaltlose Raum. Während ich unter den bunten Laubdächern dahinlief, fiel mir ein Satz von Rupert Sheldrake ein, den ich gestern Abend gelesen hatte: "...Andere meinen, dass das Bewusstsein etwas völlig anderes ist, das ganz ausserhalb des physischen Bereichs liegt und auf eine ungeklärte Weise mit dem Gehirn in Interaktion steht; doch wie, können wir nicht sagen. Die Philosophen können ihr ganzes Leben lang über das Geist - Körper - Problem schreiben und es doch niemals lösen, weil viele von ihnen glauben, dass es in Wirklichkeit gar nicht zu lösen ist."
Ich persönlich vertrete die Meinung dass das Bewusstsein etwas ist, das ausserhalb von uns ist und durch irgendeine Art von Strahlung in uns einfließt. So wie die Sonne auf die Pflanze einwirkt, empfangen wir Bewusstseinsstrahlen von "irgendwoher" die unsere Physis aufnimmt und dadurch dem Körper Bewusstsein und Geistigkeit verleiht. Um nicht im existenzialistischen Nihilismus eines Sartre zu versumpfen, muss man sich manchmal auf die intuitive Erkenntnis stützen und ein wenig an "Ahnungen" glauben können. Oder, wie Max Plank einmal geschrieben hat: ..."letztendlich müssen wir Geistwesen annehmen."
hukwa

Donnerstag, 16. September 2010

Planet hinter der Milchstraße


Flug hinter die Milchstraße

Über das Denken

Jetzt wo der Herbst vor der Tür steht und die dunkle Jahreszeit ankündigt beschäftige ich mich an den frühen Morgen immer einige Zeit mit dem Denken Hegel, Kants, Fichte und anderen "Vernunftdenkern". Gerne wandere ich dann von einem existenzialistischen Kosmos nach Hause in meinen metaphysischen Kosmos. Ich kann dann bei Heidegger etwas interessantes entdecken und einen Augenblick später in die Welt Giordanos Bruno eintauchen. Es ist das klare Denken, das am frühen Morgen bei mir vorherrscht. Im Verlauf des Tages werden meine Gedankengänge dann spiritueller, wenn ich dann zeichne oder Male werden sie schöpferisch. Ich finde der Tag sollte mit etwas kosmischen abgeschlossen werden, daher lenke ich am Abend meine Gedanken zum Universum, versuche eine Verbindung herzustellen.
hukwa

Die Zeichnung am frühen Morgen

Mit den Zeichnungen die am frühen Morgen entstehen ziele ich auf etwas. Ich habe etwas im Visier, begebe mich auf eine Suche. Am Anfang der Zeichnung steht der Intellekt. Während des Arbeitsprozesses verliert der Intellekt langsam die Herrschaft über das Bild und immer tiefere Symbole tauchen auf. In die Zeichnungen versuche ich immer Klarheit einzubringen im Gegensatz zur Malerei, die ganz unter dem Unbewussten steht. Die Zeichnung am frühen Morgen hat viel Ähnlichkeit mit dem Gedicht des "graniteren Morgens". Diesen Ausdruck prägte ich 1993 als ich einen dicken Band von Morgengedichten verfasste.
hukwa

Mittwoch, 15. September 2010

Werde der du bist

Das Leben ist etwas Rätselhaftes. Ein Stirb und Werde. Leben ist Metamorphose, ein sich hin entwickeln zum wahren Wesenskern. Aristoteles hat diese Entwicklung als Entelechie bezeichnet. Sie ist Formprinzip und Entwicklungsprinzip zu gleich.Zweck jeden Wesens ist die Selbstverwirklichung seiner Form. "Geprägte Form, die lebend sich entwickelt",so hat Goethe es ausgedrückt.Für ihn war die Entelechie das Gesetz der Selbstverwirklichung:"Werde der du bist", aber auch "Stirb und Werde".
hukwa

Freitag, 10. September 2010

Mein süßer Traum von Mitternächten

Tiefe Lyrik, echte Gedichte entspringen und quellen empor aus der Tiefe der Mitternacht. In dieser Zeit haben Goethe, Novalis, Wordsworth und Blake ihre Verse nicht nur geschrieben sondern regelrecht zelebriert. "Süßer Traum der Mitternächte", das sagt sehr viel aus. Es sind die Momente der inneren Ruhe, der Abgeschiedenheit die im Dichter ihre Wirkung um diese Zeit zeigt. Zu Lesen zu Schreiben um Mitternacht bedeutet in eine andere Bewusstseinssphäre einzutreten.
hukwa

Donnerstag, 9. September 2010

Herbstherz

Herz bist du nun alt geworden?
Nein
noch immer singst du
Färbt der Herbst das Laub
Färbt die Zeit mein Haar
Herbste
sah ich kommen und gehen
Winterwinde und Föhn vergehen
Sommerglühen angenehm
viele Frühlinge so schön
doch nun bin ich angekommen
im menschlichen Herbst
habe seine Stimme vernommen
Wälder werden bunt und bunter
und die Menschheit immer dümmer
doch ich gehe durch herbstliche Wälder
weiß um Sommernächte süßgoldene Reste
habe so tief an den Sommerblumen gesogen
Denk an den letzten Falter
der wie Herbstlaub ist entschwoben.
hukwa

Sonntag, 29. August 2010

Erfahrung schöpferischer Kraft

Ein Gemälde, ein Kunstwerk, ein Gedicht erschaffen im Moment schöpferischer Kraft ist die Übereinstimmung von Erscheinung und Wirklichkeit. Voraussetzung für das verstehen solcher Werke ist dass Erschaffer und Betrachter die gleiche Art von Erfahrung teilen.
hukwa

Die Geburt von schöpferischer Kraft

Der Künstler sollte immer in der Bereitschaft stehen und sich mit dem Universum selbst zu erfahren. Hier erfährt er etwas das nicht intellektuell, nicht unbedingt sinnlich und nicht emotional genannt werden kann. Er erfährt die Ganzheit seines Geistes die bereit ist sich mit dem Universum zu verbinden, dies ist die Geburt von schöpferischer Kraft.
hukwa

Der Moment schöpferischer Kraft

Ein Kunstwerk ist immer eine Manifestation der schöpferischen Kraft. Schöpferische Kraft erreichen wir über die Pflege der inneren Stille und Reflektion. Sobald Reflektion stattfindet, vollzieht sich der Prozess von Manifestation letzter Wirklichkeit. Dies ist der Moment wo der Maler zum Pinsel, der Bildhauer zum Meißel und der Dichter zum Stift greift.
hukwa

Donnerstag, 26. August 2010

Auf ein altes Haus

Altes Gemäuer
Linden und Buchen umwachsen dich
Schattenspeere werfend
das ewige Rauschen des Wassers
der Flug des reihers durchs Tal
Geraune und Lispeln
dringen ein in die Gedanken
Ein Falter zwischen Libellentanz
Wie Elfenschleier die Nebel des Abends
Die Pferde auf der Weide
ein wenig Moor
der Steinbruch
der Farn
vermoostes Gestein
der letzte Flug der Schwalben im Spätsommer
Eng ist das Tal
Ewig und Weit
das Universum des Bewusstseins
wie der grüne goldlichtene Weiher
Kleiber und Reiher
Forelle und Meise
mein einzig Gesind
im alten Haus
darinnen ruht
in tiefer Stille
die unruhige Seele.
hukwa

Dienstag, 24. August 2010

Wesen über mir

Du Wesen über mir
Was quälst du mich
Bleibst eine Antwort schuldig
Jetzt wird es Herbst
Ich rufe nach dir
Doch
Noch nicht einmal ein Echo
erhalte ich von dir.
hukwa

Montag, 23. August 2010

Die Schönheit ist der Glanz der Wahrheit

Über Gedankenblitze

Durch einen Gedankenblitz kann der geist aktiviert werden. Schon Heraklit, nannte den Blitz die Urkraft, die, im umfassenden Ganzen, aufscheinen lässt, "was überhaupt als Seiendes sichtbar gemacht werden kann- und einsehbar wird" (Otto A. Böhmer).
Der Blitz das Konzentrat des Welt-stiftenden Urfeuers, der Urenergie hat im Großen wie im Kleinen realitätsetzende Macht. Als kosmischer Feuerstrahl verehrten die Germanen den Blitz und fürchteten ihn gleichzeitig. Als Gedankenblitz der aus dem Nichts auftaucht kann er uns plötzlich Erleuchten. Doch aus dem Nichts kann nichts kommen da es das Nichts nicht gibt. Der Gedankenblitz kommt also aus dem Urgrund des Seins. Er schießt aus diesem heraus wie der Blitz aus der dunklen Gewitterwolke. Ein Gewitter sammelt sich an. Wenn am Abend ein Gewitter losbricht spüren wir dieses schon am Nachmittag- etwas sammelt sich an und entlädt sich durch Blitze.
So sammeln sich beim Denkprozess Gedanken an und irgendwann, meist unverhofft, entlädt sich in uns der uns erleuchtende Gedankenblitz, ganz plötzlich steigt er auf aus den Urgründen des Seins.
hukwa

Freitag, 20. August 2010

Mondscheinspaziergang

Gestern Abend Mondscheinspaziergang im Schlosspark gemacht. Mit Gedanken bei Giordano Bruno geweilt. Ich kenne keinen anderen Philosophen der seiner Zeit so voraus war wie Bruno.
Er war ein absoluter spiritualisierter Geist. Die Planeten und Gestirne waren ihm beseelte kosmische Lebewesen - Götterpotenzen - die ihr eigenes Bewusstsein besitzen. Über die Monade kann der Mensch einen Zugang zu diesen Götterpotenzen finden. Über die "Kontraktion"- dem Zusammenziehen der Seelenkräfte in den Einheits und Zerfallpunkt - ist es dem Menschen möglich
"an der kosmischen Kommunikation der Bewusstseinsfelder im Universum teilzunehmen". (J.Kirchhoff).
Abends sitze ich oft in diesem wunderschönen Park, meine Gedanken schicke ich dann hoch zu den Gestirnen und sanft beginnt die Kommunikation.
hukwa

Herbstahnung

Nun naht die Zeit da Blätter fallen
und Bäume kahl am Wegrand stehen
man lernt wieder ganz neu zu Sehen
es ist wie Melancholie
sinnend durch bunten Herbstwald zu gehen
zu lauschen
zu Leben
zu Sehen
der fortgesetzten Geschwätzigkeiten zu entgehen
tief im rotglühenden Heidekraut stehen
mit Herbstfarbenen Wolkenkähnen auf Gedankenreise gehen
Alte Pfade neu zu begehen
goldenes Frühherbstlicht lächelt versonnen
die müden Mauern des alten Hauses
mahnen stumm
nur die dunklen Laute aus der Bach
schwingen noch wie vor vielen Jahren
meine alten Worte raunend.
hukwa

Sonntag, 15. August 2010

Atem der Erde

rauscht der bach mir jede nacht
drohend klagend
schmeichelt mir
in oft gefundener harmonie
entführt er nicht mehr ES
zeigt mir neue ufer
die kunst ist ES
im schlaf
gegen den strom zu schwimmen.
hukwa

Sonntag, 8. August 2010

Heimat Verbindungen

Gestern Abend gegen 22.Uhr noch einen meditativen Spaziergang in den Schloßpark unternommen. Eine ruhige, zeitlose, ja, zeitferne Stimmung herrschte im Park vor. Trutzig erschien das Schloß in der Dämmerung. Ich saß auf einer Bank und meine Blicke wanderten hoch zu dem geschichtsträchtigen Gebäude. Immer wenn ich um diese Zeit hier sitze erscheint es mir als wolle das alte Gemäuer mir etwas erzählen. Ich gebe mich dann ganz diesen Stimmungen, die hier vorherrschen hin. Vor meinem inneren Auge laufen dann Bilder ab, die in eine ferne Vergangenheit Einblick geben. Jener der das Schloß erbauen ließ, hat auch die Ortschaft gegründet in der ich geboren wurde und in der meine Ahnen seit dem 17.jahrhundert wohnen. Irgendwie spüre ich diese Heimatgeschichtliche Verbindung zwischen dem Schloß und mir wenn ich mich an den Abenden hier aufhalte.
hukwa

Mittwoch, 4. August 2010

Auf einen Nachtfalter

Du Wunder
einem Wurm entsprungen
der Sommer hat dir sein Lied gesungen
der Vollmond deine Flügel gebleicht
einem Nachtelb gleich
fliegst du auf die Nachtkerze zu
aus Licht geboren scheinst du
jetzt da der Sommer sich neigt
kehrst du zurück
zu deinem wahren Sein.
hukwa

Sonntag, 1. August 2010

Eine Augustnacht im Trippstadter Schlosspark

Wanderer die im August die Umgebung von Trippstadt erkunden, sollten sich zum Abschluss ihrer Wanderungen unbedingt noch eine Ruhepause im Schlosspark gönnen, um von hier aus das Ereignis des abendlichen Sonnenunterganges zu beobachten.

Es herrscht eine besonders romantische Stimmung um diese Zeit hier vor. Ein fast unwirklicher, noch heute unbeschworener Zauber geht von den ebenmäßigen in sich ruhenden Steinfassaden des alten Schlosses aus. Wenn die Sonne glutrot im Westen versinkt, ist es meist sehr still im Park.

Die ganze süße Schwermut romantischer Vergänglichkeit umwittert diese abseits gelegene Parkeinsamkeit und es scheint einem leicht zu fallen in die farbigen Abgründe der zeitfernen Geheimnisse dieses romantischen Ortes einzutauchen. Im leisen plätschern des Springbrunnens und geheimnisvollen Blätterraunen der Parkbäume liegt nun eine besondere Magie, die uns von den geheimen Abenteuern und galanten Schäferspielen der einstigen Bewohner des Schlosses träumen lassen.

Eine Landschaft, ein Ort kann Geschichte und Geschichten erzählen. Die Umgebung von Trippstadt ist mit einer großen Reihe solcher verzauberten Plätze bereichert. Es gibt nun einmal diese besonderen Orte in der Landschaft, die einem plötzlich und ohne Ankündigung überraschen. Dann ist man gezwungen stehen zu bleiben, seine Sinne nach dem Grund für diese Überraschung auszurichten und sich auf die Wahrnehmungen einzulassen die hier Besitz von einem ergreifen.

Vielleicht ist es die Seele der Landschaft oder des Ortes, die sich uns in solchen Momenten offenbart.

An einem warmen beschaulichen Sommerabend im Trippstadter Schlosspark kann der Besucher solche Momente besonders intensiv erleben.

Nach Sonnenuntergang beginnen die Glühwürmchen zu fliegen und verwandeln den Park mit ihrem unwirklichen Lichterfunkeln in ein Zauberreich, das nicht nur Kinder fasziniert. Das Konzert der Grillen ladet noch für einige Zeit zum verweilen ein. Von den nahen Wiesen und Waldrändern weht nun der Duft von frischem Heu und Kiefernharz herauf. Der Sternenhimmel öffnet sich und gibt einige seiner kosmischen Juwelen preis.

Es gibt keinen Monat im ganzen Jahr, in dem man am frühen Abend, gleich bei Einbruch der Dunkelheit, die Milchstraße so gut beobachten kann wie im August. Sie steigt etwa Nord-Nord-Ost über dem Horizont herauf und verläuft quer über die Sternbilder Kassiopeia, Kepheus, Schwan und Adler in Richtung Süden. Von Osten her kommen jetzt schon die ersten Boten des Herbsthimmels heraufgezogen. Tief im Südosten steht der Steinbock, auf seiner linken Seite sind schon Teile des Wassermanns erkennbar. Wie eine schützende einhüllende Schale, in deren Mitte der Mensch eingebettet ist wirkt der samtblaue Himmel über dem Park. Mond und Sterne erscheinen uns von hier aus als Licht und Lampe eines friedvollen, in sich ruhenden Erdentages. Die Verse von Ludwig Tieck gehen einem in einer solch lauen Augustnacht durch den Sinn:

„Mond beglänzte Zaubernacht

die den Sinn gefangen hält

Wundervolle Märchenwelt

Steig auf in der alten Pracht.“......

Im Trippstadter Schlosspark kann man manchmal noch solch wundervolle Zaubernächte erleben.

hukwa

Dienstag, 22. Juni 2010

Kunst -Lebenskunst

Kunst sollte nicht nur aus ästhetischen Blickwinkeln betrachtet werden sondern aus Ausdruckshaften, doch vor allem aus ganzheitlichen Anschauungen. Der Philosoph ervin Laszlo schrieb:" Als mit Bewusstsein ausgestattete Hauptfiguren im kosmischen Drama müssen wir sicherstellen das die Evolution auf diesem Planeten nicht in eine Sackgasse gerät. Wir müssen dafür sorgen, dass sie das große Abenteuer unserer Spezies fortsetzt und eine Welt gestalten, in der Individualität, Innovation und Verschiedenartigkeit nicht Quellen von Zwist, Machtgier und Erniedrigung sind, sondern die Grundlage für Harmonie, Kooperation und gemeinsame Entwicklung." Was ins künstlerische Übersetzt auch bedeutet:Kunst hat einen sozialen und universellen Auftrag. Dort wo sich Kunst mit dem Leben verbindet, wird sie zur Lebenskunst und tritt aus der alltäglichen Wirklichkeit heraus und in die nichtalltägliche Wirklichkeit hinein.
hukwa

Montag, 21. Juni 2010

Wilde Stühle

Gestern habe ich mal wieder zwei Wildholzstühle gebaut. Die Arbeit ging mir sehr leicht von der Hand und nach etwa sechs Stunden hatte ich zwei "wilde Stühle" im Atelier stehen. Vor einigen jahren begann ich mit einem Tisch und zwei Stühlen mit der Wildholzarbeit, die Arbeit erfreute mich damals nicht besonders. In diese damaligen Arbeiten schaffte ich einen Wildholzstuhlt Typ der ästhetisch wirkte, denn Leuten gefiel diese Arbeit, mir aber nicht, es fehlte das Wilde. Die Leute wollen für ihr Haus und ihren Garten eine "gezähmte Wildheit", es ist wie mit Hunden-
"sie lieben ihren Hund, doch sie fürchten den Wolf". Ihr Schauen ist lang schon gezähmt. Ein wildes Unikat von Stuhl ist mir lieber als ein Designer Sessel. Wildholzstühle bauen ist gelebte Philosophie,
eine Philosophie die nach Freiheit strebt.
hukwa

Wu Wei

Der Weg des Wu Wei ist der Weg des Nichts - Tun. Doch Vorsicht- ein Tun ist in allem. So ist Wu Wei eigentlich kreatives Tun. Es ist ein Tun gegen das sinnlose Tun dieser Gesellschaft. Wu Wei bedeutet dem Leben Sinn geben in dem ich sinnloses Tun ablehne.
hukwa

Montag, 14. Juni 2010

Erblühen

Immer wieder das neue Grün
das Laub
die Wiese
die Blätter
das erblühen
es ist unser Trost
im Chaos der Zeit
wenn jedes Jahr
die Erde wieder
wird grün.
hukwa

Donnerstag, 10. Juni 2010

Auf einen alten Trippstadter Nussbaum

Alter Nussbaum
mächtig und groß
wer unter deinen
Schattenwerfenden Ästen
wohl schon saß
alter Grübler
nach Wolken sich Streckender
Baumveteran
Jeden Morgen begegnen wir uns
schauen uns an
Grüßen uns stumm
Fühlen das wir einander Verbunden sind.
hukwa

Montag, 7. Juni 2010

Beim Beobachten des Laubsängers in meinem Garten

Kleiner als ein Kastanienblatt
Untersuchst du neugierig
was die Laubwelt dir wohl zu bieten hat
hüpfst von Ast zu Ast
dein Zwitschern ist pure Daseinslust
wie schön das es dich Laubsänger gibt
der mich in meinem Garten
mit Liedern erquickt.
hukwa

Ein WuWei Tag

Ich sitze auf der Veranda und beobachte die Elster die immer wieder meinen Garten anfliegt, sich Nahrung sucht und damit zur mächtigen Buche gegenüber unseres Hauses fliegt, wo sie ihren Horst seit Jahren bewohnt. Die Spatzen tschilpen vom Dach herab und ein Laubsänger macht sichs im Kastanienbaum bequem. Heute Mittag will ich durch die Wälder spazieren und nach Einbruch der Dunkelheit ein schönes waldtal aufsuchen und den Mond bewundern. Einfach einen WuWei - Tag verleben und jetzt noch ein Gedicht über den Laubsänger schreiben.
hukwa

Junimorgen

Früher Sonntagmorgen. Ich sitze auf der Veranda, genieße das wunderschöne Wetter und lausche den Stimmen der Vögel. Im Garten blühen die Akeleibüsche zwischen ihnen wuchert der Farn. Im Dorf ist es noch still dieser Morgen birgt eine tiefe Klarheit in sich - graniterner Morgen. Ein Vers von Wordsworth geht durch meine Gedanken:
O seliger Vogel! - Wo wir gehen
Scheint nun die Erde gleich
dem schwerelosen Land der Feen,
Ein dir gemäßes Reich.
hukwa

Sonntag, 6. Juni 2010

Glühend wie die Sonne

Ich verbringe meine Nächte
in stetigen Schauen
den Menschen tue ich schon lange nicht mehr vertrauen
jeden Morgen grüße ich
die alte Sonnengöttin
die Weide im Garten
verzückt mich in Wonne
Ich lebe mein Leben
glühend wie die Sonne.
hukwa

Sonntag, 30. Mai 2010

Gedichte sind Verinnerlichungen

Schattenland ist Heimat als Zeit - Dichterland. Was heißen soll dass es zeit des Erinnerns ist. Es ist ein verlorenes Land - ein paradise lost. Ein lang schon Vergangenes, dem Dichter und Philosophen ist es jedoch unvergänglich im Erinnerungswort, im von der Zeit Ver - innerten Wort, denn Gedichte sind "Verinnerlichungen" von Dichtern.
hukwa

Donnerstag, 20. Mai 2010

Fingerhut - Zwergenhut

Fingerhut
Zwergenhut
stehst so still am Wegesrand
Einsamkeit umgibt dich
Fingerhut
Zwergenhut
geflügelte Elfin bei dir wohnt
man sieht sie nur
bei vollem Mond
wo sie im fahlen Licht
dich umschwärmt im Nachtfalterflug
Fingerhut
Zwergenhut
dein Saft ist reines Elfenblut
zarte Blätter
sanfte Blüten
möge die geflügelte Elfin
ewig dich behüten.
hukwa

Freitag, 14. Mai 2010

Geist Natur und Kunst

Geist, Natur und Kunst waren und sind noch immer die großen Beweger in meinem Leben. Von diesen "dreien" geht das Licht aus, dass meine Existenz am erhellen hält. Sie gehören zusammen, verschmelzen ineinander und fließen so in mein Werk ein. Befinde ich mich gerade auf einer Wanderung durch die Natur so sind alle "dreien" um mich. Während des Laufens bewundere ich die mich umgebende Natur, durchdringe sie mit meinem Geist und erkenne in ihr das große Kunstwerk. Halte ich mich mal längere Zeit in meinem Studierzimmer oder dem Atelier auf, so bin ich auch von ihnen umgeben. Im Studierzimmer tritt der Geist an die erste Stelle, im Atelier die Kunst, in den Wäldern die Natur. Aber vorhanden und Wirken tun sie immer gemeinsam. Das Eine bedingt das Andere so, dass immer eine gewiße Bewegung vorhanden ist.
hukwa

Samstag, 8. Mai 2010

Die vielen die da liegen satt wie Vieh...

"Denn anderen Menschen aber bleibt Unbewusst, was sie nach dem Erwachen tun, so wie sie das bewusstsein verlieren für das, was sie im Schlafe tun."
Heraklit

Dieser spruch des Heraklit ging mir am frühen Morgen während meines Spazierganges durch die Mailandschaft durch die Gedanken. Erleben die "Vielen die da liegen satt wie Vieh", nicht das gleiche mit der sie umgebenden Natur? Die "Vielen" wollen überhaupt nicht aus ihrer Bewusstlosigkeit Erwachen. Es wäre auch ein böses Erwachen für sie, daher verharren sie lieber weiterhin in ihrem Tiefschlaf.
hukwa

Freitag, 7. Mai 2010

Tagebuchnotiz - Goethefaust

Heute Morgen gegen 4.30 Uhr aufgewacht. Während der ersten Tasse Kaffee waren meine Gedanken bei Goethe zu Gast. Gestern Abend noch im Faust gelesen. Ich frage mich wieviel Faust steckte in dem alten Meister? Ich glaube nicht das Goethe zeitweilig in die Rolle des Faust schlüpfte, Faust war ein Teil von ihm. Wie sonst kann man ein solches Werk überhaupt vollbringen?
Gegen 5.20 Uhr begann das Vogelkonzert und ich setzte mich noch ein wenig auf die Veranda und lauschte dem Open air Konzert der Demeter.
hukwa

Montag, 3. Mai 2010

Begegnung mit der Herrin der Seele

Meine Anima, meine Urmutter, die Herrin der Seele, die alte Maia-Kali war es die mich in den letzten acht Tagen durchs leben gepeitscht hat. ich habe sie wohl bemerkt als sie sich bei mir meldete, doch ich habe ihr nicht genügend Achtsamkeit geschenkt, dafür hat sie sich gerächt. Jetzt da ich klar erkannt habe, was sie wollte fühle ich mich erleichtert und ihr Spuk ist weg. Sie lässt nicht mit sich spielen, man kann ihr auch nicht befehlen oder sie bannen, man kann nur versuchen sie zu verstehen. Über die Anima, deren Urahnin, ja auch die alten Hexen, Nixen und Waldfrauen wie Diana v. Nemie sind schreibt C.G.Jung." Ist das Nixenwesen wirklich nichts als ein Produkt einer moralischen erschaffung? Hat es nicht schon längst solche wesen gegeben, und dies schon in einer Zeit, da das dämmernde menschliche Bewusstsein noch ganz naturgebunden war? Zuerst wohl waren die Geister in Wald und Feld und Wasserläufen, längst bevor eine Frage von moralischem gewissen existierte".
hukwa

Donnerstag, 22. April 2010

Seinsvergessenheit

"Das bedenkliche in unserer bedenklichen Zeit ist, dass wir nicht denken.
Heidegger

Da der mensch in "Seinsvergessenheit" lebt, so muss er logischerweise auch die Natur vergessen, was dann zur ökologischen Krise führen muss.
hukwa

Jede materielle Ebene ist von etwas abhängig, was jenseits von ihr liegt.
F.David.Peat

Sonntag, 18. April 2010

Denksatz - die Wiege der Menschheit

Mag sein das die Wiege der Menschheit in Afrika stand, doch die Wiege des Geistes stand in Asien.
hukwa

Freitag, 16. April 2010

Unscheinbar von Aussen...

So sollen die Tage vergehen: Unscheinbar von Aussen, Innen aber soll ein Fest der Wunder stattfinden. Denn die Musik die in unserem Innersten ertönt die komponieren wir selbst. Und indem uns bewusst ist das wir unsere eigenen Kompositionen erschaffen wissen wir die Gedanken sind Frei.
hukwa

Donnerstag, 15. April 2010

Das Warten auf das Werden

So wie der Mensch ein Werdender ist, so ist er auch ein Wartender, ein Wartender auf die große Frage die ihn bedrängt - Was ist Sein? Was ist der Sinn unserer Existenz? Auf die wirklich tiefen Fragen der Philosophie müssen wir uns im Warten und der erwartung Üben. Die Beantwortung kann lange dauern. Manchmal "ein Leben lang".
hukwa

Dienstag, 30. März 2010

Wandern mit Rousseau

Die Natur ist voller Wunder, lieber Cousin;
Uns wird nur der Einblick in einen sehr kleinen
Teil gewährt; es besteht also wenig Hoffnung,
dass wir ihre Prinzipien einmal gänzlich verstehen
oder all ihre Geheimnisse enthüllen können.
J.J. Rousseau

Dieser Satz des berühmten Naturphilosophen und Wegbereiters der französischen Revolution ging mir heute bei meinem morgenlichen Waldmeditationsgang durch den Kopf. In der freien Natur spürte ich den ganzen Wahrheitsgehalt dieser Zeilen und für einen kurzen Augenblick war mir zumute als liefe der alte Rousseau neben mir her. Dieser Franzose ist ein Philosoph der mich seit Jahrzehnten immer wieder mit seinen Weisheiten überrascht.
hukwa

Sonntag, 28. März 2010

Denksatz

Es ist nicht die Schönheit der Dinge, das sie für mich als etwas besonderes erscheinen lasst, es ist der kritische Ausdruck der Dinge, ihr metaphysischer Inhalt, der mein Interesse weckt.
hukwa

Samstag, 27. März 2010

Aus den gemalten Tagebüchern



Notizen

Der Mensch "ist" indem er beständigt "wird". John Dreweys

Das "Werden" des Menschen ist sein "Sein". hukwa

Nur der Mensch der um sein "Werden" weiß,
kann verstehen das es ein wirkliches "Sein" gibt. hukwa

In manchen Momenten gibt es für den "Werdenden" eine Wahrheit die ihm anscheinend von einer höheren Ebene eingegeben wird, die aber dem Denken nicht mehr zugänglich ist. Diese nichtbeschreibbare Wahrheit umgibt - umhüllt Worte wie "Werden" und "Sein" wie eine Aura.
hukwa

Sonntag, 21. März 2010

Frühlingsspaziergang

Frühlingsanfang
ich laufe durch den wald
der himmel spannt sein zelt
durch den kiefernwald
zieht der harzgeruch
frisch gefällter bäume
rindenlos
liegen sie da
jeder jahresring erzählt seine eigene geschichte
von schneebruch
stürmen
sommerhitze
vogelhochzeit
gerade gewachsene stämme
krumme jahresringe
wege die das leben schrieb
ich setze mich zu ihnen
schweige mit ihnen
die sich aus dem vollen leben verabschieden.
hukwa

Samstag, 20. März 2010

Das Flüstern aus Kindheitstagen

Die Stimmen der Kindheit begleiten uns ein Leben lang. Jene die zu Hause sind in ihrem "Haus", denen flüstert die Kindheit auch im Alter noch ihre Geheimniße zu.Als Kind haben wir diesen Stimmen gebannt zu gehört. Die Märchen und Abenteuergestalten aus Büchern die man uns vorlas, später dann selbst gelesen haben, sind in unserem Unbewussten fest verwurzelt. Da flüstern Karl May, Stevenson, Melville, die Brüder Grimm und so viele andere und manche hören heute noch Sprachfetzen vom Räuber Hotzenplotz, der kleinen Hexe und Gestalten aus den Romanen von Astrid Lindgren. Es sind Stimmen aus unserer Kindheit, Brücken dorthin zurück. Stimmen die aus einer anderen Welt zu kommen scheinen und die ihr Dasein in uns führen. Wehe denen, die sie vergessen haben, die sie nicht ins Tagesbewusstsein hineinlassen, ihnen fehlt etwas in ihrem Leben. Denn sie haben einen wichtigen Teil ihrer Kindheit verdrängt! Ich möchte es nicht missen das Flüstern aus Kindheitstagen.
hukwa

Sonntag, 14. März 2010

Das auge von Delphi




Das innere auge des Malers

Momentan male ich eine Reihe von Sonnenauf- und untergängen. Himmelsbilder sind große Flächenbilder nicht ganz abstrakt aber auch nicht Gegenständlich. Wolkenkombinationen, vor allem Sonnenuntergänge haben mich mein Leben lang fasziniert, schon vor Jahrzehnten habe ich sie über das Gedicht einzufangen versucht. Ich habe sehr viel Zeit damit verbracht sie zu studieren.Vor allem im Frühling und Sommer haben diese kosmische Konstellationen einen besonderen Reiz. Sie versetzen mich in eine mystische Stimmung, es ist das Lächeln Buddhas das ich in den Wolken suche. Es ist in malerischer Hinsicht eine Ausseinandersetzung zwischen äußerer und innerer Natur. Während des Malaktes von Sonnenuntergängen fühle ich mich dem "inneren Bezirk" des Malers, wie Klee es nannte, besonders verbunden. Um einem solchen Bild nicht den Alleinanspruch von Abstraktion zu geben, male ich in der Regel einen Gegenstand, denn ich vor Ort erschaue mit hinein. Solche Malereien sind immer Grenzgänge zwischen Realität und schauen mit dem inneren Auge.
hukwa

Donnerstag, 11. März 2010

Über die Tagebuchzeichnungen

Die Zeichnung bildet das Fundament aus dem die Inspiration des Künstlers wie ein Nebel in die Wirklichkeit aufsteigt. Zeichnung aber ist mir in erster Linie nicht Aufsteigen sondern Absteigen. Ein hinunter steigen in die Tiefen meines Unbewussten. In den Nächten bin ich verabredet mit den Immerwiederkehrenden. Was dann am Morgen als Zeichnung aus mir hervorquellt sind meine Erfahrungen und Erlebnisse mit den Immerwiederkehrenden.
hukwa

Samstag, 6. März 2010

Gemaltes Tagebuch - Mandala

Früh am Morgen habe ich am gemalten Tagebuch gearbeitet. In dieses male und zeichne ich meine Träume und Visionen. Auch beschäftige ich mich im Moment wieder mit der Technik des Mandale Zeichnens. Das Mandala als innere Landschaft, als Psychokosmogram, als Wandlungsprozess. Es existiert in uns auf einer kosmisch realen Ebene. Wenn wir unser Denken in die transzendentale Ebene bringen, eben zum transzendentalen Denken, befinden wir uns in einem Mandala. Das Mandala ist ein Symbol des Unbewussten und wenn man sich mit ihm beschäftigt, beschäftigt man sich mit den Symbolen des Unbewussten. Physische Welt und psychische Welt, Raum, Zeit, Kosmos und Ich verschmelzen im Mandala zur Einheit. Physis und Psyche, diese beiden angeblich "geteilten Ebenen" überlagern und durchdringen sich im Innern des Mandalas. Wenn man sich mit der Idee und Technik des Mandalas beschäftigt, betreibt man Bewusstseinserweiterung. Die Erweiterung des Bewusstseins besteht darin, das man die Welt und ihre Phänomene anders erkennt, durchschaut, emotional und mental neu erspürt. Man entkleidet die Welt von jenem Bild das uns anerzogen wurde. Wir beginnen die Maja zu durchbrechen.
hukwa

Freitag, 5. März 2010

Archaisches Alpha - Beet

Meine versen und Zeilen
sind fern von dem was ihr Mode nennt
sie quellen hervor aus den dunklen Gründen
des Unbewussten
als sitze dort ein Träumer
der mich träumt
mich beschwört und mir
zuflüstert
der mir diktiert
ein archaisches Alpha - Beet
das zu entziffern mir nur
über die Mythologie gelingt
fern der Moden
suchen meine worte ihren Grund
verleihen mir Festigkeit
in einer Welt
die sich im Chaos verirrt hat.
hukwa

Mittwoch, 3. März 2010

Eine der Masken des Aion

Brot des Lebens

Gestern Abend vor dem Einschlafen noch ein wenig in Thoreaus Tagebüchern gelesen, haften blieb dieser wunderschöne Abschnitt: Es ist eine große Kunst, wenn ein Schriftsteller Tag für Tag seinen Boden verbessert und fruchtbar macht, um das zu ernten, was sein leben ihm abwirft. Er soll nicht danach trachten, Äpfel oder Orangen zu erzielen, wenn es nur Kartoffeln hergibt. Er soll graben, nicht in Höhen schweben. So ernsthaft, wie du dein Leben führst, so tief ist dein Erdreich. Wenn es stark und tief ist, wirst du Weizen säen und darin das Brot des Lebens finden. H.D.Thoreau
Dieses "Brot des Lebens" ist es das der Mensch suchen sollte anstatt sein Leben oberflächlich und dem Materialismus geweiht zu verbringen. Ein wenig mehr auf Sinnsuche zu gehen würde auch dieser robotischen Gesellschaft gut tun.
hukwa

Sonntag, 28. Februar 2010

Aion und das Unbewusste

Bei den Aion Zeichnungen spüre ich oft eine Annäherung an eine tiefere Wirklichkeit die mich in ein Stadium versetzt das jenseits des Denkens zu Hause ist wo reine Verstandestätigkeit keine Macht mehr besitzt so dass die tiefere Wirklichkeit nur über die Intuition erfahrbar ist. Das Ergebnis ist dann die Zeichnung. Während solcher Momente des Am-Werke seins spüre ich deutlich die Freisetzung jener schöpferischen Kräfte aus unbekannten Tiefen, die jenseits der Schwelle des realen Bewusstseins liegen. Dies sind die Momente wo das elan vital besonders fließt.
hukwa

Metamorphosen des Aion


Gedanken zu den Aion Zeichnungen

Aion ist natürlich auch der Versuch in das Werden, Wachsen und Vergehen der Weltschöpfung gedanklich einzudringen. Nach uralter mystischer Lehre ist die Weltschöpfung nicht ewig, sondern ist ein ablaufender Äon, ein Zyklus. Sie hat ihren Anfang, ihren Auslauf und ihr Ende. Sie ist das Aus- und Einatmen eines Urgeistes, des Aion. Vielleicht des Weltenschöpfers und alles was in diesem Äon geschieht, ist Offenbarung und Werk der von ihm ausgehenden, ausfließenden, Hierachien. Einen winzigen Bruchteil davon ein "erahnen" möchte ich in diesen Zeichnungen festhalten. In diesen Zeichnungen kehrt immer wieder die Spirale als wichtigstes Symbol. Dieses Symbol der Spirale repräsentiert auch den Ausbruchsversuch aus dem reinen Intellekt. Alles wird in unserer Welt durch den reinen und bloßen Intellekt gerichtet, durch dieses Reich des reinen Intellekts hat die Menschheit die Natur geknechtet, ihr Blick auf die kräfte der Natur ist unpersönlich geworden, denn der reine Intellekt ist tödlich für unsere Mitwelt. Der reine Intellekt ohne die Ganzheit des Selbst macht aus den Menschen Robotern und somit zu einer Funktion böswilliger Potenzen.
hukwa

Samstag, 27. Februar 2010

Die Geburt des Aion


Die Aion Zeichnungen

Bisher sind 5. Zeichnungen der Aion Reihe entstanden. Es ist ein Zyklus von Zeichnung-Gedanke und Materialien aus dem Unbewussten. Aion das ist der Äon, der sich nun nach über 2000 Jahren langsam zurückzieht um dem neuen Äon Platz zu machen. Dieser ist schon ins Bewusstsein der Menschen eingetreten, ist aber noch lange nicht verankert. Die Fische schwimmen in den Urozean zurück und Wassermann will das Bewusstsein mit neuen klaren Wassern füllen. Wenn man die Dinge in der Welt beobachtet erscheint einem das Fischezeitalter schon etwas veraltert, denn das Neue ist eben schon da wird aber von den meisten noch nicht wahrgenommen. Auch solche Gedanken sind Inhalt dieser neuen Zeichnungen. Seit längerem beschäftigen mich diese Gedanken über den Äon. Als ich das Buch "Aion" von C.G.Jung zu lesen begann formten sich in mir die Symbole die nun ihren Ausdruck in den Aion Zeichnungen finden. Ich glaube da ist viel Material aus dem kollektiven Unbewussten mitdrinnen.
hukwa

Freitag, 26. Februar 2010

Kunst ist immer ein Nebenprodukt

Für den vom Taoismus geprägten chinesischen Maler Ni Tsan war Malerei nur ein Mittel zur Freisetzung seiner inneren Stille, dies lässt ahnen dass sein Leben sich jenseits der Begrenzungen des Lebens gewöhnlicher Menschen abspielte. Seine Gemälde waren nur eines der Nebenprodukte seiner Selbst-Schulung. Sie waren Ausdruck ontologischer Erfahrung, er vereinte metaphysische Erfahrung und schöpferische Intuition. Das Werk ist immer nur ein blasser Abdruck der wahren unvergänglichen Idee.
hukwa

Donnerstag, 25. Februar 2010

Seinsvergessenheit

Diese Gesellschaft entwickelt sich nicht auf das Ziel von Solidarität und Gemeinschaft hin, sie entwickelt sich zu einem Riesenapparat der nur von seelenlosen Robotern bevölkert ist. Was dem Einzelnen fehlt ist der philosophische Glauben an ein Stück metaphysische Heimat, die man als Mensch benötigt um nicht ganz der inneren Verholzung zu verfallen. Um dem Hauen und Stechen das in unserer Gesellschaft vorherrscht zu entfliehen sollte der mensch sich auf Seinsfindung begeben. Ohne metaphysische Heimat passiert es sehr schnell das man in Seinsvergessenheit verfällt.
hukwa

Mittwoch, 24. Februar 2010

Verschmelzung mit dem Werk

Die letzten Tage vorwiegend politische Artikel geschrieben. Ungerechtigkeiten muss ich immer aus mir herausschreiben. Früher tat ich dies mit Wut im Bauch, heute mit philosophischer Gelassenheit. Auch über Politik zu schreiben kann philosophisches Bei-Sich-Selbst-Sein sein. Damit trage ich Sorge das ich nicht ganz denn Abstand zur Realität verliere. Ich war auch nie der Mensch
der Eingleisig fährt. Kunst, Philosophie, Dichtung, Schriftstellerei, Politik und Gesellschaft sind in meinem Werk von Anfang an verschmolzen.
hukwa

Sonntag, 21. Februar 2010

Meine Bilder

Meine Bilder
sind Gegenbilder
für den Betrachter
sollen es
Nachbilder sein
ihr Sinn
liegt im danach
des Betrachtens
im Unbewussten erst
entfalten sie ihre Wirkung.
hukwa

Samstag, 20. Februar 2010

Spur

Schwarz die Nacht
der Atem leicht
im Dunkel des Zimmers
eine rote Spirale an der Decke
erinnert meine Lebenslinie
an die Spur der Weinbergschnecke
die einsam am Berghang
der Sphärenmusik
des aufgehenden Mondes lauscht.
hukwa

Freitag, 19. Februar 2010

Entgegendichten

Die Poesie
ein Sinnen und Fühlen
ein sich selbst Entgegendichten
irgendwo in den Gezeiten versteckt
das alte
Zauberwort
das sich Irgendwann
Irgendjemand
Offenbaren wird
das sich mir
Entgegendichtet.
hukwa

Donnerstag, 18. Februar 2010

Worthaus

Worthaus
gebaut auf dem Fundament
dunkler Gedanken
wandere ich
entlang abgelegener Pfade
Alleen
umsäumt von poetischen Sätzen
ist es das Haus des Orpheus
das mir Heimat schenkt.
hukwa

Mittwoch, 17. Februar 2010

Politische Sandmännchen

Wenn man die Politik der Koalition beobachtet, könnte man meinen diese Regierung wird von einer
Parteikollektiven Blindheit heimgesucht. Während Regierungspolitiker über Steuern und HartzIV streiten und fernab von Lösungen sind droht das ökonomische Gerüst der Republik noch mehr einzustürzen. Anstatt endlich Nägel mit Köpfen zu schmieden, fällt diesen Politikern und Politikerinnen nichts besseres ein als Mogelpackungen zu verabschieden, ständig an dem System der Sozial und Altersversorgungen herumzumanipulieren und über HartzIV Empfänger zu schimpfen die inzwischen zum Sündenbock für das versagen deutscher Politik geworden sind, kurzum, man streut der Bevölkerung mal wieder Sand ins Auge. Wann endlich aber streut die Bevölkerung Sand in das unmenschliche Getriebe solcher Politik?
hukwa

causa

Wem glaubst du mehr
dem Spiegel
oder dir selbst
die Wahrheit ist das Bild
nicht das Abbild.
hukwa

Dienstag, 16. Februar 2010

Kosmisches Labyrinth

Wenn der Phönix fliegt
die Asche glüht
nähern wir uns dem Geheimnis der Zeit
verborgen zwischen den Zeilen
uralter Bücher
die Wortseele
die Bibliothek ein Schatten
des kosmischen Labyrinths
Am Anfang steht immer das Wort
das sich im Werklauf formt
zu einem einzigen Satz.
hukwa

Montag, 15. Februar 2010

Wortgott

Dichtung und Staub
die Landschaft versinkt im Schnee
heimlich blühen die Schneeglöckchen
ihr Wachstum
enträtselt das geheimnis der Zeit
das unter Staub verborgen liegt.
hukwa

Sonntag, 14. Februar 2010

Denksatz

Man darf kein Knecht der herrschenden politischen Machenschaften sein. Man soll der Hörer seines eigenen Selbst sein, denn nur in uns finden wir die Wahrheit.
hukwa

Samstag, 13. Februar 2010

Hartz IV Äußerungen von Westerwelle

Mit seinen unsozialen Äußerungen beschämt Herr Westerwelle nicht nur die Bevölkerung der BRD sondern in seiner Funktion als Außenminister evoziert er mit seinen unangemessenen, politdarwinistischen Äußerungen auch ein negatives Bild unseres Landes im Ausland. Die Sprache des Außenministers wird anscheinend immer rechtslastiger. Er legt zur falschen Zeit, den falschen Finger in eine Wunde die unser Land immer tiefer in eine moralische Teilung treibt. Von einem Politiker erwartet man das er Angebote macht, das er Alternativen anbietet aber Westerwelle sucht anscheinend nur eins: Zoff! Irgendwie kommt einem dieser Mann vor wie jener Geisterfahrer auf der Autobahn, der falsch fährt doch fest und steif behauptet, die Tausende die ihm entgegenkommen fahren falsch. Als Politiker muss man eine Vorbildfunktion leben, jedenfalls in einem demokratischen Land. Vorbild vor allem gegenüber von Jugendlichen und Heranwachsenden. Die Selbstachtung und das Selbstwertgefühl, übrigens nicht nur von Jugendlichen, wird von Westerwelle immer wieder mit den Füßen getreten. was unser Land heute mehr den je braucht sind Werte, vorgelebte Werte und hier ist vor allem die Politik gefragt, zuviel Politische Lüge mussten die Bürger in den letzten Jahren ertragen. Nun, Herr Westerwelle hat sich zu Anfang seiner Außenministerrolle Englisch Unterricht geben lassen müssen, nun wäre es wohl an der Zeit für ihn sich Nachhilfe für ethisches und moralisches Benehmen geben zu lassen. Dann würde er in Zukunft sich wohl mit ein wenig mehr emotionaler Intelligenz äußern. nach seinen HartzIV Äußerungen muss man jenen Menschen recht geben die behaupten er sei Rechtslastig eingestellt. Anscheinend geht es ihm weniger um Politik als um Selbstdarstellung? Seine unkontrollierten Äusserungen lassen auf Angstdruck, Rivalenhaß und egoistischen Ehrgeiz und Narzißmus schließen. Solches führt logischer Weise schnell zur Realitätsverlust. Für die Zukunft wäre es wünschenswert wenn Herr Westerwelle bevor er eine Rede hält auch ein wenig Nachdenken würde.
hukwa

Leserbrief

Leserbrief: Erst 100 Tage; Die Rh.Pf. vom 4.2.2010

Was sich in der Koalition derzeit abspielt scheint ein Kampf alle gegen alle zu sein. Vom Enthusiasmus des Wahlsiegs ist nicht mehr viel übrig. Was in dieser Koalition vorherrscht ist die Rivalität und der isolierende Egozentrismus einer angeblichen "Liebesheirat" doch was der Wähler und Bürger beobachtet ist inzwischen auf das Niveau von kindischen Szenen einer Zwangsehe heruntergekommen. Weder der einschüchternde Moralismus der CSU, noch das unsolidarische Verhalten der CDU und die Klientel – Politik der FDP lassen sich wegradieren. Diese Koalition ist von Anfang an von einem Fettnäpfchen ins nächste gesprungen. Vor allem der FDP fehlt es an demokratischen Bewusstsein und politischer Konsequenz. In den umfragen sind sie inzwischen zu Kellerkindern geworden. Wenn wundert's? CDU, CSU und FDP liefern sich ein politisches Gemetzel und jeder versucht den "Schwarzen Peter" an den nächsten weiter zu geben. Im Kampf ums politisch – moralische Leben verschafft dies vielleicht den jeweils rivalisierenden Politikern und Politikerinnen eine gewisse Erleichterung, unserem Land schadet es aber nur. Die Kanzlerin versucht "schön zu reden", Herr Westerwelle betreibt eine mehr als notdürftige Rettung seines Selbstwertgefühls.

In der Öffentlichkeit würde er wohl besser da stehen, wenn er endlich eine Politisierung seines Bewusstseins betreiben würde und dem Bürger endlich Fakten, anstatt parteipolitischer Illusionen anbieten würde. In den ersten 100 Tagen ihres Politbetriebes ist hier außer Spesen nicht viel gewesen! Die einen wollen Sparen, die andern würden am liebsten das Geld, das ja eigentlich den Bürgern gehört, wenn ich von dem Wort Volksvermögen ausgehe, schließlich sind die Schulden ja auch unsere Schulden, obwohl wir sie nicht gemacht haben, mit vollen Händen ausgeben. Man bekommt das komische Gefühl nicht los, das diese Koalition gerade dabei ist, ähnliche Fehler zu machen, wie jene Banker die uns in die Wirtschaftskrise geführt haben und denen der Bundespräsident die "Leviten" lesen wollte. Am besten macht er bei seiner Politprominenz gleich weiter. Vor allem bei unserem Finanzminister, dieser fühlt sich inzwischen anscheinend schon als Vollstrecker der Justiz und beginnt eine Hetzjagd auf Steuersünder deren Hintergrund rechtlich noch gar nicht geklärt ist. Nun, wer den politischen Werksverlauf von Herr Schäuble kennt, weiß das dieser Minister immer gerne etwas Gesetzlos gelebt hatte und mit Schwarzgeldern ja besonders intensive Erfahrungen gemacht hat. Mit ihm als Finanzminister hat diese Koalition einfach den Bock in ihr pseudopolitisches Gärtchen gelassen in dem bis jetzt noch nichts gewachsen ist. Dieser Politiker hat die Republik schon so beschämt das es den Bürger wundert das er überhaupt noch in der politischen Landschaft der BRD sich bewegen darf. Mal ganz ehrlich: Wenn Herr Schäuble bei meiner Hausbank Filialleiter wäre würde ich ganz schnell kündigen und mir ein neues Kreditinstitut suchen. Das ist nicht gescholten, das ist ganz einfach gesunder ökonomischer Menschenverstand. Unter anderem wird das Verhältnis der Bürger zu dieser Koalition durch solche Personen nicht gerade vertrauensvoller, sondern eher problematischer. Ein politischer Funktionszusammenhang dieser Koalition ist bis heute nicht erkennbar. Anstatt endlich eine Konfliktstrategie zu erarbeiten, arbeitet hier anscheinend jeder für sich und jeder gegen jeden. Diese Regierung ist nicht nur chaotisch hier sind schon narzisstisch-anarchistische Grundstimmungen vorhanden und man muss sich fragen sind hier ernst zu nehmende Politiker bei der Arbeit oder handelt es sich um eine spontane Experimentiergruppe? Eines habe ich schon an mir selbst gespürt: Seit diese Koalition am werkeln ist leide ich unter Schlafstörungen.

hukwa

Montag, 8. Februar 2010

Gestern Abend gelesen: Karl Jaspers

Jaspers betont sehr deutlich, das alles darauf ankommt, dass der Mensch in seinen "Grenzsituationen" (Tod, Zufall, Schicksal, Schuld) durch Kommunikation mit anderen er selbst wird und sich für seinen eigenen existentiellen Weg zum transzendenten Sein entscheidet: "Als Existenz sind wir auf Gott - die Transzendenz - bezogen und dies durch die Sprache der Dinge, die sie zu Chiffern oder Symbolen werden lässt."
Jaspers hat meines Erachtens kein System geschaffen, er begründete keine Lehre, er ist einfach ein Pilger und Kundschafter auf dem Weg der Erkenntnis, immer das Ziel des Einen und Wahren vor Augen. Er gelangte zur Philosophie über den Weg der Medizin und hat die Mutter der Weisheit nie als Fachdisziplin gesehen. Für ihn war sie Möglichkeit, durch Weltorientierung und Existenzerhellung zur tieferen Erkenntnis seiner Selbst zu gelangen um in der Undurchdringlichkeit des Daseins einen Halt zu finden. Er kannte die krisen der Menschheit sehr gut,hat sie selbst im dritten Reich gespürt und erfahren und in einer Zeit wo andere Philosophen dunkle Unheilsverkündigungen ausstießen suchte er nach dem Licht der Existenz: "Wirf dich selbst in den widerspruchsvollen Wirbel des Denkprozesses und du wirst mitschwimmend im Strom seines unaufhörlichen Werdens das lebendige Verhältnis finden, das jedem starren Dogmatiker versagt ist und versagt bleiben muss.
hukwa

Sonntag, 7. Februar 2010

Existenzerhellung - Existenzverdunkelung

Der erste Schriftzug am Morgen. Das erste geschriebene Wort. Dem Schriftsteller bedeutet dies mehr als die Realität des herauf dämmernden Morgens, es st ihm Wirklichkeit - seine ihn umgebende Wirklichkeit. Philosophisches und schriftstellerisches Schreiben ist Tun im Sein. Es gibt Momente da fühle ich die Ganzheit meines Seins besonders stark. In dieser Ganzheit zu existieren heißt auch immer wieder, sie zu erkämpfen. Sie kommt nicht über einen wie ein Zauber, man muss nach ihr Suchen. Wenn man sie gefunden hat erhellt sie unser Sein. Sie erhellt unsere Existenz führt zu Existenzerhellung. Das Gegenteil einer solchen Erhellung ist Existenzverdunkelung. Ein Schatten der immer größer wird in unserer heutigen Welt. Es ist dem Menschen inhärent das er sich auf die Suche nach Existenzerhellung begibt. Doch viele finden statt dessen nur Verdunkelung in ihrem Leben. Ihren großen Ausdruck findet diese Verdunkelung in den oberflächlichen Handlungen des Menschen in seinem täglichen Tun. Der Mensch gedrängt durch Ökonomie, durch Politik und über die Medien, entwickelt sich immer mehr zu einem unfreien robotischen Wesen. Ein Wesen das willenlos und nur noch Empfänger ist, das keine positive Nachrichten an seine Nächsten sendet. Für den Hauptteil der Bevölkerung geht es nur noch um das ökonomische Überleben. Die Randerscheinungen von Kriminalität, von Mord und Totschlag, in unserer Gesellschaft haben ihre Keimzelle vorwiegend in einer unmenschlichen Politik. Einer Politik die den Bürger in die Unmündigkeit treibt.
hukwa

Montag, 1. Februar 2010

Aktion-Nichtaktion

Die Aktion die in der Nichtaktion stattfindet
ist das elan vital das mich antreibt
Hinter mir die
Verzerrungen und
Einschränkungen
ökonomischer Ich - Bewusstheit
- träumte ich in dieser Nacht...
von den Nebeln des Orions
ich weiß
die Weite der inneren Welten ist
identisch
mit dem Universum.
hukwa

Innere Welten

Es gibt zwei Arten von inneren Welten
die innere welt des
Ich losen Selbst
und die
des Selbst der
Ego Form
das erste Selbst ist das große Selbst
es spiegelt die Dinge
doch es verändert sich nie
denn es ist Teil des universellen Seins.
hukwa

Dienstag, 26. Januar 2010

Ist es...

Ist es ein Traum
wenn es einer ist
will ich an ihn Glauben
an das Andere in der Normalität
an das All im Einzigen
das mein Selbst ist
das ich bin.
hukwa

Montag, 25. Januar 2010

Endgültigkeit

Während er die Unendlichkeit durchdrang
scheiterte er an der
Endlichkeit
der Realität.
hukwa

Sonntag, 24. Januar 2010

Weltenflucht

Wo wasserreiche Quellen klagen
und Buchen in den Himmel ragen
Wo mystisch schwarze Tannen thronen
und Trollblumen in des Kobolds Garten blühen
Dort war das Bilderbuch meiner Kinderzeit
dort liegt meiner Jugend Weltenflucht.
hukwa

Damals

Dein Lachen blieb mir erhalten
in jenem pochenden Kelche
damals
als du aus meiner Wüste
in die bunte Stadt
deiner billigen Träume gingst.
hukwa

Samstag, 23. Januar 2010

Neuer Tag

Lass uns den Moos überwachsenen Weg
unseres Selbst gehen
entweichen wir jenen die
am sandigen Ufer wohnen
denn unser Ziel ist
fern
ihrer
Denkweise
wir entdecken täglich
denn neuen Tag.
hukwa

Freitag, 22. Januar 2010

Dichters Ziel

Wo schwebt einst die Asche hin?
Wann erreicht mein Wort sein Ziel?
Heute will ich fühlen
feuchter Morgentau auf meinem Haar
Morgen
Kirschblüten schweben sehen
in geschwängerter Frühlingsluft
doch die Asche zu entzünden
Ist dies meiner Wörter Ziel?
hukwa

Bleib wie du bist

Laß das harz an deinen Händen
und die fichtennadeln in deinem Haar
behalt den Duft der Ringelblumen
verdirb ihn nicht
mit billigem Parfüm.
hukwa

Donnerstag, 21. Januar 2010

Begegnung

Ich stieg aus dem Autobuss aus
als ich bemerkte das es die falsche Stadion war
hielt ein Auto neben mir
Guten Tag sagte eine Stimme
und ich wusste
die Vergangenheit hatte mich eingeholt.
hukwa

Innerer Orkan

Wie der Orkan
der Bäume entwurzelt
ist der Orkan in mir
Entwurzelnd
Freiräume schaffend.
hukwa

Mittwoch, 20. Januar 2010

Häutung

Einsamkeit
mir Treibbeet Kühlkammer und
Wohnung zwischen Sein und Zeit
Bin nicht das Echo von Gedichten
Will Schlange sein
die Häute wirft
Sich neu erkennend
der Alte bleibend
den Pinsel wegwerfen
In mein Bild einsteigen.
hukwa

Dienstag, 19. Januar 2010

Schwur und Blut

Ein Schwur und
Blut
verbinden mich mit Dir
Erde
So vieles tennt mich von
den Meineidigen.
hukwa

Mittwoch, 13. Januar 2010

Zwei Haikus

Einsam am Futterhaus
das Rotkehlchen
es bleibt immer für sich.
hukwa

Schneefall am Nachmittag
so ganz anders
als am Morgen.
hukwa

Sonntag, 10. Januar 2010

MorgenMeditation

Was dem Menschen von Heute besonders fehlt ist innere Stille. Sie kehrt nicht von selbst, sie will geschult sein. Mit dieser Pflege und Schulung innerer Stille beginnt man am besten am frühen Morgen so bleibt sie wenn man sich Mühe macht den ganzen Tag bei uns. Innere Stille ist Teil der kosmischen Ordnung an der, der Mensch teilhaben kann wenn er nur will. Nur über die innere Stille ist es möglich sich dem Urgrund schöpferischer Kraft zu nähern. Dieser Urgrund ist jener Bereich in uns aus dem jegliche Kreativität fließt. Es ist zugleich jener Anfang der uns an das für unsere Sinne letztlich unfassbare heranführt, der Verschmelzung mit dem Universum.
hukwa

Gedicht entstanden beim wieder Lesen der Gedichte von Rose Ausländer

Nachts legte sie sich
in eine Urne
und schlief mit der
verbrannten Welt
Am Morgen wusch sie die Asche
von ihrer Haut
denn das Leben begann von neuem.
hukwa

Samstag, 9. Januar 2010

Teilhabe am großen Arkanum

Für die nächsten zwei Tage sind starke Schneeverwehungen, sogar Schneesturm gemeldet. Ein Bilderbuch Winter, wenn man aus dem Fenster schaut. Tage in denen man das Tao kultivieren sollte. Am besten bleibt man dem gesellschaftlichen Leben fern und beobachtet Mutter Natur. Jene, die keine ländliche Natur um sich haben, sollten ihre eigene, innere Natur beobachten. Ein Gedicht von Hsie-Fang.tse (1226-1289) kommt mir in den Sinn:
In den Wu Bergen
Selbst im Traume dachte ich an
Heimkehr nicht- zehn Jahre lang.
Unter den blauen Gipfeln stehe ich
allein am Ufer des wilden Wassers.
Die ganze Welt still und verlassen
nach einem Regen in den Bergen.
Wieviele Leben bedarf es der Pflege
Bis ich blühe wie dieser Pflaumenbaum?

Ein einfaches wunderschönes Gedicht, in Versunkenheit mit dem Tao niedergeschrieben. Solche Verse überdauern die Jahrhunderte und behalten ihren poetischen Wert, weil sie fern jedem gekünsteltem sind. Ich mag die taoistische Poesie vor allem wegen ihrer einfachen Erhabenheit. Es sind gelebte Gedichte, Erfahrungsgedichte. Das Ziel solcher Lyrik ist es die innere Harmonie auszudrücken nach der wir alle streben sollten um diese Welt ein wenig friedlicher zu machen. Das einfache Leben, die Freude an den kleinen Dingen führen uns zu unserem Selbst. Jetzt in der Winterzeit die Fährten vom Wild im Schnee zu lesen, ist genau so spannend wie ein gutes Buch zu lesen. Die Vögel am Futterhaus beobachten, ihren Flug zu entziffern scheint mir mehr zu sein als jeder Fernseh- oder Kinofilm. Man sollte seine Zeit nicht totschlagen, man soll sie erleben lassen. Mit der Zeit Teil zu Haben am großen Arkanum ist das Erhabenste was uns Geschehen kann.
hukwa

Freitag, 8. Januar 2010

Die erste Liebe und das erste Gedicht ergeben poesie pure

Wieder angekommen
im Reich der Poesie
wie damals
als ich unter der alten Weide im Tal der Kindheit
unterhalb meines Geburtshauses
mein erstes Gedicht schrieb
lang ist das schon her
so lange wie die erste Umarmung
der erste Kuß
das erste Spüren weiblicher Haut
und das Bedürfnis nach mehr
eben
die erste Liebe
fiel zusammen mit dem ersten Gedicht
das kann unmöglich ein Zufall sein
wohl deshalb sind Dichter Liebende
Damals dachten wir das wir etwas verbotenes taten
unter dem alten Weidengebüsch
hätten sie uns erwischt
sie hätten gesagt so etwas tut man nicht
das ist verboten
so wie die Alten die Zärtlichkeit mit Schmutz bewarfen
dachten sie auch über Gedichte
sie sagten
das ist nichts für dich
ein weiterer Grund
Dichter zu werden.
hukwa

Sonntag, 3. Januar 2010

Es kommt die Zeit

Es kommt die Zeit
wo man öfters vor alten Bäumen und
Häusern stehen bleiben sollte
Mir sind sie Bojen in einem großen Meer
das ich in den Nächten mit
meinem selbstgebauten Floss befahre
Ich weiß nicht zu welcher Insel der Wind
mich treibt
Irgendwo kommen wir immer an
Ich will nicht nach der Insel ausschau halten
die Tiefe des meeres ist es die mich interessiert.
hukwa

Samstag, 2. Januar 2010

Nächte gleichen oft Spinnennetzen

Nächte gleichen oft Spinnennetzen
Verbindungen innerer Landkarten
alte Geschichte gibt es viele
sie hausen in den Abfallgruben und
Kellern
meines Lebenslabyrinths
tauchen auf und
bewegen sich
durch die Gasse
mit den dunklen Fenstern
aus denen mich die Immerwiederkehrenden beobachten
Ich schaue hoch
zu den manchmal gutmütigen Fratzen
hebe die Hand
winke einen Gruß
Wissend
die Begegnung mit der Phantasie
ist oft auch eine
Begegnung mit der Realität
einer anderen Welt.
hukwa