Samstag, 30. September 2017

Gleichschritt von Körper, Seele und Geist

Tagebuch schreiben ist auch Selbstbeobachtung. Ein Versuch in das Geheimnis der Seele vorzudringen. Einzudringen in etwas unerforschtes, in etwas sehr subjektives. Ein Versuch einen Gleichschritt von Körper, Geist und Seele zu finden.
hukwa

Kein Tag wird vergeudet sein...

"Wir lernen nicht viel aus gelehrten Büchern, wohl aber aus wahren, aufrichtigen, menschlichen Büchern, aus offenen ehrlichen Lebensbeschreibungen", schrieb vor zwei hundert Jahren Thoreau. Dieser große Tagebuchschreiber und leidenschaftlichster Spaziergänger der Weltliteratur sagte einmal über das Schreiben: "Kein Tag wird völlig vergeudet sein, an dem man eine aufrichtige und nachdenkliche Seite geschrieben hat".
Ich stimme ihm bei!
hukwa

Donnerstag, 28. September 2017

Blätter und Früchte

Gestern bei wunderschönem Herbstwetter im Wald gewesen. Die herrlichen Farben des Oktobers der sich jetzt ausbreitet bewundert. Sehr viele Pilze, vor allem Spechttintlinge vorgefunden. Lange auf einer Waldwiese meditiert. Es sind vor allem die Farben der fallenden Blätter die jetzt ihre volle Pracht für kurze Zeit zeigen aber auch die Gerüche des Herbstes. Das Gefieder des Eichelhähers fällt jetzt besonders auf, wenn es in den Bäumen bunt aufblitzt. überall reifen nun die Früchte, so soll es nun auch im Dichter und Künstler reifen so dass er seine Früchte einfahren kann.
hukwa

Mittwoch, 27. September 2017

Herbstmeditation

Foto © Ute KW

Das Tagebuch als Lebensepos

Als Künstler strebt man nach Vollendung. Doch wenn sich das eigene künstlerische schaffen mit der Intensität des Lebens verbindet macht man schnell die Erfahrung dass es im künstlerischen Schaffen letztendlich keine Vollendung gibt sondern nur Fragment. Weil das Leben eben selbst nur Fragment ist. Wohlgemerkt, ich spreche hier vom Lebenskunstwerk. Es gibt einen Drang zu Schaffen ohne unbedingt selbst zu Vollenden zu wollen. So wie jeder Mensch dem Mythos nahe steht so gibt es im Leben auch ein persönliches "Epos". Mein "Lebensepos" findet sich in meinen Tagebüchern. Die Arbeit- und Tagebücher sind mein Hauptkunstwerk, eine Form die weder Anfang, Mitte noch Ende kennt. Tagebücher sind immer Fragmente.
hukwa

Zaunpfostenhaiku

Der alte Weidepfosten weist
vom Herbstreif vereist
in den Winter.
hukwa

Dienstag, 26. September 2017

Ein Freund

Als ich am Morgen aufstand dämmerte es gerade. Ich sah aus dem Fenster und beobachtete die feinen, weißen Nebelschwaden, die unter der dicken Buche standen als ob sie sich ausruhen wollten. Vom Wald herüber drang Krähengeschrei, dazwischen das Geckern einer Elster. Die große Buche bekommt jetzt ihre Herbstfärbung, wie ein uralter Heidengott schaut sie zu mir herüber. Ein wunderschöner Baum, ein Freund seit vielen Jahren.
hukwa

Sonntag, 24. September 2017

Manchmal bewegt sich der Vorhang...

Ohne das Gestern gibt es keinen Morgen
doch ich stehe im Heute
stehe vor dem Haus
wo einst der Wald gegenüber war
und nun die Saat des Beton aufging 
hier
wo einst Blumen blühten
der alte Holzzaun stand
und Schmetterlinge flogen
im Herbst
rotbraune Blätter den Weg zu einem Teppich wandelten
genau hier
spielte einst das Kind
ihr habt nichts übrig gelassen
die Blumen unter Asphalt verbannt
die Bäume gefällt
Manchmal bewegt sich der Vorhang
einer der es für euch nicht gibt
ich erinnere mich
ich hatte Kindheit.
hukwa

Samstag, 23. September 2017

Reich der Gedanken

Meine Gedanken sind meistens wie der Wind der die Gräser auf der Wiese bewegt. Ich hole sie nicht von irgendwoher - sie kommen von irgendwoher. Meistens sind ja die Gedanken die unaufgefordert kommen die Tiefsten. Ich denke sie kommen direkt aus dem Reich des Geistes aus einer Landschaft die wir nur erahnen können.
hukwa

Freitag, 22. September 2017

Mittwoch, 20. September 2017

Mein eigenes Tempo

Ich beginne den Morgen in dem ich meinen Kaffee trinke und danach in den Holschuppen gehe und Anmachholz für den Küchenherd schlage. In unserer vollautomatische-digitalen Welt gleichen verschiedene Lebensumstände/Situationen von mir, Relikten der Vergangenheit. Ein gewisser Anachronismus hat mich schon immer begleitet weil mir die umgebende Welt zu schnell und oberflächlich ist lebe ich mein eigenes Tempo.
hukwa

Dienstag, 19. September 2017

Das Unscheinbare

Der Herbst ist die beste Zeit über den Mythos zu schreiben und sich der Poesie zu widmen. Ich ziehe mich in meinen Kokon zurück und beobachte aus dieser Innerlichkeit heraus die Welt. Ich suche die Geheimnisse die in mir verborgen sind achte auf das Unscheinbare das oft interessanter ist als das Scheinbare.
hukwa

Waldtraum

Den Blick auf den Waldpfad gerichtet
beobachte ich die wirbelnden Blätter
Kiefernduft liegt in der Luft
eine Zapfe fällt
ein neuer Waldtraum beginnt.
hukwa

Montag, 18. September 2017

Der Ruf

Dunkle Welt
Wüste tief
in die der Dichter ruft
verzauberter Klang
der die Dunkelheit erhellt
in fremdes Land hinein
das Land des Mythos
ist ihm reines Sein.
hukwa

Donnerstag, 14. September 2017

Mittwoch, 13. September 2017

Traumpfad

Geheimnisvoll
der Traum
der dich entführt
in die Dämmerung herbstlicher Wälder
Traumpfad
beschreite ihn
führt sein Weg doch zur Lichtung
tief im Innern
die gefrorene Flamme
wartet auf Wärme
doch überall
tiefes Schweigen
Geh deinen Weg.
hukwa

Montag, 11. September 2017

Anderswelt

Vielleicht ist die Anderswelt
nichts anderes
als ein Spätherbstabend.
hukwa

Samstag, 9. September 2017

Wanderung ins Kinderland

Herbstmond
wandert durch die Septembernacht
Eulenruf
ein Jahr ist bald wieder vollbracht
am Abend zogen Gänse
in Keilschriftform dahin
am Morgen fallen die ersten Kastanien
ich greife nach ihnen
und wandere
Heim ins Kinderland.
hukwa

Freitag, 8. September 2017

Das Ende vom Zukunftdenken

Der Teufel steckt nicht im Detail
sondern im Prinzip.

Jetzt, in den Tagen vor der Bundestagswahl schallt es täglich durch die Medien- das heilige Superwort, das Wort aller Wörter - Wachstum.
Noch nie ging es uns so gut, aber- es könnte uns noch ein wenig besser gehen. Also: Die Wirtschaft muss noch mehr wachsen! Im Jahre 2017 erleben wir die absolute Erektion am Glied unserer deutschen Wirtschaftpotenz. Die Volksvertreter schreien es hinein in die Gemeinde der Wahlberechtigten- noch nie ging es uns so gut-und es könnte uns noch besser gehen. Auch wenn kein Gras und kein Baum mehr wächst- Hauptsache die Ökonomie wächst weiter. Immer mehr Wachstum ist das gesellschaftliche Zukunftsdenken. Doch wenn wir nicht aufpassen ist es das Ende jeglichen Zukunftsdenkens.
hukwa

Fortschritt

Der Weg zum Fortschritt
ist immer mit dem Verzicht
auf früher vorhandenes verbunden.
Die Entscheidung liegt bei uns.
hukwa

Weiden

Der Tau an den Weiden
lasst Vergessen
den Schmutz der Welt.
hukwa

Donnerstag, 7. September 2017

Der Sommer neigt sich dem Ende zu

Die ersten Blätter fallen. Im Garten ist es die Grauerle und der Holunder die nun täglich ihre Blätter verlieren. Auch die Farben des heraufziehenden Herbstes sind nun deutlich erkennbar. Für den künstlerisch veranlagten Menschen beginnt nun eine erfrischende Periode von Kreativität. Malen und schreiben rücken wieder enger in den Fokus. Die leichte Lethargie die der Sommer mit sich führt lässt man hinter sich. Der Zugang zum Unbewussten und somit zu den Quellen des kreativen denkens öffnet sich. Jetzt muss man die Ernte des Frühjahrs und Sommers einfahren. Was im Frühling gepflanzt, im Sommer gereift ist, will jetzt im Atelier verarbeitet werden.
hukwa

Herbstabend

Am Gartenzaun
die letzte Windenblüte
Abend im Herbst.
hukwa

Mittwoch, 6. September 2017

Still ist der Herbst

Still ist der Herbst
ins Land gezogen
noch einmal Wespentanz
um die reife Birnenfrucht
einsam am Firmament
kommt der Reiher gezogen
wie flammende Fackeln
die Lärchen am Waldesrand
naht nun die stille kühle Zeit
der Wald lebt bin Zurückgezogenheit
sein Lied so schön wie nie im Jahr
dringt in mich ein
so rein und klar.
hukwa

Dienstag, 5. September 2017

Bäume

Bäume
wie ruhig steht ihr da
der Ewigkeit so nah
Wesen wächst aus eurem Sein
in mein eigenes hinein.
hukwa