Montag, 16. April 2018

Merlins Tisch

Foto©UteKnieriemen-Wagner

Frühlingskraft

Sonniger Frühlingstag. Im Garten wird es nun sehr schnell grün. Der Holunder grünt schon sehr stark auch die wilden Rosen. Erle und Birke folgen. Vogelsang. Die Elstern brüten im Fichtendickicht.
Der Lenz zeigt sein Gesicht.

Den Frühling kündet der Zilp Zalp
auf dem
Zaunpfosten.

Des Frühlingserwachen
Verborgen
Im frühen Lied der Amsel.

Der Mond erhellt die alte Buche
in ihm spiegelt sich
des Frühlings Angesicht.
Hukwa

Montag, 9. April 2018

Der Trost des Waldes

Gedanken eines Waldgängers
Wer in den Wäldern lebt sieht den Wald anders als jemand der in der Großstadt lebt. Es gibt ihn den Unterschied zwischen dem Stadtmenschen und dem Naturmenschen und so gibt es auch verschiedene Weisen die Natur zu sehen und zu erfassen.
Der Mensch der die Natur liebt dem wird sie zu einem letzten Reservat eines romantischen Gefühls. Ihm öffnen die Wälder nicht nur die Sinne, sie schenken seinem Leben auch Sinn. Vor allem jetzt, in der dunklen Jahreszeit hat der Wald dem Wanderer besonderes zu bieten. Er fordert seinen Geist und seine Phantasie heraus. Dass rau
es Wetter das Denken fördert, ist in der Philosophie allgemein bekannt . Wenn Regen und Schnee die äußere Sicht einschränken, wendet der Blick sich nach innen.
In den Wäldern können wir eine Freiheit spüren, die es uns erlaubt, mit dem Wesentlichen des Lebens in Kontakt zu treten. Es ist die Stille des Winterwaldes, die uns eine bisher nicht gekannte, schweigende Aufmerksamkeit schenkt. Viel intensiver spüren wir nun die Beziehungen zum Wechsel der Jahreszeiten. Fern dem unbarmherzig ewig geräuschvoll laufenden Motor der Großstadt finden wir im winterlichen Wald nun eine ganz andere psychologische Dimension der inneren Einkehr und Ruhe vor. In einer Zeit der entfesselten Märkte, der ökonomischen Unsicherheiten wird uns der Wald zu einer Insel der Ruhe und Erholung.
Der Wald mit seinen großartigen Naturerscheinungen hat für alle nur möglichen Fragen eine Antwort parat. Wenn wir in die Tiefen der Wälder eindringen, wenn überkommt da nicht Respekt, wenn er unter alten Baumriesen wandert die hier und da noch zu finden sind. Und so kann es passieren, dass wir uns plötzlich in einer romantischen Welt wiederfinden, dass wir im Wald einen friedvoll in sich ruhenden Erdentag genießen und ihn als eine mütterliche Hülle des Lebens erahnen, als Spiegelung unserer eigenen Empfindungen und Gefühle, als unberührte Natur, die uns den ewigen Rhythmus des „Werden und Vergehen“ erzählt.
In den Wäldern erhalten wir jenen Zuspruch der uns in unserem Alltagsleben so oft versagt bleibt. Wenn wir uns in ihnen aufhalten bemerken wir alsbald das hier noch etwas existiert was sich im Alltagsleben nur noch schwer finden lässt: Sein. In einer von Ellenbogenmentalität geprägten Gesellschaft, kann der Wald zu einem Refugium des Seins werden. Schon lange hat sich das Misstrauen gegen eine Welt die eigentlich nur noch ökonomisch zu funktionieren scheint zu einem Krankheitssymptom unserer Zeit ausgewachsen und alle Werte ins Schwanken gebracht. Doch eine Wanderung durch den Wald kann uns wieder jenen Werten nahe bringen, die wir als die menschlichen bezeichnen.
Wir können den Wald als ein einziges Gleichnis betrachten. Manchmal erscheint er uns wie ein Labyrinth, wir wandern durch dunklen Fichtentann und wissen irgendwo wartet eine sonnige Lichtung auf uns. Unser Alltagsleben ist oft stressig, wir werden gereizt durch Lärm, tragen uneingestandene Wünsche mit uns herum unser Leben besteht oft nur aus Sorgen, Ängsten und Phantasien die wir natürlich Verdrängen. Dies sind alles Symptome die unseren Körper und Geist in eine ständige Alarmbereitschaft versetzen. Im Alltagleben werden wir vor allem vom Stress gejagt unter dem natürlich auch die zwischenmenschlichen Beziehungen leiden. Von Stresssituationen zum Dauerstress ist es nur eine kurze Wegstrecke und schon haben uns die Infamitäten des Alltags fest im Griff und wir denken manchmal es gibt kein Entrinnen daraus. Unser Alltag wird zu einem Gewirr von Eindrücken, Forderungen, negativen Gedanken und unliebsamen Verpflichtungen. Wir sind ständig in der Gefahr die Einheit unseres Lebens zu verlieren. Wir leben fern von uns selbst, also fern von unserer wirklichen Existenz. Unruhe, unbeantwortete Fragen und Zweifel sind zur geistigen Heimat des Menschen geworden. Der Wald hingegen schenkt uns Sinngebung, er hat einen meditativen Einfluss auf uns. Jeder Mensch spürt irgendwann in seinem Leben ein Bedürfnis nach Natur, Stille und erholsamer Umgebung. Er weiß unbewusst in den Wäldern findet er eine innere Balance, seinen eigenen Mittelpunkt, denn die Menschen meistens verloren haben.
Der Philosoph Ernst Bloch schreib einmal: „Der Mensch bewegt sich in der Natur wie im Feindesland“, nun da muss er eben wieder lernen, den Wald als eine Offenbarung zu sehen, als eine Arznei für seine Seele. Es liegt in der Natur des Menschen das er zu Eingrenzungen und Vereinnahmungen neigt. Für den einen ist der Wald ein romantischer Ort, aber es gibt auch jene die hier nur eine Menge Bretter „wachsen“ sehen. Aber jene die sich in der Kunst des meditativen Wanderns üben werden im Wald das finden was sie suchen, einen Zuspruch.
hukwa

Mittwoch, 4. April 2018

Die ursprüngliche schöpferische Kraft

In der Dunkelheit des Gedichts 
verbirgt sich des Dichters 
wahres Angesicht. 
hukwa

Heute Morgen las ich in einem Buch über Taoismus diesen interessanten Text: "Von der Verwirrung durch äußere Bedingungen frei zu sein, die Zweifel des Lebens hinter sich gelassen zu haben, ganz aufgeladen zu sein mit der ursprünglichen schöpferischen Kraft, dass heißt Tao verwirklicht zu haben".
hukwa


Dienstag, 3. April 2018

Verwundeter Planet

Die Wunden der Geschichte haben auf dem Antlitz des Planeten eiternde Narben hinterlassen. Diese Wunden sorgen dafür das die Erde unter ständigen Stress steht. Wann endlich sorgen wir dafür das sich der Planet wieder erholen kann
hukwa

Montag, 2. April 2018

Im Tal

Der Himmel glüht wie eine Purpur Nelke
die Buchen ragen Blattlos steil empor
im Dickicht rascheln
am Bachufer zittert die alte Pappel
der Wind gleitet prüfend durch die Binsen
Dämmerung kehrt ein ins Tal
bemoostes Urgestein
umwuchert von Farn und Brombeer Ranken
uralte Wurzel
Fäulnis
Hirschdung
der Dachs zog in der Nacht vorbei 
der Schlag der Drossel
Gott sieht man überall
Wurzelgestalt
die stimmen im Moos der Steine
ich lausche ihnen lange schon.
14.4.1996
hukwa

Sonntag, 1. April 2018

Vollmond am Waldteich - Einheit des Lebens

Der Vollmond spiegelt sich im Waldweiher
ein leichter Wind schenkt dem Wasser Bewegung
langsam fallen einige Tropfen
Landregen
es ist richtig
die Dämmerung ist die
Trennung zwischen den Welten
Wolken schieben sich vor den Mond
der Wechsel von Mondlicht und Dämmerung
verzaubert den Wald
ein leichter Nebel steigt vom Weiher auf
hier spürt man das es so etwas gibt wie
eine
Einheit des Lebens.
hukwa

Freitag, 30. März 2018

Blätter vom Lebensbaum

Von 1985 bis ins Jahr 2000 schrieb ich zahlreiche Texte für kleinere Zeitschriften. Beim Durchblättern dieser älteren weit über 200 Exemplaren kam mir der Gedanke diese in meinen Blogs zu veröffentlichen. ihr findet sie unter dem Label "Blätter von Lebensbäumen".
Lebensbaum hieß eine kleine Zeitschrift für die ich damals schrieb. 

Abend im Wald 
Ich möchte die tage nicht so dahin leben 
ohne ihnen ein kleines Geheimnis abzuringen  
wachsam will ich sein 
wie der Zaunkönig  
dort 
auf dem Sandstein 
die Heideröschen blühen wieder  
Gott schenkt sie uns als lebende Funken 
ein Sommertag im Wald 
rauschende Baumwipfel 
Gezwitscher der Vögel 
Stimmungen zwischen Sekunden 
ich schaue die wilde Rose an 
der ganze Busch 
ein gefallener Engel. 

hukwa ca. 1988

Donnerstag, 29. März 2018

Es naht der Lenz so sacht

Es spricht so sacht
der Märzwind in der Nacht
erzählt vom Lenz der bald erwacht
die erste Amselstrophe
wir bald in den Morgen aufsteigen
bringt mir die Gewissheit
der Frühling naht ganz sacht
noch schlägt die Amsel leise
noch schweigt des Dompfaff Weise
in meiner Seele erwacht ein Sehnen
ich will endlich wieder Frühling leben.
hukwa

Mittwoch, 28. März 2018

Verbinden

Wir haben das Leben uniformiert und es seiner Ursprünglichen Vielheit beraubt. der Mensch interessiert sich nicht mehr für das Ganze sondern nur für einen Teilausschnitt. Er ahnt eine Innenwelt doch er flüchtet in die Aussenwelt anstatt die Welten zu verbinden. Eben die tiefere Wesenseinheit im Alltag zu finden.
hukwa

Dienstag, 27. März 2018

Ein Kunstwerk zu erkennen

Ein Kunstwerk zu erkennen
es zu identifizieren
also seinen Aussagesinn zu verstehen
heißt einfach
die eigene Wahrnehmung zu Schulen.
hukwa

Montag, 26. März 2018

Der Märzgeist ist da

Als ich heute Morgen in aller Frühe auf die Veranda ging, trug der Wind ein herrliches Amselkonzert zu mir. Nun da die letzte Woche des März beginnt erwacht mit etwas Verspätung endlich der Märzgeist. Es ist eine andere Art von Energie die nun antreibt. Demeter lauert schon, wartet auf den ersten warmen Frühlingsregen um ihre Kinder zum Blühen an zu treiben. Am deutlichsten spürt man das Frühjahr wenn man die Tiere beobachtet. Ihr ganzes Wesen wird nun unruhig. Die Vögel fliegen suchend umher, Elstern und Krähen sind mit dem Nestbau beschäftigt. Es ist die Zeit in die Wälder aufzubrechen und Erkundungen zu unternehmen.
hukwa

Samstag, 24. März 2018

Der Walnussbaum

Der Walnussbaum – Juglans regia wurde 2007 zum Baum des Jahres gewählt. "Wegen fehlender Nachpflanzungen gingen die Walnussbestände in Deutschland sehr stark zurück", so das Kuratorium Baum des Jahres. "Wir sollten uns mehr um diesen typischen Hausbaum, unseren guten alten Freund kümmern", so der Vorsitzende des Kuratoriums.
In einigen Trippstadter Gärten finden wir noch wunderschön gepflegte alte Nussbäume.
Die ursprüngliche Heimat des Walnussbaum ist Mittelasien. Über die Griechen lernten die Römer den Baum kennen, führten ihn ein und kultivierten ihn in ihren Gärten. Die Mythologie des Walnussbaum ist sehr reichhaltig. In Griechenland war der Walnussbaum Karya, einer Tochter des Königs Dion, geweiht die von dem Gott Dionysos wegen verschmähter Liebe in einen Walnussbaum verwandelt wurde. So wurde der Walnussbaum auch oft Karya genannt. Aus der selben Wurzel leitet sich im Griechischen das Wort Kara,der Kopf“, aber auch „der Baumwipfel“ ab; im Lateinischen wurde daraus cerebellum,das Hirn“. Nun erinnert in allen Überlieferungen der essbare Teil der Walnuss mit seiner Doppelgestalt, genau an die beiden Hirnhälften mit ihren Windungen, die im Französischen wie zufällig als cermaux, „unreife Nüsse“, bezeichnet werden; möglicherweise geht auch das deutsche Wort „Kern“ auf diese Wurzel zurück.
Um 800 n.Z. wurde der Baum auch nördlich der Alpen bekannt und populär, besonders nach dem er von Karl dem Großen, zum Anbau empfohlen und angeordnet wurde. „Welchen“ oder „Walcher“ wurden damals die Bewohner Galliens und Italiens genannt. Die zweite Bedeutung dieses Wortes war „fremd, andersartig“. Da der Walnussbaum über Frankreich, nach Deutschland eingeführt wurde, belegte man ihn mit dem Namen „Walchbaum“ oder „Welchbaum“. Ab dem 18. Jahrhundert ist der daraus entstandene Name Walnussbaum bezeugt.
In der Literatur ist der Baum oft erwähnt, die bekannteste Erwähnung hinterließ uns Goethe in seinem Werther. Werther, als er hörte, dass die beiden hohen Wallnussbäume des Pfarrhofs auf Befehl der neuen Pfarrerin abgehauen wurden waren, konnte sich nicht fassen. „Abgehauen“! Ich möchte toll werden, ich könnte den Hund ermorden, der den ersten Hieb daran tat…“ 
 
Und der Dichter Maximilian Dauthendey schrieb:

Der große Nussbaum

Ein großer Nussbaum stand wie eine grüne Laube, Der
Ein Weg ging drunter hin im Staube,
Fern lag ein Dorf, ein Fluss mit Berggeländen.
Der große Baum hielt in den grünen Blätterhänden
Landschaften gleich wie farbige Gedanken,
Die bald voll Wolken standen, bald im Licht versanken.
Und du und ich, wir lehnten in dem Schatten
Und teilten mit dem Baum, was wir im Herzen hatten.

hukwa

Donnerstag, 22. März 2018

Über die Skulptur

Im Gespräch mit Brassai hat Picasso einmal klipp und klar ausgedrückt was er unter Plastik und Skulptur versteht: "Mir, Picasso, beibringen zu wollen, was eine Skulptur, und was keine ist! So eine Unverschämtheit! Ich weiß davon vielleicht mehr als er... was ist eine Plastik? Was ist Malerei? Immer klammert man sich an altmodische Ideen, an überlebte Definitionen, als ob es nicht gerade die Aufgabe des Künstlers wäre, neues zu finden..."
Die Hauptaussage liegt hier für mich in der Aussage das der Künstler immer Neues entdecken sollte. Nicht bei einem Stil stehen  bleiben das ist es was Kunst interessant macht.
hukwa

Mittwoch, 21. März 2018

Über Kunst

Ich glaube die Kunst ist die
einzige Tätigkeitform
durch die sich der Mensch
als wahres Individuum
manifestieren kann.
Marcel Duchamp

Freitag, 16. März 2018

Steingewordene Zeit

Auch in dieser Nacht
bin ich wieder gegangen
durch lang schon vergessen geglaubte
Zeiten meines Lebens
der Traum ist der Weg
der aus der Steingewordenen Zeit
aus den Verliesen der Zeit entlässt
der entführt durch Dunkelheit
in noch tiefere Zeiten hinein.
hukwa

Montag, 12. März 2018

Amselschlag

Des Frühlings Nahen
ist verborgen
im Schlag der Amsel am Abend.
hukwa

Märzwind
verfängt sich in der alten Weide
dem Wildbach lauschend.
hukwa

Dienstag, 27. Februar 2018

Daheim-Sein

Den intensivsten Umgang pflege ich mit meinen Büchern und der Natur. Mit meinen Büchern pflege ich täglich einen intensiven Kontakt. Sie sind mein "geistiges-gegenüber" im Alltag. Ich setze mich ungern mit Menschen auseinander. In der Regel unterhalte ich mich in "Floskeln" mit ihnen, mit den meisten, natürlich gibt es auch Ausnahmen.
Ein Raum mit vielen Büchern erscheint mir wie ein Wald mit schönen alten Bäumen.
hukwa

Montag, 26. Februar 2018

Das fundamentale in der Zeichnung

Die Zeichnung hat für mich etwas existenzielles, sie bewegt sich weg von Romantik und Sentimentalität. Zeichnung bedeutet mir mich auch mit meiner Existenz zu beschäftigen. Wenn ich male ist es manchmal als würde ich komponieren. Bei der Zeichnung ist das ganz anders. Die Zeichnung das ist wie Beuys einmal sagte, "ein Zielen auf etwas". bei mir liegt die Zeichnung zwischen meinen Texten, meiner Malerei und der Skulptur oder der Assemblage. Die Zeichnung ist mir etwas fundamentales.
hukwa

Sonntag, 25. Februar 2018

ALL-TAG

Der Morgen dämmerte als ich den Wald erreichte. Heute Morgen sind es 8.Grad Minus. Eine leichte Schneedecke liegt über der Landschaft. Alles ist Knochenhart gefroren. Kristallene Klarheit liegt über den Wäldern. ich bekomme heute keinen Vogel zu sehen außer einigen hungrigen Krähen. Tiefe Abgeschiedenheit umgibt mich. Altvater Winter hat alles fest in seinen Händen. Etwa eine Stunde laufe ich durch den Wald.  Dann kehre ich Heim zum warmen Holzofen ins Atelier zu meinen Bildern und Skulpturen. Es lässt sich gut arbeiten wenn draußen die Kälte klirrt.
Als Mitbringsel habe ich mir ein Gedicht aus dem Wald mitgebracht:
Espera luz 
Rein wie das fließende Wasser 
des Wildbachs ist meine Seele nun 
Kristallen klar und hart wie ein Kristall 
so eile ich dem Licht entgegen 
Espera luz. 
hukwa

 

Freitag, 23. Februar 2018

Der Zustand der Erwartung in der Kunst

Es gibt einen "Unruhezustand" in der Kunst. Ich kenne diesen Zustand des Wartens, eigentlich des Erwartens, sehr gut. Picasso beschrieb ihn so:
"Man wirft mir vor, das ich nicht arbeite... aber das sieht nur so aus. Es sieht wirklich nur so aus. Ich lese die Zeitung; ich sitze herum; ich plaudere; ich spaziere; Aber das alles ist nur äußeres Geschehen. In Wirklichkeit arbeite ich. Oder besser: irgendetwas geht in mir um, und ich warte nur darauf, es zu packen und zu gestalten zu können." 
Ich kenne diesen Unruhezustand sehr gut. Nach einer Zeit der Er-Wartung bricht es schließlich aus einem heraus und man kann ans Werk gehen.
hukwa

Mittwoch, 21. Februar 2018

Atelier, Schmiede und Holzwerkstatt

Wenn ich am frühen Morgen das Atelier oder die Werkstatt aufsuche, schläft das Dorf noch. Dies ist meine Zeit um ans Werk zu gehen.
In der Stille der Werkstatt, mit den Gedanken bei meinem Werk das sind die Stunden die ich bevorzuge. Die Arbeit am Holz bedarf der Stille und Zurückgezogenheit. Anders ist es wenn ich in der Schmiede arbeite. Das Hämmern lockt die Leute an vor allem das Schmiedefeuer zieht magisch an. Doch im Atelier und der Holzwerkstatt achte ich darauf das Stille vorherrscht. Hier hat außer mir niemand etwas verloren.
In Atelier, Holzwerkstatt und Schmiede spielt sich mein Tun ab.
hukwa

Montag, 19. Februar 2018

Früh am Morgen

Heute Morgen war ich um 4.30 bereits in der Holzwerkstatt und habe mit der Schnitzerei begonnen. es war eiskalt und der Geruch von Holz der die Werkstatt durchzog war besonders angenehm. Danach, als es hell wurde ging ich in den Wald um mir ein besonderes Stück Eichenholz zu holen. ich brachte gleich ein Gedicht mit nach Hause:

Dompfaff im Schnee
Wie in den Neuschnee hinein tätowiert
die Spur des Fuchses
der vor Stunden hier vorüber ging
in Schneewehen sich die Eiche biegt
Krähen überm Feld
ich befrage ihren Flug
im Wald empfängt mich Stille
nur manchmal unterbrochen
von einem leisen Vogellaut
das rote Kleid des Dompfaff in der Birke
soll mich daran Erinnern
das der Märzgeist nicht mehr fern ist.
hukwa

Sonntag, 18. Februar 2018

Zurück zu den Anfängen

Vor einigen Tagen habe ich wieder mit der Arbeit am Holz begonnen. Ich habe nun zwei Jahre lang keine Skulptur geschaffen, nur geschrieben und gemalt und jede Menge Vorträge gehalten. Jetzt möchte ich mal wieder eine Serie von Skulpturen schaffen. Es ist mir eine Freude mal wieder mit Schlegel und Meißel zu arbeiten. Ein "Zurück zu den Anfängen", so soll auch die Skulpturenreihe heißen. Während des Arbeitaktes fühle ich, das jene freudige und heitere Gelassenheit wieder über mich kommt die ich vor Jahren während des bildnerischen Prozesses bei der Skulptur spüre. Während der Arbeit geht mir oft ein Vers Goethes durch den Sinn.

Halte dich nur im stillen rein
Und lass es um dich wettern,
Je mehr du fühlst ein Mensch zu sein
Desto ähnlicher bist du den Göttern.

Und wenn ich an einen Gott denke in dieser Zeit so ist es der Gott von Delphi, der alte Gott der Künste und der Schönheit: Apollo!
Ihm opfere ich während des Schaffensprozess auf dem Altar der Kunst.
hukwa

Dienstag, 13. Februar 2018

Utopische Minderheit

Ich bin davon überzeugt das man den größten Reichtum erreicht, wenn man seine Bedürfnisse einschränkt. Überlegen wir mal: Wenn der Großteil der Menschen damit beginnen würde ihre Gier nach Konsum einzuschränken und wir unser Geld nicht mehr den Bankexperten anvertrauen würden, die mit diesem Geld, die Zerstörung und Ausbeutung unserer Erde vorantreiben, wäre die Wirtschaft ganz schnell am ende und müsste sich auf Alternativen besinnen. In diesem Sinne lebe ich mein Leben radikal und kompromisslos. Wenn die Masse ihre eigene Existenzgrundlage zerstört, will ich nicht zur Masse gehören sondern zur utopischen Minderheit.
hukwa

Sonntag, 11. Februar 2018

Im Garten der Poesie

Wir sollten nicht mit dem Forschen aufhören 
und am Ende allunseres Forschens 
werden wir dort ankommen 
wo wir angefangen haben 
und diesen Ort zum ersten mal kennen. 
                             T.S.Eliot 

Kehr ein in die Alphabete der Phantasie
sie Gedeihen im Garten der Poesie
hier werfe deine Wortsamen
in die fruchtbare Erde
das sie Gedeihen wie Mutterkörner
im wogenden Feld der weltlichen Poesie.
hukwa

Dienstag, 6. Februar 2018

Sich im Schreiben selbst Erinnern

Sich schreibend Erinnern ist der Versuch sich selbst anzunehmen wie man nun einmal ist. Die persönliche Natur ist untrennbar mit unserer Erfahrung verbunden. Diese Erfahrungen haben uns "komponiert". Meine Erachtens ist der Mensch eine Komposition aus seinen bewussten und unbewussten Erfahrungen.
hukwa

Montag, 5. Februar 2018

Wandeln im Garten Ur

Der Mond ist hinabgesunken 
Hinab in die Pleyaden, Mittte 
Der Nacht und vorbei die Stunde 
Ich liege allein im Dunkel. 
             Sappho 

Vor dem Einschlafen ging mir ein Gedicht von Sappho durch den Sinn. Als ich dann Einschlafen konnte wandelte ich durch die Frühzeit des archaischen Griechenlands. Ich roch den Duft von Salbei und Thymian. Es sind Berge von Zeiten die man durchqueren muss um in jenes Traumland zu gelangen das am Anfang der Zeiten existiert. Wenn wir uns dem Geist der alten Zeit öffnen gelangen wir zu jenen Gefilden wo die Seele des Menschen noch jung und rein ist.
Die Geschichte wandelte sich mit dem Menschen zum Alptraum doch am Anfang stand der große unbefleckte Urgarten, jenes Reich in uns danach wir uns sehnen.

In einem alten römischen Gedicht heißt es:
Es fliegt der Vogel ohne Ziel, 
Wohin der Seher und Prophet 
Nicht folgen kann. 

Hukwa

Sonntag, 4. Februar 2018

Schneeidylle

Früh am Morgen begann es zu schneien. Langsam färbt sich die Landschaft weiß. Der Schnee wird stärker, ist nicht mehr mit Regen untermischt. Die Dämmerung kehrt ein. die letzten Vögel holen sich noch ein paar Körner am Futterhaus dann suchen sie ihre Schlafplätze auf. Die mächtige Buche die ich von meinem Schreibtisch aus betrachte zeigt sich in ihrer ganzen Majestät.
Die Gedanken fallen tief. Mit der Dunkelheit kehrt ein Satz Senecas in mein Bewusstsein ein:
Animus est, qui divites facit-
"der Geist ist es der reich macht!"

Immer wieder betörend das alte Lied das die Wälder singen
kannst du es hören?
hukwa

Samstag, 3. Februar 2018

Mein tägliches Schreiben

Gestern, am Nachmittag einen Text über E.A.Poe geschrieben. Heute Morgen um 5.Uhr mit dem Schreiben begonnen. Ich beginne immer mit dem Kalendertagebuch, dann gehe ich ans alltägliche Tagebuch. Sind diese Notizen niedergeschrieben, werden die Zeitschriftenartikel geschrieben falls welche vorliegen. Danach lasse ich mich einfach inspirieren, nutze den Brainstorming, lass den Fluss einfach fließen.
hukwa 

Ein kleines Gedicht gehört zum Tag dazu:

verschließe nicht dein Herz
denn der Pfeil ist unterwegs
er wird dich erreichen
egal wohin du entfliehst.
hukwa

Freitag, 2. Februar 2018

Innere Landschaft

Sed Omnia Praeclara Tam Diffeilia Quam Rara Sunt.
                                                                           Spinoza 

Gestern den ganzen Tag Heimatkunde betrieben. Heimatgeschichtliche Bilder/Fotos betrachtet. Drei schöne Fotos der alten Synagoge von Kaiserslautern gefunden. Meine Großmutter erzählte mir viel darüber. Es ist wichtig über das Nachzudenken was man in sich trägt. Über das Vorhandensein eines Fundus innerer Landschaft und Begebenheit. Es ist wichtig diese innere Landschaft zu erweitern, einen Weg, eine Verbindung zu suchen zu unseren Vorfahren, zu ihren Landschaften.
hukwa

Donnerstag, 1. Februar 2018

Februar

Jetzt
im aufsteigenden Jahre
sollten wir die kalten Flammen des Tages sammeln
denn Schrei des Habichts
können wir auch im Winter hören
doch der Ruf ist dunkler
während der Himmel Kristallen
über den Wäldern steht
und der Mond in den Nächten
die Träume bewegt
beginnt ein Neues Warten.
hukwa

Mittwoch, 31. Januar 2018

Märchen der vergangenen Nacht

Balzac, Flaubert, Stendahl, Hamsun, Hesse, Puschkin und einige andere mehr sind die Dichter die ich bevorzuge. Ich kann mit diesen modernen Geistertänzern zeitgenössischer Literatur einfach nichts anfangen, sie langweilen mich durch ihren kleinkarierten Geist, sie öden mich an durch ihr intellektuelles Geschwätz. Meine literarische Heimat sind die vergangenen Epochen der Literatur.
hukwa

Langsam schwindet der Nachtgeist
der Traumleib legt sich zur Ruh
der frühe Morgen
Stille und Meditation
die Suche nach der kleinen Freudenflut
ein einsamer Stern am Himmel
erzählt das Märchen der vergangenen Nacht
ich bin im Alltag angekommen.
hukwa

Dienstag, 30. Januar 2018

Archäologie des Unbewussten

Je tiefer man sich in seine Erinnerungen einarbeitet, desto überraschender und geheimnisvoller werden sie. Man erkennt plötzlich Lebensabläufe die man gar nicht für möglich gehalten hat. Es gibt nur zwei Arten von Erinnerungen, jene an die man sich gerne erinnert und jene die man verdrängt hat. Interessant wird es wenn man sich in die Verdrängung vorarbeitet. Es tauchen plötzlich Situationen auf die man überhaupt nicht für möglich gehalten hat. Man erkennt das leben ist ein Geflecht aus Liebe, Betrug, Intrige aber auch aus Harmonie und Freude. Der Suchende wird zum Archäologen seines Unbewussten.
hukwa

Montag, 29. Januar 2018

Vom lyrischen Ich und schreibenden Double

In meinen Kurzgeschichten und Gedichten arbeite ich manchmal auch mit dem Double. Was im Gedicht das lyrische ich ist, das ist in den Erzählungen das Double. In diesem Fall ist es so als beobachte man sich selbst, fast so als schaue man einen Film. Da gibt es auch Momente wo man dem eigenen "Schatten" begegnet.
hukwa

Freitag, 26. Januar 2018

Werde der du bist

Der schöpferische Mensch hat in seinem Leben immer wieder "Häutungen" durch zu machen. Um neue Lebens- und Schaffensstufen zu erreichen muss man das was als Negativerinnerung aus früheren Lebensstadien noch da ist abstreifen d.h. Verarbeiten. Dieses "Abstreifen" bedarf eines intensiven sich - erinnerns. Häutungen vollziehen sich in der Stille, in der Verborgenheit des Ich.
"Werde der du bist" im Sinne Goethes. Dieses Werden ist ein Lebensgesetz, ein innerer Prozess, es ist auch immer ein sich gegen den Zeitgeist stellen. Die Masse ändert sich nicht es sind einzelne Persönlichkeiten die das Reich der Lemminge verlassen.
hukwa   

Das Geheimnis des schöpferischen Geistes
Jener Spalt zwischen der Persönlichkeit des Künstlers die in seinem innersten verborgen ist und dem was er nach außen hin darstellt ist das Geheimnis des schöpferischen Geistes.
hukwa

Donnerstag, 25. Januar 2018

Jahre

Es kommen die Jahre
so mal kurz auf einen Besuch vorbei
Jahre ohne Zeitgefühl
einige schauen in die Wohnung herein
ich sitze am Schreibtisch
gehe auch mal rüber zur Staffelei
lass die Vergangenheit endlich die Zukunft einholen.
hukwa

Erinnnerung und Zeit

Um 4.30 aufgestanden. Nach der ersten Tasse Kaffee mit dem Schreibakt begonnen. Erinnerungen schreibt man am besten am frühen Morgen. Da ist der Bezug zum Unterbewusstsein wo die Erinnerungen abgelagert sind noch ganz frisch. Erinnerungarbeit ist auch immer eine Beschäftigung mit der Zeit.
Was ist die Zeit? Die Zeit eines Menschen - sie ist noch nicht einmal ein Lidschlag der Götter. Also sollte man seine Zeit nutzen und sinnvoll verbringen.
hukwa

Artesicher Brunnen
Schatten von Erinnerungen
tauchen auf aus dem Verborgenen
um erkannt zu werden
um benannt zu werden
das ihr an Macht verliert
artesicher Brunnen
in dich hinabsteigend
dem bekannt unbekannten entgegentretend
um
Neuland zu finden.
hukwa

Samstag, 20. Januar 2018

Computerisierung der Existenz

Wer mit Autobahntempo durchs leben rast, muss die Welt zwangsläufig mit anderen Augen sehen als jener der in seinem Leben nach meditativen Ruhepunkten sucht. Doppeldeutig ausgedrückt sind die meisten Menschen mehr "Autofahrer" als "Fußgänger". Es ist ja so dass viele ihr eigenes Lebenstempo nicht mehr selbst bestimmen sondern es von der Gesellschaft bestimmen lassen.
Durch die Macht der Medien ist lang schon eine Computerisierung in die Existenz der Menschen eingetreten.
Wenn wir das ganze einmal aus der Geschichte heraus betrachten, erkennen wir schnell wie sich die Menschen im Lauf der Jahrhunderte zu immer schnelleren "Lebensläufern" entwickelt haben. 

Lauft weiter! ich sitze am Wegrand und beobachte euch.
hukwa

Dienstag, 16. Januar 2018

Taogedicht 2.

Der halbe Mond am Himmel
die Kälte
das leichte Licht erinnert
mich an einen bestimmten Weiher
in den Wäldern
die Erinnerung an ihn
Spiegel meiner Seele.
hukwa

Montag, 15. Januar 2018

Taogedicht 1.

Fünf Uhr am Morgen 
die Kaffeemaschine surrt
der klare Sternenhimmel
der Halbmond
die Kälte wirft glitzernde Eisblumen
ans Fenster
in mir die kleine Freude
mich der Morgenmeditation hinzugeben.
hukwa

Donnerstag, 11. Januar 2018

Am Abend sang die Amsel

Gestern als die Abenddämmerung heraufzog sang tatsächlich eine Amsel ihr Abendlied. Das erste mal das ich sie so früh hörte. Es ist sehr mild und frühlingshaft, eine alte Bauernweisheit sagt:
"Kommt der Frost im Januar nicht,
zeigt er im Frühjahr sein Gesicht".
Im vergangenen Jahr war es ebenso, im April kam noch einmal richtige Kälte, an solchen milden Wintertagen beginnt das Warten aufs Frühjahr.

Das Lied der Amsel
im Januar
singt den Frühling herbei.
hukwa

Dienstag, 9. Januar 2018

Denkspuren

Wenn wir uns schreibend erkunden, schalten wir uns ein in jenen Kreislauf und Prozess der
philosophia perennis der existiert seit es eine Schrift gibt.
hukwa

Schreibend die Welt Erkunden
heißt sich denkend vorantasten
und die Früchte im geschriebenen Wort
fassbar machen.
hukwa

Montag, 8. Januar 2018

Menhir, Thoreau, Zeitreise - Moder der Vergangenheit

Gestern Abend Bd.II. von Thoreaus Tagebüchern zu lesen begonnen. Recht gute Übersetzung. Ich habe Jahrzehnte auf diese Tagebücher gewartet. Der dritte Band erscheint im März.
Gestern noch einen neuen Text über den Menhir von Bann geschrieben.
In der Nacht auf Zeitreise in der Antike. 

Im Wald empfing mich heute Morgen jene Stille die ich besonders liebe. Nach dem vielen Regen, der milden Temperatur herrscht heute Morgen trockene Temperatur vor. 

Im Labyrinth der Lebensringe

Eine Erzählerin ist die Erinnerung
verinnerlichte Mauer
die Einsamkeiten umfriedet
wer ihr lauscht
der ist befreit vom Moder
der Vergangenheit.
hukwa.


Sonntag, 7. Januar 2018

Lesen im Baumkalender

Heute bin ich mal wieder zum alten Menhir gewandert. Seit Tagen regnet es durchgehend, der Waldboden ist aufgeweicht überall Wasserpfützen und sehr mildes Wetter. Der Januar ist normalerweise der stillste Monat in den Wäldern. Doch durch das milde Klima herrscht reges Leben in den Wäldern. Die Vögel führen sich auf wie im März. Ich studiere an zwei gefällten Buchen die Jahresringe, sie sind die wahren Naturkalender. Man kann daran nicht nur das Alter des Baumes erkennen, sondern über den jeweiligen Jahresringzuwachs auch Rückschlüsse auf Klimabedingungen und andere Einwirkungen ziehen. Jene die im Buche der Natur lesen können wird es in den Wäldern nie langweilig.
hukwa

Freitag, 5. Januar 2018

Seele ist Wirklichkeit

Das die Seele ein Fakt also Realität ist hat C.G.Jung sehr ausführlich beschrieben. Die Seele ist wirklich. Jung weist darauf hin, das jeden Erfahrung "psychisch" ist. Alle Sinnesempfindungen, die ganze auf dem Sinneswege auf uns wirkende Welt ist ja nur durch die Abbildbarkeit der Objekte der uns umgebenden Welt erfahrbar. Somit wird Psyche zu einem Fakt des Weltinnenraums als auch des Weltaussenraums. Sobald sich der Bereich des Traums und der Imagination für den Menschen auftut wird Seele Wirklichkeit.
hukwa