Montag, 20. Februar 2012

Aus dem Reich der dunklen Träume

Aus dem Reich der dunklen Träume
Aus dem Unbewussten Schäumen
Aus dem tiefsten Dunkel der Nächte
Steigen auf die Seelenkräfte
In des Mondes weißem Schimmer
Im silbernen Sterngeflimmer
Tief versteckt und ganz verborgen
Leben geheimnisvoll die Monaden.
hukwa

Samstag, 18. Februar 2012

Gespür, Seele eine Tagebuchnotiz

Als ich heute Morgen erwachte, blieb ich wie immer noch einen Moment sinnend im Bett liegen, reflektierte in der Dunkelheit des frühen Morgens meine Umgebung. Irgendein Gefühl sagte mir dass es schneit und die Welt außerhalb des Hauses in weiß gehüllt sei. Als ich aus dem Fenster schaute, sah ich das meine Vermutung richtig war. Es ist seltsam mit dem Gespür, ich bin sicher es ist etwas das in jedem Menschen zu Hause ist, sie können es nur nicht abrufen. Wohl auch daher weil die meisten Menschen sich keine Rückzugsgebiete schaffen, leben sie doch mit Vorliebe an der hektischen Front. Gespür und ahnen gehört zu einem bewusst geführten Leben dazu. Nur mit dem Wissen um Fähigkeiten von der die Naturwissenschaften, keine Beweise erbringen können, ist es auch möglich die ontologische Erfahrung, eines in uns wohnenden Anderem zu machen. Es ist wie mit der Seele – die Wissenschaft sagt wir können den Interaktionspunkt wo Seele und Körper aufeinander treffen nicht lokalisieren, also gehen wir davon aus dass es keine Seele gibt. Dies mag wissenschaftlich korrekt sein, die Basis der Wissenschaft ist es mit Beweisen zu arbeiten und nicht mit Glauben. Aber Philosophie und Mystik gehen davon aus das eine Seele existiert.

Ein Interaktionspunkt ist Geisteswissenschaftlich überhaupt nicht von Interesse. Philosophie und Mystik gehen einfach von der subjektiven Einsicht und Erkenntnis des Einzelnen aus, der Wirklichkeit die seit 2000 Jahren von großen Geistern erfahren wurde. Ich gehe davon aus das diese geschichtliche Geisteserfahrung, mehr als wissenschaftlicher Beweis ist. dennoch beruhen alle diese Erfahrungen auf Gespür und ahnen. In unserer westlichen Gesellschaft hat man nur nie den Versuch unternommen, Gespür und Ahnung als etwas realistisches anzusehen.

hukwa

Freitag, 17. Februar 2012

Aus dem Buche der Natur

Kausal ist die Sprache von
Ästen Spinnweben und Pflanzen
Das Auge findet die Symbole
Wohin es auch schweift
Die hässlichste Raupe
Entpuppt sich zum schönsten Schmetterling
Der Mensch nähert sich durch Wandlung
Zu seiner vollendeten Form.
hukwa

Donnerstag, 16. Februar 2012

Die Stille des Philosophen - eine philosophische Meditation

In unserer heutigen absolut hektischen Welt ist Stille in erster Linie die Abwesenheit von Lärm. Als Philosoph und Künstler Suche ich die Stille täglich für einige Zeit auf. Nur wenn ich sie um mich herum spüre ist es mir auch möglich die ontologische Erfahrung zu machen.

Es gibt die Möglichkeit mit dem Universum in Eins zu verschmelzen, aber ohne Stille ist das nicht möglich. Nur dort wo ich auch Ruhe habe, wo ich Kontemplation finden kann, wird auch meine Intuition aktiviert, meine innere schöpferische Kraft die es mir ermöglicht überhaupt kreativ tätig zu werden. Beim Philosophieren erreicht man immer wieder Bereiche des Unbestimmten, die man nicht gleich benennen kann, weil es eben eine subjektive Verschmelzung mit den Dingen der Welt ist. Dieses "Verschmelzen" ist eben das kosmische

"Einssein" mit meiner Umgebung. Es gibt Menschen die viel gereist sind in ihrem Leben und nun denken sie hätten auch viel zu erzählen, dies ist ein Trugschluss, jener der am tiefsten in sich selbst gegangen ist, also bei sich zu Hause war, der kann erzählen. Denn letztendlich kann es uns egal sein wo wir uns aufhalten – der Ort – ist immer der gleiche, ist dem nicht so waren wir weder verreist noch jemals zu Hause und das kann schlimm sein. Denn das Leben das keine Authentizität hat wird als ein verfehltes Leben irgendwann gehandelt werden. Wie viele leben dieses Leben einer sklavischen Anpassung und Routine, verirren sich in Sachzwängen und Oberflächlichkeiten? Denn es ist die Stille die uns zu einer Wiederverzauberung mit der Welt führen kann.

hukwa

Lyrik ist Metapher

Das lyrische Gedicht vor allem dass hermetische ist das direkte Gegenteil von Reden oder auch von der Schriftstellerei, die ja in der Regel auf Ordnung und Logik basiert. Sie ist weit entfernt von dem zweckrationalen Denken unserer modernen Zeit. Lyrik hat nichts mit Sachlichkeit zu tun aber sie will kommunizieren. Sie versucht den Menschen über die Ebene der Imagination zu erreichen. Sie entspringt sozusagen den pä-sprachlichen Zonen des Unbewussten. Lyrik ist immer Metapher.
hukwa

Mittwoch, 15. Februar 2012

Imago

Heute Nacht erwachte ich gegen 2.Uhr. Etwa gegen 4.uhr bin ich nochmals eingeschlafen. Ich hatte in dieser Nacht ein sehr schönes Erlebnis mit meiner Imago, so nenne ich die bei mir sehr stark ausgeprägte Einbildungskraft die ich seit meiner Kindheit besitze und die mich immer wieder zu inneren Reisen treibt. Diese Art von persönlicher Imaginationskraft habe ich auf unbewusster Ebene, Anfangs unbewusst für mich ausgebaut. Von Kindheit an, bis etwa in mein 40zigstes Lebensjahr, praktizierte ich eine Art von gezielten Träumen. Dieses Gezielte Träumen hatte regelrecht Aufbau und Handlungsräume, Orte und Zeiten so als würde ich einen Roman schreiben. Es ist mir kein Problem mich jederzeit in diese Traumsphäre hinein zu versetzen. Ich tat dies immer sehr bewusst. Das gezielte träumen praktiziere ich dann immer sehr stark wenn ich im Bereich Poesie oder Philosophie arbeite. Während meiner Arbeiten in der Bildenden Kunst ich dies weniger tat, da ich gerade wenn ich im künstlerischen Bereich arbeite mich in einer Art von Weltrealität befinde. Für mich persönlich hat die Bildende Kunst immer eine gewisse Aura der Ökonomie, ein Wort das ich Hasse. Etwa in meinem vierzigsten Lebensjahr hörte ich mit dem Träumen ganz auf. In dieser Zeit wo ich also das gezielte Träumen unterließ, konnte ich mich an fast keinen Traum meines Unbewussten Erinnern, den ja jeder Mensch jede Nacht hat. Nach etwa zwei Jahren stellte sich das Gezielte Träumen von selbst wieder ein. Mit einem Unterschied, ich lenkte die Träume nicht mehr, was heißt mein Wille wirkte nicht mehr auf diese ein. Manchmal , eigentlich recht oft, Erinnere ich mich am Morgen an keinen Traum mehr. Dann nach Stunden oder auch Tagen, kehrten Bewusstseinsfetzen, Traummosaiken in mein Bewusstsein zurück.

Heute Morgen nun vor dem zweiten Einschlafen gegen vier Uhr früh hatte ich einen dieser absolut bewussten Klarträume.

Hier muss ich voraus Mitteilen das ich wohl zum X ten mal die "Goldene Blüte" von Richard Wilhelm gerade mal wieder Lese, daneben auch immer mal wieder in den Tao te king hineinschaue, ein Büchlein das mich seit 1974 in kleiner Buchform oft in meiner Hosentasche begleitet. Kurz vor dem Einschlafen las ich noch ein wenig in diesen Büchern. Dann kam wohl mein Traum.

Ich befand mich während dieser "Traumzeit" in einer chinesisch – mongolischen Landschaft. Zwei alte würdige Chinesen reichten mir Tee. Beide waren in feinen Gewändern gehüllt, gelb und schwarz. In ihrem Aussehen glichen sich beide sehr. Wir saßen unter einer Laube die von blühenden Bäumen umgeben war. Es war wohl Nachmittag. Wir tranken Tee und ich habe noch den Geruch der Baumblüte am nächsten Morgen in der Nase gespürt

Zweifelsohne ist dieser Traum beeinflusst von der Literatur der Taoistischen Philosophie die ich ja sehr oft lese.

Beim Erwachen war ich mir dann ganz sicher dass ich mich im "südlichen Blütenland" des Dschuang Dse aufgehalten habe und mit Lao Tse und Dschuang Dse Tee getrunken hatte.

Ich lag noch eine Weile nachdenklich im Bett, impulsiv griff ich nach der "Goldenen Blüte" schlug einfach ein Kapitel auf und las was da stand: "Ein solches Wesen besitzt Dauer, solange die innere Rotation währt. Es vermag auch noch vom unsichtbaren her die Menschen zu beeinflussen und zu großen Gedanken und zu edlem Tun zu begeistern. Das sind die Heiligen und Weisen der alten Zeit, die auf Jahrtausende hinaus die Menschheit anregen und entwickeln." Neben meinem Bett lag noch ein weiteres Buch, ich schlug auch dieses willkürlich auf und las folgendes. "Der alte meister Chi hinterließ eine Meditationsterrasse.

Sie liegt hoch in den Bergen, stets von weißen Wolken umgeben. Sollte der Holzfäller sie sehen, er würde sie nicht erkennen. Die Bergmönche sind froh das sie alleine davon wissen. Sie dachten wohl das es mich freut, und führten mich hinauf den Ort zu sehen. In stiller Nacht tropft dort der Tau vom Bambus nieder und aus dem Kiefernwald des Tages weht ein frischer Wind. Von jeher habe ich die Meditation gepflegt, doch jenes alten Beispiel hat mich noch mehr beflügelt.

hukwa

Erwartung der Walddrossel

Die alten Kiefern atmen Zeit
Sandsteinblöcke erscheinen wie
Gehauene Buddhaköpfe
Zwischen den Bäumen
Alt und Grau
Walddrossel wartet
Auf den März
Das die dunklen Wolken weichen
Sie weiß es
Bald kehrt die Sonne zurück.
hukwa

Dienstag, 14. Februar 2012

NON IN VERBIS, SED IN REBUS EST – Die Philosophie lehrt Tun, nicht Reden.

Das Philosophieren und das philosophische Schreiben, war mir immer der stärkste Halt gegenüber den Schmutzwässern dieser Gesellschaft, in die ich doch öfters hineintrat. Diese Pfützen der Geistlosigkeit, lauern überall und folgt man ihnen ist man sehr schnell in einem Labyrinth gefangen. Hieraus konnte ich mich immer nur befreien in dem ich philosophisch zu denken anfing. Allerdings im obigen Sinne von Seneca, das Philosophie eben ein Weg von Tun und nicht von Schwätzens ist. Sie gibt mir einen Weg vor, den ich gewissenhaft beschreiten kann, ein weg der mein Gewissen beruhigt. Der mir die Einsicht schenkt, ich bin auf dem richtigen Weg. Diese Einsicht kann mir eben nur die Königin der Wissenschaften geben.

Die oberste Disziplin der Philosophie, ist das Umsetzen des philosophischen Denkens in mein tägliches Tun. Es kann kein dauerndes Reden sein, dem Reden sollen Taten folgen. Meine Wahrheiten die ich auf dem Weg gefunden habe, sollen mich auch führen. So ist die Philosophie mir auch ein Wappenschild die meinen Alltag schmückt und schützt. Sie gibt mir die Möglichkeit, mich mit der Welt zu beschäftigen ohne mich in sie zu verlieren, denn – sie ist mir auch Abstand zu den Infamitäten dieser Welt.

In dem ich täglich in einem Werk eines großen Philosophen lese, sagt sie mir auch: Du bist nicht allein, alle diese großen Denker und Weisen, sind immer noch um dich herum. Sie existieren immer noch im Reich der Philosophie, ihre Gedanken sind so aktuell wie vor 200 oder 2000 Jahren, und erwarten dich irgendwann in deiner metaphysischen Heimat.

Manchmal kann das Schweigen einen tieferen Sinn haben als das Reden. Boethius, hat dies in seinem wunderbaren Büchlein "Trost der Philosophie" so ausgedrückt: "Als jemand einen Menschen scharf angegriffen hatte, der nicht zur Betätigung wahrer Tugend, sondern aus Eitelkeit sich anmaßend einen Philosophen genannt hatte und hinzufügte, er werde schon merken, ob jener wirklich ein Weiser sei, wenn er nämlich das ihm angetane Unrecht sanft und geduldig ertrüge, da heuchelte der Angegriffene eine Weile Duldsamkeit. Er steckte die Schmähungen ein und sagte triumphierend: "Merkst du nun endlich das ich ein Philosoph bin?" Da erwiderte der Andere beißend: "Ich hätte es gemerkt wen du geschwiegen hättest."

Wohl rührt hierher das Sprichwort: SI TACU ISSES PHILOSPHUS MANSISSES – Wenn du geschwiegen hättest wärst du Philosoph geblieben.

hukwa

Orpheus

Zu ihm bekenn ich mich
Der sich durch Wort erschuff
Seit Eurydike ihn verlor
In nie erschöpfter Kraft er Verse schafft
Der unbewusst in allem was da lebt
Urwort findet das in göttlichem Atem sich regt
Der selbst sich singt und selbst sich dichten weiß
Der eine Strophe ist in einem Lied
Durch ihn erfüllt wird mir der Tag zum Werk
Gedicht ist gleich Gebet
Darum
Poesievoller Tag kannst enden wie du magst.
hukwa

Montag, 13. Februar 2012

Wie man zu dem wurde was man ist

Wenn ich am frühen Morgen am Kaffeetisch sitze, kehren die Erinnerungen. Es dauert eigentlich nur einen Moment und ich spüre wie sich der artesiche Brunnen füllt. Erinnern ist mir sehr wichtig. Die eigene Geschichte niederzuschreiben, immer tiefer ins Land der Erinnerungen einzudringen, das schenkt mir eine innere Harmonie. Die eigenen Erinnerungen wieder hervorzugraben ist so als lese man einen interessanten Fortsetzungsroman. Mit einem Mal merkt man wie Dinge, Menschen und Situationen einem geprägt haben. Wie man zu dem wurde was man ist.
hukwa

Sonntag, 12. Februar 2012

Befreiung

Es sind die Fesseln die uns fest umschlingen
Ein ahnendes Sehnen
Das sie sprengen kann
Wenn schließlich die Schleier fallen
Wird alles zu Zeichen
Dann blühen wir auf
Ohne zu bemerken
Das wir in Wirklichkeit erbleichen.
hukwa

Samstag, 11. Februar 2012

Wandern als inneres Erlebnis

Wer sich zu einer Wanderung aufmacht, sollte dies bewusst tun. Wandern bedeutet sich bewegen, sich bewusst bewegen. Wenn wir spazieren gehen, laufen wir oftmals einfach los. Wenn wir zu einer Wanderung aufbrechen, haben wir in der Regel ein Ziel vor Augen: Eine Burg, ein Baum, ein Ort, eine Quelle oder sonst eine Sehenswürdigkeit. Doch wenn wir uns Wochen später an unsere Wanderung zurückerinnern, fällt uns auf, dass in der Erinnerung vor allem jene Dinge und Erlebnisse zurückgeblieben sind, die wir auf unserem Wanderweg gesehen oder erlebt haben. Denn: Der Weg ist das Ziel! Dies ist eine Weisheit, die jeder erfahrene Wanderer schon einmal gemacht hat. Wandern hat viel mit „er - fahren“ zu tun. Das alte Wort fahren umfasst jede Art von Fortbewegung., wie z.B. das Wort Pilgerfahrt, Zugfahrt oder Autofahrt uns zeigt. Erfahren kommt von ervan und heißt ursprünglich nichts anderes als „reisend erkunden“. Wenn wir also etwas erfahren wollen, müssen wir uns auf den Weg machen. Meditatives Wandern hat eine Ähnlichkeit mit Pilgern. Auch jene, die sich auf eine Pilgerreise begeben, lassen für einige Zeit ihr Alltagsbewusstsein hinter sich und machen ihren Geist offen für neue Erfahrungen.

Beim meditativen Wandern sind wir mit unserem ganzen Bewusstein unterwegs. Das bedeutet, dass wir uns nicht nur im geographischen Sinn auf den Weg machen, sondern auch geistig. Wandern ist eben etwas Ganzheitliches. In den gesammelten Werken Christian Morgensterns findet sich folgende Tagebuchnotiz: „Ich bin wie eine Brieftaube, die man vom Urquell der Dinge in ein fernes, fremdes Land getragen hat und dort freigelassen hat. Sie trachtet ihr ganzes Leben nach der einstigen Heimat, ruhelos durchmisst sie das Land nach allen Seiten. Und oft fällt sie zu Boden in ihrer großen Müdigkeit und man kommt, hebt sie auf und pflegt sie und will sie ans Haus gewöhnen. Aber sobald sie die Flügel nur wieder fühlt, fliegt sie von neuem fort, auf die einzige Fahrt, die ihrer Sehnsucht genügt, die unvermeidliche Suche nach dem Ort ihres Ursprungs“.

Meditatives Wandern hat natürlich etwas mit Meditation zu tun und Meditation ist nicht unbedingt ein in sich versinken, sondern letztendlich handelt es sich bei dieser Meditationsform um einen Reifeprozess der Person, die unterwegs ist und der durch dieses unterwegs sein oder „er – fahren“ in Gang gesetzt wird. Was tun wir am liebsten bei einer Wanderung durch den Wald? Nun, ich denke Nachsinnen, wir sinnen über uns selbst nach, bis wir den Sinn finden denn wir suchen. So wird eine Wanderung die wir unternehmen oftmals ganz schnell zu einer Art Lebensweg über den wir nachdenken. Denn wenn wir Wandern tragen wir ja unsere freud - und leidvolle Erfahrungen mit uns herum und das macht uns zu Erfahrenen, dies ist Teil des Reifungsprozesses einer Wanderung.

Wandern und Pilgern sind keine zwei verschiedene Paare von Wanderschuhen, jedenfalls nicht beim meditativen Wandern. Denn bei dieser Art des Wanderns nähern wir uns wieder jenem „Urquell der Dinge“, oder versuchen es wenigstens, die Christian Morgenstern in seiner Tagebuchnotiz beschrieb. So kann meditatives Wandern zu einer „Quest“, einer Sinnsuche werden. Wenn wir uns zu einer Wanderung aufmachen, sollten wir die Banalitäten des Alltags hinter uns lassen, denn wir wollen vom Alltagseinerlei in den All – Tag hineinwandern. Wir sollten während unserer Wanderung ein allumfassendes Bewusstsein mit uns führen. Wir wollen die Wunder der Natur sehen und spüren, wollen im Schöpfungsalphabet von Mutter Natur lesen und den „Zuspruch“ der Wald- und Wiesenwege in uns einfließen lassen.

Als Menschen brauchen wir den „Zuspruch“ und diesen finden wir am schnellsten in einem meditativen Lebenswandel, denn: „Meditation ist das Menschlichste vom Menschlichen“ (Tillmann). „Durch Meditation findet man zu sich selbst, zu seinem eigenen Wesen kommt „die menschliche Person erst ganz in ihre eigene Verfügung und Freiheit. Ohne sie fällt der Mensch auseinander. Es geht also, schlicht gesagt, um Übung im Menschsein“ (Johannes F. Boeckel).

Während des meditativen Wanderns kehren wir zu unserem inneren Selbst zurück. So wird Wandern zu einem Stückchen Therapie und Selbsterfahrung. In der freien Natur begegnet uns immer wieder Neues, jede Wanderung ist eine Erfahrung und es kann ja nur vernünftig sein, den eigenen Hintergrund zu erweitern und somit für neue Erfahrungen empfänglicher zu werden. Denn beim Wandern finden wir viel Zeit für uns selbst und dies sollten wir als ein recht bedeutendes persönliches Kapital ansehen. Denn was unser heutiges Dasein besonders hemmt und verwickelt macht, ist die Vorstellung der Zweckbestimmtheit, die inzwischen ja schon fast jeden Vorgang des menschlichen Lebens beherrscht. Diese Vorstellung ist ja insofern in Ordnung,, soweit sie unsere wirtschaftliche und verstandesmäßige Existenz betrifft. Beim meditativen Wandern allerdings tritt man in eine Bewusstseinssphäre ein, die eben nicht Zweckbestimmt ist. Wir fühlen uns bei dieser Art des Wanderns der Natur und ihren Schöpfungen sehr nahe. Denn durch meditatives Wandern gewinnen wir neue Erfahrungen und erweitern somit auch unser Bewusstsein. Die Natur ist ein Ort der Besinnung des Entzückens. Durchdrungen von ihr kann der Mensch seine Allverbundenheit mit dem Kosmos erfahren, Natur soll uns eine Sache der Andacht sein und nicht der Ausbeutung.

Gerade im Pfälzerwald denn ich ja täglich erwandere findet man immer wieder Gegenden und Plätze in der Landschaft, die den Wanderer plötzlich und ohne Ankündigung überraschen. Nach einer langen Wanderung stehen wir plötzlich in einem Eichenhain und das Rauschen der Bäume erscheint uns wie eine Stimme, die zu dieser Landschaft gehört. Oder wir sind gerade aus dem Wald herausgetreten, und vor uns öffnet sich ein sonnenüberflutetes Tal mit leuchtenden Wiesen, blühenden Blumen und ein romantischer Bachlauf lädt uns zum Verweilen ein. Aus dem Dickicht vom Wiesenrand her dringt das zarte und süße Zwitschern von Vögeln und hoch am Himmel zieht der Bussard seine einsamen Kreise. Meistens sind es solche Erlebnisse, die uns die Seele einer Landschaft nahe bringen.

Dann ist man gezwungen stehen zu bleiben, seinen Sinnen freien Lauf zu lassen, seine Gedanken zu unterbrechen und sich ganz der Wahrnehmung dieser betörenden Waldlandschaft hinzugeben. Die Wahrnehmung von unberührter Natur und Stille fördert natürlich die meditative Übung ganz besonders. Solche Momente können wir nicht oft genug erleben, es sind eben diese Momente wo Mutter Natur zur Therapeutin wird. Es sind jene Augenblicke, in denen man sich der Präsenz der Landschaft öffnet, ihrem Genius Loci. Jeder Naturraum besitzt seinen eigenen Zauber und die Gemeinschaften von Wildpflanzen, Bäumen und Tieren haben ihre eigene Art der Imagination, die, während wir sie durchwandern, in uns zu wirken beginnt. In dem die äußere Natur auf uns einwirkt, fühlen wir mit einem Mal, dass wir unsere eigene innere Natur besser verstehen lernen. Wir treten in einen lebendigen Austausch mit der uns umgebenden Waldlandschaft und jene, die sie bewusst wahrnehmen, öffnen sich der Seele dieser Landschaft.

hukwa

Einsamer Erinnerer

Mit den Jahren werden die Erinnerungen immer jünger
Schlagen aus wie Bäume
Die aus dem abgesägten Stamm einer Buche sprießen
Sie sind das Salz unserer persönlichen Geschichten
Die Würze die unser Dasein vor der
Trostlosigkeit rettet
Der Dichter ist ein einsamer Verwirklicher
Die Erfahrung eine Erinnerung
Ist die Saat aus der Gedichte entstehen.
hukwa

Freitag, 10. Februar 2012

Naturgeister eine Tagebuchnotiz

Einige Leute weigern sich an Naturgeister zu glauben, weil sie diese nicht sehen können, und nehmen daher an, dass es sich um Sinnestäuschungen handeln muss. Aber in Wirklichkeit sind auch wir unsichtbarer Geist und können uns nur deshalb gegenseitig sehen, weil wir uns vorübergehend in einem individuellen physischen Körper aufhalten um für einige Zeit auf der Erde existieren zu können. Unsere Augen vermögen nur eine begrenzte Schwingungszahl aufzunehmen. Da Naturgeister auf einer ganz anderen Wellenlänge schwingen sind sie so gut wie nicht wahrnehmbar. Hunderte von Menschen haben über ihre Begenung mit Naturgeistern berichtet ich finde es nicht in Ordnung wenn wir alle diese Menschen als Lügner bezeichnen oder als verückte hinstellen.
hukwa

Kafka-Freud und die Büchse der Pandora

Kafka und Freud sind beide ziemlich gleichzeitig auf der Bühne der Kultur erschienen. der eine war ein negativer Apokalyptiker der andere ein mißtraischer Zweifler. Beide haben dem Abendland großartige Dienste erwiesen, beide aber haben auch mit einer Unerbittlichkeit ohnesgleichen die Büchse der Pandora geöffnet. Sie haben uns neue Wege gezeigt aber keine Alternative. Die Alternative zu finden das ist unsere Aufgabe. Das Unbewusste ist ja nichts anderes als die Büchse der Pandora. Beide haben uns den neuen Menschen vorgestellt- den Mensch ohne Sein.
hukwa

Donnerstag, 9. Februar 2012

Ein mythologischer Traum

Heute Nacht hatte ich einen sehr klaren mythologischen Traum. Ich befand mich in einem Labyrinth und wurde von einem Stier verfolgt. Das Labyrinth ist ein wirksames Bild für eine aus den Fugen geratene Welt. wahrscheinlich befand ich mich im Labyrinth von König Minos von Kreta, der ein Labyrinth bauen ließ um ein abstruses Monster vor den Blicken der Welt zu verbergen. Solche Träume kommen aus dem Bereich des "kollektiven Unbewussten" und sie wollen einem immer etwas Mitteilen.
hukwa

Mittwoch, 8. Februar 2012

An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen

Wir haben uns im Laufe der Jahre immer mehr zu einer Gesellschaft von Zombies und Ungeheuren verwandelt. Ein Großteil der Menschen die unsere Gesellschaft bilden sind seelenlose Geschöpfe. Mord und Totschlag gehören zur Tagesordnung dieser versumpften Gesellschaft wie die täglichen Skandale von Politikern die eigentlich Vorbildsfunktion haben sollten. Es ist schlimm gekommen mit uns. Wenn man Abends die Nachrichten anschaut oder Morgens die Zeitung aufschlägt, wird uns der brutale Wahnsinn der sich in der Gesellschaft eingenistet hat so vor Augen geführt als sei dies schon ein Normalzustand. Vielleicht ist er es ja? Nachrichten anschauen oder Zeitung lesen ist für sensible Menschen heute der pure Horror. Da springt ein Vater mit seiner vierjährigen Tochter von einer Autobahnbrücke, ein anderer wirft sein Kind aus dem achten Stock eines Hochhauses, das Kind überlebt wie durch ein Wunder. Da sitzt ein Junge in seinem Zimmer vor dem Computer und der Vater schlägt ihm von hinterrücks einen Hammer auf den Kopf, diese taten habe ich noch in der Erinnerung aus den Nachrichten der letzten 14. Tagen. Ich stelle mir dabei die etwas naive Frage, in was für einer Welt leben wir eigentlich?

„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“, dieser kluge Satz eines weisen Mannes geht mir in letzter Zeit oft durch die Gedanken. Es ist der Dämon des Materialismus den wir anbeten. Die Mentalität des Ellenbogens feiert Triumphe auf dem Altar des Mamom.

In einer Gesellschaft und unsere Verbindungen und Beziehungen zueinander sind die Gesellschaft, in welcher Ellenbogenmentalität, Konkurrenzdenken und Konsum das Gewicht unseres Denkens und Handelns bestimmen und diese geradezu noch als neue Tugenden betrachtet werden wird der Riss zur humanen Entwicklung hin immer größer. Es muss zu einem psychischen Kollaps kommen und wie der aussieht, das erzählt uns täglich der Nachrichtenteil der Zeitung oder eben das Fernsehen oder Internet. Wir sind nicht auf dem Weg in eine gefühlslose Gesellschaft, wir sind sie schon lange, wir wollen es nur nicht wahrhaben. Der Maßstab dieser Gesellschaft ist schon lange nicht mehr der Mensch oder die sozialen und humanen Institutionen sonder unser Maßstab ist der Profit.

hukwa

Der Eros

Eros ist eine Kraft die aus dem Urquell des Lebens strömt. Jegliche Kreativität baut auf dem Eros auf. Jeder philosophische Gedanke, jede Idee ist vom Eros berührt. Arm sind jene Menschen die den Eros mit purer Sexualität vergleichen, krank jene die ihn zu Pornografie dekradieren. Der Eros ist der wahre Kern der Liebe, seine Struktur ist wie der Kosmos, Unendlich und Unergründlich.
hukwa

Dienstag, 7. Februar 2012

Aus den Tiefen der Natur - Gedanken während einer Wanderung

Wer von Trippstadt aus den Pfälzerwald erwandert bewegt sich durch eine vielfältige Landschaft. Romantische Täler, geheimnisvolle Waldschluchten, dunkle Waldwoge, versteckte Quellen und in grünen Waldhainen verborgene Brunnen erwarten uns im Trippstadter Wald. Wie Lebensadern durchziehen eine Reihe von Bächen die Landschaft. Dem Wanderer begegnet hier noch eine intakte biologische Vielfalt. Unter biologischer Vielfalt, heute fast schon zum Modewort erhoben, ist die Vielfalt an Tier und Pflanzenarten, die Vielfalt an Lebensräumen und die Vielfalt der Lebewesen einer Art untereinander zu verstehen. Somit ist biologische Vielfalt weitaus mehr, als reine Artenvielfalt.

Buntsandsteine und dichte Wälder, aber auch Wiesen und Felder, prägen die Naturräume um Trippstadt. Täler mit teils feuchten und sumpfigen Zonen finden sich in der Region ebenso wie Hochwald mit wunderschönen Baumbeständen.

Wer hier wandert wird alsbald von jener kleinen Freude ergriffen werden, die uns nur durch einen Aufenthalt in der Natur geschenkt wird. Ein Losgelöst sein von den Problemen des Alltags und das Gefühl Teil zu sein der uns umgebenden Natur. In ihren tiefen Gründen, wo wir dem Rauschen alter Bäume lauschen, wo das plätschern des Wildbachs uns wie eine Sinfonie von Mutter Natur erscheint, wo unser Auge die Bachforelle im eiskalten Wasser beobachtet und plötzlich aus dem nahen Gebüsch der Reiher in die Lüfte schwingt. Hier zu verweilen am Busen der Natur, unter einer alten Buche, einer Eiche oder Kiefer in andächtiger Versenkung weilend, in dem Gefühl eins zu sein mit Baum, Strauch, Stein und anderen Wesen der Natur, hat fürwahr Ähnlichkeit mit einem Gebet.

Alle anerzogene Schulmeistereien, modische Sätze, Kleinkariertheiten, ja Neid, Hass und Zorn, verwehen in solchen Momenten in unserem Innern als handle es sich um Dunst. Es kann uns passieren das wir plötzlich das Gefühl haben- endlich angekommen zu sein. Vielleicht ist der Wald der beste Therapeut, der günstigste auf jeden Fall. In der Identität mit der uns umgebenden Natur, diesem „einzigen, vollkommenen wirklichen Gedicht“, wie es Emerson einmal aussprach, erkennen wir mit einem Mal, das wir Teil dieser großartigen Schöpfung sind und sie dementsprechend auch zu würdigen haben. Wir sind verwandt, verschwistert, verbrüdert, mit ihren herrlichen tiefgründigen Erscheinungen. Würden wir uns öfters in die Tiefen der Natur zurückziehen, ihren Bezug suchen, wäre unser sein wieder überflutet von jener harmonischen Entzückung und Ekstase, die weit über allem Reichtum und Wohlstandsstreben, Gier und Konkurrenzdenken erhaben ist. Von der biologischen Vielfalt ist es nur ein kleiner Schritt den wir gehen müssen um zur geistigen Vielfalt zu gelangen. Über die geistige Vielfalt erkennen wir dass sie, die Natur, weit mehr als nur eine Welt materieller Erscheinungen ist, wir müssen nur wieder sehen lernen, dann werden wir auch erkennen, das Natur in ihren tiefsten Gründen, die „sprachliche Offenbarung der Allseele ist“ um noch einmal mit Emerson zu sprechen. Diese herrliche äußere natur müssen wir wieder als jenen Weg erkennen, der uns zu unserer eigenen inneren Natur zurückführt und der Weg beginnt dort wo ein Pfad in die Wälder führt, den die Wege die in den Wald führen sind Wege die zu uns selbst führen.

hukwa

Samstag, 4. Februar 2012

Der robotische Mensch als bloße Funktion in der Welt

Der Mensch ist nur noch Funktion in seiner Welt.

Der Mensch gibt sich keinen Sinn mehr, also muss er in der Masse untergehen, er ist Masse.

Der Mensch hat keinen Bezug mehr zum Sein.

Heute bedeutet für den Menschen Sein – ein Aufgehen im Dasein des Materialismus, den der Mensch ist zum Roboter geworden.

Der Mensch ist ein "Sichselbstbetrüger" geworden, wie könnte er sonst der Unhumanität der Maschinerie und des Systems Standhalten – Standhalten im Sinne von sich zu Unterwerfen.

In dem er mit der Masse geht weiß er um seine Ohnmacht und weiß doch nicht darum.

Der Mensch lebt in einem Strudel, der ihn unaufhörlich in die Tiefe zieht, er weiß wohl das ihm schwindlig ist, doch sagt man zu ihm. Du lebst im Strudel, so antwortet er: Ich kann keinen Strudel erkennen. Denn, der Mensch lebt jenseits der Erkenntnis.

Er läuft mit der Masse, er hat keinen Gott, er hat keinen Glauben, man hat ihm einen Götzen hingestellt. Selbst einen Götzen konnte er von sich aus nicht mehr finden, also bekam er ihn vom System.

Der Mensch badet täglich im Meer der Lethargie, den er will sich nicht erfrischen, er will nur noch dösen.

Er weiß um seine Unfreiheit, doch das System sagt ihm du bist frei – also glaubt er und fühlt sich frei, obwohl er in Ketten liegt.

Freiheit will erkämpft sein, doch der Mensch ist kein Kämpfer mehr, er ist Sklave und Söldner, daher ist er unfrei.

Der Mensch will Masse sein – durchschnittlich, gewöhnlich. Er fürchtet das Einzeln sein, denn Einzelner zu sein, erfordert Kraft und Mut, denn der Einzelne denkt für sich, doch der Mensch will sich vor – denken lassen, das ist bequemer.

Das System ordnet alles für ihn.

Und würde das System sagen: du musst Gashähne aufdrehen, er würde Gashähne aufdrehen.

Das System bestimmt die Ordnung die der Mensch bevorzugt, so muss er sich selbst nicht um Ordnung kümmern.

Der Mensch weiß um sein Nichts, doch hätte er das System nicht, er wäre ein Gar- nichts.

Das System sorgt dafür das er funktioniert, er funktioniert so gut, das er zur reinen Funktion geworden ist.

Funktioniert er nicht mehr, wird er isoliert. Isolation bedeutet dann den Entzug der Ökonomie.

Das System sorgt dafür das er alles vergisst, er vergisst sogar die menschliche und seine Geschichte, denn er ist kein Mensch mehr, er ist ein Roboter.

hukwa

Freitag, 3. Februar 2012

Suma Summarum

Die Wirklichkeit die mich umgibt, bestimmt die Inhalte meines Denkens und was da- zunächst vorsprachlich, chaotisch und Namenlos- aus dieser Wirklichkeit sich an mich herandrängt, kann ich versuchen zu benennen und zu ordnen, damit es seinen Schrecken verliert, damit ich seine Freude oder Hinterhältigkeiten erkennen kann. Hier kann mir das geschriebene Wort helfen, es ist mir Stütze und kann mir Methode sein die Narrrationen meines eigenen Lebens zu durchforsten. Es kann mir Schild sein gegen die Infamitäten des Lebens. So habe ich auch die hier versammelten Geschichten genannt. Narrrationen des Lebens! Ich bezeichne sie als „Realo-Geschichten“, weil sie aus dem realen Leben entnommen worden sind. Ich habe sie so niedergeschrieben wie ich sie gesehen oder erlebt habe mit der Freiheit die dichterische Freiheit mit einzubringen.

Wenn wir schreiben, schreiben wir in der Regel aus Bedürfnissen heraus. Es sind gewiss die gleichen Bedürfnisse, die wohl schon die ersten Menschen dazu bewogen sich kreativ und künstlerisch zu betätigen. Nämlich in dem sie ihre Freude, ihren Hass, ihre Ängste und vor allem ihre Gedanken an die Wände jener Höhlen malten, die wir heute als steinzeitliche Kulthöhlen der Jäger und Sammlergemeinschaften bezeichnen. So hat die Schriftstellerei viel mit dieser Jagd und Sammelökonomie gemein, wenn auch viel Leidenschaft dabei ist. Der Schriftsteller geht auf die Jagd nach Geschichten, er sammelt sie und schreibt sie auf.

In dem ich über mich und mein Umfeld schreibe, über die mich umgebenden Wirklichkeiten, beginne ich mit der Bewusstmachung von Verdrängtem. Ich begebe mich auf jenes Arbeitsfeld der Literatur, die sich als soziale und gesellschaftliche Einrichtung sieht. Ich bewege mich nicht wie beim Lesen in eine Geschichte hinein sondern ich verlasse meine Geschichte oder mein Gedicht und mache sie zur Wirklichkeit, für mich und andere.

Czeslaw Milosz, ein polnischer Dichter und Poethologe forderte von der Poesie dass in ihren Werken ein Gericht über die Wirklichkeit statt zu finden hat. Weiterhin bezeichnete er die Poesie als eine Disziplin des inneren Lebens. Dem möchte ich hinzufügen dass Sprache, zum Ort der Wirklichkeit im Leben des Schreibenden wird.

Wo diese Wirklichkeit liegt hat jeder der schreibt selbst zu bestimmen. Ob diese Wirklichkeit Konkret oder surrealistisch ist das ist letztendlich nicht von Bedeutung.

hukwa

Die Dämonie des Geldes - eine Tagebuchnotiz

Die letzten Wochen war ich ganz in meiner dichterischen und schriftstellerichen Arbeit versunken. Ich bin ein gutes Stück mit meinem Werk vorangekommen. Wenn man so intensiv künstlerisch arbeitet fällt man schnell in ein erhöhtes Bewusstsein. Einige mal musste ich diese Stufe verlassen um mich mit den Infamitäten der Realität zu beschäftigen. Jedesmal ging es dabei um negative Dinge. Immer nur um Geld. Es ging um Menschen die nichts anderes im Kopf haben ausser Geld. Mich ekeln solche Gestalten an. Das sind keine Menschen dass sind Zombies die dem Dämon des Geldes verfallen sind. Ihnen ist nicht mehr zu helfen, sie würden für Geld alles tun. Jeder Mensch benötigt Geld um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Doch den meisten genügt nicht was sie schon angerafft haben, sie wollen immer mehr. Sie sind bereits so weit gegangen, das nichts mehr menschliches sondern nur noch materielles ihr Denken beeinflusst. Sie sind ganz der Dämonie des Geldes verfallen.
hukwa

Donnerstag, 2. Februar 2012

Eine Zeit der Vergeistigung - eine Tagebuchnotiz

Ich liebe diese Wintertage mit viel Schnee. Die Landschaft ist in Meditation versunken und ich selbst spüre die gleiche Kontemplation. Es ist eine Zeit sich ganz dem Dasein der Dichtung hin zu geben. In solcher Zeit wachsen Werke. Ich schreibe Gedichte, lese Gedichte und verkehre mit dem Geist der großen Dichter.
hukwa

Ein Kind seines eigenen Werkes - Arraigado

Arraigado
Dieser eisige Februarmorgen
an dem deine Klarheit zerschellt
wie die Eisblumen am Fenster deines Arbeitszimmers
in die du Leben eingehaucht hast
das nun durch die Wärme des Ofens davon läuft
Dieser eisige Morgen an dem deine Klarheit wie Eis dahin schmilzt
lässt dich ahnen
Das du nicht jener bist der du glaubst zu sein
Arraigado pero que no se vea tu raiz
der neben dir einhergeht
seit jener Geburtsstunde
als du das erste mal der Welt ein
Gedicht offenbartest
das dir ein Ahnen hinterließ
das du einmal ein Kind deines eigenen Werkes sein wirst.
hukwa

Mittwoch, 1. Februar 2012

Die Vampirin - eine surrealistisch-hermetische Erzählung

Du willst mich also verlassen, sagte die Vampirin zu mir. Willst dem Hofe meiner Einsamkeit entfliehen und nie wieder mehr werden wir in glutheißen Nächten ineinander verschmelzen. Mich eine Gestalt der ewigen Nacht verlässt man nicht einfach so mein Geliebter. Glaub mir die schwarze Flamme unserer Liebe brennt in mir wie am ersten Tag als wir uns das erste Mal in den Wäldern trafen doch deine Küsse beginnen bereits zu verkohlen, ich spüre dies schon lange. Hinterlege mir einen Pfand im Tempel der Persephone von einem Dutzend Gedichte deiner Liebe zu mir. Dann werde ich dich für einige Zeit aus meinem Schattenreich entlassen. Doch nun komm zu mir das ich dir das Abschiedsmahl reiche. Trinken wir diesen Pokal mit Blut und naschen von dem mohnüberstreuten Honigkuchen, damit Aphrodite das Feuer in unseren Seelen wieder zum glühen bringt, dieses betörende Liebesfeuer das durch den Hass der Persephone in uns gelöscht wurde. Trinke und nasche von dem Kuchen und dann schreibe!
Und so entstanden die Oden an eine Vampirin. Niedergeschrieben in einer Nacht des Hasses und der Sehnsüchte Es war die Zeit wo der grünkelchige Schierling seine Blüten in die Nacht warf. Und die Früchte der Belladonna den Wanderer erregten als seien es die Brüste der Aphrodite.
Also schrieb ich den Pfand. Hier sind sie.





Ode an eine Vampirin 1.

Du Wesen der Nacht aus lang vergangener Zeit
Was sind wir uns so gleich
Ich schlafe in des Mohnes roter Daune
Mein Geist betäubt vom Saft der Alraune
Bin Ich der Geist des milden Schlafes
Mit starken Kräften ohne ihresgleichen
So tue Geliebte ich mit leisen Schritten
Allnächtlich mich zu deinem Lager schleichen
Wo ruhelos wir Stund um Stund verbringen
Bis Morgenröte bleich im Osten dämmert
Wie selig du mein Kommen grüßt
Nur ich vermag dich zu erquicken
Nur ich hab Macht die Qual dir zu entrücken
Am Tag tun sich um dich die Kränze des Vergessens winden
Und doch so zärtlich deine heißen Schläfen schmücken
Des Nachts jedoch darf ich an deinem süßen Busen verweilen
Brünstige Nächte unsrer beider Seelen heilen
Bis sich die Schleier vor dem Tag zerteilen.



Ode an eine Vampirin 2.

Dir bangt es vor dem Ort der Toten
Und weißt doch nichts vom Schattenreich
Wo leben wir Vampire
Oh du Geliebter in mir ist jedes Liebeswort
Der Flamme gleich die ewig brennt
Also hab keine Angst komm in mein Reich
Dort wirst du leben und in meiner Seele sein
Denn dort ist Licht uns alles Rein
Und du bist mein
Ein leidenschaftlicher Kuss ein zarter Biss
Dann bist du mein – dein Blut ist rein
Mein Reich ist dein – Nun kommt die Zeit
Du wanderst schon zu lange mit Vampiren
Jetzt lass es Abend werden, ein zarter Biss
Still wird für dich der Lärm
Und Nächte werden zu Tagen
Geliebter komm- Mein heißer Körper Wartet





Ode an eine Vampirin 3.

Eist hat dein Bild sich in dem See eingefangen
In dem du mich das erste Mal erblicktest
Nun suchst du mich –
Hör doch mein Laut geht noch im Wald gedämpft und scheu
Geh in das Schloss dort häng ich noch
Ein letzter Blick dann ist mein Bild im Morgengrauen vergangen
Kehr um zum See und suche mich
Hör doch mein Lied in Sturmwindschnelle
Ich wart auf dich
Wer denkt noch dein wie ich
Verlangend und verzaubert in tiefster Liebe treu
Geliebter zögere nicht und komme.




Ode an eine Vampirin 4.

Wenn du mich suchst, suchst du den Tod im Paradies
Geliebter Du! Ich suche des Vergessens Brunnengrund
Am Tage kalt in der Nacht mein Blut heiß in mir Wallt
Denn wisse o geliebter du
Ich bin die Einzige die immerzu sich Deiner noch entsinnt
Solang ich Blut noch trink solange lebst auch du
Wenn du mich suchst in kalten Nächten
Hab acht auf den Mond dann wirst du mich finden
Geliebter Du
Solang in mir noch Blut rinnt solange lebst auch du
Hör meine ferne Stimme – Folge ihr
Denn wenn ich sterbe stirbst auch du
Denk an die traumhaft schönen Nächte
Die wir im Nachen auf mondbeglänztem Wasser verbrachten
Und wenn ich rufe Geliebter Höre Du!




Ode An eine Vampirin 5.

Ich ging fort. Von meinem Wesen blieb jedoch noch etwas da
Du bist verwirrt hast dich verirrt nun suchst du mich
Schieb weg die Steine über mir dann bin ich wieder hier
Oh seh mich nur aus langem Schlaf erwacht
Steh ich vor dir in reiner Schönheit
Nackt und marmorweiß
Komm her zu mir und nimm mich
Schenk mir dafür ein wenig Blut von dir
Aus tiefem Schlaf gab ich mich preis
Du riefst nach mir nun bin ich hier
Gehorche mir Geliebter du
Denn alles im Leben hat seinen Preis
Sieh meine Nacktheit schön und weiß
Nimm mich ich gehöre dir
Doch zahl dafür den Preis.




Ode an eine Vampirin 6.

Ich ging du glaubst ich hätte dich verlassen
Du unterliegst der Täuschung – ich werde nicht von dir lassen
Du wirfst mir vor dass meine Lippen schweigen
So unbewegt und schwer
Schau doch das Sternenmeer die immer schweigen
Im Himmelsraum ewiger Nächte rings umher
Auch meine Liebe zu dir, sie gleicht dem Sternenmeer
Ist heiß wie Sonnen ist ewig unermesslich und stumm
Wann endlich greifst du nach mir
Ich bin dort wo alle Vögel schweigen
Dort wo der Mond durch Purpurwolken scheint
Denn diese Zeit die ist für mich kein Segen
Drum muss ich schweigen
Doch schenkst du mir der Silberküssen flut
Dann naht die Zeit wo wir uns wieder vereinen
Hab acht auf die Konstellation der Sterne
Sie sind die Zeichen die den Weg zu mir dir weisen




Ode an eine Vampirin 7.

Sieh doch du träumst und fliehst der Menschen Scharen
Verschläfst die Tage denn die Nächte sind dir lieber
Du weißt du kannst die Zeit nicht halten
Und auch den Wolf in dir wirst du nie zähmen
Was wir erbaut sie Könnens nicht zerstören
Wie sollten sie geheime Zeichen lesen
Für sie bin ich ein Bruchstück, ein Phantom
Du kennst das Wort dann sprich es aus
Gesegnet sei der liebe dunkle flut
Bereit dich vor zum letzten großen Feste
Stell Bilder, Stühle, Tisch und Wein bereit
Wir reisen bald in die gestohlene Zeit
Beb nicht vor jener dunklen Fahrt
Denk an davor - Geliebter denke meiner Worte
Wie flammte einst in deinem Herzen jedes meiner Liebesworte
Hol aus zur Fahrt setz Segel suche neue Ufer
Du wirst mich finden und aus Zwei wird wieder eins
In einsamen Nächten brenne ich Kerzen für dich
Geliebter du bist mein.




Ode an eine Vampirin 8.

Oh Liebster wie lange sind die Nächte
Ich habe sie weinend im kalten Sarg verbracht
Nur Deiner habe ich gedacht
Oh Liebster, warum findest du mich nicht
Zu Lange ohne dich wird die Nacht
Geliebter ich sehn e mich nach Blut
In mir brennt die prickelnde Glut
Keine Minute habe ich geruht
Geliebter ich brauche dein Blut
Geliebter die Zeit, die Zeit
Wann endlich bist du zur Heimkehr bereit
Die Seele ist wund und schreit
Blut, Blut es wird Zeit, es wird Zeit.




Ode an eine Vampirin 9.

Siehst du die Schatten dort auf dem Wasser
Hörst du die Stimme die weint am rauschenden Wehr
Deine Augenhöhlen sind leer
Spürst du kein Gefühl mehr in dir
Folge dem stummen Mond erführt dich zu mir
In mir brennt ein Feuer es lodert die Glut
Wohin geriet ich - so fremd ist alles hier
Ich bin eine Vampirin es ist lange schon her das der Mond mir schien
Still- höre das Geheule in tiefer Nacht
Was ist das – Sind’s Wölfe die mit uns ziehen
Hör nur die Eule wie lieblich sie lockt
Folg ihrer Stimme dann wirst du mich finden
Öffne den Deckel vom Sarkophag
Ziehe den Stock aus meinem Herzen
Dann wird es Frühling mitten im Winter
Lege mir Rosen in meinen Schoß
Dann küss mich wach aus tiefem Schlaf
Geliebter ich sehne mich nach dir so sehr.




Ode an eine Vampirin 10.

Still ist die Nacht ganz nebellos
Dunkle Nacht so weit ich schau
Unter diamantenem Sternenflimmer
Wandre Ich in Einsamkeit
Irgendwo weiß ich ein Träumen
Von der Insel Nirgendwo
Geistert in den andern Welten
Heilige Flamme an mein Herz
Flamme, Flamme brenne lichterloh
Irgendwer folgt meinen spuren
Folget meinem leisen Schritt
Mit den verlorenen Wesen
Wandert auch die Sehnsucht mit
Flamme, Flamme brenne weiter
Führe mich durch dunkle Nacht
Zu dem heißgeliebten Wesen
Zu der Insel Nirgendwo



Ode an eine Vampirin 11.

Abends wandert sie im Parke
Der das Schloss umgibt in tiefem schweigen
Wenn des Mondes bleiche Sichel
Und die silbernen Sterne steigen
Wandert sie in tiefem Schweigen
Voller Sehnsucht voller Lust
Wartet sie auf mein Erscheinen
Über Tag sind die Gedanken tief im Sarkophag
Stumm im Willen des Verstandes
Nachts verlieren sie alle Schranken
Kehren ein ins Reich des Wunderlandes.




Ode an eine Vampirin 12.

Die erste Sommernacht trägt Schuld
Diese kurze flüchtige Nacht
Da sie mir schenkte ihres Leibes Pracht
Da ich mich sehnte nach ihrem düstern Wesen
Sehnsuchtsvoll und leise
Kommt die Erinnerung zu mir zurück
An diese kurze flüchtige Sommernacht
Lässt die seligsüßen Stunden in den tiefsten wahren Träumen
Noch einmal vorüberschweben
Noch einmal muss ich sie sehen, heiß in meine Arme schließen
Einmal noch die Augen schließen
Dann oh dunkles Wesen Gehe,Gehe...



Ode an eine Vampirin 13.

Entzaubert ist des Sommers heiße Glut
Entschwunden die Düfte im nächtlichen Zauberpark
Die letzten Blätter rascheln in den Bäumen
Vergilbt wie alte Liebesbriefe fliegen sie durch die Luft
Und Nebelschleier träumen in den Bäumen
Kalt ist der Herbst das Liebeslied verklang
Das die Vampirin in meinen Armen sang
So bunt und rosenrot war dieser Sommernachtstraum
Und doch so Kurz dass er wie ein Märchen verschwand
Wo Wirklichkeit und Märchen so verwuchs
Und ich die Welt so sah wie wirklich sie auch war
Ein stilles Fragen trage ich mit mir
Nur du kannst mir die Antwort darauf geben
Ich bin des Suchens müde nun
Auf wirren Pfaden wurde meine Stimme stumm
Sag wann kommt die Zeit oh dunkles Wesen
Die unsere Seele vereint und wir gemeinsam
Ins Wunderland der Träume fliegen
Oh heiß geliebte Vampirin sage wann?




Ode an eine Vampirin 14.

Wir sind wie Mondgeschwister
Und gehen still und stumm in nebelgrauen Nächten
In Park und Friedhof um
So Namenlos ist das Geschehen
Darüber niemand spricht und weiß
Schon lange sind wir Geist
Und doch ist unser Herz so heiß
Dies ist die Liebe rein und licht
Die fest in heiligem Land gefangen
Der Pöbel hört und sieht uns nicht
Wenn alles tief im Schlaf versunken
Und der Tag ist in die Nacht gesunken
Brennt in uns der heiligen Fackel Glut
Bis zum ersten Morgenrot
Und wenn die Sonne steht am Himmel rein und licht
Sieht man die Wesen der Nächte nicht.



Ode an eine Vampirin 15.

Ich bin ein Wesen der Nacht
Einst schien auf mich die Sonne in voller Pracht
Nun lebe ich nur noch in der dunklen Nacht
Ich muss im Schatten stehen
Und nächtlich stille Wege gehen





Ode an eine Vampirin 16.

Die Menschen leben in Geselligkeit
Ich bin ein Vampir und auf der Welt allein
Nie mehr wird ich die Sonne sehen
Und keine Rose wird mehr für mich blühen
Viel Glück hab ich zertreten
Ich weiß davon oh Herz sei still
Wie ist die Welt so öd und trist
Seit mich ein Mund das letzte mal geküsst
Zum Fluchen und zum Beten bin ich nun mal verdammt
Und doch bin ich ein Wesen das sich nach Liebe sehnt
Einst schien auch mir die Sonne nun muss im Schatten ich stehn
Wo ist das Wesen das mit mir teilt
Meine nächtlich – stillen Wege.




Ode an eine Vampirin 17.

Jetzt träumst du wieder von Vampiren
Du hörst sie singen klagen flehen
Bist nur ein Spielball ihrer Seelen
Dein Herz wird schwächer dein Blut blasser
Die Nächte stiller und schwerer
Ariane und Arachne kehren wieder
In Vollmondnächten gehst du wieder
Die alten fast vergessenen Pfade
Und die Erinnerung fährt in deine Glieder
Weißt Ariane kehrt bald wieder
In dir brennt wieder Vampirfieber
So viel hat sich seit damals verändert
Das alte Schloss ist nicht mehr verweist
Doch die Vampire sind verreist
Du suchst sie in den dunklen Wäldern
In Wasserschluchten und Steinbrüchen
Und in den silbernen Mondnächten
Hörst du ihr schreien und ihr Ächzen
Wieder trinkst du Blut in den Nächten
Die Welt des Scheins wird dich wieder ächten
Doch wahres Sein hat seinen Preis
So laut rufst du nach den Vampiren
Sie werden deine Schreie hören
Knete den Lehm vergangener Tage
Wirf ihn auf des Lebens Töpferschale
Starrst in die funkelnden Gestirne
Die in dich brennen die Gesetze
Denen du folgen musst bis zum letzten.

Und die Vampirin ließ mich ziehen, den ich hatte Wort gehalten und den Pfand hinterlegt. Doch nun nach Jahr und Tag sehne ich mich zurück zu meiner Vampirin aber die alten Wege sind zugewachsen und ich kann sie nicht mehr finden. O verruchte Nacht von damals die alles in Bitternis verwandelt hat. Jetzt wo alles menschliche wieder von mir gefallen ist und der Vampir in mir seine unerbittliche Forderungen stellt, sehne ich mich zurück in die Wälder zu meiner Geliebten. Doch die einzige die mir helfen kann sie wieder zu finden ist Persephone. Also mache ich mich auf den Weg zu ihrem Tempel.
Auch ihr einen Pfand hinter legend.



hukwa

Geh nicht über die Brücke

Behalte die Lüge der Nacht
bei dir
sonst wird sie uns den Tag verelenden
Du würdest dich deiner Einsamkeit berauben
Sie ist die einzige Wahrheit die du noch besitzt
Halt dich fern von den Ufern deiner Träume
Die Brücke die über den Fluss führt ist brüchig
Und seine Wasser können deine Tränen nicht auffangen
Ihre Heimat ist die Unendlichkeit deines
Inneren Ozeans.
hukwa

Dienstag, 31. Januar 2012

Die Brücke zum Schlaf

Rein werde ich sein
Wie die Flamme der Nacht
Wenn meine Nachtträume in deine
Tagträume eindringen
Sie werden das Purpurkleid deiner Illusionen verwandeln
Und den Kelch wo du dein Herzblut aufbewahrst versäuern
El dormir es como un puente
Dein blühender Nachtbaum hat sich verflüchtigt
Deine Visionen lauern unter der grünen Brücke
Die überfüllt ist mit Akazienlaub
El dormir es como un puente
Nimm aus deinem elfenbeinernen Schoß
Die Rose
Wirf sie in die Kälte der Nacht
Sie ist das Glied
Das deine Tagträume zu einer Brücke
Deiner nächtlichen Erinnerungen macht.
El dormir es como un puente.
hukwa

Montag, 30. Januar 2012

Januarmorgen - Ein Prosagedicht

Die eiseskälte dieses gefüllten Januarmorgens erinnert mich an die silberne Wegspur
Einer kleinen Schnecke die mir vor zwanzig Jahren begegnete. An jenem sonnigen
Septembermorgen der sich festhaftete in meiner Erinnerung beobachtete ich den
Fall eines Buchenblattes das mir mit seinem eigenwilligen Nervengewebe seinem
Farbenspiel aus Licht und Schatten und seiner ersten leichten Vergoldung wie ein Ruf
Aus der Zukunft erschien. Es flüsterte mir zu: Sieh die Andern als die Andern und dich
als der Andere weil der Moment einer Erkenntnis Verborgen ist hinter dem Augenblick
eines Wimpernschlages.
hukwa

Sonntag, 29. Januar 2012

Mein Roman - die schwarze Madonna- Tagebuchnotiz

In den letzten Wochen bin ich mit meinem Roman "die schwarze Madonna" ein gutes Stück vorwärts gekommen. Einige Ausschnitte aus dem 300 Seiten Werk habe ich auf die Seite: die gedichteschreiber de gestellt. Auch mit meinem lyrischen Schaffen bin ich recht gut voran gekommen. Die Erzählung - die Kindheit ist ein Märchen - steht kurz vor dem Abschluss.
hukwa

Früher Morgen bei der Amseldel

Behaust sein in der Zeit
Deren Spielball wir sind
Zeitvagabund sein
In alten Gemäuern
Liegt manche Antwort verborgen
Wie die Echse sich sonnt
Auf heißem gehauenem Sandstein
Suche ich eine Antwort
In alten gemäuern.
hukwa

Die alten Weiden

Wer kann vergessen
Die Weiden
Am Ufer verwurzelt
Geköpft
Ihr Alter ist nicht bekannt
knorrige Äste
Wie Hexenhände
Erinnern sie an Alter und Zeit
Die Weiden
Freunde
Auf einsamen Spaziergängen
Die Weiden die Weiden
Ich sehe wie sie leiden
Die großen die starken
Wurzelnd im Sumpf
Geben sie der Landschaft
Ihre mystische Aura.
hukwa

Dienstag, 24. Januar 2012

Die alte Buche

Meist schlägt die vierte Stunde nach Mitternacht
Wenn ich mit der Schreibarbeit beginne
Es ist die Zeit der Strategien
Das Dorf schläft noch fest
Nur die 300 jährige Blutbuche
Jammert im Januarwind
Sie ruht nie
Immer ist Bewegung in ihr
Etwas stoisch lauerndes geht von ihr aus
Wir haben viel gemeinsam
Die alte Buche und ich.
hukwa

Montag, 23. Januar 2012

Geschenk

Er widmete ihr sein schönstes Gedicht 
und die erste Seite seines neuen Buches
Sie las es und
Vergaß es.
hukwa

Samstag, 21. Januar 2012

Antwort

Warum sollen sich mir die Worte
Verweigern
Wenn sie Hand in Hand gehen
Mit dem Gedicht in mir
Warum soll ich nicht
Gebären
Wenn ich Schwanger gehe
mit der Poesie
Ich benötige keine
Kaiserschnitte
Meine Hebamme
ist die
Poesie.
hukwa

Freitag, 20. Januar 2012

Reisender

Unergründliches
Grünschimmerndes
Meer
Bin ich Reisender
Hin zu Dir.
hukwa

Donnerstag, 19. Januar 2012

Die Hoffnung hebt sich wie ein Lied

Die Hoffnung hebt sich wie ein Lied
Und wir müssen das Feuer entfachen
Über die Glut die noch in uns vorhanden ist
Wir dürfen uns das Träumen nicht verbieten lassen
Wer träumt lebt das eigene Leben
Wird nicht zur vorgfertigten Kopie
Vor uns der Eine Weg
Machen wir aus dem Leben kein Phantasiegebilde
Dann ersetzen oder verkleistern wir nur
Hinträumen nicht Wegträumen
Setzen wir noch einmal Segel
Die unsere Sehnsüchte erneuern
Wir brauchen Träume die verändern.
hukwa

Mittwoch, 18. Januar 2012

Im Schatten des Kirschbaums

Im Schatten des Kirschbaums
lag ich auf der Wiese
Umarmte die Einsamkeit
Sie ist meine wirkliche Geliebte
Sie versprach mir
mich nie zu verlassen.
hukwa

Wiesenthalerhof

Die Häuser lagen auf einer Anhöhe
Die meisten vereinzelt
Einige paarweise wie Schwalbennester aneinander geklebt
Die Nachbarn hießen Onkel und Tante
Hinter den Häusern lagen die Gärten
Es gab nur Hanggärten
Sie verloren in einem großen Wiesental
Als der letzte Bauer sein altes Pferd dem Schlachter gab weinte er
Das Tal wurde nicht mehr bewirtschaftet
Für einige Jahre glich es einem kleinen Arkadien
In dem wir Kinder spielten
Jeder Baum hatte seine persönliche Geschichte
Und wenn der Winter kam war es die schönste Landschaft der Welt
Dann kamen die Städter
Mit ihnen die Traumtöter
So nannte ich damals die Landvermesser
Die Vögel verließen das Tal
Als die Motorsägen heulten
Die Bagger sich ins Erdreich fraßen
Tat ich es den Schwalben gleich und
Reiste gen Süden
Damals wusste ich nicht das ich auf der Suche war
Nach einem neuen Arkadien
Als ich zurückkam weinte der Himmel
Und ich zog es vor
An einem anderen Ort meine Zelte aufzuschlagen.
hukwa

Dienstag, 17. Januar 2012

Wo ich Kind war

Dort
wo ich Kind war
wo Kirschen an den Bäumen in den Himmel wuchsen
Dort
im Land hinter den Nebeln
Ruft eine alte Frau meinen Namen
von Trost erfüllt
ein Zauberreich
an Ursprung Gottes Wundern gleich
Dort
wo ich Kind war
wo Äpfel an den Bäumen wuchsen
im Land hinter den Nebeln
ruft eine alte Frau meinen Namen
Dort
ruft sie
Kindheit.
hukwa

Im Wald der Kinderzeit

Im Wald ist jene Heimat wach
die meiner Kindheit Träume wahrt
All jene Wunder sind dort wach
Mein Schatz wird dort von Bäumen bewacht.

Wie oft ging ich im grünen Wald
durch Nebelwolken und Frühlingsgrün
und sang und träumte gern
Ein Junge war ich als ich sah
Im Wald sind alle Wunder wach.

Heut geh ich wieder durch den Wald
Mein Schatz hält nun woanders wacht
Doch ich werd von Waldschraten und Hexen bewacht
O wunderschöner grüner Wald
Der mich als Kind noch schaut.
hukwa

Kontemplation

Absolute Stille um mich
Tief in mir drinnen
Eine große Harmonie
Im feuchten Sand die Spuren von Reh und Fuchs
Die heute Nacht hier wechselten
Der erste Vogelschlag
Bewegung im Dickicht
Dann wieder Stille
Von der auch ich nur ein Teil bin.
hukwa

Montag, 16. Januar 2012

Der Ort an dem ich Schreibe

Der Ort an dem ich schreibe ist ein recht großes Zimmer in dem ich von Büchern umgeben bin. An den Wänden hängen eine Menge Gemälde vorwiegend Ölmalereien die ich in den letzten zehn Jahren gemalt habe. Das Fenster schenkt mir einen Ausblick in den Garten der von Weide Pappel, Birke und Ahorn durchwachsen ist. Auch eine wunderschöne Grauerle wächst hier die sehr viel Waldvögel in den Garten lockt. Ich sehe hier weniger Menschen dafür mehr Vögel, Insekten und Kleintiere und vor allem Pflanzen wenn ich aus dem Fenster schaue. Eine Tür führt zum Balkon von dem aus ich in den Nächten oft den Sternenhimmel beobachte. Es ist mein persönlicher Arbeits, Denk und Rückzugsort und nur wenige Menschen haben hier zutritt. In einem Regal stehen meine Tagebücher die ich seit 1978 führe. Sobald sich die Tür dieses Zimmers hinter mir schließt befinde ich mich in meiner nur mir zugänglichen Welt. Die einzigen Gäste die ich hier empfange sind meine Katzen und mein Hund.
hukwa

Abgelegenes Tal

Gleitend zieht der Fischreiher über das Tal
noch ist er da
Geschäftstüchtig kamen heute
die ersten Makler
mit Bauplänen und Vermessungskarten
ins Tal
Bald verschwinden sie wieder
und mit ihnen der Reiher.
hukwa

Sonntag, 15. Januar 2012

Mutter und Vater

Als Kind war sie mir eine
Zwergin
Und er ein Riese
Doch als ich wuchs
Wurden Ungeheuer aus ihnen.
hukwa

Es ist sinnlos die Tage zu zählen

Wir haben uns lange nicht gesehen
doch ich erwarte dich in meinem Terminkalender
Es ist sinnlos die Tage zu zählen
wir sollten lieber die Nächte aufzeichnen
Ich in den Wäldern und du in den Städten
wo die Depression durch die Gassen wandert
und auf ihre Opfer lauert
Du und ihr habt gewählt
Also soll es so sein
Einmal in der Stadt
beobachtete ich eine Vogelmutter deren Junges
aus dem Nest gefallen war
ihr Klagen war schmerzlich
Am nächsten Tag
berichteten die Nachrichten von einem Vater
der seine dreijährige Tochter aus dem Fenster einer Mietskaserne geworfen hatte
Es ist sinnlos die Tage zu zählen
wenn in den Nächten das Bewusstsein mit der Ohnmacht kämpft.
hukwa

Samstag, 14. Januar 2012

Was die Anderen nicht sehen

Die orphische Dichtung strebt die Veränderung und Zerstörung der realen Welt an. Der spanische Dichter Diego schrieb einmal: "Poesie ist die Erschaffung dessen was wir nie sehen werden". Ich möchte es so ausdrücken: Poesie ist die Erschaffung dessen was die Anderen nicht sehen wollen.
hukwa

Freitag, 13. Januar 2012

Grüne Sonne des Morgens

Leuchte grüne Sonne
Schenk mir deine Kraft
Bevor die schwarzen Sterne
Eisblumenhaft
Am Himmel stehen
Wenn des Tages Bilder sind gemalt und die
Gedichte geschrieben
Will ich hinter gelbe Horizonte
Zu der grünen Sonne ziehen
Und mir ist als flüstern dunkle Stimmen milder
Als das frühe helle Morgengrün.
hukwa

Donnerstag, 12. Januar 2012

Geistauge oder geviert Zoll

Alle uns vertrauten Dinge
Die wir mit den Augen schauen
Sind nur einfache Spiegelbilder
Aus der göttlichen Galerie.

Sind es Schatten nur von Schatten
Abglanz von den goldenen Truhen
Aus dem fernen Götterreich.

Selbst das Wort ist nur ein Echo
Nachhall jenes großen Urliedes
Dass die Lyra Orpheus schlägt.

Ob wir rennen oder gehen
Ob wir wandern oder ruhen
In den irdischen Gefilden
Ist es immer nur Schattentanz.

Nur das Licht der eigenen Seele
Flamme die das Auge öffnet
Blick geschärft vom Götterboten
Lassen uns das wahre Antlitz
Aller Dinge schauen.
hukwa

Mittwoch, 11. Januar 2012

Pilger der Poesie

Jeder neue Tag
Vollendet mein Leben
Welt
Ich in dir
Ein Pilger
Unterwegs zur
Unendlichkeit.
hukwa

Im Träumergarten

Tief in mir drinnen
Wo wie in einem Verlies
Die Träume ruhen
Wo Ungesagtes ausgesprochen wird
Wo noch einmal die Kindheit
Durchlebt und durchlitten wird
Dort wo in dunkler Zwiesprache
Die Wirklichkeit erlitten wird
Wo Zukunft und Vergangenheit
Auf ewig sich zusammen schließt
Tief in mir drinnen
Wo wie in einem Verlies
Das Leben sprießt
Mein Kinderherz geheim noch pocht
Wo ich vor den Wundern
Nicht die Augen verschließ
Tief in mir drinnen
Wo der Träumergarten blüht.
hukwa