Mittwoch, 27. Februar 2013

Auf meine alte Eiche

Am Wegrand die alte Eiche steht
Wieviel Zeit hat sie schon erlebt
Von Gewittern gezeichnet
Von der Sonne gebräunt
Doch der alte Baum hat festen Stand
Der Waldkauz der in ihm haust
Kennt sich mit der Signatur des Baumes aus
Was könntest du uns erzählen alter Heidenbaum
Doch keiner ist mehr da der dich verstehen kann.
hukwa

Dienstag, 26. Februar 2013

Von Elfen umflogen

Was für euch Dunkelheit ist
ist für mich Licht
Was für euch Licht ist
ist für mich Dunkelheit
Wie wollt ihr mir folgen
ins Land hinter dem Traum
wenn ihr nicht den Spalt in der Zeit erkennt
Wo die Lüfte voller Düfte sind
und der klare Mond
wunderschöne Täler und geheimnisvolle Berge erleuchtet
dort wo der Tiger sanft wie ein Lamm ruht
und die weißgrünen Flügel der Elfen
zart meine Hand berühren
dort wo ich mit dem grünen Einhorn
vom Vollmond beleuchtete Landschaften erwandere
dort hinter eurer Dunkelheit
beginnt mein Reich.
hukwa

Montag, 25. Februar 2013

Steinsprache

Zeit geborgen im Stein
Steinsprache
Jetzt im alten Winter
Dem Einäugigen unter der Eiche
Lauschend
Atem der erstarrten Wälder
Die Krähe tief
Versunken in ihrer Buddhanatur
Hügel Fluss
Schneelandschaft
Am Abend
Einsam in der Weißdornhecke
Die Amsel.
hukwa

Sonntag, 24. Februar 2013

Über Abgeschiedenheit

Ein zurückgezogenes Leben zu führen bedeutet ein bewegtes Leben zu führen.

Die kleinen und großen Geheimnisse des Lebens offenbaren sich nur in der Abgeschiedenheit.

Während ich einsame Waldgänge unternehme allein mit meinem Geist in Kontemplation stehe erfahre ich die Tiefe menschlichen Seins.

Das Wirkliche im Leben findet man in den Wäldern sie führen dich zu deinem Selbst.

hukwa

Mittwoch, 20. Februar 2013

Frühlingsahnen

In den Wäldern ist es noch kalt und es liegt überall noch Restschnee. Trotzdem spürt man schon das neues reges Leben unterwegs ist. es ist auch ein wenig die Zeit des Wartens. Zu warten auf die ersten lauen Regenfälle des späten Märzmonats, auf den ersten Schlag der Amsel am frühen Morgen. Wenn der März naht spüren wir der Lenzing ist nicht mehr weit. Sogar die Bäume scheinen darauf zu warten bald ist es soweit und neues geballtes leben erwacht in den Wäldern. 
hukwa

Dienstag, 19. Februar 2013

Nebelwand der Stille

Schatten von Erinnerungen
verfolgen mich auf meinem Waldpfad 
tief in der Verborgenheit
dunkler Wälder
tönt aus der Nebelwand
Zaunkönigs Zauberton
lesend die Signatur
find ich den Weg
aus der Nebelwand.
hukwa

Sonntag, 17. Februar 2013

Freitag, 15. Februar 2013

Eine heimatkundliche Spurensuche

Eine heimatkundliche Spurensuche
Von Hans Wagner

„Nur der lebt nicht im Dunkel, der sich von 3000 Jahren Rechenschaft zu geben weiß“.
Goethe

Aus Caesars Kommentaren wissen wir das die Kelten bereits über ein gutes Wegenetz verfügten aus dem später zum Teil Römerstrassen wurden. Wahrscheinlich bestand im Bereich des Pfälzerwaldes und vor allem des Reichslandes bei Kaiserslautern ein frühsteinzeitliches Wegenetz. Auf Ansätze eines solchen „Verkehrswesens“ weist schon Ernst Christmann mit Berechtigung hin. Christmann vermutet, dass die neolithischen Menhire (u.a. Gollenstein bei Blieskastel, der Menhir östlich der Martinshöhe, Menhir auf dem Bännjerück, der „Hinkelstein“ nördlich des Grafenthaler Hofes bei Otterberg eine neolithische Höhenstrasse begrenzten, die vermutlich als Vorläufer der späteren „Römerstrasse“: Lothringen – Einöd – Schwarzenacker – Martinshöhe - Bann – Kaiserslautern – Otterberg/ Heiligenmoschel - Kreuznach gelten kann. Wir wissen das schon in der jüngeren Steinzeit hier ein Höhenweg verlief. Mehrere Funde ergänzen dieses Bild unter anderem ein geschliffenes Steinbeil aus dem Neolithikum, gefunden bei Lambsborn. Auch Beispiele außerhalb der Pfalz sprechen dafür, dass an Altstrassen Menhire stehen oder gestanden haben. Es scheint also vieles auf einen Zusammenhang hinzuweisen dass bereits in der Zeit der Errichtung der Jungsteinzeitlichen Kultdenkmale in unserem Gebiet Hochwege entstanden sind. Wohl waren diese Kultpfade die wahrscheinlich einem Fruchtbarkeitskult gedient haben, bereits Steinzeitliche „Wallfahrtspfade“.
Wir wissen das der Pfälzerwald bereits in der mittleren Steinzeit (Mesolithikum) zumindest vorrübergehend bewohnt war und das die Buntsandsteinhöhlen, von denen wir im Pfälzerwald einige Hunderte vorfinden, als vorrübergehender Wohnplatz dienten und wohl unter anderem auch kultisch genutzt wurden. Steinerne Bodenfunde, wie Projektile für Pfeilschäfte, meißelartige Stücke, Teile von Rückenmessern, Kratzer, Klingen, u.a.m. belegen dies deutlich. Man fragt sich nun natürlich zu Recht wieso bisher keine Felsritzzeichnungen aus der Steinzeit gefunden wurden. Dazu schreibt Erwin Cziesla, der die Ausgrabungen an der Weidenthal – Höhle bei Wilgartswiesen leitete: „…erstens werden sich in vergleichbaren Buntsandstein – Formationen grundsätzlich keine altsteinzeitliche Felsgravierungen finden lassen, da diese falls überhaupt einst vorhanden, vor Jahrtausenden bereits Opfer der Verwitterung geworden sind. Zweitens wird der Nachweis altsteinzeitlicher Besiedelung in diesen natürlichen Unterkünften kaum gelingen, da diese Höhlen nicht mehr vorhanden, bzw. mit den heutigen nicht identisch sein können. Potentielle altsteinzeitliche Fundobjekte wurden an jenen Stellen abgelagert, die heutzutage nicht mehr als ehemalige Höhlen erkennbar sind: ihre Auffindung wird somit überaus zufällig“.

Wahrscheinlich ist das einzig sichere dass wir über die Menhire und Hinkelsteine sagen können dass sie kultisch genutzt wurden. In Deutschland finden wir einzelstehende Menhire und Hinkelsteine vor allem in Rheinland – Pfalz und in Hessen. Wahrscheinlich waren sie mit einem Fruchtbarkeitskult verbunden und hatten somit ökonomisch- soziale – und religiöse Bedeutung.
Die Griechen kannten eine „Geographie der Kultorte“, dabei ging es um Geomantie, warum sollten die Erbauer der Megalithen nicht auch einer solchen „Geographie“ gefolgt sein und ihre Steingebilde bewusst so angelegt haben, das man sie wie in einer Prozession ablaufen konnte? Nichts spricht gegen die These eines solchen „Wallfahrtspfades“. 
hukwa

Mittwoch, 13. Februar 2013

Warten auf die lauen Frühlingswinde

Der Schnee wird alt
und der alte Magier
beschwört die Kinderseele
er tätowiert die Gestalt des Winters
in die grauen Wolken
worinnen du die Kindheit versteckt weißt
ein kurzer Blick in tiefe Gründe
sie sind Unterwegs
die lauen Frühlingswinde.
hukwa

Dienstag, 12. Februar 2013

Die Linde als Kulturbaum

Volkstümlicher Aberglaube und volkstümliche Bräuche als integraler Bestandteil des ländlichen Lebens, am Beispiel der Linde.
Von Hans Wagner

Wenn man versucht sich über die Volkskunde und Ethnologie in das Leben unserer Vorfahren hinein zu versetzen muss uns klar sein das vor allem die Bewohner der ländlichen Räume in einem Spannungsfeld von Kräften lebten, die für uns heutige nur schwer verständlich sind. Was wir Volksüberlieferung nennen, ist ein System von Überzeugungen, das Erklärungen sowohl für natürliche als auch vom Menschen herbeigeführte Ereignisse und Phänomene bot, ein Orientierungsrahmen also, den der Landbewohner sich zu eigen machen konnte und der ihm scheinbar ein gewisses Maß an Sicherheit einräumte. Wir missverstehen das Wesen dieser Überzeugungen, wenn wir in ihnen nichts anderes als Märchen oder eine falsch überlieferte romantische Erzählung sehen. Hervorzuheben ist auch dass die systematische wissenschaftliche Beschäftigung mit der Volksüberlieferung und der mit ihr einhergehenden Volkskunde die im 19. Jahrhundert einsetzte und ihren Schwerpunkt von Anfang an ausschließlich auf dass Studium des ländlichen und nicht städtischen Materials konzentrierte.. Eine volkskundliche Überlieferung der Städte bedarf einer extra Abhandlung. Im Mittelpunkt dieses Textes steht natürlich die Beziehung Mensch – Baum aus der Sichtweise der volkskundlichen Überlieferung. Es geht hier natürlich nicht um den zeitgenössischen Landbewohner selbst, sondern um dessen Vorfahren. Dennoch ist eine gewisse Aktualität vorhanden, da ich in den letzten zwei Jahrzehnten durch Gespräche mit älteren Menschen erfahren konnte das über die Linde als „Kulturbaum“ immer noch Reste auch in unserer heutigen „modernen dörflichen Landschaft“ existieren. Man könnte also von verborgenen Funktionen volkskundlicher Überlieferungen sprechen, die heute noch in uns als eine Art „archaisches Überbleibsel“ existieren.
Wer die Landschaften der Pfalz erwandert sei es der Westrich, das Nordpfälzer Bergland oder auch den Pfälzerwald dem werden immer wieder einzelstehende Flurbäume auffallen die dieses Landschaftsbild ästhetisch prägen. Sie sind ein altes Kulturgut und haben eine starke Wirkung auf das Landschaftsbild. Solche Bäume haben natürlich auch eine ökologische Funktion als Grenz und Flurbäume haben sie aber ihre besondere Werte und Bedeutungen.
Von jeher haben Bäume eine besondere Beziehung zu uns Menschen, sie galten Jahrhunderte lang als Symbole des Lebens, der Geborgenheit und des Schutzes. Hatten ihre Funktion als Gerichtsbäume bei der alten Thingstätte aber auch als Dorfbaum (Dorflinde) worunter sich die Bevölkerung traf um sich auszutauschen, solche Dorfbäume hatten eine nicht zu unterschätzende soziale Funktion in der dörflichen Gemeinschaft. Ihre Funktion war auch religiöser und mythologischer Natur. So kennen wir den Weltenbaum, den Lebensbaum, den Baum der Erkenntnis um nur auf einige symbolische Bedeutungen des Baumes hinzuweisen. Auch heute sind die Bäume unserer Landschaft noch immer Mittelpunkte. In einer bedrohten Umwelt sind sie uns Ausdruck des Beharrens und der Hoffnung,
Schon Karl der Große forderte in seiner „Capitulare de villis“von 812 die Anpflanzung von Linden in allen Dörfern, auf den Marktplätzen um die Kirchen und bei den Königshöfen „zum Wohle aller“.
Vom frühesten Mittelalter bis in unsere Zeit pflanzte man die Linde zur Erinnerung an Gedenktage oder zur Ehrung von Persönlichkeiten aus Politik und Kultur.
Einzelbäume dienten oftmals als Wegzeichen und stehen bevorzugt an Weggabelungen, wo sie heute noch immer das Landschaftsbild verschönern. Sie waren einst rechts- oder Territorialgrenzen oft markierten sie auch den schon erwähnten Gerichtsplatz.
Vor allem im Volksglauben und der Mythologie der Germanen nimmt die Linde einen hervorragenden Platz als „Kulturbaum“ ein. Das beweisen uns die vielen Sagen, Legenden und Flurnamen die mit diesem Baum verbunden sind. Noch heute ist in einigen Ortschaften die Dorflinde Zierde und Stolz des ganzen Dorfes. Unter ihr versammelten sich einst ausgewählte Männer zu Beratungen um das Wohl und wehe des Ortes um Hilfesuchenden zu helfen und vor allem um das Recht zu sichern. Über besonders schlimme verbrechen musste manchmal auch der „Stab gebrochen werden“, dies bedeutete sie wurden zum Tode verurteilt. In solchen Urteilen aus dem Mittelalter heißt es oft in alten Urkunden: „gegeben unter der Linde, oder gegeben unter der Linde vor der Kirch auch gegeben unter der Linde vorm Schloss“.
Wohl die beiden berühmtesten „Gerichtslinden“ sind die von Ferdinand Freiligrath (1810-1876) besungenen „Femelinden“ bei Dortmund (Feme= geheimes Gericht). Ihre von den Freischöffen gefällte Urteile waren gefürchtet und wurden vom Volke sagenhaft ausgeschmückt und verklärt.
Unter der Linde huldigten und leisteten die Untertanen ihrem Herrn den Treueeid. So ließ sich Bischoff Siegfried III., von Speyer am 9. Juli 1478 in Klingenmünster im Klosterhof vor der Kirche „unter der Linde“ huldigen. Am 11. August 1560 schworen die Bewohner von Udenheim und Umgebung (bei Mainz) dem neugewählten Bischoff „unter der Linde“ vor dem Schloss die Treue. Am 16. August 1560 leisteten die Untertanen aus den Dörfern um Lauterburg ihrem Bischoff den Treueid und versprachen Gehorsam „unter der Linde im Schlosshof von Lauterburg“. Neben den historischen „Femelinden“ kennt die Sage auch „Blutlinden“. Die bekannteste steht vor der Kirche zu Frauenstein bei Wiesbaden. Sie soll eine mächtige tausendjährige Linde mit weitausladender Krone sein. Der Glaube an blutende Bäume war im Mittelalter nicht selten.

Allein schon an der Linde erkennen wir welch tiefer Bezug unsere Vorfahren einst zu Bäumen hatten. Und noch bei Goethe erkennen wir welch tiefe Bedeutung Bäume für ihn hatten. So schrieb er in „Dichtung und Wahrheit“: „Schon den Knaben hatte das heilige Geheimnis des Waldes angezogen, und als er das einem älteren Freund gestand, war es ihm eine Offenbarung, zu hören, das die Germanen in den Wälder wohnend gedacht, und ihnen Bäume geweiht hatten“.
Bäume erfüllen unser Bedürfnis nach Schönheit im Landschaftsbild und das verschwinden der alten Flur- und Feldbäume, das wir in den letzten Jahren immer öfters beobachten konnten ist ein ökologischer, kultureller und ästhetischer Verlust. Solche Bäume in der offenen Flur sind das dringliche Gedächtnis an vergangene Ereignisse und sind meistens mit der lokalen Geschichte eines Ortes- und einer Landschaft verbunden. Somit schaffen sie auch regionale Identität.
Die bäuerliche Kulturlandschaft wie wir sie vor allem im Westrich und der Nordpfalz vorfinden ist ohne den „Kulturbaum“ nicht denkbar.
Unter Weidbäumen fand das Weidevieh Schutz, das Jungvieh in den hausnahen Baumgärten. Unter Eichen fanden die Schweine neben Schatten auch Nahrung. Auch das Ackerland war reichlich mit Bäumen ausgestattet, denn Bäume waren für Mensch und Zugvieh als Schattenspender für die Feldarbeit unverzichtbar. Bäume lieferten Nahrung und Holz. Gepflanzte Flur und Grenzbäume sind geradezu ein Merkmal der dörflichen Kulturlandschaft. Wo gesiedelt wurde, wurden Bäume gepflanzt. Bauernhöfe waren in der Regel immer von Bäumen umgeben und aller Orts fanden sich „Hofbäume“. Diesem wurden segensreiche Wirkung und schützende Kräfte vor Blitzschlag- und Unwetter zugeschrieben. Vom landschaftlichen Standpunkt betrachtet haben die großen Hofbäume und die Bäume um die Wirtschaftsgebäude einst das Gehöft oder den Weiler in die Landschaft harmonisch eingebunden.
Es gab den Brauch der Hochzeits- und Geburtsbäume. Ein traditioneller Brauch der nicht nur auf dem Dorf üblich gewesen ist, wo Hofübergabe, Heirat und Baumpflanzen oft zusammengehörten. Die Heiratserlaubnis war nach der Not des 30jährigen Krieges in etlichen Ländern mit einer Baumpflanzung verknüpft, so unterhielt beispielweise die Reichsstadt Rothenburg einen Baumhain als sogenannten Hochzeitswald. Bis Mitte des vorigen Jahrhunderts war es in vielen Orten üblich bei Geburt eines Kindes im Garten einen Obstbaum zu setzen. Im allgemeinen wählte man bei der Geburt eines Mädchens einen Apfelbaum, bei einem Jungen einen Birnbaum.
Anlässe und Gründe, einen Baum zu pflanzen, gab es immer genug: zur Erinnerung an ein ausgewandertes Familienmietglied, zum Dank für eine glückliche Heimkehr aus Krieg und Gefangenschaft.
Der „Kulturbaum“ gehörte schon immer in menschliche Ansiedlungen. Seine Behandlung in den verschiedenen Regionen unseres Landes bezeugt dass einst ein weitaus besseres und natürlicheres Verhältnis zwischen Mensch und Baum bestand. Im Banne der Dichtung lebt dieses Verhältnis bis heute fort. Aber auch in den Mythen, Sagen, Legenden Und Aberglauben, in Erlassen von Fürsten und Bischöfen, in den Waldforschungen nachmittelalterlicher Forstleute.
Nach dem die Kirche massiv das verehren heiliger Bäume verboten hatte und Zuwiderhandlungen unter drastische Strafen gestellt hatte, waren es die Linden, die als einzige der alten Baumheiligtümer in die neue Zeit hinübergerettet wurden. Nachdem an der alten Gerichts- oder Freya Linde ein Kreuz oder eine Mariefigur befestigt worden war, sah der Klerus in den Bäumen nichts mehr gefährliches mehr, und sie durften weiterhin im Mittelpunkt des dörflichen Lebens stehen bleiben.
So wurde die Linde zu unserem wichtigsten Kulturbaum. Sie blieb auch in christlicher Zeit der Schutz- und Familienbaum der den Familien und der Gemeinde Schutz und Gesundheit bescheren sollte.
Anscheinend mag auch die Linde die Menschen, den nirgendwo breitet sie sich so stark und mächtig als Einzelbaum aus wie in der Mitte der Dorfplätze. Ganze Bücher voller Gedichte und Lieder sind geschrieben worden was sich einst unter der alten Dorflinde ereignet hat. Junge Paare tanzten im Mittelalter begleitet von der Handtrommel und der Flöte um den Baum. Vor allem im Wonnemonat Mai löste in alter Zeit ein Tanzfest das andere ab.
Unter der Linde, soll Zwergenkönig Laurin die Schwester Dietrichs von Bern geraubt haben, und hier besiegte Siegfried den Drachen.
Walther von der Vogelweide bereitete sein berühmtes Liebeslager aus Heidekraut und Rosen unter der Linde, wohl folgten diesem Beispiel viele Liebespaare nach Walther.
So sind die meisten Lindengeschichten oft auch Liebesgeschichten, denn die Linde ist der Baum der Liebe. Bei den Germanen galt Freya als die Göttin der Liebe und ihr war die Linde geweiht. Die Kirche Vereinnahmte die Linde dann als „Maria Linden“. Der alte Kulturbaum lebte somit in seiner uralten Symbolik weiter. Doch es sollte so nicht bleiben. Die friedliche Koexistenz zwischen dem katholischen Glauben und den überlieferten Volksbräuchen, die der Landbevölkerung so viele tröstliche Rituale zum Schutz vor überirdischen Gefahren und zur Einteilung und Markierung der Stationen ihres Jahresablaufs lieferte, erfuhr eine unsanfte Störung durch die Reformation. Von heute auf Morgen war der Gebrauch von Heiligenbildchen, Weihwasser, geweihten Palmzweigen, anbringen von Kreuzen an Lindenbäumen usw. verboten; die meisten Feiertage zu Ehren irgendwelcher Heiligen wurden abgeschafft, Wallfahrtsstätten wurden geschlossen. Diese Erfahrung muss ein tiefes Trauma gewesen sein. Was an volkstümlichen Riten aus den Jahrhunderten danach überliefert und gesammelt ist, strotzt nur so vor pathetischen Versuchen, das wenige an spirituellen Kräften, das der Landbevölkerung in verschiedenen Regionen noch zur Nutzung übrigblieb, aufzugreifen und in den Dienst ihrer materiellen Bedürfnisse zu stellen.
Doch auch diesen Angriff sollte der alte Kulturbaum überstehen. So sehen wir am Beispiel der Linde das bis in die jüngste Zeit volkstümlicher Aberglaube und volkstümliche Bräuche ein integraler Bestandteil des ländlichen Lebens in allen seinen materiellen, sozialen und religiösen Aspekten gewesen ist aus dem die Bevölkerung zweifelsohne kulturellen Sinn und Werte bezogen hat. So hat sich bis in die jüngste Zeit hinter dem „Kultbaum“ Linde die alte germanische Göttin Freya versteckt und als aus der Linde ein „Kulturbaum und Tanzbaum“ wurde, war dies auch nichts Neues, schließlich tanzte man schon in archaischen Zeiten um Bäume, die Bräuche haben im Wechsel der Kulturformen nur immer wieder neue Bedeutungen angenommen. So auch der Freiheitsbaum, der ja oft von einer Linde repräsentiert wurde. Der Baum gemeinhin mit dem Maifeiertag in Verbindung gebracht, wurde zu einem Symbol der Freiheit. So auch das Tanzen um diesen Baum, wie auch das Tanzen um die Tanzlinde. In unserer Gesellschaft hat sich das Tanzen auf der einen Seite zu einer trivialen Freizeitvergnügung, auf der anderen Seite zu einer Kunstform entwickelt. In den frühen Kulturen war der Tanz jedoch eine äußerst wichtige kollektive Handlung der mit existenziellen und symbolischen Bedeutungen wie Ernte und Aussaat zu tun hatte.
Man kann also davon ausgehen das die ländlichen volkskundlichen Überlieferungen, wenn auch in einer zersplitterten Form in verschiedenen Gegenden immer noch existieren. Für die Volkskundliche Forschung ist es wichtig diese letzten Zeugnisse von Menschen die einfach ausgesprochen noch um die „Linde tanzten“ aufzuzeichnen. 
hukwa

Lit. Hinweise:
Jacqueline Simpson: Volkstümliche Erzählungen und Bräuche. In: Die Bäuerliche Welt; Verlag ,; Verlag Büchergilde Gutenberg.
Susanne Fischer: Blätter von Bäumen; Irisiana – Verlag.
Jacob Grimm: Deutsche Mythologie.
Sir James Frazer: Der goldene Zweig. Rowohlt Verlag.
Alfred Kloss: Die Friedenslinde von Bruchmühlbach; Heimatkalender Landkreis Kaiserslautern 1982.
Hans Wagner: Die Eiche in der deutschen Volkskunde: Kranz der Wälder 2003.
Dr. Hilde Nittinger: Von der Bedeutung der Bäume in der Landschaft; Zeitschrift schwäbischer Heimatbund.
Hans Wagner: Mythologie der Bäume: In Zeitschrift: Der Lebensbaum; Bad Windsheim.
Hans Wagner. Der Baum des Lebens: In Zeitschrift: Der Runenstein.

Sonntag, 10. Februar 2013

Draußen vor der Tür

Wie der Mond sich Nachts im Wasser des Teichs spiegelt
ist dein Lachen nur ein Echo
im Fluss der Tränen
die du am Tag leugnest
was sich vermischt mit deinen Gedanken
ist die kleine Hoffnung
auf ein wenig Glück und Zufriedenheit
aber die Wächter des Wohlstandes
die Götzendiener des Mammon
Teilen nie
für sie sind deine Träume nicht echt
sondern nur das Echo
ihrer bewussten Willkür.
hukwa

Sonntag, 3. Februar 2013

Zweckbestimmtheit des Menschen

Das was das Leben der Menschen aufs äusserste hemmt ist die Vorstellung über Zweckorientiertheit und Zweckbestimmung. Sie sind die Ketten die ihn Fesseln. Dasein ist schließlich mehr als eine wirtschaftliche Existenz. Ein Zweckbestimmtes Dasein führt dazu das wir seelisch verrohren. Ich glaube das jedem Menschen eine Sehnsucht innewohnt, dieser Fessel zu entfliehen. aber wenn der Mensch seiner Zweckbestimmtheit entflieht muss er in der Regel mit materiellen Einbußen rechnen und genau das will er nicht. Das Materielle schätzt er mehr als sein Seelenheil, also bleibt er lieber ein Roboter.
hukwa