Donnerstag, 31. Januar 2019

Der alte Apfelbaum und Ich

Ich laufe den alten Feldweg entlang
die ganze Nacht ist Schnee gefallen
die weiße Pracht knirscht unter meinen Schuhen
weckt Erinnerungen
ich lasse die Gedanken in die Zukunft eilen
noch einige Wochen
dann ziehen wieder die Kraniche
die Meisen werden mit dem Nestbau beginnen
zweimal im Jahr schließt sich ein Jahresring
im Herbst und im Frühjahr
ich verweile einige Zeit vor dem Apfelbaum
er ist in die Jahre gekommen
der alte Baum
dennoch strömt er eine meditative Gelassenheit aus
was interessiert ihn die robotische Welt die ihn umgibt
bevor ich weiterlaufe
denke ich
wir haben viel gemeinsam
der alte Apfelbaum und ich.
hukwa

Mittwoch, 30. Januar 2019

Freie Wahl

Für Menschen die ihre anerzogene Werte kritiklos übernommen haben muss das Leben eindimensional bleiben. Es ist der ewige Konflikt zwischen hinnahme des Lebens wie es ist und dem drang das Leben selbst zu Gestalten.
hukwa

Montag, 28. Januar 2019

Auszugraben...

Ein Leben zu führen wie es meine Mitbürger führen ist mir zu eintönig. Ohne den Hintergrund der Poesie und Kunst wäre es für mich langweilig. das poetische Schaffen war mir immer Hauptaufgabe. Nach Möglichkeit muss jeden Tag ein Gedicht entstehen, hier ist eins: 
Auszugraben
das alte Wort
in seinem neuen Symbol
entspricht es dennoch dem alten
nur das geboren werden
in die bunte Welt der Erscheinungen
lässt das grüne Laub der Eiche
noch lange nicht
schwarz-weiß werden.
hukwa

Sonntag, 27. Januar 2019

Das Reden und das Schweigen

Das Reden fließt in das Schweigen hinein
wenn die Wörter zur Form werden
hat der Dichter sein Haus erbaut
so beginnt er
seinen Garten zu bepflanzen
im silbernen Mondlicht der Nacht
entsteht das Geheimnis des Gedichtes
den nur hier
gedeiht der Garten
der Poesie.
hukwa

Samstag, 26. Januar 2019

Späte Erinnerung

Die Jugend im Alleinsein
fern der Dressur der Roboter
der Fahrtwind streift mein Gesicht
an jenem Nachmittag regnete es
in der Ferne erstarrten die dunklen Wolken
irgendwo dahinter das Meer
das ich noch nie gesehen hatte
fremde Menschen dazwischen wie ein Echo
Wellen die Gedanken verschlingen
das kleine Haus auf dem Hügel 
in der Nacht hörte ich das Rauschen des Wassers 
das Schweigen der Welt
ist ein Rausch
dachte ich
vorrückend wie ein kalter Schatten
im Schlafsack
schläft die Einsamkeit mit
vom Meer her
ein Gesang
ich der das Brausen der Wälder kannte
lausche verzückt
dem Meeresgesang.
hukwa

Mittwoch, 23. Januar 2019

Sanduhrenzeit

Mysterium der Nacht
im Haus des Dichters
klang von Lyren und Flöten
auch wenn sie nicht sichtbar sind
im Hintergrund lächelt Pan
jetzt da das Haupt des Orpheus spricht
die Grenzen der Zeit
im rieselnden Sand
Sanduhrenzeit
fern den leeren Hülsen der digitalen Epoche
wohnt das Mysterium der Nacht
in Kerkern der Erinnerungen.
hukwa

Samstag, 19. Januar 2019

Januarmorgen

Heute morgen sehr früh schon eine Wanderung durch die eiskalte Natur gemacht. Hier ein Gedicht dass ich von der Wanderung mitgebracht habe.

Kristallen die Landschaft
eisig und einsam
der alte Wildapfelbaum
seine Zweige
wie Silberfinger
im weißen Strahlenkranz zwischen Baum und Fels
die Wintersonne
strahlt golden
dies ist die Freiheit der Frühe
eines einsamen herrlichen Januarmorgen.
hukwa

Freitag, 18. Januar 2019

Der ständig wandelnde Strom

In meiner Jugend achtete ich sehr aufmerksam darauf das ich mit der Gesellschaft nicht im Gleichschritt mitmarschierte. Es war mir immer eine Freude wenn der Tanz ums goldene Kalb begann einfach aus der reihe zu Tanzen. Heute in einem gewissen Alter achte ich sehr darauf das ich nicht in die Altersversteinerung falle. Nur wer den ständig wandelnden Strom unseres Seins erkennt kann der Lethargie entrinnen.
hukwa

Mittwoch, 16. Januar 2019

Ehrgeiz

Ich lebe in der Zeit
und die Zeit lebt mich
aussteigen aus der Tretmühle
vor vielen Jahren
es bleibt der Ehrgeiz
ich selbst zu sein
hukwa

Samstag, 12. Januar 2019

Winterwald

Foto©UteKW
hukwa

Gott

Wenn ich über Gott nachdenke, dann vergesse ich als erstes die Kirche und die Religionen überhaupt. In dem ich meine Gedanken von diesen Fundamenten befreit habe ist es mir vielleicht möglich die große Abstraktion Gott zu ahnen.
hukwa

Donnerstag, 10. Januar 2019

Surrealistischer Morgen

Um 4.Uhr aufgewacht. Ofen angeschürrt, Bad, Kaffee, Morgenmeditation. Um 5.Uhr mit der Arbeit begonnen.
Gestern Nachmittag begann ich an einer surrealistischen Collage zu arbeiten. Ich gehe dabei folgend vor: Vor mir ein leeres Blatt Papier darauf schreibe ich Wörter und Sätze die mir plötzlich in den Sinn kommen, später kommt eine Zeichnung dazu, schließlich Ausschnitte aus Zeitschriften oder Zeitungen. Bei all diesem Tun versuche ich einen Automatismus beizuhalten. Die Anleitung zu dieser Art von surrealistischen Schaffen habe ich mir bei Andre Breton in seinen "surrealistische Manifest" ausgesucht. Man kann eine solche Arbeit auch eine surrealistische Meditation nennen.
hukwa

Mittwoch, 9. Januar 2019

Verborgen

Ruhend im Tagtraum der Nächte
und im Nachttraum der Tage
schwebend in wässriger Verlorenheit
verschollener Tage
Zeit
die wie ein Licht die Dunkelheit durchbricht
lebt verborgen in dir
das einsame Ich.
hukwa

Sonntag, 6. Januar 2019

Dreaming

Foto und Malerei©hukwa
hukwa

Morgenspaziergang zum Scharderkopf

Foto©UteKW
hukwa

Der Schleier der Dinge

In einer Inneren Welt
das äussere Sein wahrnehmen
aus dem Verborgenem heraus
die Gegenstände betrachten
sie verbinden mit den Tiefen des Selbst
ist eine der Aufgaben der Dichtung.
hukwa 

Einen einfachen Gegenstand hinter einer neunfachen Lage von Schleiern zu Verbergen bringt uns der Wahrheit dieses Gegenstandes näher. Wir Erkennen dann das wahre Sein dieses Objektes. 
Thoreich Geißenbauer  

Samstag, 5. Januar 2019

Mehr brauche ich nicht

Ich lausche dem Laut der Meisen
weiß um den grünen Gott
der durch die Wälder pirscht
im Moos und Farn erblicke ich ihn
von Angesicht zu Angesicht
ich bin vereint mit Strauch und Kreatur
verschmilze mit der umgebenden Natur
mehr brauche ich nicht.
hukwa

Freitag, 4. Januar 2019

Die Spur des Geldgeilen Pietro Bernadone

Es ist die Ich-Bezogenheit des Menschen die ihn an den Abgrund führt. Dieser Egoismus dem er folgt wie einem natürlichen Impuls ist für die Menschen schon so selbstverständlich geworden das überhaupt kein kritisches Denken mehr vorhanden ist. Ein taoistischer Spruch sagt: "Spanne den Bogen soweit du klannst und du wirst wünschen du hättest rechtzeitig eingehalten".
Es war der Heilige Franz von Asissi, Francesco Bernadone, der das Vermögen seines Vaters zurückwies und ein eigenständiges Leben führte. Ich würde den Heiligen Franz als den ersten Ökologen des Christentums bezeichnen. Doch die Welt trat nicht seine Nachfolge an sondern folgte der kapitalistischen Spur von Pietro Bernadone, dem Geldgeilen Vater des Franziskus.
hukwa

Mittwoch, 2. Januar 2019

Der wirkliche Schein der Dinge

Wer die biographische Wahrheit im Gedicht sucht wird früher oder später auf das Bewusstsein der dichterischen Einbildungskraft stoßen, die nach eigenem, psychologischen Wahrheitsbegriffen verfährt. 
Thoreich Geißenbauer 

In der Nacht
ruhte das Mondlicht
auf der Fensterbank
und gab den Dingen
ihren wahren Schein
Schatten von Schatten
erzählen Geschichte
Erinnerungen an Erinnerungen
tauchen auf
im fahlen Schein des gelben Gestirns
fordern die inneren gesammelten Ressourcen
und Phantasie
aus den Tiefen herauf
und plötzlich ist man Eins
mit den Dingen.
hukwa

Dienstag, 1. Januar 2019

Januarspaziergang

Fotos©UteKW

hukwa

Denksätze am frühen Morgen

Wenn ein Realist über Proust spricht begreift er ihn nicht.

Schein oder Sein ist auch dass denkst du oder wirst du schon gedacht.

Das Gedichte schreiben mag eine Brotlose Kunst sein aber sie gibt dem Leben eine Festigkeit und einen Halt. 

Schriftstellerei ist verarbeiten, Dichtung ist Suchen.

Die feinste aller Künste ist die Kunst der Selbstveränderung, deswegen werde heute noch zum Künstler.

Leben ist Suchen
selten ein Finden
es ist der Versuch sich zu Ergründen.
hukwa

Montag, 31. Dezember 2018

Gebrandmarktes Wort

Poesie ist die Pflege der Inneren Stille. 
Thoreich Geißenbauer 

Wort
kurzer Aufriss der Stille
Wagnis
eines Neuanfangs
Wort
von Urbeginn an
folgen dir die Fälscher
Zinker eines billigen Zaubers
klares kristallenes Symbol
Richtpunkt im Leben
Gebrandmarktes Wort.
hukwa

Sonntag, 30. Dezember 2018

Nachricht aus der Welt der kostbarsten und nutzlosesten Dinge

"Poesie ist angewiesen auf jene höhere Form der Deutung, die im Mißverstehen liegt. Wenn ein Gedicht niedergeschrieben ist, endet es wohl, hört aber nicht auf; es sucht ein anderes Gedicht in sich selbst, im Autor, im Leser, im Schweigen". 
P. Salinas   

Zeit gebannt im Stein des frühen Morgen
die Sätze wie Kiesel
hebt sie der Wind
das sie fliegen in das Echo ihrer Vergangenheit
Steinsprache
Verborgen im Keilflug der Kraniche
ruht der geist Orpheus
im harten Kiesel
dichterischen Urgrunds.
hukwa

Samstag, 29. Dezember 2018

Jahreslabyrinth

Einsames Ich am Abend
Wanderer
in kalten Dezemberwäldern
folgst du dem göttlichen Spinnennetz
eines inneren Labyrinths
es ruft schon der Waldkauz in der alten Weide
als Klage er das alte Jahr an.
hukwa

Donnerstag, 27. Dezember 2018

Sag jetzt nichts

Schritt halten mit dem Atem des Winters
Sag jetzt nichts
der Flug der Krähen nimmt mich mit
die kahlen Felder schenken Harmonie
wie Sternenbilder
die Träume am Horizont
Sag jetzt nichts
die Tage sind gekommen
wo sich die Worte verlieren
um auf zu erstehen
in einem Gedicht.
hukwa

Dienstag, 25. Dezember 2018

Nebelwand

Eisreif und Kälte
am frühen Morgen
Kristallene Dezemberzeit
Schwarze Schwärme über weißem Land
Krähenschrei über dunkelm Feldsand
dämmrig bleibt der ganze Tag
nur ein Reh am einsamen Waldrand
sich verlierend in der weißen Nebelwand.
hukwa

Sonntag, 23. Dezember 2018

Poust und Joyce

Gestern viel gelesen, viel geschrieben, viel philosophiert. Ein in sich geschlossener künstlerischer ALLTAG. Am späten Abend Louis Pauwels gelesen. Bettlektüre: Rilke und Proust. Beides großartige Dichter. Proust stelle ich höher als Joyce. Für mich ist er ein träumerischer Realist der tief im romantischen verwurzelt war. Joyce war ein moderner Mythologe sein Ulyseus hat die Literatur verändert. Er war der wichtigste Erneuerer der Literatur und ein kalter Realist. Proust ist für mich der romantische Träumer der uns das ERINNERN wieder lehrte. Ich habe bei Shaw gelesen das Proust und Joyce einmal zusammentrafen, beide hatten sich nichts zu sagen, zu tief war die dichterische Kluft.
hukwa

Donnerstag, 20. Dezember 2018

Unbegrenzter Raum

Die Welt des Dichters ist eine Welt in der Welt, kurzum der Dichter lebt in einer Sonderwelt, daher sind Dichter auch meistens Sonderlinge.
                                               H.W.  

Ein unbegrenzter Raum 
in dem das Schweigen der Nacht ruht 
in diesen Räumen gibt es kein Schäumen 
hier entfliehen 
die Flüchtigkeiten der Dinge 
und der Traum wird zur Realität. 
hukwa

Dienstag, 18. Dezember 2018

Wolkenspiegel

Im dunklen Traumgemach
die Nacht zog vorüber
Galeeren am Morgenhimmel
sind die gesammelten Gedanken der Nacht
die sich in den Wolken spiegeln
diese Stille
des jungfräulichen Morgen
dringt durch das verwaiste Fenster
ein Beben im fernen Nirgendwo
erweckt die Erinnerung.
hukwa

Sonntag, 16. Dezember 2018

Tanz der Gesellschaft

Die Vernichtung der Biosphäre infolge menschlicher Dummheit und Habgier schreitet unaufhaltsam voran. Schon lange hat die Menschheit den Scheideweg erreicht wo sie sich entscheiden muss ob sie so weitermacht oder ob sie endlich anfängt zu kapieren das sie dabei ist den Planeten restlos zu zerstören. Der Mensch als geistiges Wesen müsste zwischen gut und böse unterscheiden können (kann er aber nicht), er müsste wissen was gut für die Erde ist. Doch die Gier macht ihn blind, er ist unfähig eine Wahl zu treffen. Wir erleben an diesem Punkt unserer Geschichte den absoluten, geistig verwirrten und bewusstlosen Tanz dieser Gesellschaft um das goldene Kalb. Es ist der Mehrheit nicht möglich einen Gemeinsinn auszuüben wie es sich für eine menschliche Gesellschaft gehören würde.
hukwa

Samstag, 15. Dezember 2018

Das poetische Tun

Das Schreiben von Gedichten ist poetisches Tun. Während dieser Arbeit steht der Dichter auf einem Berggipfel und erfühlt die Landschaft unter sich. Der Dichter ist abwesend weil er anwesend sein muss in seinem Gedicht. Mehr noch, der Dichter ist sein Gedicht in solchen Momenten. es ist eine lyrische Alchemie die den Dichter während seines poetischen Tuns durchdringt.
hukwa

Freitag, 14. Dezember 2018

Eine besondere Zeit

Jetzt
da ich sie festhalte
Stunde eines graniteren Morgens
spricht zu mir der Tag
Stein Baum Vogel
die Krähe im Garten
versteckt sich vor den Geräuschen brüllender Motoren
voller Tautropfen
die Schwarzerle
der Morgen ist eine besondere Zeit.
hukwa   

Dienstag, 11. Dezember 2018

Mondnacht

Wenn die Wälder sich verdunkeln
flackert meine Seele auf
wenn die ersten Sterne funkeln
flieht die Gewöhnlichkeit von mir
und im düsteren Mondschein Walde
stehe ich überwältigt da.
hukwa

Dichtersatz

Es war Stefan George der über die Dichtung von Mallarme schrieb: "Jeden wahren Künstler hat einmal die Sehnsucht befallen, in einer Sprache sich auszudrücken, deren die Unheilige Menge sich nie bedienen würde, oder seine Worte so zu stellen, das nur der Eingeweihte ihre hehre Bestimmung erkenne...". Es ist die Klangvolle Dunkelheit in der sich der hermetische Dichter äußert. Solche Dichtung ist immer esoterisch, geheimnisvoll. In ihr begegnet das Absolute, das Verborgene der Sprache und ringt um Ausdruck. Solche Lyrik ist nicht für Viele sondern für Wenige geschrieben. Solche Verse wollen die Zerstörung der Realität bewirken und dem Dichter eine Heimat bieten im Reich der Poesie.
hukwa

Sonntag, 9. Dezember 2018

Dichterwort

Stürmische Nächte und Tage, viel Regen. Gestern Vergil und Borges gelesen, mir gefallen besonders die Hirtengedichte von Vergil, also jene Arbeiten die vor der Aneis entstanden sind. Von Borges sind es die Essays die ich bevorzuge. Lesen ist das beste Schutzschild gegen die Infamitäten der Gesellschaft. Ja, und natürlich Gedichte schreiben:

Dichterwort 
Des Dichterswort 
aus tiefsten Gründen 
ruft immer fort 
bleibt in der Zeit das Zauberwort 
das zur Metapher wird 
zur Urvision 
kehrt es zurück 
umhaucht von Sternstaubigen Nebeln 
wirds Dichterwort. 
hukwa

Samstag, 8. Dezember 2018

Ataraxie

Früh am Morgen
ertrinkt der Wald
in den weißen Nebeln des Dezembers
vom Feld herüber dringt feuchter Geruch
ein einsamer Fuchs verschwindet im Schlehendickicht
aus der Ferne dringt Hunde bellen zu mir
die entblätterte Eiche am Wegrand
steht in stummer Ataraxie
wie einst ihre Schwester in Dodona
es scheint als stöhne sie
über die
Nichtigkeit
irdischen treibens.
hukwa

Freitag, 7. Dezember 2018

Et in Arcadia ego

Wenn man bewusst ein Landleben führt, die Poesie der Landschaft in sich wirken lässt, dann kommt irgendwann der Moment das der Landstrich den man besonders liebt zu einem persönlichen Arkadien wird. Et in Arcadia ego- dieser Spruch sagt ja nichts anderes als das man der Gesellschaft den Rücken zu kehrt und sein Sein im Schoße der Natur sucht. Es ist ja auch eine Lebensregel die sich Epikur gab: Lebe im Verborgenen- denn: "Wer in sich selbst frei von Unruhe ist, schafft auch anderen keine Unruhe."
hukwa

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Unsere alte Gaia

Unsere alte Gaia, dieses Jahrmilliarden alte Lebewesen, wird weiterhin existieren auch wenn der Mensch aus diesem Planeten eine trostlose Wüste gemacht hat. Die Erde wird sich erholen und weiterexistieren. Nur die Menschen werden verschwunden sein. Und selbst wenn irgendwann die Erde absterben wird werden ihre Atome als Bestandteil der galaktischen Evolution weiterexistieren und womöglich auf anderen Planeten neues Leben bilden. Das ist der Prozess Gaias. Wenn die Menschheit es auch nicht wahrhaben will - diese Erde ist ein großes Lebewesen.
hukwa

Sonntag, 2. Dezember 2018

Nahe dem Urquell

Gedichte führen mich in eine chtonische Landschaft. 
H.W.   

Ein Augenzucken
ein Wimpernschlag
kurz ist die Dämmerung am frühen Morgen
jetzt da sich die Tür der Zeiten öffnet
bin ich selbst ein Tor
wodurch Gedanken fließen
das Öffnen der Schleusen am Morgen
ist Durchflug
nächtlicher Träume und Erinnerungen 
geheimnisvoll mündet
das erste Licht in den anbrechenden Tag
Welt Alter Winter
WELTENALTER
VERBORGEN
im Labyrinth des Geistes
Gedanken leicht wie eine Krähenfeder
naht der Moment
da ich weiß
das ich mich NIE
im TATSACHENglaube verliere
sondern weiter suchen werde
nach den INITATORISCHEN
BEDEUTUNGEN
nach den chtonischen Erkenntnissen
darauf achtend
das sich der Urquell nicht zersetzt
nämlich
das SYMBOLISCHE DENKEN.
hukwa

Samstag, 1. Dezember 2018

Albor

Morgenfrühe
Blätterfall
am letzten Tag des Novembers
das letzte Blatt von der Blutbuche
fiel
in der Morgenfrühe
Albor. El horizonte
viel mehr als Schein
ist das letzte Blatt des Novembers
in ihm geschrieben
die Poesie des Winters.
hukwa

Montag, 26. November 2018

Ich bin nur ein Durchgang...

Wenn man täglich Tagebuch schreibt, so wie ich das tue und dieses eben täglich, weil man Tagebücher halt täglich schreibt, wird man irgendwann Teil dieser Jahrelangen Niederschriften. Tagebuch schreiben ist für mich Handarbeit, ich schreibe nicht am PC sondern direkt ins Schreibbuch. Das schenkt mir Zufriedenheit.  Wenn ich dann in manchen Stunden meine Tagebücher betrachte, die nach Jahreszahlen geordnet im Regal stehen und einen Text vielleicht von 1988 lese, spüre ich oft, das ich nur eine Art Durchlauf für meine Texte bin. Sie kommen von irgendwoher, gehen durch mich durch und werden notiert. Es ist wie mit dem Gedichte machen, ich weiß nicht woher sie kommen, ich fange sie irgendwie ein. Es ist wie mit dem Denken, niemand weiß wo die Quelle unseres Denken ist, das ist auch gut so: Alles zu wissen, das wäre doch ein schrecklich langweiliges Leben.
hukwa

Samstag, 24. November 2018

Reise nach Dodona

Draußen herrscht grau-trübes Novemberwetter vor. Im Ofen flackert ein wärmendes Eichenholzfeuer. Die ideale Zeit und Umgebung eine Zeitreise zu unternehmen. heute will ich für einige Stunden in das alte Dodona verreisen. Einige alte Schriftstücke und meine Imagination dienen mir als Reiseführer.
In solchen Stunden wird die Welt zu einem geheimnisvollen Ort. Man muss seinen physischen Schatten hinter sich lassen und sich ganz auf die bevorstehende Astralreise konzentrieren.
hukwa
Reisen werde ich nach Dodona 
die alte Eiche besuchen 
die vom Blitz gespalten 
vom Sturm gebeugt 
wartet auf den Pilger 
wenn der Mondschein sich zu kosmischen Äther verwandelt 
im Kegel zwischen Erde und Mond  
und die Stimme des Zeus 
aus dem Stamme raunt 
will ich um tanzen 
mit meinen bacchantischen Schwestern 
vereint mit Dionysios 
den Zauberworten lauschen. 
hukwa

Donnerstag, 22. November 2018

Der mit dem Sperberkopf

Am Wehr im vereisten Bach
ein Edelstein
der Eisvogel.
hukwa 

Mein Doppelgänger ist Jener 
der einen Sperberkopf trägt 
sieben Sterne beleuchten 
den göttlichen Honig 
der aufbewahrt ist 
in der unterweltlichen Klause 
wo das gefrorene Feuer 
das grüne Einhorn 
und den nackten Körper 
der Aphrodite erwärmt 
so das Eros sein Fieber 
in den Leib des Doppelgängers senkt 
und der Traum 
das Geheimnis vollendet. 
hukwa


Dienstag, 20. November 2018

Meine Gedichte kommen von weit her

Früh am Morgen soll man mit seinem Werk beginnen. Energeia- das am Werk sein, das ist mir der Morgen. Für mich hat der Morgen etwas plastisches an sich. Selbst beim Schreiben der hermetischen Gedichte, die so manchem Abstrakt vorkommen, denke und fühle ich plastisch. In seiner Wortwurzel bedeutet ja Poesie nichts anderes als: Machen! Und wenn ich etwas tue, mit meinen Händen forme oder wenn ich es schreibe wird es plastisch. Meine Gedichte kommen aus einem fernen Reich zu mir. Aus einem Land das für andere eine unbekannte Region ist. Wenn diese Lyrik Anderen Abstrakt erscheint dann weil sie diese nicht lesen können. Für mich selbst sind sie plastisch. Mit den hermetischen Gedichten ist es einfach so als würde ich eine fremde Sprache übersetzen. Es sind Worte die aus einem Reich zu mir kommen in das nicht jeder einen Zutritt hat.

Es ist die Stunde da die Nacht 
noch mit dem Tage kämpft 
noch herrscht die Dämmerung vor 
das grüne Einhorn schläft 
den Schlaf des Winters  
Altre bruca vano 
Warte 
bis die Silberfinger 
aus den Ästen der Weide sich zurückziehen  
irgendetwas 
Da te mi divide per sempre 
ist verborgen 
im Nebel. 
hukwa

Montag, 19. November 2018

Wirklichkeit

Ich würde mein spartanisches Leben niemals gegen den Luxus und seine Güter eintauschen. Es ist doch einfach so: Vom Standpunkt der relativen Wirklichkeit haben alle diese Dinge einen billigen Wert, aber vom Standpunkt der absoluten Wirklichkeit sind sie nicht nur unnötig, sondern unwirklich!

Versunken in die Ruhe eines kalten November Tages 
unter den Füßen knirscht der erste Schnee 
schaue ich hoch zum einsamen Birnbaum am Wegrand 
eine noch einsamere Krähe 
schaut in die weite Landschaft 
ich denke 
das ist absolute Wirklichkeit. 
hukwa

Der erste Schnee

Es gibt eine Entsprechung zwischen Dichtung und Magie. 
Hans Wagner 
Heute Morgen fiel der erste Schnee. Natürlich kam mir sofort der Satz, "der erste Schnee ist ein Magier", in den Sinn. Jenen Anfang des ersten Gedichtes das ich vor fast fünfzig Jahren niedergeschrieben habe. Damals fand ich langsam zum geschriebenen Wort, entfernte mich aus einer Sprachberaubten Umgebung. Ich begann mich, anfangs eher unbewusst, für Buchstabenzauber und Sprachmagie zu interessieren. Irgendwann stieß ich auf diesen Satz von Mallarme: "Es besteht zwischen den alten Praktiken und der in der Poesie wirkenden Zauberei eine Verwandtschaft; Dichten heißt daher: in ausdrücklich gewollten Dunkel die verschwiegenen Dinge beschwören..." 
hukwa

Sonntag, 18. November 2018

Novemberhaiku

Zweisamkeit im Garten
die Herbstaster
und ich.

Allein die Aster
weiß
um das Geheimnis des Novembers.

Im Licht des Mondes
die Birken
leuchtend wie Marmor.
hukwa

Samstag, 17. November 2018

Das doppelte Gold der Sonne

Für die alten Ägypter hatte die sonne zwei Aspekte: Einen körperlichen und einen geistigen. Letzterer ist nur durch seine Auswirkungen wahrnehmbar. Auch von Empedokles ist überliefert er habe an die Existenz von zwei Sonnen geglaubt. Die magischen Lehren kennen diese zwei Sonnen, sie unterscheiden zwischen einer hellen-Geist Sonne dem so genannten philosophischen Gold und der natürlichen Sonne, der das materielle Gold entspricht. Doch nur jene die diese Bedeutung in sich selbst Er-fahren haben, können mit diesem alchemistischen Dogma etwas anfangen. Es verhält sich mit der Sonne genau so wie mit der Erde: das organische Leben ist nichts anderes als die Äußerung einer höheren Intelligenz.
hukwa

Donnerstag, 15. November 2018

Inneres Gestirn

Meine Lebensführung beinhaltet auch immer die Nähe eines Gefühls das ich mit einer höheren Dimension in Verbindung stehe. In dem ich tief in mich hinein höre ist es mir oft zumute als erklinge in mir das Echo dieser höheren Dimension, eine Art Sphärenmusik, die man nicht mit dem Ohr sondern mit dem Gefühl wahrnimmt. In solchen Momenten kommuniziert mein Selbst mit dem Makrokosmos. Es ist das schöpferische Vermögen der Imagination das dem Menschen inhärent ist, sein "inneres Gestirn" wie Paracelsus dies nannte. Mit diesem in Verbindung zu treten bedarf Jahre der Übung und Erfahrung.
hukwa