Dienstag, 26. Januar 2010

Ist es...

Ist es ein Traum
wenn es einer ist
will ich an ihn Glauben
an das Andere in der Normalität
an das All im Einzigen
das mein Selbst ist
das ich bin.
hukwa

Montag, 25. Januar 2010

Endgültigkeit

Während er die Unendlichkeit durchdrang
scheiterte er an der
Endlichkeit
der Realität.
hukwa

Sonntag, 24. Januar 2010

Weltenflucht

Wo wasserreiche Quellen klagen
und Buchen in den Himmel ragen
Wo mystisch schwarze Tannen thronen
und Trollblumen in des Kobolds Garten blühen
Dort war das Bilderbuch meiner Kinderzeit
dort liegt meiner Jugend Weltenflucht.
hukwa

Damals

Dein Lachen blieb mir erhalten
in jenem pochenden Kelche
damals
als du aus meiner Wüste
in die bunte Stadt
deiner billigen Träume gingst.
hukwa

Samstag, 23. Januar 2010

Neuer Tag

Lass uns den Moos überwachsenen Weg
unseres Selbst gehen
entweichen wir jenen die
am sandigen Ufer wohnen
denn unser Ziel ist
fern
ihrer
Denkweise
wir entdecken täglich
denn neuen Tag.
hukwa

Freitag, 22. Januar 2010

Dichters Ziel

Wo schwebt einst die Asche hin?
Wann erreicht mein Wort sein Ziel?
Heute will ich fühlen
feuchter Morgentau auf meinem Haar
Morgen
Kirschblüten schweben sehen
in geschwängerter Frühlingsluft
doch die Asche zu entzünden
Ist dies meiner Wörter Ziel?
hukwa

Bleib wie du bist

Laß das harz an deinen Händen
und die fichtennadeln in deinem Haar
behalt den Duft der Ringelblumen
verdirb ihn nicht
mit billigem Parfüm.
hukwa

Donnerstag, 21. Januar 2010

Begegnung

Ich stieg aus dem Autobuss aus
als ich bemerkte das es die falsche Stadion war
hielt ein Auto neben mir
Guten Tag sagte eine Stimme
und ich wusste
die Vergangenheit hatte mich eingeholt.
hukwa

Innerer Orkan

Wie der Orkan
der Bäume entwurzelt
ist der Orkan in mir
Entwurzelnd
Freiräume schaffend.
hukwa

Mittwoch, 20. Januar 2010

Häutung

Einsamkeit
mir Treibbeet Kühlkammer und
Wohnung zwischen Sein und Zeit
Bin nicht das Echo von Gedichten
Will Schlange sein
die Häute wirft
Sich neu erkennend
der Alte bleibend
den Pinsel wegwerfen
In mein Bild einsteigen.
hukwa

Dienstag, 19. Januar 2010

Schwur und Blut

Ein Schwur und
Blut
verbinden mich mit Dir
Erde
So vieles tennt mich von
den Meineidigen.
hukwa

Mittwoch, 13. Januar 2010

Zwei Haikus

Einsam am Futterhaus
das Rotkehlchen
es bleibt immer für sich.
hukwa

Schneefall am Nachmittag
so ganz anders
als am Morgen.
hukwa

Sonntag, 10. Januar 2010

MorgenMeditation

Was dem Menschen von Heute besonders fehlt ist innere Stille. Sie kehrt nicht von selbst, sie will geschult sein. Mit dieser Pflege und Schulung innerer Stille beginnt man am besten am frühen Morgen so bleibt sie wenn man sich Mühe macht den ganzen Tag bei uns. Innere Stille ist Teil der kosmischen Ordnung an der, der Mensch teilhaben kann wenn er nur will. Nur über die innere Stille ist es möglich sich dem Urgrund schöpferischer Kraft zu nähern. Dieser Urgrund ist jener Bereich in uns aus dem jegliche Kreativität fließt. Es ist zugleich jener Anfang der uns an das für unsere Sinne letztlich unfassbare heranführt, der Verschmelzung mit dem Universum.
hukwa

Gedicht entstanden beim wieder Lesen der Gedichte von Rose Ausländer

Nachts legte sie sich
in eine Urne
und schlief mit der
verbrannten Welt
Am Morgen wusch sie die Asche
von ihrer Haut
denn das Leben begann von neuem.
hukwa

Samstag, 9. Januar 2010

Teilhabe am großen Arkanum

Für die nächsten zwei Tage sind starke Schneeverwehungen, sogar Schneesturm gemeldet. Ein Bilderbuch Winter, wenn man aus dem Fenster schaut. Tage in denen man das Tao kultivieren sollte. Am besten bleibt man dem gesellschaftlichen Leben fern und beobachtet Mutter Natur. Jene, die keine ländliche Natur um sich haben, sollten ihre eigene, innere Natur beobachten. Ein Gedicht von Hsie-Fang.tse (1226-1289) kommt mir in den Sinn:
In den Wu Bergen
Selbst im Traume dachte ich an
Heimkehr nicht- zehn Jahre lang.
Unter den blauen Gipfeln stehe ich
allein am Ufer des wilden Wassers.
Die ganze Welt still und verlassen
nach einem Regen in den Bergen.
Wieviele Leben bedarf es der Pflege
Bis ich blühe wie dieser Pflaumenbaum?

Ein einfaches wunderschönes Gedicht, in Versunkenheit mit dem Tao niedergeschrieben. Solche Verse überdauern die Jahrhunderte und behalten ihren poetischen Wert, weil sie fern jedem gekünsteltem sind. Ich mag die taoistische Poesie vor allem wegen ihrer einfachen Erhabenheit. Es sind gelebte Gedichte, Erfahrungsgedichte. Das Ziel solcher Lyrik ist es die innere Harmonie auszudrücken nach der wir alle streben sollten um diese Welt ein wenig friedlicher zu machen. Das einfache Leben, die Freude an den kleinen Dingen führen uns zu unserem Selbst. Jetzt in der Winterzeit die Fährten vom Wild im Schnee zu lesen, ist genau so spannend wie ein gutes Buch zu lesen. Die Vögel am Futterhaus beobachten, ihren Flug zu entziffern scheint mir mehr zu sein als jeder Fernseh- oder Kinofilm. Man sollte seine Zeit nicht totschlagen, man soll sie erleben lassen. Mit der Zeit Teil zu Haben am großen Arkanum ist das Erhabenste was uns Geschehen kann.
hukwa

Freitag, 8. Januar 2010

Die erste Liebe und das erste Gedicht ergeben poesie pure

Wieder angekommen
im Reich der Poesie
wie damals
als ich unter der alten Weide im Tal der Kindheit
unterhalb meines Geburtshauses
mein erstes Gedicht schrieb
lang ist das schon her
so lange wie die erste Umarmung
der erste Kuß
das erste Spüren weiblicher Haut
und das Bedürfnis nach mehr
eben
die erste Liebe
fiel zusammen mit dem ersten Gedicht
das kann unmöglich ein Zufall sein
wohl deshalb sind Dichter Liebende
Damals dachten wir das wir etwas verbotenes taten
unter dem alten Weidengebüsch
hätten sie uns erwischt
sie hätten gesagt so etwas tut man nicht
das ist verboten
so wie die Alten die Zärtlichkeit mit Schmutz bewarfen
dachten sie auch über Gedichte
sie sagten
das ist nichts für dich
ein weiterer Grund
Dichter zu werden.
hukwa

Sonntag, 3. Januar 2010

Es kommt die Zeit

Es kommt die Zeit
wo man öfters vor alten Bäumen und
Häusern stehen bleiben sollte
Mir sind sie Bojen in einem großen Meer
das ich in den Nächten mit
meinem selbstgebauten Floss befahre
Ich weiß nicht zu welcher Insel der Wind
mich treibt
Irgendwo kommen wir immer an
Ich will nicht nach der Insel ausschau halten
die Tiefe des meeres ist es die mich interessiert.
hukwa

Samstag, 2. Januar 2010

Nächte gleichen oft Spinnennetzen

Nächte gleichen oft Spinnennetzen
Verbindungen innerer Landkarten
alte Geschichte gibt es viele
sie hausen in den Abfallgruben und
Kellern
meines Lebenslabyrinths
tauchen auf und
bewegen sich
durch die Gasse
mit den dunklen Fenstern
aus denen mich die Immerwiederkehrenden beobachten
Ich schaue hoch
zu den manchmal gutmütigen Fratzen
hebe die Hand
winke einen Gruß
Wissend
die Begegnung mit der Phantasie
ist oft auch eine
Begegnung mit der Realität
einer anderen Welt.
hukwa

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Gedanken zu Sylvester

Das alte Jahr schließt seine Pforten und ein neues Jahr öffnet sich. Mit Rampa, Zampa mit Krach und Spektakel werden die Menschen dieses neue Jahr heute nacht anfangen. Die meisten werden wohl besoffen in das Jahr 2010 "rutschen" und am Neujahrsmorgen verkatert erwachen. Ich war nie ein "Inventurmensch", daher hege ich nicht die Gedanken wie "erfolgreich" war das vergangene Jahr für mich und welche Ökonomie kann ich wohl aus dem neuen Jahr pressen. In unserer heutigen Zeit sollte der Mensch endlich den ökonomischen Situationen seines Lebens nicht mehr so viel Wichtigkeit beimessen, sie als sein ein und alles zu sehen, denn es ist lange schon an der Zeit, den inneren Wachstum dem äusseren anzugleichen und genau so wichtig zu nehmen. Der Staat sorgt dafür das schon unsere Kinder, das Hohelied des Materialismus im Kindergarten beigebracht bekommen und das sie bei ihrer Einschulung in die Grundschulen eine gehörige Portion Ellenbogenmentalität mitbringen. Das miserabelste Vorbild für Kinder und Jugendliche sind unsere Politiker.
hukwa

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Tagebucheintrag: Schreiben für den eigenen Kosmos

Zuerst entdeckt man lesend, was Literatur alles kann. Dann beginnt das schreiben, die ersten Erfahrungen ins Reich der Poesie und des geschriebenen Wortes. So begann es jedenfalls bei mir vor etwa vierzig Jahren. Irgendwann ist man dann drinnen im Stromkreislauf der Literatur. Es beginnen die Enträtselungsversuche des eigenen Daseins. Das sich herausschreiben aus dem eigenen Labyrinth. Literatur wird zur persönlichen Landkarte, zur inneren und äusseren Landkarte, mit Wegmarken, Orten und neuen Reisezielen, die man schreibend immer wieder aufsucht. Literatur wird zum "Muss", schreiblose tage können dann "unwohl Tage" werden. Mir ist Literatur, vor allem das schreiben, auch immer wieder ein Eintauchen in die Erinnerung, ein Aufsuchen, des Arkadien meiner Kindheit und meiner Gegenwart. Festhalten von Ge-lebten und Ge-träumten. Sobald es Geschrieben ist, wird es zur persönlichen Geschichte. Schreiben ist mir auch immer Psychogram - Psychokosmogram. Denn für den Schreibenden ist seine Literatur ein eigener Kosmos in dem er lebt, in dem er sich zu recht finden muss um nicht von den Infamitäten des Lebens verschluckt zu werden.
hukwa

Sonntag, 27. Dezember 2009

Poesie pure

Locke wieder dunkle Landschaft
Welt der Poesie pure
Wort und Buchstab
Letter Zeile
Orphisch Land
Schwarzer Grund
Ich
im Urschlund.
hukwa

Neuschnee

Nirgendwo zeigt sich so deutlich wie im Vers,
dass der Dichter ein Wesen ist,
dessen Leben sich unter Bedingungen vollzieht,
die anders sind als die üblichen.
Robert Musil

Neuschnee
Hier
ist ein Gedicht über den Schnee
über
eisigen kristallenen Neuschnee
der unter meinen Füßen am Morgen knirschte
und in mir ein Gefühl erweckt
das ich
tausend Jahre hinter
Dornröschen versteckt glaubte
die weiße Decke berührt mich
das Tal liegt still
Tief in mir ein uraltes Gefühl
das mich bedeckt
als fiele Schnee auf mich
die Erde
der Asphalt
die Strasse
der Schnee der die Reifenspur eines Autos plötzlich
interessant macht
ich sehe der Spur nach die sich in der Ferne verliert
und bemerke ein seltsames Gefühl in mir
stampfe durch die unbetretene Neuschneedecke
die gleiche Landschaft
das gleiche Bewusstsein
ist plötzlich verändert
wegen diesem Schnee
Hier ist ein Gedicht über Schnee
es könnte auch ein Gedicht sein über
Politik
über einen Luftballon
oder eine Tüte Pommes
alle diese Dinge haben plötzlich
etwas mit
Neuschnee zu tun.
hukwa

Like a Rolling Stone

Der Sommer trank damals jene Träume
die wir uns
für zukünftiges aufheben wollten
jeder Tag begann mit einem neuen Traum
wir schrieben unsere Visionen
in rosafarbenen Symbolen
in den azurblauen Himmel
die Welt war unser Zelt
und die Zeit
erwanderten wir als Morgenlandfahrer
oft
träume ich von alten Häusern
darinnen
durch eine Zwischenwand versteckt
und
seit 1975 von der Zeit versiegelt
ein altes vergessenes Zimmer
in der Lampe steckt eine grüne Glühbirne
neben der Matratze auf dem Boden
steht eine alte verrostete Gitarre
an der wand die alten Ikonen
Jim Morrison und andere
Comondore Che blickt lächelnd auf dieses
alte Hippie Idyll
in der Ecke der uralt Plattenspieler
darauf eine verstaubte und zerkratzte LP von
Jefferson Airplaine
der antike wecker vom Urgroßvater
hat nur noch einen Zeiger
die roten Rosen aus der Schießbude vom
Maimarkt 71
sind inzwischen blass geworden
im Aschenbecher
auf dem Kupfertisch aus Marrakesch
eine alte Jointkippe
oft suche ich das von Spinnweben bespannte Zimmer auf
trinke ein paar von den alten Träumen
dann schließe ich die Tür wieder
vernagele die Zwischenwand aufs neue
einen alten Song von Dylan summend
kehre ich zurück ins Jetzt.
hukwa

Nächtlicher Gang vom Hasenberg nach Trippstadt

Dämmrige Hügel tragen
Graue Wolken wie ein Kleid
Hoch oben der Himmelswagen
wandert einsam durch die Zeit.

Ganz fein der Regen rieselt
Zu beiden seiten des Pfads
die Buchen so grün und feucht
als ob sie klagen.

Dicht in ihrem innern
ein seltsames Nebelbildnis scheint
über einer gebrochenen Kiefer
erscheint plötzlich der Vollmond.
hukwa

An der Plättchen Mauer in Trippstadt

Jahrhunderte schon
lebt diese Mauer
gefügt aus Buntsandsteinen
Schöllkraut armer Heinrich und Ampfer
Glockenblume und Holunderstrauch
entsprießen den alten lebenden Fugen
wo auch die schwarze Wollbiene haust
Hier und da
ein eingebrochener Stein
wie Narben
wie Alterswunden
so erglänzt sie feucht im Mittagssonnenschein
in ihrem Schatten siedeln
Lebermoos und Adlerfarn.
hukwa

Sonntag, 20. Dezember 2009

In der Zeit neben der Zeit

Schreiende Krähen
Sonnenaufgang
ich suche jenen Zwischenraum
in der Zeit neben der Zeit
die Menschen eilen zur Arbeit
ich bin Überzeugt ihr Denken
ist Automatismus
Stille
dann Vogelgezwitscher
dies ist der Moment
da ich angekommen bin
in der Zeit neben der Zeit
vor mir sitze ich nun als Kind
ich sage zu mir
ich höre den Kuckuck
es ist Mai
der Junge trinkt seine heiße Schokoloade
nimmt seinen ledernen Ranzen
sein Butterbrot
und geht zur Schule
gleich neben an
in der Zeit neben der Jetztzeit.
hukwa

Seine letzte short story

Ein wenig Hemingway gelesen. "Über den Fluss und ab in die Wälder", danach vorm Fenster gestanden, das Schneetreiben beobachtet und folgendes Gedicht über den alten Hem geschrieben.
seine letzte short story
Am frühen Morgen des 2.Juli 1962
ungefähr kurz nach sieben
seine Frau schlief noch
schlich er sich in sein Arbeitszimmer
vielleicht zeigte die Sonne Idahos
schon jene feine wunderbare Färbung des Indiansommers der bald kommt
ich glaube es war kein trüber Tag
jedenfalls nicht für ihn
er ging an den Gewehrschrank und nahm sein Lieblingsgewehr
eine mit Silber eingelegte
speziell für ihn angefertigte Jagdflinte
aus dem Ständer
er war nicht depressiv
als er sich beide Läufe in den Mund steckte
ein letzter Blick hinein in die grünen Wälder
dann drückte er ab
die Explosion rieß ihm den Kopf vollständig weg
in den Wäldern heulte ein alter einsamer Wolf auf
dies war seine letzte short story
seine Stunde hatte geschlagen
er war ein Mann
der nichts
Gott oder dem Zufall überlassen wollte.
hukwa

Sonntag, 13. Dezember 2009

Der erste Schnee - ein Erwecker

Der erste Schnee

Alter Magier
Wiedergekehrter
Erschütterer versteinerter Seelen
Legst Du dein weißes Band der Wahrnehmungen
das tief hinunter reicht
ins Reich der
Alten Kinderseele
Alter Magier
Erwecker.
hukwa

Sonntagnachmittag

Es ist wichtig für den Schriftsteller, sich der Einsicht zu erziehen, das Schreiben seine einzige Möglichkeit zu allem ist. Tief genug durchdacht, wird Ehrgeiz dann zu transzendenter Notwendigkeit. Oskar Loerke

Sonntag Nachmittag, im Hintergrund läuft Mendelsohn - B. Ich habe ein wenig in den Tagebüchern von Oskar Loerke gelesen. Sanft fällt draussen der Schnee nieder. Die mächtige Blutbuche vor der katholischen Kirche verharrt in starrer Ruhe. Eine einsame Krähe fliegt sie manchmal an. Die Menschen eilen hoch nach Johanniskreuz, wo seit Gestern Waldweihnachtsmarkt ist. Ich sitze vereint mit meinen Büchern im Arbeitszimmer. Hunderte von Büchern, das heißt ich bin von Millionen von Gedanken berühmter Dichter und Philosophen umgeben. Vor mir auf dem Schreibtisch steht das dreißig bändige Werk "Klassische deutsche Dichtung." Darüber neben Goethes Gesamtwerk stehen Shakespeares Werke. So geht es immer weiter, imer höher hinauf. Wie soll im Beisein dieser niedergeschriebenen Gedanken Langeweile aufkommen? Jetzt läuft Peter Tchaikowskis Dornröschen an. Diese Musik, ihre leichte Dramatik, fügt sich in das Schneetreiben das draussen vorherrscht perfekt ein. Manchmal verlasse ich den Schreibtisch sehe aus dem Fenster. Treffe mich bei dem Gedanken das ich nach Dornröschen Ausschau halte. Viele halten mich für einen Aussenseiter, wissen sie doch nicht das ich ein radikaler Insider bin, ein Eingeweihter der unbeirrlich seinen eigenen Spuren folgt.
hukwa

Der erste Schnee ist ein Magier

Heute Nacht fiel der erste Schnee in diesem Jahr. Es ist Sonntag. Die Landschaft ist in weiß getaucht. Noch ist es ruhig draussen. Doch bald werden die Schneekehrer angeworfen und die Bürgersteige von der weißen Pracht befreit. Beim deutschen Spießbürger habe ich oft das Gefühl er glaubt es ist Schmutz was da vom Himmel fällt. Als ich Heute Morgen erwachte und noch einige zeit ruhig im Bett mit Nachdenken verbrachte, hatte ich bereits das wissende Gefühl das es draussen schneite. Man kann eine Schneelandschaft auch fühlen. Der erste Schnee ladet zum Erinnern ein, vor allem jetzt in der vorweihnachtlichen Zeit. Mir ist es oft so zumute dass ich glaube mit den Schneeflocken heim ins Reich der Kindheit reisen zu können. Der erste Schnee ist ein Magier, er beschwört die alte Kinderseele. Diese zwei Sätze habe ich im Alter von dreizehn Jahren niedergeschrieben, so stehen sie Heute noch in meinen Jugend Tagebüchern. Ich schrieb sie eines Morgens, ebenfalls ein Sonntag in der Küche der großmütterlichen Wohnung nieder. Sie sind die ersten Verse meines ersten Gedichtes das ich geschrieben habe. Wie ich damals in Großmutters Küche saß und schrieb, so sitze ich heute in dieser Küche und erfreue mich kindlich des ersten Schnees. Wie damals sitzt auch Heute eine aufgeblähte Schwarzamsel am Futterhaus im Garten, die ich vom Fenster aud beobachte, die Stimmungen sind fast identisch. Dennoch liegen vierzig Jahre dazwischen. Schneefall ist auch ein Wandern in der Zeit. Der Morgenschnee schenkt Ruhe und Kontemplation. Mit meinen Gefühlen und Gedanken kann ich ganz in einer Schneelandschaft versinken. Die reine weiße Schneelandschaft erscheint mir wie eine Landschaft des Geistes. Eine warme und gleichzeitig kalte Landschaft in der die Gedanken wie Schneekristalle sanft fallen.
hukwa

Samstag, 12. Dezember 2009

Gedicht an den Morgen

Morgen
du erscheinst mir wie gehauener Stein
eiskalter Kristall
bist Du Künder plastischer Form
Dein Heraufdämmern ist der Seele wärmender Mantel
Morgen
graniternes Antlitz
Gefühllos
durchwebtes Sein
bist Du Winterfell erkalteter Seelen
Gebirgsbach
auf erhitzten Gemütern
Morgen graniterer Kristall klarer
gehauener Stein
geformtes Eisen
übergießt Du für wenige Stunden
den Tag mit erfrischender Fülle
Bruder des Regenbogens
Augenblick
der Vergänglichkeit und Zukunft zusammen hält
Morgen Unwiderstehlicher.
hukwa

Montieren

Die alten Geschichten
erscheinen in der Erinnerung
wie ein Mosaik
weit weg und doch so nahe
Formt man sie zu einem Gedicht
kann man in ihnen Lesen
wie in einem vergilbten Schulbild
hier lebt alles weiter
in dem ich aus alten Geschichten ein Gedicht mache
Sorge ich mich
und entledige mich dem Problem
das mein Leben dem eurem
nicht ähnlich wird.
hukwa

Montag, 7. Dezember 2009

Schreiben als Fragment

Die Kunst des Schreibens liegt für mich im Fragment. Schreiben als Metamorphose, so liebe ich die Schriftstellerei. Ein Gedichtband, eine Geschichte fertig schreiben, fällt mir oft schwer wohl weil ich davon Überzeugt bin -das Leben selbst ist Fragment. Die meisten Menschen lesen aus Langeweile, daher wohl benötigen sie fertige Geschichten, ich will Geschichten weiterdenken. Daher lese ich wohl besonders gerne Biografien, jede Biografie ist Fragment eines Rätselhaften Lebens.
hukwa

Sonntag, 6. Dezember 2009

Das Nichts als Träger der Angst

Das Nichts ist eingeschlossen in die Struktur des menschlichen Daseins. Dieses nichts ist eine Art "Träger der Angst"(hukwa). Kiergegaard, übrigens auch Heidegger, sehen das Nichts, als möglichen Wirklichkeitsraum für die Angst. Gegen diese Angst setzt Kiergegaard das existentielle Denken um aus der Verzweiflung des "uneigentlichen Seins" und Wissens wieder zum eigentlichen Sein und Wissen kommen zu können. nämlich zu einem Dasein der Existenz und nicht zu einem Dasein ohne Existenz. Ein solches Dasein ohne Existenz ist eine Verfremdung unseres Selbst ein nicht mehr zu Hause sein in unserer Existenz. Ein Wohnen in Ungeborgenheit. Ein Teilverlust unseres Bewusstseins. In diese Lage hat sich der Mensch von heute hinein begeben weil wir geblendet von äusseren Entwicklungen unsere inneren Entwicklungen vollkommen vergessen haben.
hukwa

Angst und Existenz

Die Grundstimmung des menschlichen Daseins ist die Angst. Sie begleitet den Menschen mehr oder weniger überall hin. Diese Angst kann in der Existenz des menschen zu einer Totalität werden. Die Angst ist eine Verdunkelung der Existenz. Durch philosophisches Denken beginnt der Mensch sich aus dieser Verdunkelung zu lösen und strebt nach Erhellung seiner Existen. Nach Existenzerhellung (Jaspers). Jeder Mensch spürt sich als Schwerpunkt seines eigenen Universums. Die Tatsache das es eine Innenwelt und eine Außenwelt gibt die immer in Korrelation stehen bedingt das wir die Welt gespalten - als Subjekt-Objekt - auffassen. Wir stehen ständig in der Versuchung die Welt -die reale Welt- zu interpretieren und zu manipullieren. Wir versuchen diese Welt durch Eigenmanipulation so zu sehen, wie wir uns diese Welt eigentlich wünschen. Somit errichten wir uns ein falsches Bild von der Welt. Da uns diese Welt Angst einflößt manipullieren wir sie so für uns selbst, das wir uns vormachen sie sei anders als wir sie tatsächlich wahrnehmen. Wir beginnen uns ein falsches Bild von der Welt aufzubauen. Hierbei werden wir Unterstützt vom Glauben. Viele glauben an die Einmischung geheimnißvoller göttlicher Kräfte und Mächte in den Weltenlauf. Psychologisch ist das eine zeitliche Verdrängung der Angst, doch damit haben wir die Angst nicht ausgeschaltet, sondern nur in eine andere Ecke verdrängt, wo sie nun lauert bis sie bei nächster Gelegenheit wieder über uns herfallen kann. Die Angst ist also ein existentielles Problem im leben der Menschen und gehört diesem Leben einfach an. Angst ist ein Existenzverdunkeler (hukwa) und eben weil nun diese Angst dem Menschen inne ist, ist diese auch die ausschalgende Kraft, die den Menschen dazu drängt sich auf die Suche nach Existenzerhellung zu begeben. Ein Weg unsere Existenz zu erhellen ist die Beschäftigung mit der Existenzphilosophie.
hukwa

Freitag, 4. Dezember 2009

Gedicht

Ich seh dich Blüte
am Ackerrand
von früher Märzsonne so freundlich umrankt
entsprißt du der Erde
die noch hart gefroren ist
als liebliches Wunder des Frühlingskind
O gelber Huflattisch im März
nach der Schwermut des Winters
labst du unsere Seelen.
hukwa

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Tagesnotiz

Es gibt in der Welt das Sein und es gibt das "Seiende" in dieser Welt. Ich kann mit Menschen über beides reden oder über eines. Ich bevorzuge Menschen mit denen ich über beides reden kann. Nur über das eine zu reden ist mir zu langweilig.
hukwa

Sonntag, 29. November 2009

Tagesnotiz

Ich habe Heute sehr viel Geschrieben, nachzulesen in meinem Geamtkunstwerk Blog. Daneben aber auch viel gelesen, im "Prinzip Hoffnung", ein Buch das etwa 1600 Seiten hat und das zu meinen Lieblingsbüchern zählt. Für Ernst Bloch, den Verfasser des Buches ist der Mensch das höchste Produkt der utopisch geladenen Materie, ein "noch-nicht"(darüber auch mehr im GKW-Blog), das es aber in der Hand hat, die Entwicklung seiner Geschichte zum Alles des Reiches oder zum Nichts zu treiben.
hukwa

Aphorismen

Poesie bedeutet Schöpfer der eigenen Gedanken zu sein und nicht deren Opfer.
hukwa

Jede Erfahrung bleibt unvollständig, bis man mit ihr fertig ist.
Poesie ist ein Werkzeug das Unvollständige zu Vervollständigen.
hukwa

Samstag, 28. November 2009

Gedicht

Ich lebe mein Leben im Kreislauf von Sein
Spontan meine Ruhe
Spontan suche ich die Welt
Still halten und Leere ist meine Lehre
ich studiere im Buch der Wandlungen
fordere das Nichts
um Sein hervorzubringen.
hukwa

Freitag, 27. November 2009

Das SoSein

Wer im Sosein lebt
und im Nichthaften sich bewegt
im Stein das Geäder liebt
die Forelle die gegen den Strom schwimmt sieht
des Mondes Licht
aus dem Waldweiher fischt
der ist vom Tao erfrischt.
hukwa

Sonntag, 22. November 2009

Landschaft und Erinnerung

Landschaft und Erinnerung, das sind zwei Themen, zwei Themen in meinem Leben die zusammen gehören. Ich durchstreife in meinem Geist oft Landschaften, die ich erwandert habe.
Auch die Landschaften meiner Kindheit sind mir noch sehr gegenwärtig. Bei meinen Gedankenspaziergängen tief hinein in die Erinnerungen, passiert es immer wieder das ich besonders "tief wandere". Ich wandere heraus aus der realen Landschaft meiner gesammelten Erinnerungen und befinde mich plötzlich an der Küste Cornwalls oder auch im Hochland Tibets. Es erscheinen personen und Gestalten. Dann fühle ich das ich schon einmal hier war, obwohl ich in diesem Leben noch nicht in dieser Gegend war. der übergang von realer Erinnerung zur Vision geschieht bei mir sehr schnell. Schon als kleiner Junge war ich Bewohner zweier Welten.
Die eine wäre mir wahrlich zu troslos.
hukwa

Freitag, 20. November 2009

Innerer Wachstum

Mein innerer Wachstum war mir immer wichtiger als mein äußerer. Ich bin der Meinung das der innere Reichtum etwas Bleibendes ist, keine Insolvenz kann mir diesen Reichtum nehmen, kein Gerichtvollzieher hier anklopfen, kein Dieb diese Schlösser knacken. Ja, ich bin überzeugt das ich diesen Reichtum als ein Guthaben mit in eine andere Welt nehmen kann. Diese inneren angehäuften Schätze machen für mich die Ganzheit des Lebens eigentlich erst aus. Ob im Hier und Jetzt oder in anderen Reichen, sie werden Früchte und Zinsen tragen. Ohne diese inneren Kronjuwelen kann es keine Erweiterung des Bewusstseins geben. Vielleicht werden sie sogar von einem Drachen bewacht?
hukwa

Mittwoch, 18. November 2009

Aphorismen

Mit dem wissen ist es wie mit den dingen - damit ich aufrichtig sagen kann - dieses ist mein wissen muss ich es zu meinem eigen machen, was heißen soll - es ist von mir erkämpft. Die meisten menschen nehmen ein wissen an, wie man einen glauben annimmt, das ist zwar einfach aber es beruht letztendlich nicht mehr auf wissen sondern auf täuschung oder eben glauben.
hukwa

Sonntag, 15. November 2009

Aphorismen

Wenn der mensch tatsächlich vom baum der erkenntnis eine frucht gegesen hat, dann war sein griff zu dieser frucht, so ungeschickt, das er einen morschen apfel gepflückt hat und dieser ihm anstatt erkenntnis nur ein rationales bewusstsein geschenkt hat. Scließen wir einfach daraus das wir noch einmal einen apfel von diesem baum pflücken müssen- aber bitte, diesmal keinen "faulen".
hukwa

Mittwoch, 11. November 2009

Aphorismen

Es gibt menschen die auf ihre eigene ohnmacht so stolz sind, das sie anderen klarmachen möchten, diese ohnmacht sei eine art von bewusstseins erweiterung.
hukwa

Montag, 9. November 2009

Gedicht

Zeuge aus besseren tagen
mahnmal des augenblicks
verbinden sich deine lebenslinien
mit dem geäder der zeit
weisend
auf die unberechenbarkeit der gegenwart.
hukwa

Freitag, 6. November 2009

Am Anfang steht das Verwundern

Ich bin wieder im philosophischen denken, ich könnte auch sagen, ich bin wieder zu hause! Jedesmal wenn ich in die gefilde der philosophie zurückkehre, geht mir der satz des aristoteles durch den kopf:"am anfang der philosophie steht das verwundern!" Um dieses philosophische denken aus dem unterbewussten wieder ins "offen bewusste" fließen zu lassen, beginne ich meistens mit hegel. Seiner klaren sprache überlasse ich mich für einige tage ganz. Auch er beschrieb dieses "nach hause kommen",..."Aber nicht das leben, das sich vor dem tode scheut und vor der verwüstung rein bewahrt sondern das ihn erträgt und in ihn sich erhält, ist das leben des geistes. Er gewinnt seine Wahrheit nur, indem er in der absoluten zerrissenheit sich selbst findet."
In diesem gespalten sein arbeitet sich der geist durch die philosophie und irgendwann kommt er
nach hause. Der geist kennt nun die widersprüche des lebens und er weiß, das alles ist schein. Nur im Reich der philosophie findet "der sich wissende geist", seine wahre heimat.
hukwa

Mittwoch, 4. November 2009

Zu Besuch bei Spinoza

Spinoza schreibt von drei arten der erkenntnis: Die erste ist unsere sinneswahrnehmung die im allgemeinen stehen bleibt, die nie genau sein kann und oft dem irrtum unterliegt. Die zweite art der erkenntnis ist für ihn das rationale denken, ein bereich wo sich das wissenschaftliche entwickelt. Die dritte und somit wahre erkenntnis ist ihm die intuitive erkenntnis, man könnte auch ontologische erkenntnis schreiben, ein denken in dem das gesamte sein beinhaltet ist. Diese tiefe erkenntnis ist es nach der ein mensch streben soll. Spinoza lehrt uns das es zum wesen unseres geistes gehört, das wir eigentlich in "ewigkeiten" denken müssen. Alles was spinoza schaut, das sieht er mit dem blick der ewigkeit, ja, man könnte sagen er schaut mit dem auge gottes. Gott ist für ihn die ewigkeit. Ihn erreicht man durch intuitives denken und erkennen. Spinoza war nie modephilosoph, nie ein gelehrter mit dem man sich "ebenmal so beschäftigt", dazu ist er zu schwierig, zu kompliziert. Spinoza folgerte kühl und unerbittlich das zu ende was andere vor ihm angedeutet haben.
hukwa

Montag, 2. November 2009

Dämmerung

es ist dämmerung
sie hält mir immer eine öffnung bereit
ihre dunklen tücher
versperren oft den weg zurück
doch wenn der wind das alte
leinen bewegt
denkt man über vieles nach.
hukwa