Donnerstag, 31. Dezember 2015

Wie Bernstein im Mondlicht

Mystische Glut des Mondes
fällt in den Garten
wandelt da
"Sebastian im Traum"
in dieser Nacht
wo sich das Schweigen aus den Steinen löst
das es steigt in die Kronen der Bäume und
der Kauz den stummen Schrei
in die Wälder trägt
um sich zu verbinden mit dem Sein der Bäume
deren harzige Tränen
wie Bernstein im Mondlicht funkeln.
hukwa

Donnerstag, 12. November 2015

Novembermystik

Fahles Licht eines in sich geborgenen
Novembermorgens
es lässt erzittern die Wälder eisiger
Novemberwind
Schatten greifen wie Geisterhände nach den
Novembernebel
dunkle Geister durcheilen die
Novemberwälder
ein König im rotweißen Mantel durchbricht den
Novemberboden
Geheimnisvoller
November.
hukwa

Dienstag, 10. November 2015

Montag, 9. November 2015

Ich bin ein Kind der Wälder

Am Wochenende bin ich mal wieder hoch zum Scharderkopf gewandert. Mehrmals im Jahr suche ich diesen mystischen Kraftort auf. Seine Felsformationen üben eine eine magische Wirkung auf mich aus. ich brachte der Herbstsonne meine Verehrung dar. Immer wenn ich hier sitze werde ich zu einem Teil der mich umgebenden Natur. Ich fühle keinen Unterschied zu den Pflanzen und Tieren die hier leben. Hier bin ich ganz Kind der Wälder.
hukwa

Zauber der Natur

Bei meinem heutigen Morgen Spaziergang hörte ich immer wieder den Ruf des Grünspechts. Ich spürte dass er mir folgte. Spechtrufe haben für mich etwas mystisches. Mir ist dann als hörte ich einen Gesang der Erde. Dieser Ruf ist mir jedes mal wieder eine neue Wiederverzauberung mit der Natur.
hukwa

Dienstag, 20. Oktober 2015

Unendlichkeit der Nächte

In der Durchsichtigkeit grüner Wälder
erfährt der Geist
die Wollust der Natur
die sich spiegelt
in den unsterblichen Wolken
die Blendung der Tatsachen
wiegt schwer
in dem einzigen Raum der uns bleibt
darinnen
das Lachen Gottes wie ein Echo
in der Unendlichkeit der Nächte
solang bis der Morgen betaut
dein Antlitz
in ihm verborgen
die gefangenen Stimmen jener
die versuchen zurückzukehren.
hukwa

Montag, 19. Oktober 2015

Gestutzte Flügel

Irgendwann in deinem Leben
bleibt dir nur noch die Poesie
als einziger Lichtpunkt
im Schatten deines Seelenlabyrinths
die Flamme erlischt
und das Dustere ummantelt das Sein
so das es zum Nichtsein wird
es ist Oktober
die letzten Zugvögel auf den Überlandsleitungen
sind bereit ihre Reise nach Süden zu unternehmen
doch du kannst nicht mitfliegen
man hat dir die
Flügel gestutzt.
hukwa

Dienstag, 6. Oktober 2015

Der Dichter spricht

Und lebst auf einer Insel fern
Und hast mit der Welt nichts mehr gemeinsam
Als jenes Schreiben das dich am Leben hält
Wort
Das Eiland geworden ist
Das einst als Los
Ein Gott auf dich geworfen hat
O Poesie
Du Weltenfremde
Dies macht dich groß und fremd
Dichter Dasein heißt
Augenblicke und Ewigkeiten leben.
hukwa

Freitag, 18. September 2015

Auf eine Birke

Sie steht nicht im spießigen Vorhausgarten
umkränzt von Krokus und Tulpe
sie wächst am Steilhang zwischen Felsen
trägt Sturmnarben und darbt allein
sie reckt sich willensstark aus Geröll empor
sehnt sich den Mai hervor
gesteinigt
vom Sturm gepeinigt
der höchsten Natur Fülle
ist ihr Wesen
Stille.
hukwa

Dienstag, 1. September 2015

Stein und Baum - eine Symbiose

Fotos/Copyrights Ute Knieriemen-Wagner


Beweglichkeit des Bewusstseins

Es gibt Menschen die eignen sich eine größere Beweglichkeit des Bewusstseins an als andere. Das Resultat von solchen Bewusstseinserweiterungen ist dann dass Menschen mit einem erweiterten Bewusstsein oder gar mit einem Satori Bewusstsein in ganz andere Sphären vordringen können als Menschen mit einem eingeschränkten Bewusstsein.
hukwa

Sonntag, 16. August 2015

Waldgängergedanken

Die Mauersegler sind schon fortgezogen und die Schwalben bereiten sich auf ihre Reise nach Süden vor. Auch der Kuckuck reist jetzt. Ein Schimmer von Altweibersommer liegt nun schon über der Landschaft. Der erste Tau taucht am frühen Morgen auf den Pflanzen auf. Langsam ahnt nun der Waldgänger, dass der Herbst gar nicht mehr so fern ist.
hukwa

Montag, 10. August 2015

Die tiefste aller Weisheiten

Der Mensch sollte sich keine komplizierte Lebensphilosophie machen. Das Einfache ist das Erhabene. Nur im Einfachen steckt eine Sinnfindung. Draußen in der Natur finden wir unseren wahren Geist. Schon als Kind hat es mir besser getan in den Wald zu gehen als in die Kirche. Der Waldgott war mir lieber als der Kirchengott und von den Bäumen und Pflanzen lernte ich mehr als von Lehrern oder Priestern. Die Weisheit die ich in den Wäldern finde ist mir die Tiefste aller Weisheiten.
hukwa

Donnerstag, 23. Juli 2015

Mittwoch, 22. Juli 2015

Montag, 20. Juli 2015

Akelei Haiku

Die Samen der Akelei
kurz vorm Aufspringen
Vergänglichkeit des Sommers.
hukwa

Sonntag, 19. Juli 2015

Freitag, 17. Juli 2015

Tiergewordenes Ich

Ich lausche dem Krähengeflüster
im Kleid der Libelle leb Ich
lauf durch meinen Schattengarten
betaut vom sommerlichen Licht
so sitze ich bei der Wurzel der Weide
zufrieden mit meinem
Tiergewordenen Ich.
hukwa

Mittwoch, 15. Juli 2015

Wann hast du das letzte mal etwas selbst von die gehört

Ich kenne Menschen die schreiben sich den ganzen Tag E - Mails ohne zu bemerken dass sie von sich selbst schon lange nichts mehr gehört haben.
hukwa

Freitag, 19. Juni 2015

Lebensumwege

Unser Leben birgt viele Umwege
in sich. Die Kunst besteht darin,
dabei die Landschaft zu bewundern.
Aus dem Zen-Buddhismus

Donnerstag, 18. Juni 2015

Die Abwässer der Geselllschaft

Wer sich den ganzen Tag mit dieser Gesellschaft und ihren Abwässern beschäftigt findet niemals zu sich selbst. Geh in die Wälder oder in deinen Garten dort findest du zu dir selbst.
hukwa

Mittwoch, 17. Juni 2015

Juni Gedanken aus meinem Schattengarten

Aus der Ferne dringt das kreischen der Krähen in den Garten. Ich sitze unter dem alten Holunderbusch und erfreue mich am süßen Duft seiner steinigen Dolden. Manchmal kommt die Krähe Kra angeflogen. Ich füttere sie und spreche mit ihr. Die zeit zieht vorüber und treibt wie Wasser. Mir ist als sei ich eins mit den Zweigen des Holunders. Ich kehre in mich ein und erfreue mich der einfachen Dingen des Daseins.
So soll der Sommer sein - ein großes Rätsel.
hukwa

Sonntag, 12. April 2015

Der Schlüssel zum Universum oder die kosmische Bestimmung des Menschen

Aus Indien wird uns eine uralte Legende überliefert: Vor Anbeginn der Welt war nur Gott. Das war für ihn wohl recht langweilig. Aufgrund seiner Allmacht schuf er deswegen die Welt aus sich selbst heraus, um damit spielen zu können. Die ersten Wesen aber die er dabei geschaffen hatte, kannten ihre Herkunft und fanden die Welt nicht so interessant und wussten den Weg zurück zu Gott immer wieder zu finden. Der war damit bald wieder in der gleichen Situation als zu Anfang. Also berief er eine Konferenz aller Götter ein, die er dazu gezeugt hatte das sie ihm beim regieren der Welt ein wenig zur Hand gingen. Diese schlugen ihm nun hinsichtlich seiner Probleme vor, den Himmel doch einfach abzuschließen und den Schlüssel zu verstecken. Aber wo? Viele Vorschläge wurden gemacht, ohne das man sich hätte einigen können. Die menschlichen Wesen, die nun die Erde bevölkerten, waren sehr intelligent und würden ihn sicher überall suchen, selbst in den Tiefen der Meere und Ozeane, ja selbst im Universum, wenn sie einst die Möglichkeit dazu haben.
Niemals aber werden die Menschen nur einen Schritt in sich selbst hineintun, meinte Gott, daher werde ich denn Schlüssel zum Universum im Menschen selbst verstecken. In der Tiefe des menschlichen Unbewussten also versteckte Gott den geheimnisvollen Schlüssel.
Was könnte der Schlüssel wohl darstellen, denn Gott Tief in uns versteckt hatte? Vielleicht ist der Schlüssel ein Symbol für etwas das mit unserer verbindjung zum Kosmos zu tun haben könnte? Vielleicht ist es dass was die alten Taoisten Chi nannten? Jene Ur-Einheit aus der die universellen Gegensätze von Ying und Yang hervorgehen, die durch ihr Wechselspiel denn Grundstein für die Vielfältigkeit unserer sichtbaren Welt legen. Das gleiche wiederholt sich bei den Hindus in dem Sanskritbegriff Mulaprakriti, einer Urquelle, aus der durch Involution und anschließende Evolution alle Dinge entspringen. Das chinesische Tao hat die gleiche Bedeutung. Die Upanishaden sprechen von der "Mutter aller Dinge", die Brahman ist.
"Brahman dehnt sich aus; aus ihm ist die Materie hervorgegangen, und aus der Materie das Leben, der Geist, die Wahrheit und die Unsterblichkeit...(Mundaka, Upanishaden, Vers8).
In seinem Essay, Kosmos, Geburt und Wiedergeburt einer Vision, schreibt Ervin Laszlo:" Die Vision, die in den neuesten Kosmologientheorien wieder auftaucht, drückt sich vielleicht am deutlichsten im Raja-Yoga aus; "der königliche Weg", wird in Pantanjalis-Yoga – Sutra dargestellt, und östliche Gelehrte halten ihn für die wirkungsvollste Möglichkeit die Einheit zwischen dem Menschlichen und dem Göttlichen zu erlangen. Yogi Swami Vivekananda beschreibt die Kosmologie des Raja – Yoga anhand zweier Grundelemente: Akasha und Prana. Akasha ist die Substanz, die allem, was existiert, zugrunde liegt, während Prana die Urenergie ist, die auf alles einwirkt und alles formt. Am Anfang gab es nur Akasha, und am Ende wird es wieder nur Akasha geben. Akasha wird zur Sonne, zur Erde, zum Mond, zu Sternen und zu Kometen; aus ihm wird der tierische und der menschliche Körper, die Pflanzen, und alles was existiert. Prana hingegen ist die unendliche und allgegenwärtige Kraft, die auf Akasha einwirkt. Prana ist Bewegung, Gravitation und Magnetismus; es ist gegenwärtig in den Handlungen der Menschen, in den Nervenströmen des Körpers und sogar in der Kraft der Gedanken. Am Ende einer kosmischen Phase lösen sich alle Kräfte wieder in Prana auf, so wie alle Dinge in Akasha vergehen. Und Akasha ist nicht passiv: Als legendäre
"Akasha Chronik" bewahrt es die Spuren von allem auf, das im Kosmos stattfindet".
Leider ist der Mensch von heute zu rational eingestellt als dass er in dieser
Das Göttliche wohnt im innersten Wesenskern des Menschen und kann nicht ausgelöscht werden. Es ist das innere Licht, der Schlüssel zum Universum, die kosmische Bestimmung des Menschen.
Gleiche Ansichten finden wir bei Platon, bei Spinoza und Leibnitz. In Platons Ideenlehre sind die Ideen objektiv und göttlichen Ursprungs, sie gehen auf das Eine zurück. In einem jenseitigen Raum hinter der sichtbaren materiellen Welt sind sie das Ziel allen menschlichen Strebens. Das irdisch-materielle ist nur ein Schatten (Maya?), denn die eigentliche Wirklichkeit beginnt außerhalb des stofflichen Lebens, in einer anderen zeitlichen Dimension.
Nach Spinoza gibt es drei Gattungen von Erkenntnis. Die Sinneswahrnehmung, das rationale Denken und die intuitive Erkenntnis: "Die rationale Erkenntnis geht diskursiv vor, während die intuitive Erkenntnis mit einem Blick in die ontologische Tiefe dringt. Sie erfasst die Modi als Ableitungen aus der Substanz, sie sieht in ihnen die Substanz selbst und ihre Notwenigkeiten. In der Wissenschaft, in der rationalen Erkenntnis, verbinden wir einen Modus mit einem anderen Modus in der Kette der Ursachen. In der intuitiven Erkenntnis dagegen verknüpfen wir nicht mehr Modus mit Modus, sondern wir verbinden die Modi mit ihrer kausalen Notwendigkeit mit der ontologischen Notwendigkeit der Substanz". (Jean Hersch). Also, nicht Modus an Modus, sondern Modus an Substanz. Zu dem Begriff Modi schreibt Spinoza:"...unter Modus verstehe ich die Affektionen (vorübergehende Zuständlichkeiten) der Substanz". Modi sind alle endlichen, unselbstständigen Einzeldinge, Einzelheiten, die in den zwei gänzlich getrennten Reichen des Räumlichen und des Denkens als vorübergehende Formen der unterschiedlichen Substanz existieren.
Man kann also sagen: Die Substanz ist in jenem jenseitigen platonischen Raum der Ideen zu Hause. Über die Modi erreichen uns sozusagen "Wellen" der Substanz. Der Mystiker würde sagen: Uns erreichen schwache Lichtstrahlen des göttlichen Lichtes.
Leibnitz erklärt uns das ähnlich in seiner Mondalogie: Die wahren Substanzen sind selbsttätige, kraftbegabte, seelische Einheiten, Monaden, deren Wesen vorstellen ist. Jede Monade ist ein Spiegel des Universums. Die Monaden bilden eine Stufenfolge von der untersten schlummernden Monade, deren Seelenleben noch unbewusst ist, bis zur göttlichen Monade, der Monade der Monaden.
Dies ist Philosophia perennis, die ewige Philosophie, mit ihren immer und ewig geltenden Wahrheiten, die zusammen das höchste, aufgerichtete Wissen verkörpern.


hukwa








Sonntag, 22. März 2015

Beim Beobachten des Sonnenaufgangs

Auferstanden aus den Wirren
einer Traum durchtränkten Nacht
will der Morgen uns versöhnen
mit dem Schattenland der Nacht.

In der frühen Morgenstunde
scheinst du uns in voller Pracht
und in deinem roten Scheine
eine neue Welt erwacht.
hukwa

Wanderer unterm Silbermond

Still liegt der Teich
im graugrünem Erlenbruche
er schweigt sich aus
nur der Bergbach murmelt leise
manchmal ein Laut
wenn der Wind in den Erlen knistert
der Silbermond steht bleich über den Fichten
der Waldkauz schweigt
am Himmel die Sterne zittern
ich bin allein
im nächtlichen Forste
bin eingehüllt
vom kalten Frühlingsfroste
dennoch schenkt er Geborgenheit.
hukwa

Meine Beziehung zum Buddhismus

Ich bin kein Buddhist aber ich bin der Meinung das der philosophische Buddhismus eine Menge Antworten parat hat auf Fragen die mir andere geistige Systeme nicht beantworten können. 
In seiner einfachen Auslegung ist der Buddhismus eine Religion. In seiner höheren Deutung ist er ein philosophisches System.
hukwa

Samstag, 21. März 2015

Brücke zur Harmonie

Das Herz und die
Seele
werden immer wieder
Schmerzen spüren
Das Herz und die
Seele
werden immer wieder Freude spüren
dennoch
die goldene Brücke zur Harmonie
ist das gelebte Leben.
hukwa

Freitag, 6. März 2015

Wandern

Es gibt zwei Arten des Wandern. Das "innere" Wandern und das "äußere" Wandern". Man sollte beide beherrschen, selbst wenn das Wetter schlecht ist, kann man dann trotzdem auf Wanderschaft gehen.
hukwa

Donnerstag, 5. März 2015

Vollmond

Die ganze Nacht schien der Vollmond in mein Zimmer und hat mich immer wieder einmal geweckt. Dann verlasse ich das Bett, laufe zum Fenster und schaue in den Garten. Das Mondlicht verwandelt ihn in eine mystische Landschaft. Jetzt können sogar die Gedanken einen Teil der Ewigkeit berühren.
hukwa

Dienstag, 3. März 2015

Höhere Geschichte

Um den Weg zu einer wahren Lebensführung zu finden, hat das menschliche Bewusstsein in seiner ganzen höheren Geschichte immer wieder gerungen. Aus dem Ethos des Humanismus kamen jene Sonnenstrahlen die die Existenz und das Dasein des Menschen erhellen.
hukwa

Montag, 2. März 2015

Geschichte oder Geschehen

Sind wir Geschichte oder sind wir Geschehen? immer wenn ich an diesem Punkt meines philosophischen Denkens ankomme, lese ich in der Bhavagadgita.
hukwa

Mittwoch, 25. Februar 2015

Mysterien

Es bedarf um die Stimme der Natur bewusst zu hören, um ihre Sprache zu verstehen einer besonderen Atmosphäre und bei dem Suchenden einer gewissen Sensibilität. Ist dies vorhanden, ist es möglich in das Mysterium der Natur einzudringen.
hukwa

Dienstag, 24. Februar 2015

Innere Harmonie

Innere Harmonie ist das wichtigste nach dem wir
Streben sollten,
die Freuden des Daseins warten auf uns
in den kleinen Dingen des Lebens.
hukwa

Montag, 23. Februar 2015

Zeit

Es gibt nur eine Zeit
in der es wesentlich ist,
aufzuwachen -
diese Zeit ist
Jetzt.
Gautama Buddha

Sonntag, 22. Februar 2015

Heimat - Versuch einer Annäherung. „Weltkunde ist immer nur Heimatkunde" Siegfried Lenz – Heimatmuseum.

Für mich war Heimat immer der Ort wo ich geboren wurde, wo ich aufwuchs, wo ich denn Geschichten der Alten lauschte.
In einem kleinen Waldort im Pfälzerwald verbrachte ich meine Kindheit. Früh übte ich mich darinnen der Stimme der Landschaft zu lauschen, bemerkte alsbald dass es auch eine „Landschaft der Verkörperungen“ gibt. Ich meine damit eine Landschaft in der der Geist unserer Ahnen weiterlebt uns etwas hinterlässt. Eine „Lichtung“
Während meiner Grundschulzeit gab es noch das Fach Heimatkunde. Die Stunden in denen ich in der Schulbank oder auf Exkursionen das wichtigste über meine Heimat erfuhr zählen zu den schönsten meiner Schulzeit.
Letztendlich ist Heimatkunde viel mehr als nur die „Kunde von der Heimat“. Sie ist eine Gesamtwissenschaft.
Schließlich berührt die Heimatkunde durch die Erfassung des Menschen zu seiner Mitwelt, seinem Lebensraum eine große Anzahl von Einzelwissenschaften:
Geschichte, Volkskunde, Biologie, Geologie, Geografie, Botanik, Zoologie u.v.m.
Denn das was wir Heimatkunde nennen ist schließlich ein unteilbares Ganzes.
Schon sehr früh spürte ich dieses „große Ganze“. Eine innere Verbundenheit mit der Tier- und Pflanzenwelt, mit der Heimatgeschichte, mit alten Gebäuden und noch älteren Grenzsteinen und Ruinen die einsam in den Wäldern darauf warten das jemand ihre Geschichte erforscht und sie weitergibt.
Die alten Dinge haben ihre eigene Geschichte, wenn nicht sogar ihr eigenes Sein. Durch Entfremdung von der Heimat kann es schnell passieren das der Mensch in einer „Seinsverlorenheit“ landet. Ohne Heimatgefühl müsste ich den Weg der Selbstentfremdung gehen und davor ist mir Angst.
Dieses Gefühl hat sehr viel mit der „Muttersprache“ zu tun, bei mir eben mit dem „Pfälzischen“. Denn Heimat ist natürlich auch immer sehr subjektiv. So schrieb Carl Zuckmayer zu recht über die Pfalz...“Das Land am Rhein war schon immer eine große Völkermühle, die Kelter Europas“.
Und Heinrich von Riehl einer der ersten pfälzischen Volkskundler machte die Pfalz international:
„...ziehen wir die Summe unserer pfälzischen Völkertafel, so ist der erste Eindruck ein verwirrendes Gemisch: Kelten, Vangionen, Nemeter, Burgunder, Römer, Juden – der verwüstend durchstreifenden Alanen, Hunnen u.s.w. Gar nicht zu gedenken -, Alemanen, zweierlei Franken, Slawen, Friesen, Franzosen, Holländer, Zigeuner und so fort“.
All diese Völker die hier durchzogen hinterließen etwas dass in unsere Muttersprache einfloss.
Und dieser Durchzug der Völker ist ja lang noch nicht beendet.
„Im Jahr 2013 wurde für mehr als eine Million Zuwanderer Deutschland zur neuen Heimat. Inzwischen hat ein Viertel der bundesdeutschen Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Die Zugezogenen arbeiten in Deutschland, gründen Familien. Viele wurden hier schon geboren. Deutschland ist ihre Heimat. Doch noch immer werden sie von der deutschen Mehrheitsbevölkerung nicht als gleichberechtigt akzeptiert...“ (Deutschlandfunk – Sendung – über die Schwierigkeiten ein Deutscher zu sein, 4.10. 2014)





Gewiss ist der Heimatbegriff eines Menschen der in der Großstadt lebt etwas anders als der des Menschen der in der kleinen Dorfgemeinschaft lebt - Heimat aber kennen beide.
Der amerikanische Schriftsteller und Philosoph Henry David Thoreau der fast nie seine engere Heimat um das Städtchen Conncord verließ und der sich mit der Landschaft in der er lebte ganz identifizierte behauptete er betreibe nicht Heimatkunde sondern Kosmologie. Für ihn waren einfach die unermesslichen Wunder des gesamten Kosmos in der kleinsten Naturerscheinung präsent.
Heimatgefühl sollte nicht in Romantik enden – Heimat verpflichtet auch!
Nämlich jenen die ankommen, die aus ihrem eigenen Land vertrieben und verjagt wurden, eine Tür zu öffnen und ihnen dabei zu helfen eine neue Heimat, wenn vielleicht auch nur für eine gewisse Zeit zu finden. Vor allem wir Deutsche mit unseren blutigen, braunen Flecken in Geschichte und Heimatgeschichte stehen hier in besonderer Verantwortung.
Heimatgefühl darf also keine Türen verschließen sondern muss sie öffnen.
Heute erklären wir den Begriff Heimat gerne mit „regionaler Identität“ oder „Bioregionalismus“. Ich selbst finde an dem Wort Heimat nichts altmodisches oder „hanebüchenes“.
Der Historiker Wilhelm Jannsen sagte einmal: „Heimat definiert sich zu einem guten Teil über ihre Geschichte“. Und Enzo Bunz schrieb: „Heimatgeschichte ist nicht nur die Geschichte derer die anscheinend schon immer da waren, sondern auch jener die neu hinzukommen“.
Heimat das ist immer ein Doppelbild des Gestern und Heute, ein Dokument aus Gegenwart und Vergangenheit.
Als Menschen können wir die Gegenwart, die Realität in der wir leben und den oft dunklen Weg in die Zukunft denn wir gehen müssen nur durch ein kritisches Verständnis unserer geschichtlichen Vergangenheit erkennen und begreifen. Wir müssen unsere Geschichtlichkeit, die wir ja alle haben, immer vor Augen haben, denn nur so erlangen wir eine Identität. Gerade diese Geschichtlichkeit in die wir eingebunden sind gehört zum notwendigen Wissen über die Wirklichkeit und Realität in der wir ja täglich Leben. Die geschichtlichen Fakten sind zwar oft ungewiss, bedürfen der Nachforschungen aber sie sind doch realistischer als unsere Einbildungskraft. So wird für den der sich mit Heimatgeschichte beschäftigt diese zu einem Fundus aus dem er sich nehmen kann was er fürs Leben benötigt: erlebte Erfahrung!
In den Worten Goethes ausgedrückt: „Es gibt kein Vergangenes, das man zurücksehnen dürfte, es gibt nur ein ewig Neues, das sich aus den erweiterten Elementen des Vergangenen gestaltet...“
Heimat dass ist auch eine „innere Landschaft“.
Das Wissen von der Heimatgeschichte macht den Begriff Heimat zu etwas Ganzheitlichem, in der sich die Welt von Gestern in eine „innere Landschaft“ verwandelt. Und jene die Heimat haben kennen auch diese „inneren Bilder“. Es ist ein Reichtum an Gefühlen, Gedanken und Empfindungen die diese „Bilder“ in uns hervorrufen. Daher darf Heimat nie zur Nebensache werden, denn für jene die sich aufmachen müssen eine neue Heimat zu suchen, ist sie Hauptsache.
Heimat wird von vielen Menschen in ihren Tagträumen gesucht und diese Suche darf keine Vision bleiben. Daher muss es eine Solidarität geben zwischen dem Heimatbesitzenden und dem Heimatsuchenden.
Vergessen wir also jene nicht die hier schon lange angekommen sind, denen wir es aber schwer machen hier Wurzeln zu schlagen.
Heimat dass soll auch Hoffnung heißen – Hoffnung auf mehr Menschlichkeit. Ganz im Sinne des „Prinzips Hoffnung“ von Ernst Bloch, der am Schluss seines 1600 seitigen Hauptwerkes schrieb:

„Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch. Hat er sich erfasst und das Seine ohne Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worinnen noch niemand war: Heimat.“

hukwa



Lit. Hinweise:

Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung.
H.D.Thoreau: Walden oder Leben in den Wäldern.
J.W.Goethe: Gespräche mit Eckermann.
Martin Heidegger: Sein und Zeit.
Heinrich von Riehl: Die Pfälzer, 1857.
Carl Zuckmayer: Gesammelte Werke.
Deutschlandfunk: Über die Schwierigkeiten ein Deutscher zu sein.
Rainer Schlundt: Sagen aus Rheinland – Pfalz

Philosophie als Heilkunde

Wenn wir uns in die Werke der großen Philosophen vertiefen, stoßen wir immer wieder auf das gleiche Bild:
der eigentliche Wert liegt nicht in den Gütern, die ja nur eine Zierde des Vergänglichen darstellen, sondern der wirkliche Wert ist jener den sich Seele und Geist selbst am Stoff des Daseins erkämpfen. Philosophisches Denken ist neben der Suche nach fruchtbaren Gründen auch immer Kampf. Goethe beschrieb in seinen Faust die Irrfahrt des ewig nach den Genüsslichkeiten des Lebens Strebenden, der aber zuletzt nichts anderes nach Hause bringt, außer seiner geläuterten Seele. Kant ging schon sehr viel weiter, wenn auch trockener als Goethe, er suchte den Sinn der Sittlichkeit und Moral in keinem weltlichen Tun, sondern in der Reinheit des Willens, der das Gute um des guten willen sucht.
Was für den Philosophen als Suche nach den Urgründen des menschlichen Geistes beginnt, wird in der praktischen Philosophie zur Daseinsgestaltung. Aus den Geistesfrüchten die er findet gestaltet er sein Leben. Eine solche Lebensgestaltung ist keineswegs leicht, denn eine Horde von dümmlichen Geistern, von Robotern und eindimensionalen Menschen, werden sich ihm immer wieder in den Weg stellen. Diese Menschen bilden nun einmal die Mehrheit unserer Gesellschaft und ihre Abwässer beschmutzen auch die Sinne, des nach philosophischer Wahrheit strebenden. Diesen Schmutzwässern, begegnet der praktische Philosoph, in dem er diesen einen Damm entgegensetzt: er benutzt seine Philosophie als Heilmittel gegen die Infamitäten des Lebens.
Die Abwässer schlagen zwar wuchtig an die Mauern, aber sie finden keinen Eingang in das Innerste, das Oratorium bleibt rein. Dieses "Innerste" ist des Philosophen wahre Heimat. Und in diesem Innern bewahrt er seine gesammelten Weisheiten des Lebens auf. Man kann sich Weisheiten anlesen, doch erst wenn wir diese in unserem täglichen Leben praktisch umsetzen können, werden sie uns zur weiterführenden Erfahrung.
Nun wenn der Mensch viele Weisheiten angesammelt hat, müsste er ja ein "Weiser" sein? Ob dem so sei dies sei dahingestellt. Weisheit in dem Sinne wie ich sie meine ist eigentlich nichts anderes als Existenzerhellung. Ein Weg zur Existenzerhellung ist das Leben der praktischen Philosophie, wenn sie sich mit der metaphysischen Wesensart des Menschen beschäftigt. Dies findet seinen Ausdruck am ersten in der Selbstbefragung, die sich in der Gewissensentscheidung vollziehen wird und sich sowohl auf die Verantwortung für die persönliche Welt, als auch auf die Gestaltungen der größeren Daseinsordnungen erstreckt. In dem ich mein tiefstes Wesen befrage, beginne ich mit der Gestaltung meines Daseins. Mit dieser Selbstbefragung, beginnt auch die Freundschaft mit der Philosophie. Die Hinwendung zum philosophischen Denken, zu einem philosophischen Lebenswandel, beginnt immer mit der Befragung des eigenen Selbst. Wir wissen von Plato das er seine "Wächter", nach dem sie ihm die höchsten Schauungen gezeigt hatten, wieder dazu zwang in die "Höhle" zurückzukehren, damit er sich wieder dem Druck der irdischen Realität stellen konnte. Das ist praktische Philosophie, die Welt nicht vergessen und doch seine
metaphysische Heimat zu kennen. Durch eben diese Heimat, kann der Philosoph nie Heimatlos werden, denn über diese Heimat ist seine Seele unlöslich mit den Großen in der Kulturgeschichte hervortretenden Gestalten verbunden.
Man kann soviel Lesen wie man will, es hilft uns zweifelsohne bei der Suche nach Erkenntnis, doch nur das was wir in uns selbst finden, ist auf dem Erkenntnisweg verwertbar. Denn die Erkenntnis, die wir in uns selbst finden
ist für uns etwas wie ein wirklicher Beweis, ein Beweis das der suchende Mensch immer ein "werdender" sein wird.
Ein "werdender" im Sinne Goethes der den Menschen und sein Leben als Metamorphose sah – werde der du bist-

Zeitlos – Gedanken über ein Gedicht von 1780 oder
Nun wollen wir "weitergehen"
von Hans Wagner geschrieben im November 1994 Trippstadt am Sängerhain

Es war im Spätsommer des Jahres 1780. Goethe war die Last des geräuschvollen Hoflebens in Weimar unerträglich geworden. Wohin sollte er sich wenden? Das war ihm jetzt fast gleichgültig. Nur fort von den Stätten, an denen er keine Ruhe und Frieden finden konnte! Fort von den Menschen die ihn nicht verstanden!
Mit zerrissener Seele kam er nach Ilmenau im Thüringer Walde. Aber auch hier wo er sonst so gerne weilte, sich immer wohl gefühlt hatte, fand er die gesuchte Ruhe nicht. Unstet – friedlos irrte er durch die Gegend von Ilmenau.
An einem Spätnachmittag führte ihn der Weg nach einem nah gelegenen Berge – dem Kickelhahn.
Oben auf dem stillen, schön bewaldeten Berg hatte Herzog Karl August ein einfaches Jagdhäuschen bauen lassen, von dessen obersten Stockwerk aus man eine herrliche Aussicht genoss. Goethe weilte acht Tage in diesem Waldhäuschen, das später von Rottannen überragt wurde. Es war in diesen Tagen, an einem unvergesslich schönen Abend, als der Dichter, wieder durch das geöffnete Fenster hinausschaute, weit über den schweigsamen Wald hinweg blickend. Ja, hier war Ruhe und Frieden. Wie er die Stille genoss! Lange stand er dort, das Haupt sinnend gegen das Fensterkreuz gelehnt. Wie Goethe so sann, formte sich in seiner Seele ein Gedicht, ruhig und doch wieder leicht bewegt wie die Abendluft, die über dem schweigenden Wald Herbstwald wallte. Allmählich glätteten wohl sich die finsteren Falten in seinem Gesicht.
Dann nahm er einen Bleistift zur Hand, und während der Dichter das Lied leise sprach, schrieb er es an eine Stelle der Holzwand neben dem Fenster des Jagdhäuschens. "Ein Gleiches". Hoch oben steht der Dichter, auf ragender Bergeskuppe, ringsherum so weit das Auge im Dämmerlichte schweifen kann, erheben sich sanft gerundete Höhen. Sie schmiegen sich an ihre großen Brüder, als suchten sie Schutz für die Nacht. Das Wort Zeit existiert nicht mehr, weder für Berge, Busch noch für den Dichter. Vom Bilde des weiten Bergwaldes gleitet der Blick auf einzelne, den Standort des Dichters umsäumende Stämme. Sinnend haftet das Auge an Ästen und Blättern. Still, halte den Atem an, damit du die Ruhe nicht störst! Es ist egal ob wir das Jahr 1780, 1800, 1900 oder 2000 schreiben. Ruhe!
Goethe verließ den Kickelhahn, vergaß das Gedicht. 51 Jahre später besuchte der Lebensmüde Greis, einen Tag vor seinem 82. Geburtstag mit dem Bergrat J.C.H. Mahr nochmals den Kickelhahn. Man berichtete was Goethe unter anderem damals zu ihm sprach..." Ich habe in früherer Zeit in dieser Stube mit meinem Bedienten im Sommer acht Tage gewohnt und damals einen kleinen Vers hier an die Wand geschrieben. Wohl möchte ich diesen Vers nochmals sehen, und wenn der Tag darunter bemerkt ist, an welchem es geschehen, so haben sie die Güte, mir solchen aufzuzeichnen." Sogleich führte ich an das südliche Fenster der Stube, an welchem linke geschrieben steht:

Über allen Gipfeln ist Ruh,
in allen Wipfeln spürest du
kaum einen Hauch;
Warte nur balde
ruhest du auch.
D. 7. September 1780 Goethe

Goethe überlas diese wenigen Verse, und Tränen flossen über seine Wangen. Ganz langsam zog er sein schneeweißes Taschentuch aus seinem dunkelbraunen Tuchrock, trocknete sich die Tränen und sprach, in sanften, wehmütigen Ton: "Ja warte nur balde ruhest du auch," schwieg eine halbe Minute, sah nochmals durch das Fenster in den düsteren Fichtenwald und wendete sich darauf zu mir mit den Worten: "Nun wollen wir wieder gehen!"

Dieses nenne ich ein reales Weltgedicht und eine Metamorphose !

Abend im Wald am Sängerhain
Hans Wagner 1994

Ich möchte die Tage nicht so dahin leben
ohne ihnen ein kleines Geheimnis abzuringen
wachsam will ich sein
wie der Zaunkönig – dort –
auf dem Sandstein
die Heideröschen blühen wieder
Gott schenkt sie uns als lebende Funken
ein Tag im Wald
rauschende Baumwipfel
ihr Getöse vermengt sich mit dem Gezwitscher der Vögel
Stimmungen zwischen den Sekunden
ich schaue die wilde Rose an
der ganze Busch
ein gefallener Engel.

hukwa

Garten der Poesie

Kehr ein in die
Alphabete
der Phantasie 
sie gedeihen im
Garten der Poesie
hier werfe deinen Wortsamen
in die fruchtbare Erde
das sie gedeihen wie Mutterkörner
im wogenden Feld
der weltlichen Poesie.
hukwa

Mittwoch, 18. Februar 2015

Geschichte als Existenzerhellung

Geschichte ist mir dabei behilflich dass sich das Dunkel meiner Existenz erhellt. Sie führt also zur Existenzerhellung.
hukwa

Dienstag, 17. Februar 2015

Das Bedenkliche

Das Bedenkliche in unserer so bedenklichen Zeit ist einfach dass das wir nicht Denken.
Martin Heidegger

Der Platz der Philosophie

Das Weltreich der Philosophie sollte keine Apotheke der billigen Rezepte sein. Auch kann Philosophie keine schlüssigen Lösungen anbieten. Der Philosophie ist man am nächsten wenn sie den Grenzpunkt zwischen Existenz und Transzendenz bewohnt.
hukwa

Montag, 16. Februar 2015

Rosenmontagsstille

Heute Morgen herrscht eine wundersame Stille vor. Ich ging in den Garten um die Vögel und die Krähe Kra zu füttern, Kra kam sofort angeflogen, auch sie genießt die Stille. An solchen Tagen können die Gedanken weit reisen.
Thoreau schrieb einmal:
"Jeder melodische Klang ist der Verbündete der Stille - eine Hilfe, nicht ein Hinderniss für den Flug der Gedanken".
hukwa

Eiskalte Sehnsucht

Es fallen weiße Rosen in das Feuer
das genährt wird von der Leidenschaft eures Trübsinns
geh über den Fluss zu den Gletschern
wo die ewigen Eisblumen blühen
wo kühlend die Höhle der Schneekönigin wartet
wo sie die Gefühle verwandelt
in einen Kristall aus Eis
dort wo die gefrorene Flamme
sich nährt von der ewigen Sehnsucht
wieder Seele zu sein.
hukwa

Freitag, 13. Februar 2015

Vom wahren Reichtum

Ich bin überzeugt davon dass man erst dann wirklich Reich ist, wenn einem die täglichen kleinen Freuden, die man benötigt um im profanen Alltag zu Überleben, keinen Cent kosten.
hukwa

Mittwoch, 11. Februar 2015

Die Krähe Kra

Jedes mal wenn ich im Garten irgendeine Arbeit verrichte kommt die Krähe Kra angeflogen setzt sich auf den Ast der Erle und wartet darauf das sie Futter von mir bekommt. Sie kommt mindestens dreimal am Tag und wenn ich im Hause bin so das ich sie nicht gleich bemerke folgt alsbald ihr kra, kra, kra. Dann gehe ich auf die Veranda und wirf ihr einen Leckerbissen in den Garten. Oft ist auch das Weibchen dabei dieses ist scheuer als ihr Ehegatte.
Sie mögen als Leckereien besonders Walnüsse. Die sie sehr geschickt öffnen. Sie suchen sich einen Stein im Garten, nehmen die Nuss in ihre Krallen und öffnen sie dann mit ihrem Schnabel.
Kra ist eine Rabenkrähe die im Gegensatz zu ihren Verwandten den Saatkrähen ein festes Revier bewohnen und dieses auch gegen andere Krähen verteidigen.
Die Rabenkrähe beschränkt ihre Verbreitung auf Westeuropa etwa bis zur Elbe – hier wird sie sozusagen von der Nebelkrähe eine Unterart der Rabenkrähe abgelöst.
Krähen sind Allesfresser. Ihre Nahrung suchen sie kräftig ausschreitend bei Fußmärchen auf dem Erdboden. Dabei finden sie vor allem Insekten, Würmer und Schnecken, aber auch Mäuse Eidechsen und Frösche, plündern Gelege bis zur Fasanengröße, nehmen aber auch Getreide und Beeren, eben alles was die Jahreszeit bietet. Auf den Straßen finden die Krähen überfahrene Tiere, am Wasser angespülte tote Fische. Sie fressen Aas jeder Größe, daher auch der Name Aaskrähe
Krähen können bis zu 70 Jahre alt werden und in ihrem Leben eine Menge Erfahrungen sammeln.
hukwa

Dienstag, 10. Februar 2015

Erinnerung an den Sommer

Fingerhut
Zwergenhut
stehst so still am Wegesrand
Einsamkeit umgibt dich
Fingerhut
Zwergenhut
geflügelte Elfin bei dir wohnt
man sieht sie nur bei vollem Mond
wo sie im fahlen Licht
dich umschwärmen
im Nachtfalterflug
Fingerhut
Zwergenhut
dein Saft ist
reines Elfenblut
zarte Blätter
sanfte Blüte
möge dich die Elfin
immer gut behüten.
hukwa

Dienstag, 3. Februar 2015

Alte Gemäuer an meinem Wege

Die bedeutendste Kaiserslauterer Mühle war die Kaisermühle, die 1310 durch den Schmied Gottfried von Lautern, mit Erlaubnis von Heinrich VII in Betrieb genommen wurde. Man kann davon ausgehen das sie erst 200 Jahre später als Getreidemühle genutzt wurde, warum auch sollte ein Schmied Getreide mahlen? Wahrscheinlich wurde sie in den ersten 200 Jahren als Schleifmühle genutzt.
Die Kaisermühle lag unterhalb des Alberichsberges, in früheren Zeiten Elberichsberg genannt, ein Name der als Kind meine Phantasie immer sehr beflügelte. Oft habe ich im „Elberichsberger“ Wald gespielt. Zwar stand die Kaisermühle in meiner Kindheit nicht mehr, doch das alte Kaisermühler Herrenhaus kannte ich noch sehr gut. Zur Kaisermühle gehörte zeitweilig auch die Papiermühle in Kaiserslautern, von der heute nur noch ein Straßenname zeugt und eine weitere Mühle die dort gestanden haben muss wo der heutige Volkspark ist.
Gerade mal 300 Meter von der Kaisermühle entfernt, stand bis in die 1950ziger Jahre die Dammühle die seit 1695 an diesem Platz bezeugt ist, diese war eine Getreidemühle die von den Wassern des Eselsbach angetrieben wurde. Ebenfalls in der nähe der alten Kaisermühle stand die im 16.Jahrhundert erbaute Neumühle, die nach dem 2.Weltkrieg abgerissen wurde.
Etwa eine viertel Stunde Fußweg von diesen Mühlen entfernt stand die Gallapmühle, hier wurden Galläpfel zu Tinte verarbeitet.
Wenn ich auch einige dieser Gebäude nicht mehr kannte, so spielte ich als Junge doch an den Plätzen wo diese Gebäude einst standen und wo immer noch einige Mauerreste oder Steine herumlagen.
Auf dem Weg von meinem Heimatdorf nach Kaiserslautern, nach Morlautern oder nach Otterbach fanden sich einige alte historische Gebäude.
Wie ein Märchenturm voller Romantik und Geheimnisse, versteckt hinter Nussbäumen, Efeu und Brombeerranken, lag der Meutheturm an einem Waldhang an der Lauterstrasse, gleich neben dem Kröckelschen Steinbruch in dem meine Großväter als Steinmetze und Schmiede gearbeitet hatten.
Der Meutheturm ist mir als wahrer Zauberturm im Gedächtnis geblieben. So oft ich mich dort aufhielt, ich war immer allein, kein Fuß fand in diese Idylle hinein, er hatte lange Jahre die Aura des Unantastbaren für mich dieser alte achteckige romantische Turm. Kein Mensch schien an dem im Dornrösschen Schlaf liegenden Turm Interesse zu hegen. Oft wenn ich in der Dämmerung dort spielte, war es mir, wenn ich dann noch das Gekrächze der Krähen hörte, als würde gleich der alte Barbarossa aus seiner Höhle heraustreten und ich würde wie ein Knappe mit ihm über den Kaiserberg wandern. So wie ich jeden Baum und Strauch in meinem Heimatwald kannte, so war mir auch der Kaiserberg bekannt und ich war fest davon überzeugt das der alte Rotbart hier irgendwo in einer Höhle seinen Geschichtsträchtigen Schlaf hielt.
Es lag ein romantischer Zauber über diesen verwitterten in sich ruhenden Steinfassaden des alten Turms der sich in diesem einstigen Park regelrecht versteckte.
Zu meiner Kinder- und Jugendzeit war dieses ganze Gebiet um den Kaiserberg eine von Pflanzen und Bäumen wunderschöne verwilderte Landschaft.
Der einst wohl prächtige Park wurde im Osten vom Burggraben abgeschlossen und 500 Meter westlich vom Steinbruch. Im Süden grenzte er an die Lauterstraße, wo einst auch die Ohligmühle gestanden hatte. Nördlich des Parks dehnten sich die weiten Felder bis zum Lindenhof hinauf wo meine Großmuter geboren wurde. Der alte Turm ist mir als wirklicher Zauberturm der Kindheit in Erinnerung geblieben. 
hukwa

Die Rückkehr des Wolfs in den Pfälzerwald

An der Landesgrenze im Nordosten von Rheinland - Pfalz wurde ein Wolf von einer Wildkamera fotografiert. Schön wenn der Wolf wieder im Pfälzerwald eine Heimat finden würde. Hoffentlich kommt kein schießwütiger Jäger daher und tötet das Tier. Das kennen wir ja aus der Vergangenheit.
Die Angst davor, dass es irgendwann zuviele Wölfe im Pfälzerwald geben könnte ist unbegründet. Durchschnittlich besteht eine Wolfsfamilie aus fünf bis zehn Tieren. In Mitteleuropa bewohnt ein ein Rudel ein Gebiet von ca.  250 - 300 Quadratkilometer, das es gegenüber Rudelfremden Tieren verteidigt. Die meisten Jungwölfe wandern bis zu zweiten Lebensjahr ab und suchen sich einen nichtverwandten Partner, mit dem sie ein neues, eigenes, Revier besetzen. Dadurch bleibt ein Wolfsrevier auf Dauer beständig. Es sei den es kommt wieder ein verrückter Jäger und schießt auf das Tier oder die Tiere.
Geben wir dem Wolf eine Chance.
hukwa

Freitag, 30. Januar 2015

In der Stillle der Wälder

Der Schlüssel zu einem authentischen Leben ist die Natur, sie war mir schon in Kindheitstagen Erzieherin und Führerin. Sie ist auch der Eingang zu einer transzendenten Welt. Ihre Schöpfungen, ihr Werden und Vergehen, sind das große Schöpfungsalphabet. Mit all ihren Wesen kann man in Kommunikation treten. Um der Natur zu begegnen bedarf es des Schweigens, nicht des Sprechens. Die Stille der Natur macht es mir möglich mit meiner Seele Zwiesprache zu halten.
hukwa

Donnerstag, 29. Januar 2015

Der kosmische Baum

Wenn man sich mit den alten Mythen und Überlieferungen beschäftigt, begegnet man fast durchwegs Kulturen in deren Mittelpunkt der „kosmische Baum“ stand. Das Aufstellen des Maibaums, der Pfingstquak, unser „Kerwestrauß“, ja der Weihnachtsbaum sind Überbleibsel heidnischer Baum- und Vegetationskulte. Dies bestätigt die Ansicht von Jacques Brosse, der Dendrologe und Ethnologe schreibt in seinem Werk „Mythologie der Bäume:
„Die Verfolgung eines einzigen Beispiels der Esche, bis in die verzweigtesten Einzelheiten hat es ermöglicht, die wesentlichen Eigenschaften des Weltenbaumes zu bestimmen und den Beweis zu erbringen, das sich dass damit zusammenhängende Geflecht von Glaubensinhalten und Institutionen, zumindest in noch lesbaren Spuren, in verschiedenen Zivilisationen auffinden lässt, die es aus räumlichen und zeitlichen Gründen kaum direkt von einander übernommen haben konnten. Solche Ähnlichkeiten müssen vielmehr auf einer wenn nicht identischen, so doch vergleichbaren Denkweise beruhen, der wir in ganz anderen Zusammenhängen wieder begegnen werden. Im Licht dieser verschiedenen Beispiele erscheint der Weltenbaum wohl als einer der auffallendsten, fruchtbarsten und auch am weitesten verbreiteten Mythen, den die Menschen geschaffen haben, um die Struktur des Universums und den Platz, den der Mensch darin einnehmen soll, zu erklären.“
Die vergleichende Ethnologie bestätigt uns das die Symbolik eines „Urbaums“, also eines „kosmischen Baums“ bei allen indogermanischen Volksstämmen vorhanden war. Diese vielfältige doch gemeinsame Symbolik setzt eine gewisse Geisteshaltung voraus, die der Wissenschaftler Claude – Levi – Strauss das „wilde Denken“ nannte. Es handelt sich hierbei um eine gewisse Art die Welt zu verstehen oder ihre Entstehung zu erklären, denn, wie Mircea Eliade zu recht bemerkte, „kann der Baum als >natürliches Objekt< nicht das ganze kosmische Leben vorstellen. Das Leben der Pflanzenwelt deutet nur auf eine Aufeinanderfolge von >Geburten> und Toden< hin. Erst die religiöse Betrachtung des Lebens gestattet es, aus dem Rhythmus der Pflanzenwelt tiefere Bedeutungen herauszulesen, vor allem „Vorstellungen der Wiedergeburt, der ewigen Jugend,, der Gesundheit, der Unsterblichkeit, also alles Symbole die uns auch im „Hain von Nemi“ begegnen.
Das aufstellen eines Maibaums ist also nichts anderes als ein heidnisches Relikt in uns. Der Kirche ist es nie ganz gelungen die Verehrung von Bäumen aus dem menschlichen kollektiven Unbewussten ganz auszutreiben. Also übernahm sie gewisse Riten so z.B. die Fronleichnamsprozessionen , oder das aufstellen eines Maibaumes, das nichts anderes als ein Überbleibsel aus keltischer Zeit ist.
In der Nacht zum 1. Mai feierten die Kelten ihr Beltaine Fest. Am 1. Mai wird sicherlich nicht zufällig der Tag der Arbeit gefeiert. In den germanischen Ländern ist die Nacht des Beltaine –Festes als „Walpurgisnacht“ bekannt, einst gehörte diese Nacht bei Kelten und Germanen der Priesterklasse. Sie zelebrierten in dieser Nacht ihre Rituale die mit Fruchtbarkeitssymbolik zusammen hingen. Noch heute erkennen wir viele alte Gebräuche die sich aus heidnischer Zeit erhalten haben. So das Segnen von Tieren und ihren Ställen, das schmücken der Tiere mit Blumen und anderes. Es war das Fest des Wiedererwachens des Frühlings, eben der Vegetation.
hukwa

Gegenseitige Hilfe in der Tierwelt

Ich sitze am Schreibtisch mit meinem Tagebuch, als die Meisen am Futterhaus Alarm schlagen. Die Nachbarkatze ist im Garten und will auf Vogeljagd ausgehen. Die Krähen in der Fichte haben den Lärm der Meisen vernommen. Plötzlich zähle ich zwölf Krähen im Garten. Sie bleiben zwar auf den Bäumen und auf dem Scheunendach, attackieren jedoch von dort aus die Katze mit ihrem Krähengeschrei. Die Katze verschwindet. Kurze Zeit später sind die Vögel wieder am Futterhaus. 
Das nenne ich gegenseitige Hilfe in der Tierwelt.
hukwa

Mittwoch, 28. Januar 2015

Warten auf den Vorfrühling

Noch ist der Winter hart aber Demeter regt sich schon unter der Erde. Ein paar Wochen noch dann zieht der Vorfrühling ins Land und die ersten Zugvögel kehren zurück. Allen voran der Zilp Zalp ein unscheinbarer kleiner Vogel. Sein Verwandter der Fitislaubvogel kommt zwei Wochen später. Die Schwalben kommen meist um den 25. März in unserem Ort an.
In der Nacht ist es durch den Schnee recht hell im Garten. Als ich heute Morgen gegen vier Uhr aus dem Fenster schaute, konnte ich einige Zeit das Hermelin in seinem weißen Winterfell beobachten. Es besucht immer den Komposthaufen weil sich dort viele Mäuse aufhalten.
Jede Jahreszeit hat ihren besonderen Reiz.
hukwa

Dienstag, 27. Januar 2015

SternenSeele

Geburt ist nur
Betäubung und Vergessen
wer kann in unseren Zeiten
seine Seele noch ermessen
und ist der Geist auch nackt und bloß
Erinnerung umgibt ihn wie ein Hof
es naht der Traum
nach deinen Erinnerungen
schenkt dir Vision und ahnendes Vertrauen
es ist die Welt
mit ihren materiellen Strahlen
die Grenzen zieht und
Kerkermauern um dich richtet
so das wir denken die Heimat sei so fern
und doch ist sie es
die in uns leuchtet wie ein Stern.
hukwa

Montag, 26. Januar 2015

Die Unschuld findest du nur in den Wäldern

Wahre Zufriedenheit finde ich in den Wäldern. Jetzt im Winter wenn man öfters mal ans Haus gebunden ist, weilen meine Gedanken dennoch draussen im Wald. Im Jahre 1841 notierte Thoreau folgenden Satz in sein Tagebuch:
"Ich möchte so sein wie ihr, meine Wälder, und werde nicht eher ruhen bis ich eure Unschuld erlangt habe".
Ich glaube eine solche Einstellung führt zu einer inneren Harmonie.
hukwa

Sonntag, 25. Januar 2015

Wenn mich Quellwasser durchfließt

Was meine Freiheit betrifft so bin ich um diese oftmals besorgt, sobald ich mich gesellschaftlichen Dingen hingebe. Ich fühle mich nach solchen überwundenen Zwängen dann hinter her immer wieder so erfrischt, als würde Quellwasser mich durchfließen.
hukwa

Freitag, 23. Januar 2015

Besuch aus Sibirien

Heute hatte ich Besuch aus Sibirien. Ein wunderschöner Seidenschwanz saß im Holundergebüsch im Garten. Er flog herunter zur Vogeltränke, badete im Wasser, das zerhackte Eis das in der Tränke schwamm störte ihn überhaupt nicht. Nach einiger Zeit flog er dann wieder davon. Seidenschwänze beobachte ich nur alle paar Jahre. Im März ziehen sie dann wieder nach Norden.
hukwa

Gefühl für die Natur

Für mich ist es sehr wichtig das ich während meiner Spaziergänge durch die Wälder, mich darin übe die Natur nicht nur zu sehen sondern sie auch zu Fühlen. Jede einzelne Pflanze kommt sie uns noch so gewöhnlich vor ist ein Wunder der Schöpfung. Wenn ich aus dem Fenster schaue und die Vögel am Futterhaus beobachte weiß ich das es eine Verbindung zwischen mir und ihnen gibt. Ich weiß das weil ich es fühle, Fühlen und Sehen sind letztendlich eins.
hukwa

Mittwoch, 21. Januar 2015

Die Kornmutter - Ein volkskundlicher Beitrag zum alten Feenglauben

Wenn ich als Kind im Hochsommer durch das Küchenfenster den vom Wind bewegten Weizen auf dem Feld des alten Bauern Müller beobachtete sagte meine Großmutter oft zu mir: „Die Kornmutter geht durch das Feld“. Das war in den 1960er Jahren. Es ist verblüffend wie lange sich der alte Feenglaube erhalten hat. Grund genug für mich ihm ein wenig intensiver auf den Grund zu gehen.
Allgemein verbreitet war dieser Glauben. Er zog sich über ganz Europa. Mit einer Vielzahl lokaler Namen bezeichnet waren Feen für die Landbevölkerung anscheinend real existierende Wesen. Sie waren meistens von kleinem Wuchs und man sagte ihnen nach das sie über Zauberkräfte verfügen würden. Sie hausten unter der Erde im Wald, im Wasser oder auf dem Feld. Auch gab es spezielle Hausgeister. So fütterte meine alte Großmutter, Gott sei ihrer Seele gnädig, regelmäßig eine Kreuzspinne über Jahre hinweg, die unter unserem alten Küchenherd hauste. Für sie war die Spinne der gute Hauskobold. Als Kind waren für mich Winds-braut und Frau Holle ebenfalls reale Wesen.
In den volkskundlichen Überlieferungen über Feen und Naturgeister kommen widersprüchliche Einstellungen zum Ausdruck. So gibt es böswillige und gefährliche Zauberwesen, die dem Menschen Schaden beibringen und es gibt die gute Fee und den guten Kobolden.
In dieser Abhandlung geht es um den Korngeist.
In vielen Teilen Europas war die Auffassung verbreitet das im heranreifenden Getreide ein Korngeist hause. In vielen Gegenden stellte man sich darunter ein weibliches Wesen vor dass wahrscheinlich auf die alte Demeter zurückzuführen ist. „So hat Mannhardt behauptet, das der erste Teil von Demeters Namen von einem angeblich kretischen Worte „deai“, Gerste, hergeleitet sei, und das demnach Demeter nicht mehr und nicht weniger bedeute als Gerstenmutter oder Kornmutter, denn die Wurzel des Wortes scheint von den verschiedenen arischen Stämmen auf verschiedene Getreidearten angewendet worden zu sein“, so lesen wir bei Frazer in seinem „Goldenen Zweig“.
In anderen Gegenden wiederum stellte man sich dieses Kornwesen als Ziege, Kalb, Katze oder Kaninchen vor. Eben so wie für meine Großmutter eine Kreuzspinne zum Hauskobolden wurde.
Der Vorgang des Getreideschneidens und Dreschens wurde als „Tötung“ der Kornmutter angesehen.
So sah man in dem langsamsten Schnitter, also dem der die letzte Garbe schnitt den „glücklichen Schnitter“ und stellte ihn in den Mittelpunkt von Ernteritualen. Die zu letzt geschnittene Korngarbe wurde zu einem Kranz gewunden und meist im Stall oder an der Haustür angebracht. Sie sollte Haus und Hof Glück bringen, das Vieh vor Krankheit schützen und vor allem im nächsten Jahr eine gute Ernte einbringen. Frazer als auch Mannhardt sahen in diesem Ritual ein uraltes, archaisches Opferritual. Bestimmt haben sie recht doch die Rituale um den Korngeist oder die Kornmutter hatten noch einen weiteren realen Sinn. Die Funktion des Korngeistes diente auch als Schreckgespenst. Es sollte ganz einfach verhindern das jemand das reifende Korn niedertrat. So wurde unter anderem die „Roggenmutter“ als ein furchtbares Wesen geschildert. Eine Variante der Roggenmutter die in Deutschland beheimatet war sah man als Furcht einflößende Hexe mit eisernen Brüsten, der man nachsagte sie schlage kleine Kinder tot wenn diese dass Roggenfeld betreten würden.
In der russischen Folklore finden wir die „Polewiki“, sie trug eine Sichel bei sich mit der sie Trunkenbolden die in das Getreidefeld trampelten den Bauch aufschlitzte. In Schweden finden wir den „Kornbock“, einen Geist in Ziegengestalt, der im laufe des Jahres immer größer wurde und jenen die ins Kornfeld hinein trampelten aufspießte. In Schlesien schärfte man den Kindern ein: „Der Wolf sitzt im Kornfeld und wird euch in Stücke reißen“.
Insgesamt aber galt die Kornmutter als fruchtbringender Geist und die Ahnin dieses Korngeistes dürfte zweifelsohne Demeter sein.

Literaturhinweise:
James Frazer: Der goldene Zweig
Paul Herrmann: Deutsche Mythologie 

hukwa 

Während meiner Wanderungen

Bei meinen Wanderungen durch die Wälder möchte ich meine Ruhe haben. ich laufe so das ich nicht mit Anderen zusammentreffe. Der Wald ist mir ein Heiligtum und die banalen Gespräche meiner Mitbürger stören meine Intuition. In den Wäldern werden meine Gedanken zu wehenden Winden, die ich in die Weite fliegen lassen möchte. Zu interessant sind die Wesen der Natur als das ich mich durch Menschen von ihnen ablenken lasse.
hukwa

Dienstag, 20. Januar 2015

Spaziergang bei Neuschnee

Als ich heute Nacht gegen drei Uhr erwachte und aus dem Fenster sah war die Landschaft in weiß getaucht. Schnee ist ein großer Verwandler. Schenkt er mir doch immer das Gefühl des sich wohl - fühlens.
Am frühen Morgen machte ich eine Wanderung durch die Wälder. Aus dem Dickicht drang manchmal das zarte Piepsen einer Blaumeise, ein Kleiber untersuchte die Rinde einer Fichte, erhaben und Tief ist die Stille der Wälder vor allem bei Neuschnee. In der Kälte des Januar Morgen können die Gedanken Schweifen. Ein paar Tannenmeisen tauchen auf. Es macht Freude das lustige Völkchen zu beobachten. Ich laufe durch den Fichtenwald, dessen Boden weich wie ein Teppich ist. Ich bin allein in dieser wundervollen Natur.
hukwa

Montag, 19. Januar 2015

Raureif

Der Raureif der heute Morgen die Landschaft verzaubert ist Nebelraureif, dieser ist etwas fester und dichter als der Tauraureif. Er ist weiß wie Schnee und hängt an den Bäumen wie Flechte. Die Gestalt der Bäume erscheinen nun noch würdevoller.
hukwa

Meine Vögel

Als ich heute Morgen gegen 8.Uhr in den Garten ging war die ganze Landschaft mit Eis und Raureif bedeckt. Kristallklar war die Aura dieses schönen Morgen. Als ich das Vogelfutter verteilte beobachtete mich aus nächster Nähe die zahme Krähe Kra. Sie saß auf einem ast ganz in meiner Nähe. Ich gab ihr eine Walnuss und ein Stück Kuchen vom Vortag. Als ich wieder im Haus war und am Arbeitstisch saß, von wo aus ich einen guten Ausblick in den Garten habe, tauchten auch die anderen Vögel auf. Zuerst kamen die Dompfaffen, zwei Männchen und vier Weibchen. Dann tauchten die anderen auf. Regelrecht Amsel, Drossel, Fink und Star. Es ist für mich immer wieder ein wunderschönes Erlebnis unsere heimische Vogelwelt im Garten zu beobachten. Nun kommen auch die beiden Elstern die seit Jahren gegenüber auf der mächtigen Buche brüten und mir im späten Frühjahr immer ihre Jungen vorführen. Sie trauen sich erst ans Futter wenn Kra weggeflogen ist. Ich finde Vögel interessanter als die meisten Menschen die ich kenne.
hukwa

Donnerstag, 15. Januar 2015

Tagesspruch

Der Edle strebt nach Harmonie
nicht nach Gleichheit.
Der Gemeine strebt nach Gleichheit
nicht nach Harmonie.
Konfuzius

Mittwoch, 14. Januar 2015

Es war der Osten der mich erzog

Ich erinnere mich daran, dass ich schon als Kind oft abseits von meinen Kameraden, ganz für mich allein, versuchte die Welt zu ergründen. Ich versuchte dies vor allem von der Intuition her, weniger vom Intellekt. Mein Leben lang war meine Intuition dem Intellekt immer einen Schritt voraus. Ich denke viel, doch ich lebe noch intensiver. Nicht das „ich denke also bin ich“, bei mir war es das, „ich fühle also bin ich“. Wenn ich etwas metaphysisches wahrgenommen hatte, fiel es mir sehr schwer dies mir über den Verstand zu erklären. Es war meine Vernunft die mir zuflüsterte, „es ist nun mal so, also belasse es dabei“. Ich ersparte mir dadurch viele innere Zerwürfnisse.
Mein Weg, mein Sein als philosophischer Mensch begann sehr früh. Als ich dann in meiner Jugend begann die ersten philosophischen Werke zu studieren, bemerkte ich bald, das mir diese Werke zu abstrakt waren, ich konnte kein gelebtes Leben darinnen entdecken. Dies änderte sich als ich in die Welt der östlichen Philosophie eindrang. Hier begegnete ich zum ersten mal Suchenden, die Intuition höher als rationales Denken stellten und dies war für mich eine große Bereicherung. Es war der Osten der mir die Augen öffnete vor allem die Werke der alten Taoisten, die ich auch heute noch über alles schätze. 
hukwa

Dienstag, 13. Januar 2015

Schatten von Schatten

In der Nacht pfiff der Wind ächzend um mein Zimmer, die Erlen im Garten biegen sich und die Wolken wanderten schnell und wild am Himmel entlang. Der Mond schenkte der Landschaft eine mystische Helle und ich stand gegen drei Uhr früh auf um diese Stimmung in einem Gedicht festzuhalten:
In der Nacht
das Licht des Mondes
ruht auf der Fensterbank und
gibt den alten Dingen
ihren wahren Schein
Schatten von Schatten
erzählen ihre Geschichte
Erinnerungen um Erinnerungen
tauchen auf im Licht des Mondes
tanzende Schatten
legen sich an die Fensterscheiben
jagen die Gedanken
in die Vergangenheit der
Dinge
die so viel zu Erzählen haben.
hukwa

Montag, 12. Januar 2015

Statist oder Person?

So lange wir mit der Welt denken, sind wir Staub und Statisten ihrer Geschichte,
Denken wir über die Welt hinaus,
wird aus dem Staub eine Frucht
und aus dem Statist eine Person.
hukwa

Sonntag, 11. Januar 2015

Ein Kastanienbaum

Tausend Blicke streifen täglich sein Geäst
Doch niemand bemerkt im Grau der Stadt
Denn einsamen Kastanienbaum
Dennoch
In unerschütterlicher Ruhe
In seinem Wesen Baumesecht
Grünt jedes Frühjahr in dieser Betonlandschaft
Der einsame Kastanienbaum
Dann regt sich wieder Leben in ihm
Stadttauben gurren in seinem Laubwerk
Amseln bauen in ihm ihr Nest
Denn Kindern fällt es als erstes auf
Sie sehen ihn am Morgen von den viereckigen Fenstern ihrer Behausungen aus
Für sie ist er ein Symbol des Frühlings
In trostloser Betonlandschaft
Nun ist der Baum nicht nur dunkel und grau
Wirkt schön bewegend Großzügig
Sein Stamm erscheint nun wie geleckt
Mancher denkt nun mit Genugtun
Seht die alte Kastanie
Sie hat es wieder geschafft
Zu erblühen in der grauen Stadt. 

hukwa

Samstag, 10. Januar 2015

Mit Poesie zu den Quellen des Lebens vordringen

Das poetische Schaffen war mir immer Hauptaufgabe. Der Versuch eine reiche poetische Bildersprache dem materialistischen Denken unserer Zeit entgegenzusetzen. Selbst meine surrealen und hermetischen Gedichte sind Wunschbilder, leben sie doch vom Wunsch nach mehr Verständigung unter den Menschen, sie behandeln den Kreislauf der Natur ebenso wie den Kreislauf des Lebens. Nur in dem poetischen Zweiergespann von Realität und Phantasie gelingt es mir zu den Quellen des Lebens vorzudringen.
hukwa

Freitag, 9. Januar 2015

Zeitenriss

Die große Fichte
wirft ihren Schatten
wie ein Speer
Nebelgesichter spiegeln sich
im tauenden Schnee
der Flug der Krähe
durchzieht die Landschaft
als ginge 
ein Riss durch die Zeit.
hukwa

Sonntag, 4. Januar 2015

Der alte Merlin

Hinter sumpfigen Gefilden
Tief im grünen Eichenhain
Wo kein Mensch sich je hintastet
Streng beschützt von Elementen
Steht der Wald von Borceliande.

Hier in diesem dunklen Nemeton
Bei den tausendjährigen Eichen
Den uralten heiligen Eiben
Wo der Weißdorn blüht der Reine
Dort wo sich die Geister nachts vereinen
In dem Wald von Borceliande
Der alte Merlin noch immer lebt.

In den Eiben hausen Elfen
In den Eichen die Dryaden
Unter Felsen sitzen Gnome
Nymphen die Quelle bewachen
Dort im Wald von Borceliande
Der alte Merlin noch immer lebt.

Ständig brennt das Eichenfeuer
Kaut der Alte heilige Eicheln
Wo er mit Talisien spricht
Sich mit Mutter Mab hier trifft
Hier begann die Schlacht der Bäume
In des Goldenen Zeitalters Räume
Im Nemeton von Borceliande
Wo der alte Merlin lebt.

Manchmal in den Vollmondnächten
Reitet auf einem weißen Hirsch
Merlin durch des Waldes Dickicht
Im Gefolge grauer Wölfe
Einen Eber an der Leine
Reitet Merlin durch die Wälder

Braust der Sturmwind durch die Wipfel
Brennt das Feuer auf der Bergen Gipfel
Sturmwind braust durch Baumes Wipfel
Reist der Alte mit den Vögeln
Durch die Weltenräume
Tönt im Forst von Borceliande
Jenes wundersame Lied
Der alte Merlin lebt.



In den süßen Sommernächten
Mutter Mab schickt ihre Knechte
Viviane ihre Schwestern
Tanzen alle im Hexenkreis des Krötenpilz
Aus den Baumeskronen tönt es wieder:
Der alte Merlin lebt.

Doch die Menschen die Verruchten
Die nicht vom Incubus Gezeugten
Die Zerstörer Goldener Räume
Vom Stumpfsinn umnebelte Gestalten
Die von Dummheit lassen sich walten
Wissen nicht das
Der alte Merlin lebt.

Wissen nichts von den reglosen Farnreichen
Vom silbrigen Mond bestrahlten Wiesenhainen
Im alten Wald von Borceliande
Wo es keine Pfade gibt
Wo die Baumsippen der Eichen
Würdig in die Höhen streben
Dort im alten Wald von Borceliande
Wo der alte Merlin lebt.

In diesem grünen Ozeane
Rauschen Blättermeer Beschlüsse
Leis die Mandragora flüstert
Hier im feuchten weichem Moose
In den Polstern des Heidekrautes
Die Stirn umkränzt von Efeuranken
Selig in Vivianes Armen
Der alte Merlin schläft.

In der uralten Quelle von Borceliande
Spiegelt sich ein borkenhaftes Gesicht
Träumt im Innern seiner eigensten Natur
Merlin
Den Traumschlaf der Tage
Den Schlaftraum der Nacht
Im dunklen Forst von Borceliande
Wo Merlin wacht.

Schon als Kind hier zuhause
Lauschte dem Schwatzen der Espenzweige
Lernte hier die Sprache der Tiere
Um sich zu verwandeln in eine knorzige Eiche
Im Wald von Borceliande
Wo Merlin lebt.



Dort im grünen Fleisch des Waldes
Bei den Buchen Eichen Ulmen
Bei den mystisch schönen Blumen
Seinen allerbesten Freunden
Dort im wilden Baumesheer
Dort im Wald von Borceliande
Wo der alte Merlin lebt.


Flüstern Eichen wispern Espen
Tannen rauschen Buchen raunen
Im Geäste wilder Weiden
Seltsame Hexenzöpfe wachsen
Hier im tiefen Waldesinnern
Glanzbraun auf Steinen Eidechsen schillern
Im alten Wald von Borceliande
Merlin die Zeiten webt.

In den Nächten brennen Sterne
Merlins ewige Laternen
Hirsche brechen durchs Gebüsch
In der dunkelsten Nacht der Nächte
Diana von Nemi zu Merlin spricht:
Du mein Sohn aus alten Zeiten
Hüte diesen Wald
Er ist dein Eigen
Schütz die Pflanzen die hier sprießen
Sei Freund der Wesen die hier leben
Lieb den Wald von Borceliande
Denn geheimnisvollen Forst
In dem Du
Als Merlin lebst.

hukwa



TAT TWAM ASI

Es ist Nacht
der VOLLMOND erhellt mein Zimmer
ich bewundere die ROSE auf der Fensterbank
und bemerke mit einem mal
die BLÜTE dieser ROSE
ist so Makellos wie der KOSMOS
das Licht des Mondes das sie widerspiegelt
ist mir heute Nacht der GLANZ
                   BRAHMANS.
hukwa

Der Moment in dem ein Gedicht entsteht

Wenn ich meine Gedichtmanuskripte lese, so ist mir immer eines besonders wichtig: Die Erinnerung an jenen Moment - in dem das Gedicht entstand. Dieser Moment ist mir so wichtig wie das Resultat. In diesem Moment steckt viel Erinnerung.
hukwa

Samstag, 3. Januar 2015

Das schamanistische Extrem in der Dichtung

Der Dichter spricht aus dem Urgrund des Seins, so formulierte es Nietzsche einmal. Oft kommen seine Wörter aus archaischen Tiefenschichten. Daher für viele unverständlich. Wenn sie hochquellen aus den Tiefen und sich mit der empirischen Wirklichkeit paaren entsteht hermetische Lyrik. Das schamanistische Extrem des Dichters ist, das er nicht mit den Dingen spricht sondern aus den Dingen herausspricht.
hukwa

Freitag, 2. Januar 2015

ZweiterJanuarZweitausendFünfzehn

Heute ist Freitag wir haben Tauwetter
es ist ein Tag an dem es nicht hell werden will
in einer e – Mail teilte mir jemand mit
ich würde in einer evozierenden Zeichensprache schreiben und mein Denken wäre
dunkel und esoterisch
wahrscheinlich hat er recht doch ich schrieb zurück
meine Gedichte besitzen ein ontologisches Schema und ich betreibe
lyrische Phänomenologie
das möchte ich auch in aller Ruhe weiterhin tun
ich schrieb einen Text über GONGORA
und machte danach einen Waldspaziergang
ruhig und starr wie Buddhastatuen stehen die Bäume im Wald
als seien sie in ihrem eigenen Saft erstarrt
ein einsames Vogelpiepsen dringt aus dem Dickicht zu mir
ich glaube es ist eine Kohlmeise
ich laufe hoch zur alten Burgruine und schaue ins Tal hinunter
ich lausche einige Zeit dem Rauschen des Wildbachs
dann kehre ich wieder um nach Hause
dort angekommen übe ich mich im
BEI MIR SELBST SEIN
dies kann man nicht oft genug üben koche mir einen Cappuccino
und gehe an den ORT an dem ICH SCHREIBE und schreibe
KONKRET über das LAND in dem ICH lebe

OHNMACHT
ZORN und ZÄRTLICHKEIT
SPRACHE die nicht vor den WIDERSPRÜCHLICHKEITEN des Lebens
KAPITULIERT
und denke, ich will Gedichte schreiben so hart wie STEIN
KIESELSTEINGEDICHTE
sollen es sein
mit der Steinschleuder
will ich sie schleudern und
sie werden SCHWEIGEN
keiner wird mehr sagen
nimm den Kiesel aus dem Mund

Der Postbote unterbricht mich beim Schreiben bringt mir eine Büchersendung die ich hastig öffne und mich dann freue wie ein kleines Kind ein Buch von Garcia Lorca und ein weiteres von Rafael Alberti ich beginne sofort mit dem lesen merke erst als die Dämmerung beginnt das ich zu lange gelesen habe und mein Gedicht darüber fast vergessen habe also schreibe ich wieder:
beginne mit:

MORGEN ist Samstag der DritteJanuarZweitausenFünfzehn und ich DENKE
ein Dichter findet immer MATERIAL das ihn zu der DICHTE der DINGE führt und macht daraus
GEDICHTE.
hukwa