Dienstag, 21. Mai 2019

Wiederkehr

Die alten Kiefern atmen die Zeit
lange schon
alt und grau
wie die alten Lieder
Stein und Wurzel
Regenflut
bei der Wiese
blüht der gelbe Ginster
vom Waldrand klingt
des Schwarzspechts Ruf
eine Seelen Ton
mir aus der Kindheit weht
es ist als kehre sie wieder.
hukwa

Freitag, 10. Mai 2019

Mythischer Tagesspruch

"Ich erinnere mich dieses Planes. Es lag ihm, ich weiß nicht welche, sinnliche und geistige Lust zugrunde: Wie der gehetzte Hirsch ins Wasser, sehnte ich mich hinein in diese nackten, glänzenden Leiber, in diese Sirenen und Dryaden, diese Narzissus und Proteus, Perseus und Aktaeon: verschwinden wollte ich in ihnen und aus ihnen heraus mit Zungen reden. 
H. von Hofmannsthal 

Donnerstag, 9. Mai 2019

Ein-Wirkungen

Nichts ist unser Eigentum außer der Zeit. 
Seneca  

Eine Wiederholung der Geschichte im Allgemeinen oder die Eigene kann es nicht geben. Wir erleben Geschichte als energisches Prozess. Die Geschichte und somit auch ihr ältester ungeschriebener Teil, der Mythos, ist ständig in uns am Werke. In unserem Alltag lebt das Vergangene als Unbewusstes Element in uns weiter und wirkt auf die Gegenwart ein.
hukwa

Mittwoch, 8. Mai 2019

Wildorchidee und Wildbienen in Trippstadt


Fotos©UteKW




hukwa

Fortschrittlichkeit

Die Menschheit hätte mit ihrer fortschrittlichen Wissenschaft die Möglichkeit die Öko-Katastrophe aufzuhalten! Statt dessen produziert man immer größere und billigere Fernsehbildschirme für unsere Wohnzimmer- anscheinend auch um den Untergang unseres Planeten luxuriöser verfolgen zu können. Und natürlich auch größere Flugzeuge um dieses Spektakel von oben zu beobachten können.
hukwa

Dienstag, 7. Mai 2019

Dasein

"So entsteht in der Welt etwas, dass allen in die Kindheit scheint 
und worin noch niemand war: Heimat". 
Ernst Bloch 

In unserer modernen von Gier und Maßlosigkeit gesteuerten Welt wird es immer schwieriger mit dem Begriff Heimat umzugehen. Der herrschende Zeitgeist ist Heimatlos; weil eben Heimat mehr ist als nur ein Begriff. Heimat ist Da-sein. Ein Dasein im Hier und Jetzt und ein DA-SEIN in der Geschichte in der eigenen und der Geschichte an sich.
hukwa

Sonntag, 5. Mai 2019

Mit "Merlinischem" Auge

Um in den Mythos einzudringen benötigt man nicht den statischen Blick des modernen Wissenschaftlers, man braucht den seherischen Blick des "alten Weisen". Mit "Merlinischen Augen" will der Mythos erforscht sein. Es gibt eine Tiefe des Sehens, jenseits akademischer Wissenschaften, die zur Quelle des Mythos führt.
hukwa

Samstag, 4. Mai 2019

All-Gegenwart

Mein Leben spielt sich in der Gegenwart ab die ich mit Wachsamkeit beobachte. Und doch bewege ich mich täglich längere Zeit in der Vergangenheit. Vor allem in der Mythologischen. Im Hier und Jetzt verschwimmen die Grenzen von Vergangenheit und Zukunft zu dem großen Ganzen der All-Gegenwart.
hukwa

Mittwoch, 1. Mai 2019

Meine Jahresringe

Am frühen Morgen durchblättere ich meine gesammelten Tagebücher. Es sind sehr viele. Um sie intensiv zu studieren genügen einige Morgenstunden nicht. In den Tagebüchern aus den 80ziger Jahren entdecke ich Erinnerungen die in die 60ziger zurückgehen. Tagebücher haben etwas mit den Jahresringen eines Baumes gemeinsam.
hukwa

Sonntag, 21. April 2019

Die Heimat des Mythos

Wie aus einer dunklen Kammer, einem unterweltlichen Geheimnis gleich, taucht der Mythos auf. Mit ihm begegnet uns der Schimmer einer Urzeit, von der wir so gut wie nichts mehr wissen. Das Wenige dass uns darüber erreicht ist in der Regel meistens Fragment. Und doch ist der Mythos in seinem ursprünglichen Sinne nichts anderes als Geschichte, nämlich "aufgeschichtetes Seelengut" das in uns innewohnt. Dem Mythos sind wir besonders nahe im Schlaf. Unsere Träume führen uns in Sphären, die weit über unsere Person hinausliegen. Durch den Traum sind wir dem Jenseitigen verbunden, jenem Bereich in uns dass die Heimat des Mythos ist.
hukwa

Mittwoch, 17. April 2019

Das Ganze

Heute Morgen habe ich einige Zeit, das wunderschöne Fresko von Raffael betrachtet, "Die Schule von Athen". Es zeigt unter anderem Plato der mit dem Finger zum Himmel weist. Aristoteles Hand weist nach unten. Plato ist der Metaphysiker, Aristoteles schaut das Ganze aus dem Sichtwinkel der empirischen Realität. Dennoch- für beide existiert die Welt als Ganzes. Es ist der Eine Geist der vorherrscht und an dem wir alle Teilhaben.
hukwa

Sonntag, 14. April 2019

Wenn die Ahnin mit liest

Heute beim Lesen hatte ich das Gefühl das jemand "mit liest". Ich las in einem Buch von Heinrich Zimmer. Nach einer viertel Stunde stieß ich auf folgende Textstelle: "Doch sind die Generationen die diesen Roman gestalten, nicht nur unsere geistigen, sondern bis zu einem gewissen Grunde auch unsere leiblichen Vorfahren. Sie leben ohne dass wir es wissen in uns, und wenn wir zuhören, hören sie mit. Beim Lesen nickt vielleicht ein dämmerhaftes Ahnen-Ich, dessen wir nicht inne sind, seine Zustimmung, wenn es eine alte Geschichte hört, und freut sich, wiederzuerkennen, was einst Teil seiner alten Weisheit war. Wenn wir darauf achten, vermag uns dieser in uns Anwesende vielleicht zu lehren, wie wir diese alten Erzählungen hören, wie wir darauf reagieren, wie wir sie verstehen und in unserer Alltagswelt anwenden sollten".
hukwa

Botschaft der Natur

Die Natur ist weit mehr als eine Welt materieller Erscheinungen. Wenn wir ihre Geschöpfe genau beobachten, deren Signatur studieren, öffnet sich uns das Buch der wirklichen Offenbarungen. In jedem Vogellied, in jedem Windhauch können wir die Botschaft auch hörbar wahrnehmen.
hukwa

Samstag, 30. März 2019

Fenster zu einer anderen Welt

Der materielle Aspekt eines Baumes ist nur der kleinste Teil von dem
was die Wirklichkeit eines Baumes ausmacht.
So gesehen sind Bäume und Pflanzen
Fenster zu einer anderen Welt.
hukwa

Montag, 25. März 2019

Entweihung

Wir entweihen unseren Geist in dem wir uns dem Stumpfsinn einer Gesellschaft hingeben deren Ziel es ist, aus allem menschlichem etwas robotisches zu machen.
Zu viel Gesellschaft verknechtet die Gedanken.
hukwa

Sonntag, 24. März 2019

Gegenwart

Der Mensch der im Frühling lange schläft
kann nicht wissen was er versäumt.
hukwa 

Die Gegenwart eines Baumes erfüllt mich einfach mit Freude. Heute will ich zum Wildbach laufen, die Weiden und Erlen besuchen, den Vogelstimmen lauschen und mich am Rauschen des Wassers erfreuen.
hukwa

Mittwoch, 20. März 2019

Wahrnehmung

Die Leute meiner Umgebung sind immer auf der suche nach etwas "besonderem", ihr besonderes ist in meinen Augen etwas nutzloses. Ich bin auf der Suche nach den einfachen im Alltag, dazu benötige ich nur meine Wahrnehmung und die sorgt dafür das aus so etwas einfachem wie einem Stein etwas besonderes wird. 

Jetzt im aufkommenden Frühling ist die Zeit wo ich täglich draußen arbeite. Erfüllende Handarbeit im Freien stärkt Körper und Geist. 
hukwa

Dienstag, 19. März 2019

Langsamkeit

Jede Pflanze, jedes Tier, besitzt mehr Erhabenheit als der Mensch. 

Wo rinnen wir uns üben müssen? Im langsamen Leben. Die Langsamkeit ist eine Kunst die jeder für sich erst noch erfinden muss.
hukwa

Montag, 18. März 2019

Es ist besser

Ich bevorzuge das Wasser vor jedem anderen Getränk. Und meine Gedanken weilen öfters bei den Bäumen im Wald als bei den Menschen. Es ist besser man beginnt seinen Tag im Zwiegespräch mit der Natur als mit den faulen Reden der Mitmenschen.
hukwa

Sonntag, 17. März 2019

E-Mail´s

Du kannst dich darauf verlassen dass die Menschen die den ganzen Tag e-Mails empfangen schon lange von sich selbst nichts mehr gehört haben.
hukwa

Freitag, 8. März 2019

Zeit

Mein Zeitgefühl ist ein anderes als das meiner Mitbürger. Zeit ist das einzige was ich niemals verleihe. ich liebe die Langsamkeit an der Zeit auf keinen Fall die Eile. Der Mensch sollte wachsen und reifen wie ein Baum. So kann er sicher sein dass er einmal gute Früchte tragen wird.
hukwa

Samstag, 2. März 2019

Frühlingswanderung

Foto©UteKW
©hukwa

Frühlingslied

Nach der Schönwetterperiode im Februar kam der März mit Kälte und Regen. Das ist gut so, die Natur benötigt die Feuchtigkeit mehr als die sonnige Trockenheit. In den nächsten Tagen werden die Frühlingsblüher aus der Erde treiben. Die Vögel werden mit dem Nestbau beginnen und ich werde über den frühlingshaften Planeten laufen und den Märzgeist begrüßen. Um halb vier Uhr in der frühe hörte ich einen ersten zärtlichen Laut der Amsel. Der versuch ein Frühlingslied anzustimmen, doch sie traute sich noch nicht so richtig. Es schien mir als wollte sie mir Mitteilen der Anfang ist gemacht in der nächsten Zeit wirst du von mir hören. Ich warte darauf!
hukwa

Freitag, 1. März 2019

Mineral Pflanze Tier Mensch

Der russische Wissenschaftler Vernadsky stellte die These auf das Leben auf unserer Erde sei eine "Dispersion des Gesteins". Also eine in über Milliarden von Jahren erstreckende Umgestaltung des Gesteins, in dessen Verlauf sich dieses von der Mikrobe zum Menschen in immer kompliziertere Lebensformen transformierte.
Ich glaube dass unsere Seele bevor sie sich in einen menschlichen Körper inkanrniert die Metamorphose von Mineral, Pflanze und Tier durchläuft. Für unseren Planeten wäre es besser gewesen wir wären in diesen "unteren" Bereichen verblieben.
hukwa

Montag, 25. Februar 2019

Der Märzgeist ruft

Das alte Gras vom Vorjahr
dazwischen
frisches Grün
die Eberesche streckt sich
Morgenhimmel
die roten Wolken glühen
Amselschlag
Meisengezwitscher
verkünden den nahenden Frühling
jetzt ziehe hinaus
der Märzgeist ruft
sein Ton ertönt im Vogelruf
der Dompfaff lockt im Fichtenhain
und über dir ein Kranichzug.
hukwa

Sonntag, 24. Februar 2019

Das Lied des Frühling

In den Wäldern sprechen die Brunnen und Quellen schon etwas lauter. Es ist als übten sie schon ihr Frühlingslied. Die Schwanzmeisen vom Kaltenborn sind schon auf Nistplatzsuche. Jetzt beginnt die Zeit da die Natur uns einladet ihre Wunder aufzusuchen.
Gegen sieben Uhr am Morgen ging die Sonne auf. Im Garten liegt leichter Raureif. Durch die Fichten bricht goldenes Sonnenlicht. So wie in der Natur durchfließt auch der Körper und Geist jetzt wieder mehr Energie. Bald kehren die ersten Zugvögel zurück. Holunder und Birken schlagen aus. Mutter Natur schenkt ihren Wesen neues Leben. Wahrnehmung ist ein Losungswort des Frühlings.
hukwa

Samstag, 23. Februar 2019

Warum sind wir eigentlich hier

Wenn ich darüber nachdenke wie es in der Welt zugeht Kriege, Raubbau an der Natur, Gier und nur noch Streben nach Materialismus, komme ich nicht umhin mich zu fragen, warum wir überhaupt auf diesem Planeten existieren? Entweder sind wir überflüssig oder wir haben überhaupt keine Ahnung davon warum wir überhaupt hier sind.
hukwa

Freitag, 22. Februar 2019

Märzgeist

Heute Morgen fühlte ich das erste mal den nahenden Märzgeist. Es ist eine besondere Stimmung die nur um diese Jahreszeit zu spüren ist. Die Meisen zwitschern schon recht frühlingshaft und die ersten Schneeglöckchen blühen. In den nächsten Tagen werden die Kraniche über den Ort ziehen. Jetzt naht die Zeit da man jeden Tag in der Natur neues beobachten kann. Den Tag verbringe ich nun wieder meistens in der freien Natur. Schließlich will man den Frühling ja nicht versäumen.
hukwa

Dienstag, 19. Februar 2019

Dichterdasein

Nur in der literarischen Welt zu Hause zu sein, in der Gesellschaft aber ein Fremdling, dies ist das Dasein des Dichters.
hukwa

Montag, 18. Februar 2019

Innere Geschichte

Es ist der Abglanz des fernen Ursprungs
der meinen Geist webt
das Medium Zeit das mich führt 
zu jenem ewigen Vergangenen
mir ist es ein ewig Gegenwärtiges
dies Erinnern
an lang vergangene Zeiten
ein mythisches Erleben
von vorbewussten Schichten
lebe ich
in innerer Geschichte.
hukwa

Freitag, 15. Februar 2019

Das Gewicht der Erfahrungen

Das Dichten ist das unschuldigste aller Geschäfte. 

Das Gewicht der Erfahrungen
sind die Jahre
mit ihren Inneren Landschaften
im Erkennen
nicht im Wissen
offenbaren sie sich 
schenken wir den Träumen  mehr Aufmerksamkeit
so fühlen wir uns weniger begrenzt
in der Wirklichkeit.
hukwa


Samstag, 9. Februar 2019

Auch an diesem Tag geschehen seltsame Dinge

Die knisternde Flamme aus Eis
erhellt für einen kurzen Moment
denn zwiespältigen Übergang zwischen der Nacht und dem Morgen
es ist der Buchstabe der fehlt
der Satz der verloren gegangen ist
das Wort das nie ausgesprochen wurde
ich suche es
fern der lügenhaften Existenz der Masse 
die Ich lose Zeit
vereint sich in der Sanduhr der Jahre
begleitet vom Schatten der Träume
wartend auf des Nachtsspechts Ruf
ich
der die Wörter sammelt
sie sucht
dort wo die Silberfinger greifen nach der Echtheit der Chimären
wo sich die Erinnerungen offenbaren
und du weißt
auch an diesem Tag
geschehen seltsame Dinge.
hukwa

Freitag, 8. Februar 2019

Meine Dreifelderwirtschaft

Das Tagebuch hat für mich immer in erster Linie einen Gebrauchswert. Es ist Dokumentation, Chronik aber auch Fiktion und Künstlerbuch. Mein gesamtes künstlerisches Arbeiten beginnt mit dem Schreiben ins Tagebuch. Alle Texte die ich bisher schrieb haben eine Verbindung zu meinen Tagebüchern. Es ist der Mittelpunkt meiner Arbeit. Die Tagebücher - ich habe sehr viele gefüllt - sind mein Gesamtwerk - mein Gesamtkunstwerk. Alles was ich veröffentliche in Zeitschriften, Anthologien, Zeitungen, in meinen blogs wird zuerst in meinen Tagebüchern niedergeschrieben. auch die Filme in denen ich mitgewirkt habe (Dokumentationen) haben hier ihren Anfang. Das Tagebuch ist für mich Chronik meiner inneren Entwicklung.
Literatur, Kunst, Geschichte das sind die Felder die ich aufsuche um sie zu bestellen. Früh am Morgen bearbeite ich meinen Acker, Pflüge ihn, jäte und werfe meinen Samen aus. Mit diesen drei erwähnten (Literatur, Kunst, Geschichte) betreibe ich eine Dreifelderwirtschaft.
hukwa

Donnerstag, 7. Februar 2019

Brücke aus Licht

Wir suchten die Brücke aus Licht
doch wir fanden sie nicht
so konnten wir ihn nicht antreten
den Weg ins Unendliche
doch jetzt
vergiss und schlafe
keine Ahnung kann uns mitteilen
was das Herz schon lange wusste.
hukwa

Mittwoch, 6. Februar 2019

Eine gewisse Ohnmacht

Es gibt sie, die Bilder die man nie wieder aus dem Kopf  bekommt. Sie haben sich festgesetzt. Bilder aus Vergangenheit und Erinnerungen. Sie wollen verarbeitet werden. 
Thorreich Geißenbauer  

Heute Morgen fiel Schnee
er gibt der Landschaft eine gewiße Ohnmacht
schenkt Ruhe und Besinnlichkeit
im Haus wirft der Holzofen eine mollige Wärme
ein Tag ein Jahr ein Jahrhundert 
die Winterschlacht um Stalingrad
mein Großvater erzählte mir nie davon
lass das Junge sagte er wenn ich danach fragte
Frieden ist etwas schönes
er musste es wissen war in zwei Kriegen
damals lag auch Schnee als ich ihn fragte
in meiner Kindheit
er war ein kluger Mann
zwei Weltkriege
und nie darüber gesprochen
ich schaue hinaus in die weiße Landschaft
der Schnee deckt die Erinnerungen wieder zu
ich denke vielleicht sprach er nie darüber
weil für ihn ein Großteil seiner Jahre
eine gewisse Ohnmacht waren?
hukwa

Samstag, 2. Februar 2019

Daseinsebene und Daseinsform

Das Leben ist eine Daseinsebene. Die Menschen leben auf verschiedenen Ebenen. Die einen auf einer höheren Ebene die andern auf einer niederen, dies führt oft zu Unstimmigkeiten, weil die Menschen der niederen Ebene die auf der höheren überhaupt nicht verstehen können. Aus diesen Ebenen heraus bildet sich die Daseinsform des Menschen. Also die Form die er seinem Leben gibt. Der Mensch sollte immer nach der nächst höheren Daseinsebene streben.
hukwa

Donnerstag, 31. Januar 2019

Der alte Apfelbaum und Ich

Ich laufe den alten Feldweg entlang
die ganze Nacht ist Schnee gefallen
die weiße Pracht knirscht unter meinen Schuhen
weckt Erinnerungen
ich lasse die Gedanken in die Zukunft eilen
noch einige Wochen
dann ziehen wieder die Kraniche
die Meisen werden mit dem Nestbau beginnen
zweimal im Jahr schließt sich ein Jahresring
im Herbst und im Frühjahr
ich verweile einige Zeit vor dem Apfelbaum
er ist in die Jahre gekommen
der alte Baum
dennoch strömt er eine meditative Gelassenheit aus
was interessiert ihn die robotische Welt die ihn umgibt
bevor ich weiterlaufe
denke ich
wir haben viel gemeinsam
der alte Apfelbaum und ich.
hukwa

Mittwoch, 30. Januar 2019

Freie Wahl

Für Menschen die ihre anerzogene Werte kritiklos übernommen haben muss das Leben eindimensional bleiben. Es ist der ewige Konflikt zwischen hinnahme des Lebens wie es ist und dem drang das Leben selbst zu Gestalten.
hukwa

Montag, 28. Januar 2019

Auszugraben...

Ein Leben zu führen wie es meine Mitbürger führen ist mir zu eintönig. Ohne den Hintergrund der Poesie und Kunst wäre es für mich langweilig. das poetische Schaffen war mir immer Hauptaufgabe. Nach Möglichkeit muss jeden Tag ein Gedicht entstehen, hier ist eins: 
Auszugraben
das alte Wort
in seinem neuen Symbol
entspricht es dennoch dem alten
nur das geboren werden
in die bunte Welt der Erscheinungen
lässt das grüne Laub der Eiche
noch lange nicht
schwarz-weiß werden.
hukwa

Sonntag, 27. Januar 2019

Das Reden und das Schweigen

Das Reden fließt in das Schweigen hinein
wenn die Wörter zur Form werden
hat der Dichter sein Haus erbaut
so beginnt er
seinen Garten zu bepflanzen
im silbernen Mondlicht der Nacht
entsteht das Geheimnis des Gedichtes
den nur hier
gedeiht der Garten
der Poesie.
hukwa

Samstag, 26. Januar 2019

Späte Erinnerung

Die Jugend im Alleinsein
fern der Dressur der Roboter
der Fahrtwind streift mein Gesicht
an jenem Nachmittag regnete es
in der Ferne erstarrten die dunklen Wolken
irgendwo dahinter das Meer
das ich noch nie gesehen hatte
fremde Menschen dazwischen wie ein Echo
Wellen die Gedanken verschlingen
das kleine Haus auf dem Hügel 
in der Nacht hörte ich das Rauschen des Wassers 
das Schweigen der Welt
ist ein Rausch
dachte ich
vorrückend wie ein kalter Schatten
im Schlafsack
schläft die Einsamkeit mit
vom Meer her
ein Gesang
ich der das Brausen der Wälder kannte
lausche verzückt
dem Meeresgesang.
hukwa

Mittwoch, 23. Januar 2019

Sanduhrenzeit

Mysterium der Nacht
im Haus des Dichters
klang von Lyren und Flöten
auch wenn sie nicht sichtbar sind
im Hintergrund lächelt Pan
jetzt da das Haupt des Orpheus spricht
die Grenzen der Zeit
im rieselnden Sand
Sanduhrenzeit
fern den leeren Hülsen der digitalen Epoche
wohnt das Mysterium der Nacht
in Kerkern der Erinnerungen.
hukwa

Samstag, 19. Januar 2019

Januarmorgen

Heute morgen sehr früh schon eine Wanderung durch die eiskalte Natur gemacht. Hier ein Gedicht dass ich von der Wanderung mitgebracht habe.

Kristallen die Landschaft
eisig und einsam
der alte Wildapfelbaum
seine Zweige
wie Silberfinger
im weißen Strahlenkranz zwischen Baum und Fels
die Wintersonne
strahlt golden
dies ist die Freiheit der Frühe
eines einsamen herrlichen Januarmorgen.
hukwa

Freitag, 18. Januar 2019

Der ständig wandelnde Strom

In meiner Jugend achtete ich sehr aufmerksam darauf das ich mit der Gesellschaft nicht im Gleichschritt mitmarschierte. Es war mir immer eine Freude wenn der Tanz ums goldene Kalb begann einfach aus der reihe zu Tanzen. Heute in einem gewissen Alter achte ich sehr darauf das ich nicht in die Altersversteinerung falle. Nur wer den ständig wandelnden Strom unseres Seins erkennt kann der Lethargie entrinnen.
hukwa

Mittwoch, 16. Januar 2019

Ehrgeiz

Ich lebe in der Zeit
und die Zeit lebt mich
aussteigen aus der Tretmühle
vor vielen Jahren
es bleibt der Ehrgeiz
ich selbst zu sein
hukwa

Samstag, 12. Januar 2019

Winterwald

Foto©UteKW
hukwa

Gott

Wenn ich über Gott nachdenke, dann vergesse ich als erstes die Kirche und die Religionen überhaupt. In dem ich meine Gedanken von diesen Fundamenten befreit habe ist es mir vielleicht möglich die große Abstraktion Gott zu ahnen.
hukwa

Donnerstag, 10. Januar 2019

Surrealistischer Morgen

Um 4.Uhr aufgewacht. Ofen angeschürrt, Bad, Kaffee, Morgenmeditation. Um 5.Uhr mit der Arbeit begonnen.
Gestern Nachmittag begann ich an einer surrealistischen Collage zu arbeiten. Ich gehe dabei folgend vor: Vor mir ein leeres Blatt Papier darauf schreibe ich Wörter und Sätze die mir plötzlich in den Sinn kommen, später kommt eine Zeichnung dazu, schließlich Ausschnitte aus Zeitschriften oder Zeitungen. Bei all diesem Tun versuche ich einen Automatismus beizuhalten. Die Anleitung zu dieser Art von surrealistischen Schaffen habe ich mir bei Andre Breton in seinen "surrealistische Manifest" ausgesucht. Man kann eine solche Arbeit auch eine surrealistische Meditation nennen.
hukwa

Mittwoch, 9. Januar 2019

Verborgen

Ruhend im Tagtraum der Nächte
und im Nachttraum der Tage
schwebend in wässriger Verlorenheit
verschollener Tage
Zeit
die wie ein Licht die Dunkelheit durchbricht
lebt verborgen in dir
das einsame Ich.
hukwa

Sonntag, 6. Januar 2019

Dreaming

Foto und Malerei©hukwa
hukwa

Morgenspaziergang zum Scharderkopf

Foto©UteKW
hukwa

Der Schleier der Dinge

In einer Inneren Welt
das äussere Sein wahrnehmen
aus dem Verborgenem heraus
die Gegenstände betrachten
sie verbinden mit den Tiefen des Selbst
ist eine der Aufgaben der Dichtung.
hukwa 

Einen einfachen Gegenstand hinter einer neunfachen Lage von Schleiern zu Verbergen bringt uns der Wahrheit dieses Gegenstandes näher. Wir Erkennen dann das wahre Sein dieses Objektes. 
Thoreich Geißenbauer  

Samstag, 5. Januar 2019

Mehr brauche ich nicht

Ich lausche dem Laut der Meisen
weiß um den grünen Gott
der durch die Wälder pirscht
im Moos und Farn erblicke ich ihn
von Angesicht zu Angesicht
ich bin vereint mit Strauch und Kreatur
verschmilze mit der umgebenden Natur
mehr brauche ich nicht.
hukwa

Freitag, 4. Januar 2019

Die Spur des Geldgeilen Pietro Bernadone

Es ist die Ich-Bezogenheit des Menschen die ihn an den Abgrund führt. Dieser Egoismus dem er folgt wie einem natürlichen Impuls ist für die Menschen schon so selbstverständlich geworden das überhaupt kein kritisches Denken mehr vorhanden ist. Ein taoistischer Spruch sagt: "Spanne den Bogen soweit du klannst und du wirst wünschen du hättest rechtzeitig eingehalten".
Es war der Heilige Franz von Asissi, Francesco Bernadone, der das Vermögen seines Vaters zurückwies und ein eigenständiges Leben führte. Ich würde den Heiligen Franz als den ersten Ökologen des Christentums bezeichnen. Doch die Welt trat nicht seine Nachfolge an sondern folgte der kapitalistischen Spur von Pietro Bernadone, dem Geldgeilen Vater des Franziskus.
hukwa

Mittwoch, 2. Januar 2019

Der wirkliche Schein der Dinge

Wer die biographische Wahrheit im Gedicht sucht wird früher oder später auf das Bewusstsein der dichterischen Einbildungskraft stoßen, die nach eigenem, psychologischen Wahrheitsbegriffen verfährt. 
Thoreich Geißenbauer 

In der Nacht
ruhte das Mondlicht
auf der Fensterbank
und gab den Dingen
ihren wahren Schein
Schatten von Schatten
erzählen Geschichte
Erinnerungen an Erinnerungen
tauchen auf
im fahlen Schein des gelben Gestirns
fordern die inneren gesammelten Ressourcen
und Phantasie
aus den Tiefen herauf
und plötzlich ist man Eins
mit den Dingen.
hukwa

Dienstag, 1. Januar 2019

Januarspaziergang

Fotos©UteKW

hukwa

Denksätze am frühen Morgen

Wenn ein Realist über Proust spricht begreift er ihn nicht.

Schein oder Sein ist auch dass denkst du oder wirst du schon gedacht.

Das Gedichte schreiben mag eine Brotlose Kunst sein aber sie gibt dem Leben eine Festigkeit und einen Halt. 

Schriftstellerei ist verarbeiten, Dichtung ist Suchen.

Die feinste aller Künste ist die Kunst der Selbstveränderung, deswegen werde heute noch zum Künstler.

Leben ist Suchen
selten ein Finden
es ist der Versuch sich zu Ergründen.
hukwa