Sonntag, 16. Januar 2011

Baumwesen

Ich bin ein Baum
im tiefen Wald
ich steh schon lange hier
in reiner Schönheit sah ich den Mond
er hüllt mich zärtlich in des
Himmels Glanz
doch eines Tages kommst du wieder hierher
und suchst nach mir
Vielleicht waren vor dir schon andere hier
und nun findest du mich nicht mehr.
hukwa

Donnerstag, 13. Januar 2011

Winterwald

Verzaubert der Wald
Schnee bannt Baum und Strauch
Manchmal ein einsamer Vogellaut
Zwischen gefrorener Stille und Ahnung
Das Eingehen in die Welten
Das geräusch von knackenden Holz unterm Schuh
Erinnert an archaisches.
hukwa

Donnerstag, 6. Januar 2011

Traum von den Immerwiederkehrenden

Als ich heute Morgen erwachte, blieb ich wie gewöhnlich noch einige Zeit nachdenklich im Bett liegen. Ich versuchte mich daran zu Erinnern, welche Traumerlebnisse ich in der vergangenen Nacht hatte. In dieser Technik seit vielen Jahren geübt, fiel mir der Traum auch nach kurzer Zeit wieder ein. In der vergangenen Nacht waren mir im Traumschlaf zwei Chinesen begegnet. Ich kenne die beiden recht gut. Seit vielen Jahren geistern sie immer wieder durch meine Traumwelten. Diese Begegnungen sind mir inzwischen so gewohnt, dass ich sie einfach die" zwei Taoiisten" nenne. Im Lauf der Jahre habe ich mir angewohnt jene Gestalten, die mir im Traumleben immer wieder begegnen, die "Immerwiederkehrenden" zu nennen(siehe hierzu Gesamtkunstwerkblog mit Malereien über die "Immerwiederkehrenden"). Die beiden "Taoisten" sind mir also bestens bekannt. Wenn wir uns treffen geschieht dies immer in der gleichen Landschaft. Eine Gebirgsgegend irgendwo im Himalaya. Oft treffen wir uns in einem Pavillon der aus Wildholzstämmen erbaut ist. Umgeben ist er von alten Kieferbäumen und blühenden Kirschsträuchern. Die zeitliche Epoche in der wir uns dann befinden, liegt wohl tief im Dunkel der Geschichte verborgen. Der Inhalt unserer Gespräche handelt meist von taoistischer Philosophie. An die Gespräche von heute Nacht erinnere ich mich kaum noch bis auf den Satz- "gehe jetzt und suche die Gasse mit den dunklen Fenstern!"
hukwa

Montag, 3. Januar 2011

Wunderschöne Worte

Ich habe heute diese wunderbaren Worte bei Carlos Castaneda gelesen: "Unsere Augen können Fenster sein, durch die wir in den Stumpfsinn glotzen oder in die Unendlichkeit spähen." Ich für meinen Teil bevorzuge letzteres.
hukwa

Sonntag, 2. Januar 2011

Über den Fetischcharakter meiner Gemälde

Meine Bilder sind auch Erzählungen sie erzählen Geschichten aus tieferen Welten. Die Welt des Unbewussten ist genau so relistisch wie die Welt der rationalen Ebene. Ich persönlich bin der Meinung sie ist realer den sie steuert ja, unsere täglichen Handlungen, wenn die meisten Menschen hiervon auch nichts wissen oder wissen wollen. Ich behaupte sehr Selbstbewusst das meine gemälde vielleicht nicht die "schönsten" sind, doch sie gehören zu den realsten dem Unbewussten sehr nahe stehende Werke. Da ich diese Bilder immer wieder studiere, immer wieder mal an ihnen arbeite, bekommen sie auf Dauer für mich einen Fetischcharakter.
hukwa

Samstag, 1. Januar 2011

Unterbewusstsein - Immerwiederkehrende

Als Künstler denke ich anders. In der autonomen künstlerischen Denk- und Lebensweise, die ausserhalb der täglichen Rationalität liegt setze ich mich als Künstler immer wieder mit den eigenen Tiefen meines Unterbewusstseins auseinander. Es teilt sich uns ja ständig mit, man muss nur die Symbole, die da auftauchen entziffern können. Diese Symbole sind sehr Rätselhaft, aber über die Malerei kann man einen Zugang zu ihnen finden. Seit vielen Jahren male ich "Immerwiederkehrende". Gestalten, Symbole, ja, Persönlichkeiten die immer wieder in mein Leben einkehren. Es scheint mir als führten sie ein Eigenleben. Man sollte nicht so oft rationalistisch Denken, dann findet man auch den Zugang zum Unbewussten. Wilhelm Reich schreibt, dass Erkenntnis der Wahrheit darin besteht, mit der kosmischen Energie, die überall vorhanden ist und auch durch den menschlichen Körper strömt, in Kontakt zu kommen, und dies ist dem Menschen nur möglich, wenn er seine Panzerung abgebaut hat, wenn das rationalistische nicht mehr Herr im Hause des Geistes ist. Also wenn er jene Blockierungen abgebaut hat, die das Unbewusste daran hindern, bewusst zu werden.
hukwa

Sonntag, 12. Dezember 2010

Im Haus des Seins

Früh am Morgen beginne ich mit dem Philosophieren. Ich denke nach über mich und die Welt. Dann gehen die Gedanken tiefer. Ich beschäftige mich mit einem Philosophen, vergleiche seine Gedanken mit meinem Leben. Irgendwann befinde ich mich dann in meiner eigenen Ideenwelt. Diesen Zustand nenne ich die "Einkehr ins Haus des Seins". Es ist ein Nach-Hause-Kommen, ein Gefühl des Bei-Sich-Selbst-Sein. Wenige Menschen kehren ein in das Haus des Seins. Bei Heidegger ist Philosophieren "Selbstseinkönnen", also der Mensch ist bei sich selbst.
hukwa

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Waldengel

Über das Augenfällige hinaussehen

Das menschliche Bewusstsein verfügt über gewiße Schichten, Bewusstseinsschichten. In der regel lebt der Durchschnittsmensch ein einfaches Bewusstsein, der Künstler verfügt durch die Techniken seiner Kunst über die Möglichkeit sich in ein anderes Bewusstsein hinein zu erheben. Das ist die Magie der Kunst sich durch die Schichten und Panzer des Bewusstseins durchzuarbeiten und das Leben zu schauen wie es ist. Anders, als es uns Erziehung, Gesellschaft und Moral vormachen wollen. Als Maler male ich die wirklichkeiten meiner Realitäten, zerreiße den Vorhang der Ilusionen und versuche das menschliche Bewusstsein in seiner gesamten Psychologie mit Farbe einzufangen. Der Realismus in der Kunst ist ganz anders, als die meisten ihn sehen, er existiert nicht in dem Sinne, wie viele ihn zu verstehen glauben! Wols sprach hier von über das "Augenfällige hiaussehen"... Sein Bezug zur Wirklichkeit vollzieht sich in getrennten Stufen, jeder bildnerischen Tätigkeit geht ein bezweifeln der Wirklichkeit vorraus auf die er stößt oder die ihn treffen. "Das erste das ich aus meinem Leben verjage, ist das Gedächtnis" -dieser ausgiebig zitierte Satz Wols drückt einfach eines aus: "Wenn ich Male schließe ich die Augen", den "Sehen" kann man nur wenn man die Augen schließt. So kann die Kunst zu einem halluzinatorischen Akt werden, zu einer körpereigenen Droge: "Denn niemals ist man der Realität gewisser, als wenn sie Illusion ist", (Henry Michaux). Denn dann ist sie Realität kraft unserer Zustimmung. Sobald ich zu malen beginne, gehe ich in eine andere Realität über.

Samstag, 27. November 2010

Das Auge des Heraklit

Es ist Samstagabend. Ich sitze in der Küche und lasse meine Gedanken "fliegen". Da kommen pfeilschnell die unterschiedlichsten Erinnerungen der letzten fünfzig Jahren aus den Tiefen des Unbewussten, wo sie gespeichert sind. Ich übe mich gern darinnen, mich von den Gedanken fortragen zu lassen. Denn das Denken findet immer einen Ort wo es gerne oder nicht so gerne verweilt.
Heute habe ich ein Bild fertiggestelt, ein Ölgemälde, "das Auge des Heraklit". Bunte Punkte, Wellen und Monde umgeben ein Auge das im Universum zu schweben scheint - eine Monade? So stelle ich mir die philosophischen Visionen des Heraklit vor - kosmisch schwebend im freien Raum, in der Urheimat.
hukwa

Donnerstag, 18. November 2010

Tarot – Selbsterfahrungen mit einer Bildersprache

Tarot- Symbolik des Unbewussten

Vor einiger Zeit habe ich mein altes Tarot – Deck aus meinem "Zauberschrank" mal wieder hervorgeholt um mich mal wieder mit der symbolischen Bildersprache dieser uralten Karten zu beschäftigen. Der Symbolismus des Tarot ist immer modern und für jene die sich damit beschäftigen eben immer aktuell. Die Herkunft dieser symbolschweren Karten liegt im Dunkeln der Geschichte begraben. Niemand kann sagen ,wo diese Karten das erste Mal auftauchten. Bei den Symbolen handelt es sich um Bilder die menschliche Bezüge und kosmisches Geschehen in verschlüsselter Form darstellen. Zweifelsohne sind die Arkane des Tarot im menschlich Unbewussten und im kollektiven Bewusstsein der Menschheit zu Hause.

Tarot als Zugang zum Unbewussten

Symbole können als psychische Vermittler die Konzentration auf die Urbilder der Psyche lenken, eben auf das kollektive Unbewusste, als auch auf das persönlich Unbewusste und so die Kräfte dieser Bereiche wieder ins Bewusstsein leiten. Sie sind jene Sprache mit der sich die innere Welt verständlich macht und sich wieder in unser Denken zurückrufen will. Für mich ist der Tarot ein kosmisches Spiel. Symbole dienen als Stufen, die zu unserem verborgenen Zentrum führen, zum Selbst. Um sie nutzbar zu machen, müssen sie gesammelt und geordnet werden. Dies kann über die Symbolik des Tarot getan werden. Unter anderem sind diese Karten auch eine Anleitung, eine Hilfestellung, die Symbolik unseres Unbewussten zu ordnen.

Tarot- zeitlose Symbolik

Der Tarot ist eine mythische Bilderschrift die es zu entziffern gilt. Es gibt keine wissenschaftliche Methode die Symbolik des Unbewussten zu Deuten, jeder muss seinen eigenen Zugang finden; ganz im Sinne von Heinrich Zimmer, der in seinem Aufsatz, "der Dilettant im Umgang mit Symbolen," schreibt: "Die Methode- oder eher Gewohnheit- das Unbekannte auf bereits Bekanntes zurückzuführen, ist ein uralter Weg zu intellektueller Selbsttäuschung. Sie führt zu unfruchtbarem Dogmatismus, geistiger Selbstzufriedenheit und unerschütterlicher Überzeugung von der eigenen Überlegenheit. Wir müssen stets bereit sein, unseren sicheren Standpunkt aufzugeben, wenn ein zeitloses Symbol aus den Tiefen unserer Bilderwelt emporsteigt und sich dadurch eine neue Vorstellung- sanft oder gewaltsam- aufdrängt, sonst betrügen wir uns selbst um die Frucht einer Begegnung mit der Weisheit von Jahrtausenden".

Der Tarot spricht zu uns in der Sprache der Symbolik des Unbewussten, nähern wir uns ihm in der richtigen Art und Weise öffnet er uns die Tore zu den geheimen Kammern unserer Seele. Die Karten selbst können niemals ganz verstanden werden aber gerade deshalb eröffnen sie dem Suchenden neue und ursprüngliche Einsichten. Die Karten sind Ausdrucksmittel kosmischer Kräfte des Lebens, die ja auf jeden einwirken und somit ein Zugang zu den archetypischen Inhalten unseres Unbewussten.

Man sollte die Karten meditativ betrachten dann regen sie die kreativen Kräfte unserer Psyche an und können zu einer inneren Erweiterung unseres Bewusstseins führen. Sie geben uns die Möglichkeit die verborgenen Fähigkeiten unseres Unbewussten zu aktivieren und somit Teil eines kosmischen Spiels zu werden. Der Tarot eröffnet uns bisher unerschlossene Gebiete unseres Geistes indem sie die alltägliche Welt mit der Welt des Geistes verbindet. Das ganze System des Tarot wurde im Verlauf der Jahrhunderte verschiedentlich gedeutet, wie es auch zu seiner Herkunft viele Spekulationen gibt, ich persönlich, kann mich am besten mit der Deutung von Heinrich Zimmer identifizieren dieser schrieb: "...außer den vier Farben...enthält dieses Spiel eine höhere Serie von 22 Spielkarten. Eine von ihnen "der Narr" trägt keine Nummer; er ist vermutlich der Vorläufer des heutigen Jokers. Die anderen 21 waren nummeriert, um eine fortlaufende Serie zu bezeichnen. Nach meiner Überzeugung stellt die Bilderschrift dieser Karten die Stufen eines esoterischen Initiationsordens dar, der zwar vorwiegend christliche Zeichen benutzt, aber nur um die Formen der Gnostik zu bemänteln, einer ketzerischen Lehre, die in Südfrankreich bis ins 15.Jahrhundert weit verbreitet war. Der Initiant gelangte, nachdem er zwanzig Grade der allmählich zunehmende Erleuchtung durchschritten und ebenso vielen charakteristischen Versuchungen widerstanden hatte, schließlich zur Stufe der mystischen Vereinigung mit der heiligen Dreieinigkeit. Das wurde durch die höchste Karte der Serie versinnbildlicht: den tanzenden Hermaphroditen. Die Seele war die Braut des Herrn; in der Gestalt des Hermaphroditen waren beide eins."

hukwa

Sonntag, 7. November 2010

Natur - ein Ort der Andacht

Ich brauche nur aus der Haustür zu treten über die Strasse zu laufen, dann bin ich in kürzester Zeit im Wald. Hier kann ich dann in aller Ruhe im Schöpfungsalphabeet der Natur lesen, kann die uralte Stimme der Erdmutter vernehmen, im Rauschen des Windes, im säuseln des Wildbachs und im Gezwitscher der Vögel. In den Wäldern finde ich jene Stille und Stimmen die ich benötige um mit meinem Selbst Zwiesprache zu halten. Nur in der Stille der äußeren und inneren Natur kann man diesem Selbst begegnen. Die Natur ist ein Ort der Besinnung und des Entzückens, sie ist ein uralter Ort der Einweihung und der Andacht. Durchdrungen von ihr kann der Mensch seine Verbundenheit, seine Allverbundenheit mit dem Kosmos spüren. Natur soll uns eine Sache von Andacht und nicht von Ausbeutung sein. Für den großteil der Menschheit ist sie leider letzteres!
hukwa

Montag, 1. November 2010

Philosophisches Denken

Ich mag die Lichtgestalten in der Philosophie. Philosophen wie Platon, Jaspers oder Ernst Bloch. Menschen deren Aufgabe darin bestand etwas positives in die Welt hinein zu philosophieren. Keine reine Unheilverkünder wie Heidegger. Unheil gibt es genug in der Welt. Es sollte die Aufgabe der Philosophie den Menschen zur Erhellung seiner Existenz zu führen, schließlich leben die meisten in einer Verdunkelung ihrer Existenz. Philosophie ist die Lust am Denken und am Staunen, der Mut tief und anders zu denken wenn dies angebracht erscheint. Man sollte sich nicht mühen und plagen beim Denken, die Gedanken sollten fließen wie ein klarer Waldbach.
hukwa

Dienstag, 19. Oktober 2010

über meinen Ginkgo Baum

Vor ein paar Jahren spazierte ich über eine Waldwiese bei Trippstadt. Ich führte eine Pflanzenexkursion für Touristen. Ich traute meinen Augen nicht als ich mitten auf der Wiese ein kleines Ginkgo Bäumchen wuchs. Ich habe nie herausgefunden wie es auf diese Wiese kam. Da ich wusste das diese Wiese regelmäßig gemäht wurde, war mir klar das es nur eine Frage der Zeit sein konnte, bis der Ginkgo abgemäht wurde. Also nahm ich ihn mit und pflanzte ihn in einen Kübel, dieser steht Heute noch auf meiner Veranda. Als ich ihn damals einpflanzte, setzte ich mich danach an meinen Tisch und trank einen Kräutertee. Auf dem Tisch lagen Goethes Gedichte, ich schlug just eine Seite auf und schaute verwundert auf das gedicht das hier stand: Ginkgo -
Dieses Baumes Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut.
Gibt geheimer Sinn zu kosten,
Wies denn Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei die sich erlesen,
Dass man sie als eines kennt?

Solche Fragen zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn:
Fühlst du nicht an meinen Liedern
das ich eins und doppelt bin?
Goethe

Montag, 18. Oktober 2010

Oktobermorgen

Ein kristallener, kalter Oktobermorgen begrüßt mich nach dem Aufstehen. Die ersten Vögel kommen bereits zur Veranda geflogen. Die Gartenbäume sind am Ablauben, der japanische Knöterich wuchert. Einige Baumpilze habe ich am vermorschtem Holz im Garten entdeckt. Der Zipzalp beobachtete mich vom Gartenzaun her, vom Komposthaufen fliegt eine Krähe auf. Ich gehe ins Haus und richte mir meinen Kaffee. Draussen ist es jetzt sehr Still um diese Jahreszeit, es ist als würde alles Oberflächliche flüchten. Die richtige Zeit für Philosophie und Lyrik. Ein Reim von Oda Schaefer zieht durch meine Gedanken: Was kümmert dich Natur/ des menschen Lust?/ Du hegst und achtest nur/ die Frucht im Schoß/. Welch passende Verse für solch einen wunderschönen Morgen. Auf magische Weise transportiert die Dichterin die Natur in ihre Gedichte hinein.
hukwa

Sonntag, 17. Oktober 2010

Nacht am Jagdhausweiher

Einen Waldweiher einsam gelegen
such ich auf im Mondeslicht
aus dem Schilf drinkt Unkengelächter
Der Himmel ist heut Nacht
ein diamantenes Sternengedicht
ein knarren und brechen im Dickicht
verrät mir das Wild hier weilt
Herbstlaub treibt auf Mondbeglänztem Wasser
die Unke lauter schimpft
überall gluckern und rascheln
aus den Kronen der uralten Bäume
raunt Rätselhaft leises zu mir herab
Nur hier im Wald ganz alleine
erkenne ich das Wesen der Nacht.
hukwa

Sonntag, 10. Oktober 2010

Das Bei-sich-selbst-sein

Der Herbst ist die Zeit des Bei-sich-selbst-seins. In dieser Zeit erlebe ich immer eine starke Verinnerlichung. Es ist eine Zeit des zu sich selbst findens. Der Mensch der nie bei sich selbst zu Hause war, der nie an seiner innersten Tür angeklopft hat, dessen Geist ist unbehaust. Solche Menschen sind oft wankelmütig und Oberflächlich. Dieses Bei-sich-selbst-sein kann man nicht früh genug Üben. Ich denke es ist eine Übung die viel mit Transformation zu Tun hat. Das Ich verliert an Macht und das Selbst übernimmt die Führung. Es ist ein Zustand Jenseits des Intellekts dennoch herrscht nichts schwärmerisches oder romantisches vor, sondern eine große Klarheit. Es ist der Aufstieg in die Nous-Sphäre.
hukwa

Freitag, 8. Oktober 2010

Nach dem Lesen in der Bhagavadgita

Gestern Abend noch einige Zeit in der Bhagavadgita gelesen. Sie ist mir eine unerschöpfliche Quelle der Weisheit und des Trostes. Viele Menschen behaupten dass dieses Buch das religiös tiefste sei das je geschrieben wurde. Es ist etwas dran an dieser Behauptung. Wenn ich in der Gita lese steige ich tief in mich hinein. Mehrmals im Monat nehme ich dieses Buch in die Hand um daraus zu Lesen. Auch nach jahrzehnte langem Studium der Gita werde ich nicht müde darinnen immer wieder etwas Neues zu entdecken. Ich bevorzuge die übersetzung von Radhakrishnan diesem großen Gelehrten der indischen und europäischen Religionsphilosophie. Sein Wissen über europäische Philosophie ist enorm. Seine Erläuterungen in der Gita lassen erkennen welch tiefen Geistes Kind er war.
hukwa

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Ich pilgere weiter

Gestern Nachmittag einen Waldspaziergang unternommen. Unterwegs traf ich Dieter S. mit seiner alten Mutter. Ich kenne Dieter schon seit 40. Jahren. Da werden alte Erinnerungen wach wenn ich solche Leute auf meinen Spaziergängen treffe. Es waren die "lila Zeiten", wie ich die Hippiezeit der 70ziger Jahren gerne nenne. Die Erfahrungen dieser Zeit haben mein Bewusstsein stark geprägt. Die inneren und äußeren Reisen, der durchbruch eines anderen bewusstseins, das ablegen der verkrusteten Ansichten der bürgerlichen Welt, all das setzte früh ein. Wie ein Sonnenaufgang zog damals der Gedanke in mir ein, das diese bürgerliche Weltanschauungen nicht alles sein konnten, das es noch etwas anderes geben musste. So begann damals eine Pilgerreise auf der ich mich heute noch befinde.
hukwa.

Sonntag, 3. Oktober 2010

Das brutale Gesicht politischer Untoleranz

Der Polizeieinsatz im Stuttgarter Schloßpark, das niederknüppeln von Demonstranten, diese mit Pfeffergas zu besprühen und sie mit Wasserwerfern niederzuspritzen zeigt uns das wahre Gesicht dieser Regierung es ist Undemokratisch, Unliberal, Unhumanistisch. Es zeigt uns auch das wahre Gesicht unserer Polizei, die jederzeit bereit ist wenn sie den Befehl bekommen auf das Volk loszuschlagen. Stuttgart 21 zeigt das unsere gewählten Volksvertreter noch viel Nachsitzen müssen in Sachen Demokratie. Wir sehen mal wieder wie schnell demokratische Werte getreten werden und wie schnell das brutale Gesicht der politischen Untoleranz in unserem Land aufleuchtet.
hukwa

Dienstag, 28. September 2010

Herbstgedicht auf pfälzisch

Ehr Leit, ehr Leit
es is so weit
jetzt hemer wieder Keschdezeit
des Lab färbt sich jetzt longsom rot
un den neie Woi werd uf de Disch gestellt
Ge Obend is de Himmel so rot
das die Kinner san
es Chrischtkinsche backt schon wider Brot
in kerze is schun nix mer gri
om Owend merken mers erst richtig
es ist jetzt jänger Nacht als Daach
im Keller stehn schun die Winerkrumbeer
un uf de Wiesse blinken Moins
Dausende vun Spinnewebe
die Trauwe sin jetzt angeschnitte
un die Schwalbe sin schun long im Süde
om Owend stellen mer die Keschde uff de Owe
un dun bis dief in die Nacht
de neie woi hochlobe.
hukwa

Freitag, 24. September 2010

Aquarellmalerei

Nach der Fertigstellung meiner Ölmalereien freue ich mich nun einmal wieder einige Aquarelle zu malen. Vor allem herbstliche Landschaftsaquarelle. In meiner Aquarelltechnik verbinden sich innere und äußere Landschaft. Beginnen will ich mit einer Vollmondlandschaft im Hintergrund das Trippstadter Schloss. Der Schlosspark bei Vollmond. Letzte Nacht war Vollmond, ich war im Park und habe die Landschaft besonders intensiv wahrgenommen. Ich denke das ich in den nächsten Tagen mit einer Reihe von Aquarellen beginnen werde, die diese Parklandschaft zum Ausdruck haben. Die Aquarellmalerei hat für mich etwas lösendes, etwas zart fließendes, etwas Traumhaftes an sich.
hukwa

Donnerstag, 23. September 2010

Wenn der Maler in sein Bild geht

Es gibt Motive in meinem Euvre die ich besonders mag. So passiert es dass ich sie mehrmals male, meist aus verschiedenen Blickwinkeln. In der Regel fertige ich bei solchen Motiven zuerst eine Zeichnung, dann ein Aquarell, schließlich male ich das Motiv in Öl oder Acryl. Die Zeichnung ist Andeutung, ein erstes Bestimmen; beim Aquarell spielt das Sehen eine große Rolle und das Ölgemälde ist mir der Versuch in das Bild hineinzusteigen. Während der Ölmalerei passiert es mir am häufigsten dass ich Umgebung, Zeit und Raum ganz vergesse. Diesen Zustand meine ich wenn ich davon spreche dass der Maler in sein Bild hineingehen kann.
Es gibt eine alte Taoistische Sage von einem Maler. Er musste für den Kaiser ein wunderschönes Bild malen, was er auch tat. Er malte eine Landschaft von wunderbarer Schönheit. Dort wo der Maler seine Unterschrift, sein Zeichen auf das Bild setzt, malte er eine Tür. Als der Kaiser kam um das Bild anzusehen, öffnete der Maler die Tür und verschwand. So sollte ein Maler mit seiner Malerei verbunden sein.
hukwa

Mittwoch, 22. September 2010

Der Kompaß des Malers

Die Beschäftigung mit dem schamanistischen in der Kunst, darf keine Nachäffung sein. Es ist unecht mit Symbolen zu arbeiten die nicht der Innenwelt des Malers selbst entspringen. Um wirklich echte Kunstwerke zu schaffen gehört nun einmal dazu dass ich mich auf eine innere Reise begebe. Picassos Ausspruch "Ich suche nicht, ich finde!" spricht das sehr deutlich aus. Weil er täglich Stundenlang malte, befand er sich immer auf einer Reise. Man kann sagen, sobald Picasso den Pinsel in die Hand nahm, war er ein Reisender. Was für den Schamanen die Trommel ist, das ist für den Maler der Pinsel. Farbe, Pinsel und Leinwand zusammen, sind für den Maler eine Art innerer Kompaß.
hukwa

Dienstag, 21. September 2010

Holz als Malunterlage

Ich habe in diesem Jahr keine Land art Projekte und keine bildhauerarbeiten angefertigt. Jedenfals bis jetzt nicht. Dafür habe ich viel Geschrieben, Gezeichnet und Gemalt. In letzter Zeit täglich acht bis neun Stunden gemalt. Mit den Ergebnissen bin ich zufrieden. Es waren aqlles Malereien auf Holz. In der Malerei ist Holz der Werkstoff den ich sogar der Leinwand vorziehe. Holz fordert mich heraus. Ein gutes Stück Holz ist ja schon für sich ein Kunstwerk. Auch mag ich den harten Untergrund beim Malen. Der Pinsel läuft ganz anders über Holz als über Leinwand oder Papier. Eine Leinwand kaufe ich mir, doch Holz findet immer über irgendwelche sonderbaren Wege zu mir. Holz als Malunterlage hat so etwas wie einen Fetisch Charakter.
hukwa

Gedanken im Altweibersommer

Der Altweibersommer ist da. Stundenlang kann ich nu7n durch die Wälder streifen, Licht und Farbe bewundern. Es ist eine magische Zeit, kurz aber sehr intensiv. In den gelbgefärbten Kronen der Eichen, blitzt das blau-rötliche Gefieder des Eichelhähers auf. Sie schreien den ganzen Tag, streiten sich um die Eicheln. Manchmal wird ihr Gezetter übertönt vom klaren Ruf des Schwarzspechts. Die Kastanien sind fast Reif und der Holunder trägt schwere schwarze Frucht. Eine Zeit der Fülle, Mutter Natur geizt nicht mit ihren Früchten. Bevor der Winter einkehrt zeigt sie sich sehr verschwenderisch. Die Zugvögel haben sich aufgemacht in Richtung Süden. Klar wird nun das Denken und Tief. Es ist eine Zeit der Häutungen. eidechsen dösen in der Sonne auf vermoderten Baumstümpfen und die Ringelnatter häutet sich. Auch die Gedanken häuten sich. Man wirft Ballast ab und nimmt Neues auf. Eine zeit des Wandels und der Vorbereitung ist der frühe Herbst. Vorbereitung auf den dunklen Winter, da die gedanken hart werden, da sie in die Höhe streben, wie die verästelten, starken Eichbäume im Pfälzerwald die ich jetzt immer wieder öfters aufsuche. In ihrer Erhabenheit, in ihrem farbigen Laubkleid, erinnern die Eichbäume nun an alte Heidengötter, es ist als würden sie, wenn der Wind durch sie weht eine uralte Heidenmesse zelebrieren und ich bin ihr Zuhörer.
hukwa

Montag, 20. September 2010

Über Willi Baumeister

Gestern Abend habe ich noch einge Zeit Gemälde von Hölzle, Baumeister und Nay betrachtet. Baumeister ist der Maler der mich mit seinem Werk wohl am meisten inspieriert hat. Ja, ich muss sagen, er ist der Künstler, dessen Gemälde in mir die Freude an der Malerei erweckt haben. Vor über zwanzig Jahren wohnte ich abgelegen in einem alten Herrenhaus im Pfälzerwald. Dort entdeckte ich Baumeister. Ich las damals sein Buch "Über das Unbekannte in der Kunst". Meine Malerei zwischen 1985 und 88 ist sehr von Baumeister beeinflusst. Tief ist er mit seinem Kunstphilosophischen Denken in die metaphysische Materie der Malerei vorgedrungen.
hukwa

Sonntag, 19. September 2010

Malen im Herbst

Heute war ein wunderschöner sonniger Frühherbsttag. Um acht Uhr begann ich mit dem Malen im Freien, zuerst abstrakte Kompositionen, zwischendurch begann ich die Arbeit an einer neuen Holzsteele. 20 bis 25 Stunden arbeite ich an einer solchen Steele, für mich haben sie eine Ähnlichkeit mit Ikonen. Wenn ich mit Öl arbeite male ich meist an zwei Werken zugleich, ein abstraktes Gemälde und ein Gegenständliches Werk. So kann ich mich besser konzentrieren und der Malakt wird meditativer. Herbststimmungen fange ich am leichtesten mit der Abstraktion ein. Dem Herbst liegt etwas fließendes inne. Mir ist er reine Konzentradion auf die Farben.
hukwa

Samstag, 18. September 2010

Geistige Begegnungen

Wenn ich einem Menschen begegnen will muss ich ihn über seinen Geist erreichen. Erst dann findet das statt, was ich unter Begegnung verstehe. Denn der Mensch sollte Geistwesen besitzen. Er sollte es besitzen weil jede Art von Humanität undenkbar ist ohne Geist. Trifft man sich auf der Ebene des Geistigen, sind die Schranken des Gewöhnlichen und Infamen, die den Menschen ja gern begleiten, nicht mehr vorhanden. Daher sind geistige Begegnungen immer Begegnungen auf einem höheren Niveau, als des Allgemeinen, es bleibt immer etwas zurück, eine Saat die aufkeimen kann. So ist es auch mit der Kunst, gefällt mir ein Kunstwerk so ist es das "Geistige in der Kunst" das ich in dem Werk suche.
hukwa

Freitag, 17. September 2010

Philosophischer Morgenspaziergang

Ein sonniger kühler Frühherbsttag begrüßte mich heute bei meinem Meditationsgang. Gerne streife ich am frühen Morgen einige Zeit durch den Wald und lasse Natur und Bewusstsein auf mich einwirken, versuche einfach nur "Aufzunehmen". Wenn ich dieses Wort benutze meine ich es in einem platonischen Sinn und Zusammenhalt, nämlich als das platonische "rein Aufnehmende". Dieses rein Aufnehmende ist nach Platon der reine, unsichtbare, gestaltlose Raum. Während ich unter den bunten Laubdächern dahinlief, fiel mir ein Satz von Rupert Sheldrake ein, den ich gestern Abend gelesen hatte: "...Andere meinen, dass das Bewusstsein etwas völlig anderes ist, das ganz ausserhalb des physischen Bereichs liegt und auf eine ungeklärte Weise mit dem Gehirn in Interaktion steht; doch wie, können wir nicht sagen. Die Philosophen können ihr ganzes Leben lang über das Geist - Körper - Problem schreiben und es doch niemals lösen, weil viele von ihnen glauben, dass es in Wirklichkeit gar nicht zu lösen ist."
Ich persönlich vertrete die Meinung dass das Bewusstsein etwas ist, das ausserhalb von uns ist und durch irgendeine Art von Strahlung in uns einfließt. So wie die Sonne auf die Pflanze einwirkt, empfangen wir Bewusstseinsstrahlen von "irgendwoher" die unsere Physis aufnimmt und dadurch dem Körper Bewusstsein und Geistigkeit verleiht. Um nicht im existenzialistischen Nihilismus eines Sartre zu versumpfen, muss man sich manchmal auf die intuitive Erkenntnis stützen und ein wenig an "Ahnungen" glauben können. Oder, wie Max Plank einmal geschrieben hat: ..."letztendlich müssen wir Geistwesen annehmen."
hukwa

Donnerstag, 16. September 2010

Planet hinter der Milchstraße


Flug hinter die Milchstraße

Über das Denken

Jetzt wo der Herbst vor der Tür steht und die dunkle Jahreszeit ankündigt beschäftige ich mich an den frühen Morgen immer einige Zeit mit dem Denken Hegel, Kants, Fichte und anderen "Vernunftdenkern". Gerne wandere ich dann von einem existenzialistischen Kosmos nach Hause in meinen metaphysischen Kosmos. Ich kann dann bei Heidegger etwas interessantes entdecken und einen Augenblick später in die Welt Giordanos Bruno eintauchen. Es ist das klare Denken, das am frühen Morgen bei mir vorherrscht. Im Verlauf des Tages werden meine Gedankengänge dann spiritueller, wenn ich dann zeichne oder Male werden sie schöpferisch. Ich finde der Tag sollte mit etwas kosmischen abgeschlossen werden, daher lenke ich am Abend meine Gedanken zum Universum, versuche eine Verbindung herzustellen.
hukwa

Die Zeichnung am frühen Morgen

Mit den Zeichnungen die am frühen Morgen entstehen ziele ich auf etwas. Ich habe etwas im Visier, begebe mich auf eine Suche. Am Anfang der Zeichnung steht der Intellekt. Während des Arbeitsprozesses verliert der Intellekt langsam die Herrschaft über das Bild und immer tiefere Symbole tauchen auf. In die Zeichnungen versuche ich immer Klarheit einzubringen im Gegensatz zur Malerei, die ganz unter dem Unbewussten steht. Die Zeichnung am frühen Morgen hat viel Ähnlichkeit mit dem Gedicht des "graniteren Morgens". Diesen Ausdruck prägte ich 1993 als ich einen dicken Band von Morgengedichten verfasste.
hukwa

Mittwoch, 15. September 2010

Werde der du bist

Das Leben ist etwas Rätselhaftes. Ein Stirb und Werde. Leben ist Metamorphose, ein sich hin entwickeln zum wahren Wesenskern. Aristoteles hat diese Entwicklung als Entelechie bezeichnet. Sie ist Formprinzip und Entwicklungsprinzip zu gleich.Zweck jeden Wesens ist die Selbstverwirklichung seiner Form. "Geprägte Form, die lebend sich entwickelt",so hat Goethe es ausgedrückt.Für ihn war die Entelechie das Gesetz der Selbstverwirklichung:"Werde der du bist", aber auch "Stirb und Werde".
hukwa

Freitag, 10. September 2010

Mein süßer Traum von Mitternächten

Tiefe Lyrik, echte Gedichte entspringen und quellen empor aus der Tiefe der Mitternacht. In dieser Zeit haben Goethe, Novalis, Wordsworth und Blake ihre Verse nicht nur geschrieben sondern regelrecht zelebriert. "Süßer Traum der Mitternächte", das sagt sehr viel aus. Es sind die Momente der inneren Ruhe, der Abgeschiedenheit die im Dichter ihre Wirkung um diese Zeit zeigt. Zu Lesen zu Schreiben um Mitternacht bedeutet in eine andere Bewusstseinssphäre einzutreten.
hukwa

Donnerstag, 9. September 2010

Herbstherz

Herz bist du nun alt geworden?
Nein
noch immer singst du
Färbt der Herbst das Laub
Färbt die Zeit mein Haar
Herbste
sah ich kommen und gehen
Winterwinde und Föhn vergehen
Sommerglühen angenehm
viele Frühlinge so schön
doch nun bin ich angekommen
im menschlichen Herbst
habe seine Stimme vernommen
Wälder werden bunt und bunter
und die Menschheit immer dümmer
doch ich gehe durch herbstliche Wälder
weiß um Sommernächte süßgoldene Reste
habe so tief an den Sommerblumen gesogen
Denk an den letzten Falter
der wie Herbstlaub ist entschwoben.
hukwa

Sonntag, 29. August 2010

Erfahrung schöpferischer Kraft

Ein Gemälde, ein Kunstwerk, ein Gedicht erschaffen im Moment schöpferischer Kraft ist die Übereinstimmung von Erscheinung und Wirklichkeit. Voraussetzung für das verstehen solcher Werke ist dass Erschaffer und Betrachter die gleiche Art von Erfahrung teilen.
hukwa

Die Geburt von schöpferischer Kraft

Der Künstler sollte immer in der Bereitschaft stehen und sich mit dem Universum selbst zu erfahren. Hier erfährt er etwas das nicht intellektuell, nicht unbedingt sinnlich und nicht emotional genannt werden kann. Er erfährt die Ganzheit seines Geistes die bereit ist sich mit dem Universum zu verbinden, dies ist die Geburt von schöpferischer Kraft.
hukwa

Der Moment schöpferischer Kraft

Ein Kunstwerk ist immer eine Manifestation der schöpferischen Kraft. Schöpferische Kraft erreichen wir über die Pflege der inneren Stille und Reflektion. Sobald Reflektion stattfindet, vollzieht sich der Prozess von Manifestation letzter Wirklichkeit. Dies ist der Moment wo der Maler zum Pinsel, der Bildhauer zum Meißel und der Dichter zum Stift greift.
hukwa

Donnerstag, 26. August 2010

Auf ein altes Haus

Altes Gemäuer
Linden und Buchen umwachsen dich
Schattenspeere werfend
das ewige Rauschen des Wassers
der Flug des reihers durchs Tal
Geraune und Lispeln
dringen ein in die Gedanken
Ein Falter zwischen Libellentanz
Wie Elfenschleier die Nebel des Abends
Die Pferde auf der Weide
ein wenig Moor
der Steinbruch
der Farn
vermoostes Gestein
der letzte Flug der Schwalben im Spätsommer
Eng ist das Tal
Ewig und Weit
das Universum des Bewusstseins
wie der grüne goldlichtene Weiher
Kleiber und Reiher
Forelle und Meise
mein einzig Gesind
im alten Haus
darinnen ruht
in tiefer Stille
die unruhige Seele.
hukwa

Dienstag, 24. August 2010

Wesen über mir

Du Wesen über mir
Was quälst du mich
Bleibst eine Antwort schuldig
Jetzt wird es Herbst
Ich rufe nach dir
Doch
Noch nicht einmal ein Echo
erhalte ich von dir.
hukwa

Montag, 23. August 2010

simplex sigillum veri

Über Gedankenblitze

Durch einen Gedankenblitz kann der geist aktiviert werden. Schon Heraklit, nannte den Blitz die Urkraft, die, im umfassenden Ganzen, aufscheinen lässt, "was überhaupt als Seiendes sichtbar gemacht werden kann- und einsehbar wird" (Otto A. Böhmer).
Der Blitz das Konzentrat des Welt-stiftenden Urfeuers, der Urenergie hat im Großen wie im Kleinen realitätsetzende Macht. Als kosmischer Feuerstrahl verehrten die Germanen den Blitz und fürchteten ihn gleichzeitig. Als Gedankenblitz der aus dem Nichts auftaucht kann er uns plötzlich Erleuchten. Doch aus dem Nichts kann nichts kommen da es das Nichts nicht gibt. Der Gedankenblitz kommt also aus dem Urgrund des Seins. Er schießt aus diesem heraus wie der Blitz aus der dunklen Gewitterwolke. Ein Gewitter sammelt sich an. Wenn am Abend ein Gewitter losbricht spüren wir dieses schon am Nachmittag- etwas sammelt sich an und entlädt sich durch Blitze.
So sammeln sich beim Denkprozess Gedanken an und irgendwann, meist unverhofft, entlädt sich in uns der uns erleuchtende Gedankenblitz, ganz plötzlich steigt er auf aus den Urgründen des Seins.
hukwa

Freitag, 20. August 2010

Mondscheinspaziergang

Gestern Abend Mondscheinspaziergang im Schlosspark gemacht. Mit Gedanken bei Giordano Bruno geweilt. Ich kenne keinen anderen Philosophen der seiner Zeit so voraus war wie Bruno.
Er war ein absoluter spiritualisierter Geist. Die Planeten und Gestirne waren ihm beseelte kosmische Lebewesen - Götterpotenzen - die ihr eigenes Bewusstsein besitzen. Über die Monade kann der Mensch einen Zugang zu diesen Götterpotenzen finden. Über die "Kontraktion"- dem Zusammenziehen der Seelenkräfte in den Einheits und Zerfallpunkt - ist es dem Menschen möglich
"an der kosmischen Kommunikation der Bewusstseinsfelder im Universum teilzunehmen". (J.Kirchhoff).
Abends sitze ich oft in diesem wunderschönen Park, meine Gedanken schicke ich dann hoch zu den Gestirnen und sanft beginnt die Kommunikation.
hukwa

Herbstahnung

Nun naht die Zeit da Blätter fallen
und Bäume kahl am Wegrand stehen
man lernt wieder ganz neu zu Sehen
es ist wie Melancholie
sinnend durch bunten Herbstwald zu gehen
zu lauschen
zu Leben
zu Sehen
der fortgesetzten Geschwätzigkeiten zu entgehen
tief im rotglühenden Heidekraut stehen
mit Herbstfarbenen Wolkenkähnen auf Gedankenreise gehen
Alte Pfade neu zu begehen
goldenes Frühherbstlicht lächelt versonnen
die müden Mauern des alten Hauses
mahnen stumm
nur die dunklen Laute aus der Bach
schwingen noch wie vor vielen Jahren
meine alten Worte raunend.
hukwa

Sonntag, 15. August 2010

Atem der Erde

rauscht der bach mir jede nacht
drohend klagend
schmeichelt mir
in oft gefundener harmonie
entführt er nicht mehr ES
zeigt mir neue ufer
die kunst ist ES
im schlaf
gegen den strom zu schwimmen.
hukwa

Sonntag, 8. August 2010

Heimat Verbindungen

Gestern Abend gegen 22.Uhr noch einen meditativen Spaziergang in den Schloßpark unternommen. Eine ruhige, zeitlose, ja, zeitferne Stimmung herrschte im Park vor. Trutzig erschien das Schloß in der Dämmerung. Ich saß auf einer Bank und meine Blicke wanderten hoch zu dem geschichtsträchtigen Gebäude. Immer wenn ich um diese Zeit hier sitze erscheint es mir als wolle das alte Gemäuer mir etwas erzählen. Ich gebe mich dann ganz diesen Stimmungen, die hier vorherrschen hin. Vor meinem inneren Auge laufen dann Bilder ab, die in eine ferne Vergangenheit Einblick geben. Jener der das Schloß erbauen ließ, hat auch die Ortschaft gegründet in der ich geboren wurde und in der meine Ahnen seit dem 17.jahrhundert wohnen. Irgendwie spüre ich diese Heimatgeschichtliche Verbindung zwischen dem Schloß und mir wenn ich mich an den Abenden hier aufhalte.
hukwa

Mittwoch, 4. August 2010

Auf einen Nachtfalter

Du Wunder
einem Wurm entsprungen
der Sommer hat dir sein Lied gesungen
der Vollmond deine Flügel gebleicht
einem Nachtelb gleich
fliegst du auf die Nachtkerze zu
aus Licht geboren scheinst du
jetzt da der Sommer sich neigt
kehrst du zurück
zu deinem wahren Sein.
hukwa

Sonntag, 1. August 2010

Eine Augustnacht im Trippstadter Schlosspark

Wanderer die im August die Umgebung von Trippstadt erkunden, sollten sich zum Abschluss ihrer Wanderungen unbedingt noch eine Ruhepause im Schlosspark gönnen, um von hier aus das Ereignis des abendlichen Sonnenunterganges zu beobachten.

Es herrscht eine besonders romantische Stimmung um diese Zeit hier vor. Ein fast unwirklicher, noch heute unbeschworener Zauber geht von den ebenmäßigen in sich ruhenden Steinfassaden des alten Schlosses aus. Wenn die Sonne glutrot im Westen versinkt, ist es meist sehr still im Park.

Die ganze süße Schwermut romantischer Vergänglichkeit umwittert diese abseits gelegene Parkeinsamkeit und es scheint einem leicht zu fallen in die farbigen Abgründe der zeitfernen Geheimnisse dieses romantischen Ortes einzutauchen. Im leisen plätschern des Springbrunnens und geheimnisvollen Blätterraunen der Parkbäume liegt nun eine besondere Magie, die uns von den geheimen Abenteuern und galanten Schäferspielen der einstigen Bewohner des Schlosses träumen lassen.

Eine Landschaft, ein Ort kann Geschichte und Geschichten erzählen. Die Umgebung von Trippstadt ist mit einer großen Reihe solcher verzauberten Plätze bereichert. Es gibt nun einmal diese besonderen Orte in der Landschaft, die einem plötzlich und ohne Ankündigung überraschen. Dann ist man gezwungen stehen zu bleiben, seine Sinne nach dem Grund für diese Überraschung auszurichten und sich auf die Wahrnehmungen einzulassen die hier Besitz von einem ergreifen.

Vielleicht ist es die Seele der Landschaft oder des Ortes, die sich uns in solchen Momenten offenbart.

An einem warmen beschaulichen Sommerabend im Trippstadter Schlosspark kann der Besucher solche Momente besonders intensiv erleben.

Nach Sonnenuntergang beginnen die Glühwürmchen zu fliegen und verwandeln den Park mit ihrem unwirklichen Lichterfunkeln in ein Zauberreich, das nicht nur Kinder fasziniert. Das Konzert der Grillen ladet noch für einige Zeit zum verweilen ein. Von den nahen Wiesen und Waldrändern weht nun der Duft von frischem Heu und Kiefernharz herauf. Der Sternenhimmel öffnet sich und gibt einige seiner kosmischen Juwelen preis.

Es gibt keinen Monat im ganzen Jahr, in dem man am frühen Abend, gleich bei Einbruch der Dunkelheit, die Milchstraße so gut beobachten kann wie im August. Sie steigt etwa Nord-Nord-Ost über dem Horizont herauf und verläuft quer über die Sternbilder Kassiopeia, Kepheus, Schwan und Adler in Richtung Süden. Von Osten her kommen jetzt schon die ersten Boten des Herbsthimmels heraufgezogen. Tief im Südosten steht der Steinbock, auf seiner linken Seite sind schon Teile des Wassermanns erkennbar. Wie eine schützende einhüllende Schale, in deren Mitte der Mensch eingebettet ist wirkt der samtblaue Himmel über dem Park. Mond und Sterne erscheinen uns von hier aus als Licht und Lampe eines friedvollen, in sich ruhenden Erdentages. Die Verse von Ludwig Tieck gehen einem in einer solch lauen Augustnacht durch den Sinn:

„Mond beglänzte Zaubernacht

die den Sinn gefangen hält

Wundervolle Märchenwelt

Steig auf in der alten Pracht.“......

Im Trippstadter Schlosspark kann man manchmal noch solch wundervolle Zaubernächte erleben.

hukwa